27. Blind Tasting – XMAS Challenge 2021

In weniger als vier Wochen ist Weihnachten und so will es die Tradition: Zeit für die XMAS Challenge 2021. Bei der letzten Blind Tasting Challenge im Jahr bemühe ich um ganz besondere Tropfen für meine Mitstreiter. War ich dieses Jahr wieder gemein? Ich finde nicht…

Wie funktioniert mein Blind Tasting?

Ich schicke dieses Mal SIEBEN Drams ins Rennen. Thematisch geht es bei der XMAS Challenge 2021 vereinfacht darum, welcher der sieben Proben als Weihnachtswhisky am Besten ankommt. Und für meine Leser, welchen Whisky man zu Weihnachten verschenken kann. So geben die zehn Mitstreiter ihre ganz persönlichen Tipps weiter. Sechs Whiskys sind normal erhältlich. Mehr verrate ich aber nicht. Geschickt habe ich jedem je sieben 5cl Sample, die mit Sample #1 – #7 nummeriert waren. Als Ergebnis wollte ich …

  • Aufgabe 1: Welcher Whisky gefällt Dir am Besten?
  • Aufgabe 2: Was hast Du im Glas (Typ, Stärke, Produkt)?
  • Aufgabe 3: Welchen Whisky würdest Du gerne zu Weihnachten bekommen und warum?
  • Aufgabe 4: Welchen Whisky würdest Du zu Weihnachten verschenken und warum? (auch unabhängig von den Proben)

Dieses Projekt findet NICHT unter Laborbedingungen statt. Ich habe keine Gläser vorgegeben und auch sonst keine Vorgaben gemacht, WIE der/die Einzelne seinen Whisky zu verkosten hat. Als Reihenfolge habe ich empfohlen: 1 – 2 – 3 – 6 – 4 – 5 – 7.

Wer hat bei der XMAS Challenge 2021 mitgemacht?

Die folgenden Blogger haben bei der XMAS Challenge 2021 mitgemacht (in der Reihenfolge des Eingangs der Tasting Notes):

Auflösung – Whiskys der XMAS Challenge 2021

Alle sieben Whiskys stammen aus unterschiedlichen Destillerien. Und diese sieben waren es konkret:

  1. Glencadam, 15yo, ncf, nca, 46%, ca. 57.- EUR
  2. Filey Bay, Yorkshire Single Malt, Moscatel Finish, ncf, nca, 46%, ca. 65.- EUR
  3. M&H, Apex Series – Dead Sea, 2018/2021, Batch #10, ncf, nca, 56.2%, ca. 108,50 EUR
  4. Ardbeg, 8yo, Committee Release „For discussion“, ncf, 50.8%, ca. 65.- EUR
  5. Laphroaig, 10yo, CS, Batch #13, Jan 21, mit Farbstoff, 57.9%, ca. 77.- EUR
  6. St. Kilian, Distillerie Only/Handfilled, Double Maturation PX/Oloroso, 2017/2021, 4yo, SC #4540, 377 Flaschen, ncf, nca, 58.2%
  7. Bruichladdich, Octomore, 10.4, Virgin Oak, 3yo, 88ppm, 12.000 Flaschen, ncf, nca, 63.5%, ca. 149.- EUR

SC = Single Cask (Einzelfass), CS = Cask Strength (Fassstärke), ncf = no chill-filtration (keine Kältefiltration), nca = no color added (ohne Zusatz von Zuckerkulör), yo = years old (Altersangabe)

Die einzelnen Tipps der Teilnehmer findest Du bei der jeweiligen Probe.

Wertung – der Weihnachtswhisky der XMAS Challenge 2021

Im Folgenden findest Du die Zusammenfassung, denn die Details der Wertung findest Du ebenfalls bei den jeweiligen Proben.

Favorit

XMAS Challenge 2021 - Favoriten

Wertung

Bewertet wurden die Proben nach folgendem einfachen Schema und rein auf Basis des persönlichen Geschmackes:

+gefällt mir, würde ich mir kaufen (für diesen Max-Betrag)
ook, muss ich aber nicht haben
trifft nicht meinen Geschmack
XMAS Challenge 2021 - Wertung

Der Ardbeg (#4) ist insgesamt am besten weggekommen, dicht gefolgt von der Octomore (#7). Gleich dahinter Laphroaig (#5) und St. Kilian (#6).

Sample #1 – Glencadam 15yo

Stärke und Produkt?

  • KK: Fassart: 1st Fill Bourbon; Stärke: 43%-46%; Alter: 12-15 Jahre; Besonderheit: Sehr ölig schmiegt sich der Whisky an das Glas und zieht schöne Legs. Das könnte ein Highlander sein, so herb, wie er ist. Die leichte Holznote lässt mich auf ein 1st Fill Hogshead tippen. Ich bin überrascht, so einen trockenen Tropfen als erstes im Glas zu haben. Grundsätzlich gefällt der mir gut. Destillerie: Vielleicht ein Teaninich oder ein nicht rauchiger Ardmore. Bewertung: o
  • JS: Bourbonfassreifung, 43%, Lowlands oder Japan (Blend); Tipp: Glenkinchie 12 Jahre; Bewertung: o
  • SU: Bewertung: o. Dieser Whisky kommt mir unglaublich bekannt vor und war daran schuld, dass ich an all meinen passenden offenen Flaschen gerochen habe, aber ich bekomme ihn nicht eingeordnet. 40-43%, 8-12 Jahre, leicht bitter, insgesamt ok, aber ich muss ihn nicht zuhause haben, denn die Metallnoten im Abgang zerlegen ihn leider für mich. Würde den irgendwo im Bereich Speyside/Lowland einordnen und sage ganz einfach mal „Glenfiddich 12“, weil mir nichts Besseres einfällt.
  • NF: Blended Whisky, 40% Vol. Bewertung: o
  • KD: Single Malt; Stärke: 43%; Produkt: Lowlands. Auchentoshan? Bewertung: o
  • AM: Single Malt. 10 Jahre Bourbon-Fassreifung. 56,8 Prozent. Bewertung: o. Insgesamt ist mir das zu langweilig. Ist aber auf jeden Fall ein guter Einstiegsdram.
  • FL: SINGLE GRAIN / 46% / ??? / –
  • WG: Refill-Bourbon Fass, 40%, evtl. ein Blend? Bewertung: o
  • RB: Angenehm zu trinken aber nicht so eindrucksvoll (Note „o“). Evtl ein junger Whisky oder einer mit 10 Jahren und mehr aus einem Refill-Fass. Aufgrund der Nougatnoten tippe ich auf Blair Athol.
  • MS: Single Malt, 46%, Glencadam 15-year-old [KORREKT! Glückwunsch!]. Urteil: o

Tasting Notes

  • PM // Nase: Leichte Frische mit geriebener Zitronenschale. Obstsalat mit Vanillejoghurt. / Geschmack: Angenehme Süße mit tropischen Früchten (Ananas) / Abgang: Gemahlene Aprikosenkerne und die Frische von der Zitronenschale / Wertung: o
  • KK // Nase: Die erst Nase zeigt frisch aufgeschnittene, saure Äpfel, dann kommt ein wenig Getreide. Angenehm kräftig. Nach dem ersten Schluck wird er in der Nase milder und fast schon süss, etwa wie Streuselkuchenteig. Ein wenig Zitrone habe ich immer noch im Hintergrund. / Gaumen: Zitronig im ersten Moment, dazu ziemlich herb und trocken. Ich meine hier etwas von den Tanninen eines sehr trockenen Weissweins zu spüren, ohne dass das aber ein Finish in selbigem Fass wäre. / Abgang: Mittellanger bis langer Abgang, der auch ziemlich trocken ausfällt. Jetzt meine ich auch ein wenig Holz zu schmecken
  • JS // In der Nase mit Vanille und Pfirsich. Im Geschmack ist er pfeffrig, würzig süß und malzig. Der Nachklang ist eher kurz.
  • SU // Aroma: Zitronen, saure Äpfel, Eukalyptus, junges Holz, Gartenkräuter / Geschmack: leichte Schärfe, frische Eichentriebe, Limetten, Mandarine, kalter Espresso, Röstaromen, minimal Metall / Abgang: Mittellang, bittersüß, Kaffee, Holz, Orangenmarmelade
  • NF // Ein sehr fruchtiger Whisky, frische Birnen und Aprikosen mit viel Vanille. Sehr gefällig und einfach, weis aber dennoch auf ganzer Linie zu gefallen. 
  • KD // Vanillig, zitronig und leicht mit spürbarer Alkoholnote – ein junger, eventuell dreifach destillierter Whisky. Nett, gut trinkbarer daily dram, aber keine Komplexitätsbombe.
  • AM // In der Nase erstmal eher dezent. Leichte Fruchtigkeit, Fruchtsüße, Heu, Kalk. / Auf der Zunge geht’s spritzig los. Es brizzelt ein bisschen auf der Zunge, wie bei Brausepulver. Sehr angenehme Süße, helle Früchte, Apfelkompott, Pfeffer, Pappe. / Mittellanger Abgang
  • FL // Geruch: Banane, Getreide / Geschmack: Müsli, etwas Vanillepudding mit Banane (nicht reif), Scharf / Abgang: relativ gleichbleibend, dann weg
  • WG // Nase: reife Birne und grüner Apfel / Geschmack: süß, eingekochte Birnen / Abgang: kurz
  • RB // Nase: grüner, frisch aufgeschnittener Apfel, nussig, leichte Vanille, etwas alkoholisch. Leicht und frisch, grasig – beim näheren Hinriechen Nougat? Kommt etwas flach daher. / Mund: startet prickelnd und wandelt sich dann zu einer milden, weichen Melange aus Fruchtzucker, Vanille und Trauben – ähnlich eines cremigen Chardonnay Weißweins. Im hinteren Gaumenbereich setzen sich helle Holznoten ab, der Eindruck von Haselnüssen setzt sich im Hintergrund fort. / Finish: Leicht und mittellang mit keiner stark hervorstechenden Note.
  • MS // N: buttrig, Keksteig, Cerealien, im Hintergrund etwas frisches, zitroniges / G: Vanille, Zitrus, Eiche, Weisswein / A: mittellang, würzig

Sample #2 – Filey Bay

Stärke und Produkt?

  • KK: Fassart: Bourbon und Sherry Fässer; Stärke: 40%-43%; Alter: 12-15 Jahre; Besonderheit: Ein Whisky zum nebenher trinken in angenehmer Runde. Ein Speysider? Ich habe keine Ahnung. Destillerie: Könnte ein Glenmorangie sein, wenn’s denn ein Highlander wäre. In der Speyside würde ich auf einen Einsteiger-Balvenie tippen. Mir persönlich nicht ausdrucksstark genug. Bewertung: –
  • JS: Reifung in Bourbon- und Weinfass, 45%, Highlands; Tipp: Glenmorangie, Tale of Winter, Marsala; Bewertung: + (35 EUR)
  • SU: Bewertung „+“. Den mag ich. Er ist nicht hochgradig komplex, aber süffig und lecker und riecht absolut großartig. Einfach eine schöne, klassische Bourbonfassreifung mit 43% aus der Speyside oder den Highlands. Alter? Hmm….ich hab die Erfahrung gemacht, dass Bourbonfassreifungen umso mehr tropische Noten bekommen, je älter sie sind. Da ich hier eine Menge dieser Noten habe, sag ich mal 15-20 Jahre und rate wild „Glenmorangie 19“.
  • NF: Blended Whisky, 43% Vol. Bewertung: o
  • KD: Single Malt; Stärke: 46%; Produkt: Speyside. Benromach? Bewertung: + (45€)
  • AM: Single Malt aus der Speyside. Bourbonfass mit Ex-Sherry Finish (oder gemischte Fässer). 46,8 Prozent. Bewertung: o. Insgesamt auch eher zu langweilig für Weihnachten, passt besser in die warme Jahreszeit.
  • FL: SINGLE MALT / 50% / keine Ahnung, aber nicht sonderlich alt / o
  • WG: Whisky aus dem Bourbonfass, 40-43%, vielleicht ein Grain Whisky oder ein Ire? Bewertung: –
  • RB: ansprechend, anregend, dennoch fehlt mir ein bisschen Komplexität (Note „o“). Ich tippe ins Blaue auf Ben Nevis 10 Jahre.
  • MS: Blended Malt, 46,8%, Timorous Beastie Small Batch Release, Urteil: o

Tasting Notes

  • PM // Nase: Kuchenteig und Puderzucker sind meine ersten Gedanken. Moscatelnoten und etwas Zitronenschale. Pflaumen. / Geschmack: Buttrige Weinnoten. Auf der Zungenspitze entwickelt sich eine Pfefferschärfe. Orangenlimonade. / Abgang: Hinterlässt einen kräftigen Gesamteindruck als ob er 10% mehr Alkohol hätte. / Wertung: o
  • KK // Nase: Angenehm, schon fast puderzuckrig. Nach ein wenig verriechen wird er ein wenig würziger in der Nase. Ich meine auch ein wenig Honig zu haben. Aber alles in homöopathischen Dosen. / Gaumen: Ein weicher und runder Whisky, da kantet nix. Allen Ecken wurden schön rund geschliffen. / Abgang: Milder, aber leicht würziger Abgang. Mittellang und leicht trocken hintenraus.
  • JS // In der Nase mit Orange, Vanille und Kirsche / Im Geschmack sanft, mit Zitrone und Nüssen. / Der Nachklang ist mittellang mit Kaffeenoten.
  • SU // Aroma: Viele frische Bourbonnoten, Vanille, Karamell, helles Malz, Äpfel, Aprikosen, Ananas und Wachs / Geschmack: Süffig, fruchtig, minimale Holznoten, Mandarinen, Orangen, Äpfel, Zitronen / Abgang: Tropische Noten, morsches angekohltes Holz, fruchtiges Malz
  • NF // Überreife Pfirsiche. Dahinter kommt überraschend viel Würzigkeit. Nelken, Kardamon, weißer Pfeffer. Sehr aromatisch bindet sich auch die Eiche ein. Ein wirklich schöner Whisky.
  • KD // Frisch und würzig, etwas spritzig mit schöner Komplexität von (Refill?) Sherry ohne von Sherry überladen zu sein, sehr gefällig.
  • AM // Angenehme Nase. Fruchtnoten, aber irgendwie ein bisschen künstlich… würde das fast beschreiben als Haribo Apfelringe ohne die Säure, oder Haribo Erdbeeren bzw Cola Kracher. Ein bisschen Holz, wie beim Zuschnitt im Baumarkt. / Im ersten Tasting auf der Zunge nicht ganz so süß wie erwartet. Eher trocken, mit nur leichter Süße. Im zweiten Tasting eine totale Birnenbombe. Sehr süß mit leichten Bitternoten, die ich nicht ganz einordnen kann, Orangenschale vielleicht. Insgesamt irgendwie schwer greifbar… nicht übermäßig komplex. / Abgang kurz
  • FL // Geruch: Traubensaft, fruchtig, Früchtebrot / Geschmack: Fruchtig, säuerlich, weisse Weintrauben, Birne, Zartbitterschokolade / Abgang: intensiv Eichenholz mit etwas Chilischärfe
  • WG // Nase: fruchtig-frisch, etwas Vanille / Geschmack: wässrig-süß, mit leichter Ingwerschärfe / Abgang: sehr kurz
  • RB // Nase: Hier haben wir schon reifere, ihren Duft verströmende (meinetwegen rote) Äpfel. Dahinter etwas ätherische Anklänge von Rosenwasser und Gewürzen wie Nelken und Kardamom. Rosinen in weißer Schokolade mit Haselnüssen (sozusagen eine helle Traube-Nuss-Schoki), minimaler Einschlag von frisch geschnittenen, grünen Zweigen. / Mund: Textur angenehm mild und leicht. Ich schätze ihn auf ca 40-43%vol. Die grünen Zweige werden nun etwas hölzern, hinzu gesellt sich Karamell und feine Röstaromen. / Finish: Helles Holz verbleibt mittellang und prickelnd im Rachen.
  • MS // N: Getreide, Eiche, helle Früchte / G: Zitrone, Toffee, Apfel / A: mittellang, trocken

Sample #3 – M&H Dead Sea

Stärke und Produkt?

  • KK: Fassart: Oloroso-Fässer; Stärke: 48%-50%; Alter: 10-12 Jahre; Besonderheit: Im Glas präsentiert sich dieser Whisky schon ein wenig dunkler. Anfangs meinte ich einen Hauch Rauch zu riechen. Er ist nicht sehr komplex und ziemlich direkt. Destillerie: Hier würde ich aufgrund des kräftigen und würzigen Grundcharakters auf Blair Athol oder Deanston tippen. Bewertung: o
  • JS: Viel Virgin-Oak, 48%, Speyside; Tipp: GlenAllachie Wood Finish; Bewertung: –
  • SU: Bewertung o. Sample 3 ist ok, aber mir irgendwie viel zu düster, dumpf und dunkel. Das ist bestimmt einer der ältesten und vermutlich teuersten Malts von den sieben Samples und objektiv kann ich sagen, dass der bestimmt gut ist, aber mir persönlich liegt er eher nicht. 46-50%, dauerhafte Bourbonfassreifung. Den Brennereicharakter erkenne ich nicht, also tippe ich auf irgendwas, was ich eh mal probieren wollte: Aultmore 21 Jahre.
  • NF: Single Malt Whisky, 43% Vol. Bewertung: –
  • KD: Single Malt; Stärke: 56%; Produkt: Speyside? Bewertung: + (60€)
  • AM: Single Grain, 30 Jahre alt, Refill Sherry, 52,4 Prozent. Bewertung: o. Ich glaube, der lag ein kleines bisschen zu lang im Fass und hat ganz leicht zu viele Tannine mitbekommen
  • FL: SINGLE MALT SCOTCH / 63% / ca. 16-19yo mit Red Wine Finish  /  + / ca. 110 Euro
  • WG: Single Malt mit Sherry-Finish, 46%, ich tippe Glenallachie. Bewertung: o
  • RB: Spannender Malt mit dem Potential zum Kopfzerbrechen (Note „o“). Ich möchte mich in Gedanken nicht von Campbeltown verabschieden, ich bleibe bei der Ahnung, dass es sich um einen Glen Scotia handeln könnte. Könnte sogar als Weihnachtsgeschenk in Frage kommen.
  • MS: Single Malt, 57%, Talisker 57° North. Urteil: o

Tasting Notes

  • PM // Nase: Kräftiger Antritt. Erst meine ich ganz viel Sherry ausmachen zu können (Zigarrenkiste und Ledersessel). Salzige Meerluft und ich bilde mir sogar einen leichten Anflug von Torf ein (der nicht vorhanden ist!). Kaffee und Gewürze. / Geschmack: Maraschino-Kirsche, dann Pfeffer auf der Zungenspitze. Orangenschale. / Abgang: Würzig und fruchtig mit einem leichten Anklang von Menthol. / Wertung: +
  • KK // Nase: Hier passiert schon ein wenig mehr in der Nase. Kräftiger und würziger, auch ein wenig schärfer, Waldhonig kommt da hoch. Ein wenig Kaffee, in Richtung Espresso und Bitterschokolade gehend. Nach mehrmaligen Verriechen kommt doch tatsächlich noch eine kräftige rote Beerennote in meiner Nase an. Sehr schön. / Gaumen: Kräftig im Antritt. Schöne Sherry Fracht, die da auf der Zunge ankommt. Würzig und auch leicht trocken im Mundraum, was auf eine Oloroso Reifung deutet. / Abgang: Auch der Abgang ist trocken. Der Whisky ist lange präsent.
  • JS // In der Nase mit frischem Holz, Orange und Zimt. / Im Geschmack scharf und nicht ausgewogen. / Warmer Nachklang.
  • SU // Aroma: Erstmal unzugänglich, braucht Handwärme. Dann relativ scharf, Creme Brulee, helles Holz, haufenweise Vanille / Geschmack: Ingwerschärfe, dunkles Malz, Nougat, Röstaromen, Vanille, Mandarinen, Ananas (?) – Sehr düster und dunkel / Abgang: Herb, aber nicht bitter, altes Holz, Kaffee.
  • NF // Zu Beginn eine leicht säuerliche Süße. Grasig, Blumig mit Vanille, Karamell und einer überraschend intensiven Eiche. Irgendwie wirkt der Whisky ein bisschen unrund, gefällt mir persönlich nicht so gut. 
  • KD // Pur etwas zu verschlossen und scharf. Mit einem Schuss Wasser dann beerig, süß und gleichzeitig leicht trocken und geschmacklich dicht mit Sherry aber ohne viel Würze. Gerne mehr davon!
  • AM // Es kommt ein bisschen mehr Farbe ins Spiel. Die Nase dennoch dezent, mit ein paar leichten Grain-Einflüssen. Nasses Gras. Lösungsmittel, Lack, Tannennadeln, Räuchermännchenpatronen (bevor man sie angezündet hat), Pflaumenmus / Auf der Zunge würzig mit Pfeffer, Honig, Harz, Tannennadeln, Bitterschokolade, Mon-Cherie-Kirsche, ich weiß nicht warum, aber erinnert mich irgendwie an billiges Rasierwasser / Abgang mittellang
  • FL // Geruch: Tabak, Leder, Weinnoten (Rotwein), Geruch von porösem Sandstein / Geschmack: Weingummi, Rotwein, würzige Eiche, trockenes Gefühl / Abgang: Schärfe, Kirschen, würzige dominante Eiche (keine Klassische)
  • WG // Nase: sehr würzig, Marzipan, etwas Menthol / Geschmack: dunkle Früchte, leichte Alkoholschärfe, etwas Eiche / Abgang: mittellang
  • RB // Nase: Zuerst eindeutige mineralische Noten und dieser gewisse „Muff“, den ich meine häufiger bei älteren Abfüllungen wahrzunehmen. Eine Mischung aus eingestaubten Büchern, polierten Eichenmöbeln und Orangenöl. Gewachstes Leder, eindeutig haben wir es hier mit einer Sherryfass(nach)reifung zu tun. / Mund: Antritt mineralisch und vollmundig, etwas trocken nussig werdend. Auf der Zunge ein Gemisch aus saftig-fruchtigen und nussigen Noten, die prickelnd umeinander tänzeln. Das Tanzparkett scheint aus Steinboden gemacht, so mineralisch ist er. Ob er getorft ist, vermag ich jedoch nicht zu sagen. Vielleicht ein ganz kleines bisschen? / Finish: lang, dampfig, prickelnd. Faszinierend dabei: Von der Nase bis zum Finish steigert er sich in der Rauchigkeit!
  • MS // N: Eiche, etwas muffig, dezente Zitrusnoten, leicht rauchig (kalter Kamin, keine phenolischen Torfnoten) / G: Ingwerschärfe, Vanille, Zitrone, Honig / A: pfeffrig, mittellang

Sample #4 – Ardbeg 8yo

Stärke und Produkt?

  • KK: Fassart: Re-Charred Hogshead; Stärke: 48%-50%; Alter: 8 Jahre [korrekt]; Besonderheit: Das ist für mich eine Drecksau im wahrsten Sinne des Wortes. Man möge mir den Ausdruck nachsehen, aber das bringt’s für mich auf den Punkt. Ein sehr spezieller Tropfen, der wahrscheinlich nur einen sehr eingeschränkten Geniesserkreis ansprechen dürfte. Wie dem auch sei. Mich spricht er auf jeden Fall, allerdings wirkt er ein wenig schwachbrüstig. Das ist nicht cask strength [mit 50.8% vermutlich nicht, aber der M&H mit 56.2% davor war zu kräftig => nochmal probieren], was ihm jedoch gut zu Gesicht stehen würde. Solche Abfüllungen brauchen meiner Ansicht nach Fassstärke, dann hauen sie auch richtig rein. Destillerie: Glenturret (respektive Islay mit einem Bunnahabhain oder einem Caol Ila) Bewertung: o
  • JS: Weißeiche und Weinfässer, 50%, Islay; Tipp: Port Charlotte 10; Bewertung: + (55 EUR)
  • SU: Bewertung: o. Das ist ein junger, relativ aschiger Raucher, 46%, wenig komplex, trotzdem nett, muss ich aber nicht haben. Er wirkt nicht wie ein Islay-Whisky, schmeckt aber nach Küste. Die leicht „dreckigen“ Noten lassen mich dabei an Campbeltown denken, also sage ich mal: Glen Scotia 10 Peated.
  • NF: Single Malt Whisky, 46% Vol. Bewertung: +
  • KD: Single Malt; Stärke: 46%; Produkt: Kilkerran Heavily Peated; Bewertung: + (55€)
  • AM: Single Malt. Ich würde hier auf einen jungen Bunnahabhain (Stoaisha) tippen. 8 Jahre [Alter passt!]. 55,8 Prozent. Bewertung: o
  • FL: SINGLE MALT SCOTCH / 48% / Laphroaig Lore / + / 60 Euro
  • WG: Single Malt, 46%, ich rate mal BenRiach Smoky Ten. Bewertung: o
  • RB: Ich tippe auf einen Ardbeg An Oa oder einen Scarabus 10y. (+)
  • MS: Blended Malt, 57,4%, Rock Oyster Cask Strength. Urteil: +

Tasting Notes

  • PM // Nase: Leichte Zitrusnote und Fenchel.  Dann kommt er aber doch noch, der torfige, süße Ardbeg Charakter. Pfeffer und Karamell. Früchte. Blumenwiese und Gummiabrieb. / Geschmack: Der Pfeffer breitet sich langsam im Mund aus. Dann kommen Frucht und Torf. Auch hier der Ardbeg Teer mit der süßen Note. / Abgang: Leichte Mentholnote, süß und leicht trocken. / Wertung: +
  • KK // Nase: Die erste Nase erinnerte mich ganz stark an meinen ersten 16er von der SMWS, und den fand ich damals nicht schön. Diesen Rauch habe ich für mich immer als leicht perversen Rauch wahrgenommen, was sich aber im Laufe der Jahre und weiterer 16er relativiert hat. Also dreckiger vergammelter Werkstatt Duft, wahrscheinlich eine hornalte Schiffswerft. Nach dem ersten Schluck kommt in der Nase noch eine Wolke wie aus einer gerade geöffneten und schlecht gewordenen Fischkonservendose. / Gaumen: Leicht verbrannter Speck. Ziemlich mild, der Alkohol ist kaum spürbar. Die Desinfektionsstation eines Krankenhauses ist nicht allzu weit weg. / Abgang: Salzig-fischiger Abgang. Mittellang. Da fehlen ein paar Volumenprozente, finde ich.
  • JS // In der Nase: salzig, Lagerfeuerrauch, Zitrusaromen, Kräuter / Geschmacklich: voll, würzig, rauchig, hellfruchtig / Nachklang: langanhaltend mit Asche und Kräutern
  • SU // Aroma: Leichter aschiger Rauch, Zitronen, Aprikosen, Vanille – Der Rauch dominiert die restlichen Noten und ist recht scharf / Geschmack: Frischer Holzrauch, angebranntes Karamell, Röstaromen, Treibholz, Salz, altes Leder, staubtrocken / Abgang: Rauch, Torf, Leder, mittellang, Vanille, dreckig
  • NF // Es riecht nach frischer Heide, nasser Boden wie nach einem Regentag. Erst nach einer Weile macht sich ein dezenter Rauch bemerkbar. Dazu kommt warmes Gebäck mit Honig welches sehr viel Süße hinterlässt. Wow! Ich bin ein bisschen geflasht von diesem Whisky. Ich mag die Kombination aus grasig, rauchigen und Noten von Gebäck. Ich bin wirklich sehr gespannt welcher Whisky sich hinter diesem Blind Sample verbirgt.
  • KD // Dieser Whisky kommt mir so vertraut vor und doch kann ich ihn nicht nennen. Könnte das Campbeltown sein? Eine leicht rauchige, sehr solide Bourbonfassreifung mit Vanille, Kokos, Meereskieseln und dennoch auch Tiefgang und schöner, füllender Süße gemischt mit etwas Trockenheit. Ehrlich und grundsolide.
  • AM // Die Nase muss ich nach Dram 6 tatsächlich erstmal suchen. Noch relativ dezent. Dann vor allem Holzabteilung im Baumarkt… bzw frisch ausgepackte Ikeamöbel. Mit etwas Abstand ist die Nase dann deutlich präsenter. Sägespäne, trockenes Brot, hinten raus dann doch auch so ne leichte, salzige Meeresbrise, Muscheln und Räucherfisch. Im zweiten Tasting dann Lederhandschuhe, und eine leichte Modrigkeit / Auf der Zunge sehr deutlicher Rauch. So ein schöner Lagerfeuerrauch. Asche. Angekohltes Holz. Ganz dezente Süßholz / Lakritznote. Meerwasser, Austern. Spannend. Das hatte ich nach der Nase gar nicht so erwartet. / Abgang relativ lang
  • FL // Geruch: Rau, torfig, Salz, Trocken / Geschmack: Kräftig, medizinischer Torfrauch, leichte Sherry-Süße, Salz, Holz / Abgang: kräftig, torfig, harmonisch, etwas Süße
  • WG // Nase: kalte Asche mit Menthol / Geschmack: verbrannte Milchschokolade, sehr gefällig ohne Ecken und Kanten / Abgang: kurz bis mittellang
  • RB // Nase: Willkommen zu einer neuen Folge von „Kindheitserinnerungen“ – heute: Wie roch eigentlich der Mattenwagen im Lagerraum der Turnhalle? Genau so. Neben dem alten Holzbock über den man springen musste, steht auch noch dieses Sprungbrett mit dem abgenutzten Filzbelag. Etwas Zahnarztpraxis darf nicht fehlen. Und oh, wer kennt ihn noch, den verwässerten Hagebuttentee aus der Jugendherberge? Darüber geben wir jetzt eine ordentliche Schicht Torf und Rauch und ein kleines bisschen Vanille – voilá. / Mund: Im Mund erstaunlich sanfter Antritt, die Vanillenoten werden von aschigen und metallischen Noten getragen. Heißes Autodach im Sommer mit ein paar Zitrusnoten. Überraschend cremig und angenehm zu trinken. / Finish: Bisschen säuerlich wie eine Zitronencremetorte. Prickelnder Nachklang, lang und aromatisch. Überraschend sanft und lecker.
  • MS // N: dezente Torf-/Rauchnoten, salzige Meeresbrise / G: geräucherter Speck, Meeresfrüchte, Zitrusnoten / A: mittellang, salzig

Sample #5 – Laphroaig 10yo CS

Stärke und Produkt?

  • KK: Fassart: Bourbon und Sherry Fässer, wobei die Sherry Fässer deutlich in der Minderheit gewesen sein dürften; Stärke: 50,8%; Alter: 8 Jahre; Besonderheit: Hier würde ich mich tatsächlich festlegen. Das ist ein Ardbeg 8 – for discussion [nö, das war die #4]. Der Markt nimmt ihn ja sehr ambivalent wahr. Ich hatte ihn schon mal im Rahmen eines privaten Tastings probieren dürfen, war da allerdings nicht so wirklich angetan. Heute gefällt er mir ob seiner Power am Gaumen schon wesentlich besser. Könnte eventuell als ein milder Uigeadail durchgehen. Destillerie: Ardbeg; Bewertung: o
  • JS: Sherryfass, 48%, Islay; Tipp: Lagavulin; Bewertung: + (60 EUR)
  • SU: Bewertung: o. Der Whisky ist grundsätzlich völlig in Ordnung, mich persönlich stört aber, dass es einen sehr dominanten kalten Rauch gibt, der viele Aromen zu unterdrücken scheint. Würde den von seinen Noten her nach Islay stecken und dort am ehesten bei Laphroaig oder Ardbeg verorten. Ich tippe mal „Ardbeg 8 for discussion“ [nein, das war die #4]
  • NF: Single Malt Whisky, 48% Vol. Bewertung: o
  • KD: Single Malt; Stärke: 50%; Produkt: Port Charlotte; Bewertung: + (80€)
  • AM: Single Malt. 14 Jahre. Würde auf Caol Ila tippen. 57,9 Prozent. Bewertung + (80 Euro)
  • FL: KEINE AHNUNG, KOMMT MIR ABER BEKANNT VOR / o
  • WG: Single Malt, 50%, Port Charlotte 10 Jahre? Bewertung: +
  • RB: Ein wahrer Schmeichler nach den vorigen Brettern (o). Ich tippe auf einen Talisker Distillers Edition oder einen älteren Talisker bei dem der Rauch deutlich besser eingebunden ist. Macht sich immer gut zum verschenken.
  • MS: Single Malt, 46,3%, Ledaig. Urteil: o

Tasting Notes

  • PM // Nase: Ich mag die medizinische Note. Etwas Meeresbrise und der Torf ist sehr präsent. Ungestüme Frische. / Geschmack: Kräftiger Antritt auf der Zungenspitze mit Pfeffer. Dann kommen Torf und Frische zum Vorschein. / Abgang: Zwischen den Torf und Lagerfeuerrauch mischt sich auch ein wenig Eiche. Bleibt lange präsent. / Wertung: +
  • KK // Nase: Sehr verhalten am Anfang, was bei den beiden Vorgängern jedoch kein Wunder ist. Wenn, dann nur ganz zarter Rauch in der ersten Nase. Ein wenig Sherry-Fruchtigkeit. Der Whisky wird zwar mit der Zeit kräftiger in der Nase, bleibt aber trotzdem ziemlich verschlossen. / Gaumen: Oha, der gibt richtig Gummi. Alter Schwede, hier wurde im Mund gleich mal eine Rauchbombe gezündet. Beim zweiten Schluck hat mir jemand noch ein Streichholz im Mund anzündet. Im Hintergrund hängt die ganze Zeit eine ganz zarte Minze Note, oder sollte das Anis sein? Ich weiss es grad nicht. / Abgang: Der Abgang ist lang und kräftig. Der trockene Holzrauch von einer Küste verbleibt lange am Gaumen. Auch im Abgang meine ich den Einfluss eines Sherry Fasses leicht zu verspüren.
  • JS // In der Nase sehr maritim, Rauch, Steinobst / Im Geschmack mit Rauch, Holzkohle, mineralisch , würzig und dunkelfruchtig / Trocken und langer Nachklang, der würzig und aschig ausfällt.
  • SU // Aroma: Viel Küstenrauch, Salz, Jod, Leder, Menthol, Aprikosen / Geschmack: Wärmend, aber nicht scharf. Röstaromen, Heidekräuter, Salz, Torf, alter, kalter Rauch und Leder / Abgang: Lang, dunkel, viel Leder, Eukalyptus, aschig
  • NF // Der Alkohol ist spürbar, nach einer Weile kann sich der Rauch aber durchsetzen und gibt viele kräuterige Noten frei. Rosmarin, Thymian und eine Prise Salz. Dazu frisch verbranntes Holz. Der Whisky ist ok, ich mag die Noten von Rosmarin und Thymian. Kann mich aber nicht komplett überzeugen.
  • KD // Schön kräftig, rauchig, komplex und dicht mit einigen dicht verwobenen Fassarten von denen keine heraussticht, wie ich sie in der Form hauptsächlich von Port Charlotte her kenne – darum ist das mein Tipp.
  • AM // In der Nase: Pflaumenmus, Muschelkalk, Jakobsmuscheln, Krebsfleisch, Salz, Algen, Meeresluft, Jod, Rußablagerungen im Kamin. Auch ein bisschen tranig. Schwimmbadluft. / Auf der Zunge als allererstes Kakao, Zartbitterschokolade, dann kommt der Rauch und hinterm Rauch verbirgt sich dann ein bisschen Zitrus, Salz / Abgang mittellang
  • FL // Geruch: Etwas rauchig, leicht beerig / Geschmack: süß, beerig, fruchtig, rauchig, intensiv / Abgang: viel Süße, etwas Schärfe, torfig, Tabak, leicht krautig
  • WG // Nase: süßlich-fruchtige Rauchnote, Heidekraut / Geschmack: leichte alkoholische Schärfe, dann süßer werdend mit Zitrusnoten und präsentem, aber angenehmem Rauch und leichter Bitterkeit vom Eichenfass / Abgang: lang mit immer trockenerem Mundgefühl
  • RB // Nase: Nach den beiden brachialen Vorgängern riecht dieser fast ein bisschen zu ausgewogen. Vanillige und fruchtige Noten verbinden sich hier ganz wunderbar einheitlich. Maraschino Kirschen und ein Hauch Yogurette. Ich denke dies ist eine typische Bourbon-Sherryfass-Mixtur. / Mund: Aromatisch, voll und nicht aufdringlich belegt er den Mundraum. Die Süße steigert sich mit jeder Sekunde, die man ihn ihm Mund hat. Auch die Schärfe, die man ihm Anfangs gar nicht zugetraut hat. / Finish: süß, voll und langanhaltend mit leicht schwelendem Rauch im Hintergrund.
  • MS // N: dezente Süße, Holz, Rauch, der mit der Zeit stärker wird / G: ölig, leicht scharf / A: süß, dezenter Pfeffer, mittellang

Sample #6 – St. Kilian Cask #4540

Stärke und Produkt?

  • KK: Fassart: Burgundy Cask; Stärke: 56%; Alter: 13 Jahre; Besonderheit: Jetzt wird’s torfiger. Irgendwie kommt der mir bekannt vor, allerdings komme ich nicht drauf, was da sein könnte. Könnte ein Cigar Malt sein. Gab’s bzw. gibt’s ja von diversen Brennereien. Ein fordernder und komplexer Whisky. Herrlich, so mag ich Whisky. Destillerie: Das könnte ein Ballechin Cigar Malt sein. Wobei ich hier allerdings einen Laphroaig nicht unbedingt ausschliessen würde. Bewertung: +
  • JS: Sherryfass, 48%, Highlands; Tipp: Ballechin; Bewertung: –
  • SU: Bewertung: o. Lecker in der Nase, bittersüß und scharf im Mund, am Ende unangenehm metallisch, was eine bessere Einstufung klar verhindert. Kann den überhaupt nicht einordnen, was dafür spricht, dass ich ihn noch nie probiert hab. Ailsa Bay? Torabhaig? Old Ballantruan? Annandale? Ich hab nicht den Hauch einer Ahnung und sage einfach „Aerstone Land Cask“
  • NF: Single Malt Whisky, 48% Vol. Bewertung: +
  • KD: Single Malt; Stärke: 57%; Produkt: Deutscher Whisky [JA!]? Bewertung: o
  • AM: Single Malt. Etwa 12 Jahre. Cuvee aus verschiedenen Fässen, Erinnert mich ein bisschen an den Bruichladdich PHD_135. 50 Prozent. Bewertung + (100 Euro)
  • FL: SINGLE MALT / 56% / ??? / o
  • WG: ich würde auf jeden Fall auf Ledaig tippen, evtl. der 10er?, dann 46,3%. Bewertung: o
  • RB: Auch hier wieder eine Steigerung der torfigen Mineralität, sodass es am Ende auf der Zunge ganz schön zwirbelt. Ich tippe auf einen UA Lagavulin in Fassstärke. Sowas hätte ich auch gern im Schrank, allein um meine Gäste zu ärgern. (+)
  • MS: Single Malt, 46,4%, Raasay Single Malt. Urteil: o

Tasting Notes

  • PM // Nase: Torf und ungewohnte Gewürze. Ein wenig Apfel und Birne im Hintergrund. Ein wenig Werkstatt mit Schmieröl. Karamellriegel. / Geschmack: Torf und die Aromen von der Nase. / Abgang: Gewürze und Torf / Wertung: +
  • KK // Nase: Dunkler fetter Torfrauch entsteigt dem Glas, aber nicht nur. Da kommt auch noch was von einem Rotwein-/Port-Fass nach. Schöne Kombination. Schön schmutzig. Da kann ein paar Stunden riechen dran. / Gaumen: Ja, schöner Torf, aber da kommt auch noch Gummiabrieb mit, und das nicht zu knapp. Dann habe ich da noch Tabaknoten, Leder und Möbelpolitur, also die Klassiker für solche Whiskies. Abgang: Knackiger und vor allem langer Abgang. Hier hallen die Aromen vom Gaumen nach, wobei auch hier die Schmutzigkeit nicht zu kurz kommt. Aber auch eine Süsse kommt nach, ich würde das als verbrannten Zucker einordnen wollen. Kling blöd, was Besseres fällt mir aber grad nicht ein. / Der Mundraum ist lange noch belegt von dem Tropfen. Die Nachfolger werden es jetzt schwer haben. Noch hat sich mir die Reihenfolgenänderung nicht erschlossen. Aber ich kenne diese ja auch noch nicht.
  • JS // Die Nase wird mit Muff und Schweinestall beleidigt und mit Räucherspeck beruhigt. / Geschmacklich auf der rauchigen Seite mit Räucherspeck und viel Süße. / Im Nachklang lang, würzig und wärmend.
  • SU // Aroma: im ersten Moment denke ich „Das ist doch Islay-Rauch“, aber irgendwie will sich das beim weiteren Verriechen nicht so richtig Einnisten. Rauch: ja, Küste: ja, aber Islay? Hmm….. Ansonsten gibt es Datteln im Speckmantel, Salz, Zitronen / Geschmack: Kalter Zigarettenrauch, Espresso, Bitterschokolade, Schwarzer Pfeffer, Erde und Aprikosen / Abgang: Lang, pfeffrig, leicht bitter, staubtrocken, ewig eine Kupfermünze am Gaumen.
  • NF // Süß und duftend verteilt sich ein leichter Rauch. Eine Mischung aus Speck, Mandeln und Wallnüssen folgt. Alles garniert mit einem Klecks Honig. Ein wirklich großartiger Whisky, hier vereinen sich eine Menge toller Aromen die schön miteinander harmonieren.
  • KD // Pur eine Wucht – intensive Sherrybombe, die eventuell Wasser benötigt. Ja, Wasser und Zeit helfen! Dichter, süßer und gleichzeitig trockener Sherryausbau, der bei der Würzigkeit nicht spart. Im Abgang etwas schwächelnd und bitter, was ihm am Ende dann eine Abwertung von einem ursprünglichen + gibt.
  • AM // Die Nase ist schon eher nach meinem Geschmack: Werther’s Original, Karamel, Salami, Krakauer vom Grill, geräucherte Forelle, so ein bisschen tranig das Ganze, wie die Verpackung in der die Forelle eingeschweisst war, nachdem sie noch eine paar Stündchen da rumliegt. / Auf der Zunge deutlich wilder: Sehr ölig, legt sich schön auf die Zunge. Salzkaramel, Rauch, würzig, ein bisschen Schwefel. Ich kriege auch wieder diese Räucherfischnoten, allerdings nicht ganz so präsent – zum Abgang wird’s dann wieder mehr Räucherfisch. Dazu so eine allgemeine Dreckigkeit / Langer Abgang
  • FL // Geruch: Etwas rauchig, leicht beerig / Geschmack: süß, beerig, fruchtig, rauchig, intensiv / Abgang: viel Süße, etwas Schärfe, torfig, Tabak, leicht krautig
  • WG // Nase: Kuhstall! / Geschmack: sehr ölig, malzig, leichter Torfrauch / Abgang: mittellang
  • RB // Nase: There it is! Die dunkle, vollfruchtige, verführerische Granate (und ich rede nicht von mir harrharr)! Marmelade, Sirup, Melasse, saftige Trockenfrüchte, reife Erdbeeren, kandierte Orangen, Karamell soweit die Nase riecht. Als Unterton etwas frischer Ingwer und Zimt. Schwer, süß, vollaromatisch und tatsächlich etwas speckig. I like! / Mund: Mineralien und Rauch werden von den saftig-fruchtigen Noten getragen – wie ein fetter, dekadenter König auf einer Sänfte. Unten schwitzen die Träger bei jedem ächzenden Schritt und hinterlassen tiefe Spuren im Sand (in diesem Fall in der Zunge) mit ihren brennenden Füßen. / Finish: Die volle Frucht verblasst, zurück bleibt der schwelende Rauch und der glühende Holzscheit. Ganz am Ende schummelt sich noch etwas nussige Trockenheit eines Sherryfasses dazwischen.
  • MS // N: frisch, Minze, Zitrusnoten, dann Süße, leichter Rauch / G: Honig, karamellisierte Äpfel, würzig, Minze / A: lang, Süße, Minze

Sample #7 – Octomore 10.4

Stärke und Produkt?

  • KK: Fassart: Sherry Fässer; Stärke: 56%-58%; Alter: NAS (schätzungsweise 5-9 Jahre); Besonderheit: Mein Bauch sagt mir, dass es sich hier um eine A Dream Of Scotland-Abfüllung handelt, und zwar eine von der Südküste Islay’s. Ob der Pfeffrigkeit war ich kurz auf dem Talisker Dampfer. Aber nein, ich glaub nicht. Hat Marco Bonn schon mal einen Talisker im Rahmen der ADOS-Serie rausgehauen? Ich wüsste nicht. Ein grundsolider Raucher von der Insel, aber kein Komplexitätsmonster. Destillerie: Lagavulin Bewertung: o
  • JS: 55%, Islay; Tipp: Octomore [korrekt!]; Bewertung: o
  • SU: Bewertung: -. Den mag ich nicht – Da kann ich auch an einer mit Asche eingeriebenen, nagelneuen Lederhandtasche schlecken. Würde den irgendwie Bruichladdich zuordnen, muss aber kein Octomore [doch, ist es!] sein, vielleicht auch irgendein Heavily Peated Port Charlotte oder so. Oder sogar ein Paul John? Oder ist das einfach nur der Dithmarscher Whisky aus dem Islay Cask, denn der hatte auch so fette Ledernoten? Den nehm ich einfach, denn du Peter bist ja ein Nordlicht und hast den bestimmt: Dithmarscher Whisky Warehouseshop Only Islay Cask
  • NF: Single Malt Whisky, 51% Vol. Bewertung: +
  • KD: Single Malt; Stärke: 56%; Produkt: Islay? Bewertung: + (70€) Hatte ich lange Zeit auf 0, bin am Ende dann aber doch auf ein + umgeschwenkt – aber knapp!
  • AM: Single Malt. Ich würde auf einen Laphroaig aus einem Rumfass tippen. 16 Jahre. 55.1 Prozent. Bewertung: + (80 Euro)
  • FL: ??? / Fassstärke über 60% / o
  • WG: Single Malt, 54,2%, Ardbeg Uigeadail oder ein Floki? Bewertung: +
  • RB: Super spannend und ich habe absolut keinen Plan, was das ist! Aber ich hätte ihn gern zu Weihnachten ;) (+++!)
  • MS: Single Malt, 52%, Caol Ila. Urteil: +

Tasting Notes

  • PM // Nase: Kräftiger Torf. Leicht säuerliche und würzige Noten. Etwas angebrannte Milch? Etwas metallisch? Trotz dem Torfgehalt blitzen da immer wieder ungewöhnliche Aromen durch. / Geschmack: Nicht ganz so ungestüm wie die #5 aber mit etwas Anlauf kommt auch hier Pfeffer auf der Zungenspitze und eine mentholische Schärfe breitet sich im Mundraum aus. / Abgang: Torf und Menthol / Wertung: +
  • KK // Nase: Ohh, ich habe dunklen Pfeffer in der Nase, aber auch ein kräftige, leicht-bittere Kaffeenote. Von Sherry-Früchten, wie es die Farbe des Whiskies suggeriert, ist da noch nicht viel zu riechen. Es gesellen sich noch alte Möbel (Politur), Leder und ein wenig Tabak hinzu. Später kommen dann auch süsse, rote Beeren hinzu. Überhaupt wird er mit zunehmender Verweildauer im Glas süsser und gefälliger. / Gaumen: Was für ein kräftiger Antritt. Da wird man gleich wieder munter. Typischer, heftiger Rauch von der Insel, begleitet von dunklen Früchten. A/ bgang: Den Kollegen spürt man die Speiseröhre hinunterrinnen, hier machen sich die Volumenprozente bemerkbar. Auch der Lagerfeuer-Rauch bleibt hinten am Gaumen hängen. Ein schöner Nachbrenner.
  • JS // Nase: Rauch, Torf, Rauch, Torf und Kiefernadeln / Geschmack: Torfrauch, Pfeffer, Kräuter, Melone / Langer Nachklang mit (natürlich) Rauch und Räucherlachs
  • SU // Aroma: Viel Leder, viel Holz, viel kalter Rauch. Insgesamt wie eine Lederjacke am Tag nach dem Lagerfeuer – Wenn da außer minimal Vanille und Pfirsich noch andere Noten da sind, werden sie erschlagen. Kommt mir sehr bekannt vor, aber ich bekomme es nicht eingeordnet und rieche an all meinen offenen rauchigen Flaschen. Hilft nichts. / Geschmack: Alkoholische Schärfe, kalter Rauch, Leder, Leder, Leder, Bitterschokolade / Abgang: Mittellang, pfeffrig, Lederhandtasche, Menthol
  • NF // Ein sehr aromatischer, medizinischer Rauch. Zu Beginn eine sehr subtile Süße, dahinter gibt es viel Karamell. Der Whisky wird dann immer Süßer und zieht einem den Speichel aus den Wangen. Getrocknete Früchte wie Sultaninen und Rosinen mit einer schönen Eichennote. Ein wirklich toller Whisky, eine schöne Mischung aus Rauch und viel getrockneten Früchten. Würde ich mir persönlich auch kaufen.
  • KD // Wieder ein rauchiger Vertreter, diesmal der trockenen Fraktion – sind da französische Weinfässer aus europäischer Eiche mit dabei? Mit Wasser kommt deutlich mehr Süße mit Trockenfrüchten zum Vorschein, welche die Trockenheit besser abrundet, dennoch bleibt er sehr trocken, aber voll und kräftig.
  • AM // In der Nase Steinstaub, Muschelkalk, alte, feuchte Klamotten…erinnert mich an eine schlecht gelüftete Jagdhütte – also so etwas modrig, muffig, Chillibutter, Leichter Rauch, Meeresluft, Algen, Holzbake im Wasser, getrocknete Cranberries, Root Beer / Auf der Zunge erst etwas zurückhaltend, dann kräftiger Rauch und eine angenehme Karamel / Zucker-Süße. Asche. Glaube mir einen Hauch tropische Früchte einzubilden. / Abgang mittellang.
  • FL // Geruch: Nussig, Sherry, säuerliche Früchte, mediterrane Kräuter, leichter Rauch / Geschmack: Salzkaramell, sehr süß, leicht säuerlich, gut torfig, Milchschokolade / Abgang: sehr lang, warm, salzig, süß, schokoladig, Torfrauch
  • WG // Nase: nasses Stroh, Stallgeruch (aber eher Schaf als Kuh ;-)), frisch angezündetes Streichholz / Geschmack: Trockenpflaume, würziger Tabak, Leder, sehr ölig / Abgang: lang
  • RB // Nase: Hallo, Schinkenstulle mit Schwarzbrot, Honigkruste und Aprikosenmarmelade! Im Sommer…auf heißem Asphalt. Dahinter Gewürznoten wie von Muskat und Liebstöckel. Spannend! / Mund: Salz und angebranntes Karamell, angezündete Zitronenzeste, Brandy, Trockenfrüchte. / Finish: Erinnert mich stark an einen Whisky-Wermutcocktail der lange im Mundraum bleibt und seinen furchtig-würzigen Charakter entfaltet. Der Honig bleibt extrem lang während das torfige Prickelnd nach und nach abebbt.
  • MS // N: Rauch, Süße, Sherryfass / G: säuerlich, Honig, Speck, dunkle Früchte / A: lang. leichte Schärfe

Weihnachtswünsche der Teilnehmer

XMAS Challenge 2021 - Geschenke
Das wünschen sich die Teilnehmer
  • KK: Mir wären Sample 6 als auch Sample 7 durchaus genehm. Diese würde ich aber nicht nur zu Weihnachten gerne bekommen wollen. Mit Beiden hätte ich auch im Hochsommer keine Probleme. Ich mag ja grundsätzlich die Kombination Rauch und Sherry/Port/Wein sehr gerne.
  • JS: Freuen würde ich mich über Nr. 7, denn dann hätte ich einen ewigen Absacker, ein Alleinstellungsmerkmal und einen Tropfen, der lange halten würde, da er mich dann doch überfordert.
  • SU: Ich persönlich glaube, dass es bei Geschenken das wichtigste ist, sich mit dem Beschenkten und seinen Vorlieben gedanklich zu beschäftigen – Was dann letztlich als Geschenk genau rauskommt, ist nicht so wichtig. Da meine Vorlieben derzeit bei allem aus dem Hause Springbank, Tormore, Teaninich, Glen Grant liegen, wäre ich über jeden Whisky aus diesen Destillerien glücklich. Am liebsten sollte es der im Sommer einem Unfall zum Opfer gefallene „Tormore 27 Odessa Black Wine Finish“ von Berry Bros & Rudd sein, dem ich absolut großartig fand und unbedingt wieder genießen möchte….vielleicht schenke ich mir den aber auch selber zu Weihnachten. Von den Samples nehme ich gerne eine Flasche von der Nr. 2
  • NF: Ich finde es ehrlich gesagt ziemlich schwierig sich hier für einen Whisky zu entscheiden weil mir mehrere sehr gut gefallen haben. Am Ende würde ich mich aber für meinen Favoriten aus allen entscheiden und das ist Sample Nummer 4. Er hat mich einfach am meisten begeistert.
  • KD: Aus den hier verkosteten Whiskies würde ich mich besonders über ein Fläschchen meines Siegers, der Nummer 5 freuen. Allgemein gesagt freue ich mich allerdings immer über Whisky, der meinen Horizont erweitert. Whisky, der polarisiert, Whisky, der anders ist, Whisky, der mich neue Facetten dieses spannenden Hobbies entdecken lässt.
  • AM: Dram 6. Weil der mir am besten gefallen hat.
  • FL: Whisky Nummer 4. Harmonisch und vielschichtig. Ein schöner torfiger Daily Dram und ein Kandidat für einen zeitnahen Bottlekill.
  • WG: Von den 7 Proben würde ich gerne die Nummer 7 bekommen, weil er mir am Besten schmeckt. Ansonsten nehme ich jeden Whisky, wobei mir im Winter tatsächlich Sherry-Bomben und rauchige Whiskys besser gefallen.
  • RB: Das Treppchen teilen sich definitiv #6 und #7 welche ich mir wünschen würde.
  • MS: North Star Chaos Batch 2. Einer der Preis-/Leistungsknaller des Jahres – süffig, süß, rauchig, speckig. Da diese Abfüllung zwar regelmäßig, aber in Batches veröffentlicht wird, ist das aktuelle Batch 2 natürlich irgendwann weg – daher würde ich mich über eine weitere Flasche sehr freuen.

Weihnachtsgeschenke und Empfehlungen

  • KK: Grundsätzlich hängt das ja von den Vorlieben und dem Kenntnisstand des zu Beschenkenden ab. Einem Neueinsteiger würde ich Sample 2 schenken, einem Fortgeschrittenen Sample 6 bzw. 7. Wenn der Fortgeschrittene jedoch keine Raucher mag, würde ich ihm Sample 1 oder 3 zukommen lassen.
  • JS: Verschenken würde ich Nr.4, weil hier der Rauch toll eingebunden ist und er nicht überfordert. Zudem ist er ausreichend komplex und spannend.
  • SU: Hier muss ich auf meine Ansicht von Aufgabe 3 verweisen: es kommt auf den Beschenkten an, was ich verschenken würde. Wenn derjenige irgendwelche Whiskys gerne mag, die mir überhaupt nicht liegen, würde ich auch diese verschenken. Da es auf meinen Geschmack daher nicht ankommt, kann ich die Frage nach einem konkreten Whisky daher nicht beantworten. Würde ich mit meinem Geschenk jemanden „Missionieren“ wollen, würde ich einen einfachen „Tormore 16 Jahre“ verschenken, um zu zeigen, dass auch in der dritten Reihe ordentlich die Post abgeht.
  • NF: Tatsächlich verschenke ich eher selten Whiskies. Und wenn, dann meistens Whisky der im Sherryfässern gereift ist, da dieser von den meisten Genießern auch gemocht wird. 
  • KD: Heuer würde ich Whisky jenseits der üblichen Verdächtigen verschenken. In den letzten Monaten habe ich einige neue Destillen probiert – zum Beispiel Lindores Abbey, Raassay, Torabhaig und die nicht mehr ganz so neue Cotswolds Distillery. Kleine Destillerien, die ihre – teilweise ersten und ganz jungen – Whiskies NICHT zu Sammlerpreisen verhökern, sondern die schöne Trinkwhiskies zu einem (für heutige Verhältnisse auf hohem Grundniveau) fairen Kurs verkaufen. Das unterstütze ich gerne – und mache damit auch gere andere Menschen vertraut. Gerade jetzt, in Zeiten geringeren Tourismusaufkommens, verdienen diese kleineren, am Markt teilweise noch nicht etablierten Unternehmen, die sich nicht dem hochpreisigen „Sammlermarkt“ verschreiben, unsere Unterstützung und deren Produkte sind auch spannend!
  • AM: Das kommt immer auf die Person an, die beschenkt werden soll. Aber meistens versuche ich mich dann daran zu orientieren, was in die Preisklasse passt und was ich glaube, was der Person gefallen könnte. Das kann mal ein Standard sein, ein Einzelfass, oder auch ein interessanter Blend (zB Compass Box)
  • FL: Unabhängig von den Proben wäre das dann ein Bunnahabhain 12 Jahre, da man mit dem nichts verkehrt macht und er auch für Einsteiger geeignet ist.
  • WG: Grundsätzlich hängt dies ja immer von der zu beschenkenden Person und deren Geschmack bzw. Erfahrungsschatzes ab. Unabhängig davon, würde ich z.B. einen Edradour 10 Jahre aus der Un-Chillfiltered Reihe von Signatory Vintage oder den Sherry Cask Blended Malt von Berry Bros. & Rudd verschenken, weil ich sherrylastige Whiskys für die Jahreszeit sehr geeignet finde.
  • RB: #3 und #5 eignen sich gut zum Verschenken, da man mit ihnen wenig falsch machen kann und sie dennoch nicht langweilig sind.
  • MS: Elsburn Cosy Winter VII. Deutscher Whisky hat bei einigen Whisky Nerds keinen so guten Ruf, dabei gibt es (ein paar) Perlen, die es wert sind, probiert zu werden. Die Whiskies der Hammerschmiede gehören definitiv dazu. Diese Abfüllung habe ich zwar selber noch nicht probiert, scheint aber für diese Jahreszeit sehr passend zu sein. Und vielleicht gibt mir der Beschenkte ja einen Dram ab

Fazit der XMAS Challenge 2021

Das war doch eine gelungene XMAS Challenge 2021, oder? Jochen lag beim Octomore richtig (#7). Und Michael hat den Glencadam (#1) korrekt erkannt! Glückwunsch Euch beiden!

Der Glencadam hatte es nicht leicht, als erster Whisky in dem Umfeld zu überzeugen. Ein guter Starter war er trotzdem. Die meisten Favoriten Stimmen hat der Ardbeg 8yo bekommen. Es war dieses Mal nicht leicht die passende Reihenfolge bei den Drams 4-7 zu finden. Ich habe mich nach meeiner ersten Verkostung dazu entschieden, die #6 an den Anfang dieser torfigen Whiskys zu stellen. Den ein oder anderen Kommentar würde ich aber so interpretieren, dass ich auch mit der ursprünglichen Reihenfolge gut gefahren wäre. Dieses Mal gab es auch verhältnismäßig viele „-“ Wertungen, aber wenn ich die Eindrücke daneben halte, kommt das häufig aus der Richtung „ist mir zu wenig“. Ich würde daraus schließen, dass kein Whisky dabei war, den man nicht trinken kann. Mir haben sie alle gefallen.

Was habe ich aus der XMAS Challenge 2021 gelernt? Zum einen für die Challenge 2022, dass ich vielleicht doch mehr im Lager „kräftiger Sherry“ als Gegenpol zu den Torfmonstern auswählen/suchen darf. Ich war überrascht, dass so viele Teilnehmer dabei waren, die sowohl St. Kilian, Laphroaig und Octomore unter den Samples vermutet haben (ich habe mich nach Übersendung des Beitrags mit den meisten ausgetauscht), aber doch so viele dann knapp daneben lagen. Bei Ardbeg und Laphroaig bin ich mir fast sicher, dass es daran lag, dass der St. Kilian direkt davor lag.

Ich wünsche Dir und Deiner Familie eine besinnliche Adventszeit!

Und das meinten die Teilnehmer:

  • KK: Es war mir ein Vergnügen. Diese Blind Tasting hat mir richtig Spass gemacht, da wir es hier mit Abfüllungen jenseits des Mainstreams zu tun haben, zumindest denke ich das. Und am Ende machte die Änderung der Reihenfolge durchaus Sinn. Es war eine herrliche Reise durch das Wunderland des Whisky. Vielen Dank dafür.
  • JS: Was eine Mammutaufgabe, die viel Freude und Spaß gebracht hat. Letztlich war ich bei jedem Sample hin- und hergerissen und bei den Rauchern habe ich auch immer ein wenig an St.Kilian denken müssen (#4/#7). Beim Saustall (Nr. 6) auch an Ledaig. Mir gefallen Whisky 2 (nicht rauchig) und Nr. 4 (rauchig / Favorit) am besten.
  • SU: Nachdem ich bei der vorletzten XMAS-Challenge den Glenmorangie Signet für einen Bourbon gehalten habe, gehe ich die Sache diesmal seeeeehr demütig an und freue mich, wenn ich wenigstens bei einem Whisky in die richtige Richtung getippt hab. Bei mir gewinnt die Nr. 2 das Rennen relativ klar. Dieser Whisky ist einfach süffig und lecker. Alle anderen Sample hatten irgendwo immer eine Note mit drin, die mir nicht so zusagte, nur die Nr. 2 nicht, daher ist die Entscheidung leicht. Langsam wird es unglaubwürdig, wenn ich immer schreibe, dass es fies, gemein und hinterhältig war, aber ich würde lügen, wenn ich es nicht schreiben würde: sieben Samples, mindestens drei davon geschmacklich vollkommen unbekannt, die anderen zwar irgendwie bekannt, aber woher bloß? Peter, du hast es mal wieder geschafft, dass ich a) an all meinen offenen Flaschen gerochen, b) ewig lange auf eine Landkarte mit allen Brennereien gestarrt, c) dir gedanklich nicht jugendfreie Namen gegeben und d) einen Text geschrieben hab, der deutlich länger als all meine bisherigen Rezensionen ist. Bin jetzt jedenfalls wieder geerdet, weil ich so viel raten musste und jetzt schon weiß, dass ich wieder weit daneben liege. Hat aber trotzdem Spaß gemacht.
  • NF: Mir persönlich hat Sample Nr. 4 am besten gefallen. Es tolle Mischung aus Rauch, Honig und viel warmen Gebäck macht mich sehr interessiert welcher Whisky sich hinter dem Blindsample verbirgt.
  • KD: Puh, das war eine echte Challenge diesmal! Leicht hast du es uns nicht gemacht! Ich bin sehr vorhersehbar – Peter, hast du eine Wette darauf abgeschlossen? Mein eindeutiger Liebling ist die Nummer 5 – er vereint Rauch und Komplexität in einer Form, die mir sehr gefällt und mir sehr vertraut erscheint. Wobei ein knapper zweiter Platz an die #3 ergeht!
  • AM: Wieder ne harte Nuss zu knacken und so wie ich mich kenne meilenweit daneben. Am besten gefällt mir Dram 6. Da ist einiges dabei: Süße, Komplexität, schönes Mundgefühl. Hat mir sehr gut gefallen.
  • FL: Mein Favorit ist Nummer 3. Die Christmas Challenge war echt eine harte Nuss und ich bin sehr auf das Ergebnis unser aller Vermutungen gespannt.
  • WG: Am besten gefällt mir die Nummer 7, knapp vor der 5. Wieder eine sehr schwierige Challenge. Das Motto X-Mas verleitete mich dazu, bestimmte Erwartungen in die Proben zu projezieren, die sie nicht ganz erfüllen konnten. Das liegt aber daran, welche Gerüche und Geschmacksnoten ich mit Weihnachten verbinde und davon habe ich nicht viel wiedergefunden. Hat aber wie immer Spaß gemacht zu verkosten und zu rätseln, was es sein könnte.
  • RB: #1 würde ich nicht wirklich weiterempfehlen, dafür könnte ich mit #2 als Geschenk für einen Whisky-Einsteiger gut vorstellen. Und #4 ist was für crazy people

Danke allen Teilnehmern fürs Mitmachen!

Vielen Dank für die Proben:
Kirsch Import / Glencadam
Schlumberger / Filey Bay
Kammer-Kirsch / M&H Dead Sea
Ardbeg / 8yo
BeamSuntory / Laphroaig 10yo CS
St. Kilian / Cask #4540
Eggers & Franke / Octomore 10.4

Die restlichen Challenges kannst Du hier nachlesen