10. Blind Tasting Challenge – Einer mit Ecken und Kanten

Die Ecken und Kanten deuten auf einen Inselwhisky hin und auch ohne diese Zusatzinformation, waren viele Teilnehmer schnell bei den Inseln. Aber haben sie auch die richtige Insel ausgewählt? Nun, seht selbst.

Wie funktioniert mein Blind Tasting?

Was ist das da im Glas? Es geht um eine schottische Destillerie. Aufmerksam geworden bin ich auf diese Destillerie, weil der Whisky markant und anders ist. Dieselbe Destillerie? Ja! Mehr verrate ich aber nicht. Geschickt habe ich jedem je drei 5cl Sample, die mit Sample #1 – #3 nummeriert waren. Als Ergebnis wollte ich …

  • Aufgabe 1: Welche Destillerie ist es?
  • Aufgabe 2: Welcher gefällt Dir am Besten?
  • Aufgabe 3: Was hast Du im Glas?
    • Stärke,
    • Produkt?

Dieses Projekt findet NICHT unter Laborbedingungen statt. Ich habe keine Gläser vorgegeben und auch sonst keine Vorgaben gemacht, WIE der/die Einzelne seinen Whisky zu verkosten hat.

Wer hat mitgemacht?

Die folgenden Blogger haben mitgemacht (in der Reihenfolge des Eingangs der Tasting Notes):

  • PM – Peter Moser (ich) – ohne Wertung, denn ich weiß ja was auf den Flaschen steht. Ich habe die drei Samples vorab verkostet, damit ich durch die anderen Meinungen nicht beeinflusst werde.

Leider ausgefallen:

Auflösung – Welche Destillerie war es?

Die Ecken und Kanten kommen von der Insel Skye. Talisker ist ein wenig anders als andere. Markant ist häufig Rauch und Pfeffer. Und diese drei waren es konkret:

  1. Talisker, Skye, 45.8%, ca. 30.- EUR (ersetzt den 10yo)
  2. Talisker, 10yo, 45.8%, ca. 32.- EUR
  3. Talisker, 18yo, 45.8%, ca. 95.- EUR

Und was meinten meine Kollegen, was sie im Glas hatten? Nun, bei einigen war Talisker mal aufgetaucht, aber festgelegt hat sich keiner drauf.

Auf Talisker ist keiner gekommen
  • JS: Nach dem ersten Durchgang war ich mir sicher, dass es eine Insel-Brennerei ist. Zu salzig, zu rauchig, zu wenig fruchtbetont, erschienen mir die drei Kandidaten, als dass ich sie einer anderen Region einordnen kann. Dann begann das Ausschlussverfahren… 
    • Arran – nein, da weich und rund
    • Islay – nein, bislang nicht im Glas gehabt
    • Jura – nein, ganz eigener Charakter
    • Mull – nein, da rauchiger bzw. lieblicher
    • Skye – nein, ganz anders
    • Verbleiben Orkney und Kintyre (Halbinsel)
      Jetzt muss ich gestehen, dass ich mit den Tropfen aus Campbeltown selten warm geworden bin und sie deshalb etwas links liegen lasse. Verbleibt Highland Park – als meine Lösung.
  • LS: Wir tippen auf Longrow. Eine spannende und immer noch unterschätzte Destillerie. Alle drei Whiskys sind relativ stark getorft und vermutlich mit mehr als 40 % abgefüllt. Wir denken, dass für die Reifung der Whiskys fast ausschließlich Bourbon-Casks verwendet wurden.
  • JH: Als ich meine Nase in das erste Glas hielt war ich direkt auf Islay. Später habe ich noch einmal darüber nachgedacht, dass es ja auch außerhalb der Insel getorften Whisky gibt aber ich wollte einfach nicht runter von der Insel und weil ich ja zunächst die Distillery bestimmen sollte blieb ja gar nicht mehr so ganz viel Auswahl:
    • Ardbeg – einfach nicht der Brennereicharkater von Citrus und hellem, kalten Rauch 
    • Laphroaig – nicht medizinisch genug
    • Bunnahabhain – zu rauchig
    • Bowmore – zu rauchig
    • Lagavulin – nicht schwer genug
    • Bruichladdich – passt nicht ins Portfolio…
    • es bleiben also Coal Ila und Kilchoman. Keine einfache Wahl, aber sie fällt bei mir auf Grund des Portfolios auf Kilchoman.
  • AE: Rauchig-maritim mit süßen Noten, das deutet für mich auf Bowmore oder Caol Ila hin. Vor allem das Sample #3 würde ich eher Caol Ila zuschreiben, in Summe der drei Samples bin ich aber eher bei Bowmore
  • MS: Benromach
  • AB: Puh, also insgesamt hatte ich irgendwann fünf Brennereien auf dem Zettel und habe versucht dies nach und nach einzuengen. Bei keiner davon wäre ich mir bei allen drei Whiskys sicher gewesen. Diese fünf sind sich grundsätzlich auch alle in einem einig, nämlich dass sie in küstennähe liegen und man ihnen einen entsprechenden Charakter nachsagt. Denn diesen würde ich eigentlich allen drei mitgeben.. Einzig die Nummer Drei fällt diesbezüglich ein wenig heraus – da würde ich sagen, dass das Fass sehr die Oberhand bekommen hat.Insgesamt war ich in Campbeltown, auf Mull, kurz auf Skye und Islay – würde mich nun aber für die Highlands und für Clynelish entscheiden. Jede der Brennereien hat zu einem bestimmten Zeitpunkt Sinn ergeben, aber dann auf einmal wieder nicht. Bei den ersten beiden gibt es so eine leicht pfeffrige Schärfe, die mich an Talisker erinnert hat, dann haben mich so leicht muffige Untertöne nach Mull gebracht und bei Nummer Zwei hatte ich Aromen, die ich häufig von sechsreihiger Gerste kenne und war bei Bruichladdich (Bere). Ich glaube am Ende des Tages ist Clynelish gerad die Brennerei, die ich in allen drei ein wenig finden kann – und sowas wie der kleinste gemeinsame Nenner.
  • WG: In der engeren Auswahl standen für uns Talisker, Highland Park und Benromach, also doch noch ein Speysider. Ein Gefühl hat letztlich den Ausschlag zum finalen Tipp gegeben: Die drei stammen von Highland Park!
  • MaS: Brennerei? Bei rauchigen Whiskys bin ich noch stärker aufgeschmissen als eh schon. Da der Rauch nicht zu prägnant ist, mir für Lagavulin der Speck, für Laphi die Medizin und für Ardbeg der einfach typische Rauch fehlt, fällt Islay etwas raus. Caol Ila ist kräftiger, Kilchoman kratzt kurz an der Tür. Kenne ich aber zu wenig und ist doch eigentlich auch kräftiger. Es läuft also eher auf einen Highland hinaus. Ich habe keine Ahnung und tippe auf Loch Lomond mit der Inchmoan Serie. Nur leider ist es schwer da die Abfüllungen passend zu bekommen.
  • KD: Tja, definitiv und unverkennbar aus einer Brennerei – ich würde auch alle eindeutig als Single Malt identifizieren. Ich habe so ein Gefühl basierend auf einer unabhängigen Abfüllung, darum tippe ich jetzt auf GlenAllachie.

Wertung – welcher hat am Besten gefallen?

Favorit war der 18yo von Talisker
  • JS: Die Nr. 3! Es sind alles Single-Malt-Whiskys. Im Aroma haben alle ein prägnantes Heidekraut-Aroma. Alle haben Rauch und Salzigkeit. Farbe: mittlerer Goldton, Unterschiede nur in Nuancen
  • LS: Der dritte Whisky hat für uns am meisten Tiefe. Beim ersten Probieren hat er uns gar nicht mal so gut gefallen, aber dann haben wir ihn doch für uns entdeckt und immer weiter probiert und versucht die verschiedenen Aromen aufzuspüren.
  • JH: Aus den dreien ist Fläschen 2 mein Favorit.
  • AE: Ich schwanke zwischen #2 und #3, weil beide schöne Fruchtnoten haben. Insgesamt gefällt mir aber #3 mit dem exotisch-fruchtigen Cocktail etwas besser.
  • MS: die #1 gefällt mir am besten
  • AB: Abfüllung Nummer 3 hat mir insgesamt am besten gefallen. Diese süße Fruchtgummibombe hat mir am meissten geschmeichelt, gerade wenn man ihn ein wenig angewärmt hat.
  • WG: Uns gefällt die Nummer 3 am besten. Er kommt am vollmundigsten daher und spielt schön die Süße mit Würze und Rauchigkeit aus.
  • MaS: Sample #2
  • KD: Schwierig zu sagen, alle drei haben was für sich, wobei beim ersten die Kartonnote etwas auffällt. Im Zweifelsfall entscheide mich ganz knapp für die Nummer zwei, da ist am Meisten im Glas.

Sample #1

Stärke und Produkt?

  • JS: Highland Park 10, 40%
  • LS: Longrow, 43-46 %
  • JH: 46% geschätzt. Alter? Eher jung, jünger als 10
  • AE: Single Malt Whisky, Stärke: 43%
  • MS: Benromach 10 yo (43% vol.)
  • AB: Single Malt, Stärke: 46%
  • WG: Alkoholgehalt ca. 45%. Tipp: Highland Park Valkyrie
  • MaS: Mein Tipp zur Stärke sind 46%.
  • KD: Stärke: 46%, Produkt: Glenallachie 12 yo

Tasting Notes

  • PM // Nase: Malzig und ein wenig Salz wie bei einer frischen Meeresbrise. Honig und ein Hauch von Leder. Karamellpudding. // Geschmack: Leichte Pfeffernote. Ein wenig scharf auf der Zungenspitze. Früchte. // Abgang: Salz und Pfeffer. Die Fruchtnoten halten noch ein wenig an. 
  • JS // leichter Rauch, Heidekraut, maritim // Grüner Apfel, Zitrusaromen und pfeffrig // Bourbonfass, wenig Eiche
  • LS // Definitiv getorft, riecht jünger, süßlich, Räucherspeck, Vanille, (Sahne-)Karamell, Zitronenschale, Butter, üppig-rauchiger Single Malt // Schön rauchig, cremig/öliges Mundgefühl, trockener Abgang, herb-holzig, Trockenfrüchte, kohliges Holz, Meersalz, verbranntes Holz, Cayennepfeffer, ein würzig-rauchiger Whisky
  • JH // In der Nase sehr weich und fruchtig, dieser Eindruck wird dann aber schnell von schmierigem Torfrauch und einer Muffigkeit eingeholt. // Im Mund cremig und toffeeartig, etwas Würze und eine helle Frucht spielen mit, dazu leichter Rauch und eine Vanillenote. // Im Abgang kommt dann der Torfrauch in voller Ladung und es wird ein wenig trocken im Mund.
  • AE // Die Nase ist würzig-süß mit malzigen Aromen, nur ganz unterschwellig ist etwas Rauch erkennbar. // Am Gaumen kommt der Rauch dann deutlich stärker durch und vermischt sich mit Süße, Pfeffer und Eiche. // Der Abgang ist dann würzig-eichig, aber auch relativ kurz.
  • AB // Nase: Sherryfassaromen, Pflaume, Mocca, maritimer Touch , Walnuss, fruchtig // Gaumen: Lakritze, dunkle Schokolade, leicht pfeffrig, Leder, würzig // Abgang: lang, leichter Rauch // Fazit: Insgesamt ein sehr würziger Whisky.
  • WG // Die Nummer 1 verbirgt seine Rauchigkeit nicht. Dazu ist er süß und karamellig, im Hintergrund liegt etwas Zitrusfrucht. // Im Geschmack findet sich leckere Milchschokolade, zarter Rauch und entfernt etwas Süßholz. // Der Abgang bleibt zart und wärmend.
  • MaS // Nase: Huch, der ist ja rauchig. Damit hatte ich jetzt irgendwie nicht gerechnet. Verbranntes Holz, erloschenes Lagerfeuer. Kein Speck oder Medizin. Dazu eine leichte Malznote und nur ein wenig Vanille. Insgesamt nicht riesig spektakulär. Und wenn alle Whiskys rauchig sind, dann werde ich in dieser Challenge untergehen! // Geschmack: Der Whisky kommt kräftig auf der Zunge an. Es prickelt bei mir ganz ordentlich, allerdings verkoste ich auch zu einer (für mich) frühen Uhrzeit. Etwas Vanille, allgemeine Süße, dann Rauch, der zum Abgang hin stärker wird. Das Mundgefühl ist in Ordnung, aber nicht zu voluminös. // Abgang: Der Abgang ist mittellang, ordentlich trockener Rauch und ein guter Schwung Eiche. Zum Ende hin bitterer werdend. // Kommentar: Rauchige Whiskys sind ja nicht so wirklich meine Welt. Ab und zu mag ich sie gerne, aber ich kaufe und trinke vergleichsweise Wenige. Dieser Whisky ist, böse ausgedrückt, ein „Allerweltswhisky“. Nichts Besonderes, aber auch nicht untrinkbar.
  • KD: „Markant und anders“ soll die Destillerie sein. Ja, die Nase ist schon deutlich markant. Eine trockene, etwas staubige Kräuternote mit Karton habe ich zuerst in der Nase, dann etwas Karamell. Alkoholischer Almdudler ohne Zucker. Am Gaumen weich und rund im Antritt, ölig und süß, den ganzen Mundraum auskleidend. Der Karton ist zurück (aber nicht störend), Karamell, leichte Kräuter, Honig. Im Abgang lang und voll und würzig mit Honig, Karamell, Sahnebonbons. Das nenne ich mal einen guten Start, gefällt mir schon mal sehr gut. Vom Charakter erinnert er mich an einen Glenallachie, den ich mal hatte…

Sample #2

Stärke und Produkt?

  • JS: Highland Park NAS, 46%
  • LS: Longrow, mehr als 46 %, vielleicht sogar 50 %
  • JH: 44% geschätzt. Zwischen 10-12 Jahre alt.
  • AE: Single Malt Whisky, Stärke: 50%
  • MS: Benromach 10 yo 100 Proof (57% vol.)
  • AB: Single Malt, Stärke: 52%
  • WG: Alkoholgehalt ca. 46%. Tipp: Highland Park Valknut
  • MaS: Alkoholstärke? Auch 46%.
  • KD: Stärke: 46%; Produkt: Glenallachie 18 yo

Tasting Notes

  • PM // Nase: Ein wenig metallisch. Dann mit der Zeit die Meeresbrise und malzige Fruchtnoten. Reifer und kräftiger. // Geschmack: Süße Früchte blitzen hinter der Pfeffernote hervor. Orangenschale. Litschi. // Abgang: Litschi mit einer leichten Brise.
  • JS // mittlerer Rauch, Heidekraut, maritim, Vanille // herbes Malz, Waldhonig, etwas Orange // Sherry-Cask, mehr Eiche und prägnant Muskatnuss
  • LS // Getorft, herb, schroff, mineralisch, felsig, ernst, nicht süß, streng, Zitronenschale, Limettenschale, Kiwi, grüne Frucht, Stachelbeere, Haferflocken, sticht etwas in der Nase // Ungesüßtes Kakaopulver, Kaffee, Moccachino, ernst, trocken, hinten bitter, etwas betäubend, rauchige, torfigen Noten, felsig, kieselig, mineralische Noten, Holzrauch, sahnig, üppig und schwer
  • JH // In der Nase etwas Citrusfrucht, Vanille und milder, flüchtiger Rauch. // Im Mund dann warm und ölig, etwas salzig und holzig. Dazu kommt dann relativ zeitnah eine Holztrockenheit und eine schwer definierbare „Citrusperligkeit“ // Im Abgang spürt man dann leichten und warmen Rauch in Kombination mit einer Citrusnote.
  • AE // In der Nase ist der Whisky etwas süßer und fruchtiger als das erste Sample. Der Rauch ist etwas stärker wahrnehmbar, aber immer noch dezent, dafür kommen nun einige Beeren zum Vorschein. // Am Gaumen gibt es Karamell, Vanille, Beeren, Würze und wieder etwas Rauch. Auch hier kommt die Eiche wieder klar zum Vorschein und bestimmt das Profil // vor allem im mittellangen Abgang, in dem aber auch Beeren und Karamell vorhanden sind.
  • AB // Nase: etwas leichterer Sherryeinfluss, getrocknete Äpfel, Paprikapulver, Getreide // Gaumen: deutlicherer Sherry, Kaffee, mutet ebenfalls maritim an, leichte Pfefferschärfe, dunkle Schokolade // Abgang: mittelang, ordentlich Fass und Würze // Fazit: Hier trifft “Ecken und Kanten” am besten zu. Der hat mich gerade in der Nase an Whiskys aus sechsreihiger Gerste erinnert (indische Gerste oder Bere Barley)
  • WG // Die Nummer 2 hat ebenfalls ein angenehmes Raucharoma, kommt aber auch sofort etwas weinig daher. Dazu roter Apfel, Orangenzeste und nur ein ganz dezentes Eichenaroma. // Auf der Zunge ist er zunächst richtig süß, leicht grasig, mündet aber dann in leckerer Schokolade. // Der Abgang endet trocken mit leichten Tanninen.
  • MaS // Nase: Jupp, wieder rauchig. Dieses Mal habe ich weniger Lagerfeuer und mehr kalten Rauch. Dazu etwas, das ich erst einmal als ein wenig „käsig“ identifiziere. Bei diesem Whisky macht meine Nase zu. Gar nicht mein Fall! // Geschmack: Deutlich angenehmer im Antritt. Fruchtiger, der Rauch hält sich zurück. Ich habe viel Vanille, verschiedene helle Früchte wie Apfel und Pfirsich, aber eher dezent und kein richtiger „Fruchtkorb“. Dann kommt langsam der Rauch hinzu. // Abgang: Der Abgang ist ähnlich zu Sample #1. Kräftig rauchig, etwas Eiche, aber insgesamt milder. Der bittere Nachklang fehlt hier zum Glück. // Kommentar: Für mich schon mal deutlich besser als #1. Der „Käse“ ist im Geschmack nicht bemerkbar und der Whisky wirkt insgesamt etwas komplexer und abwechslungsreicher.
  • KD // Vom Charakter her dem ersten Whisky nicht ganz unähnlich – hier gesellt sich zu den Kräutern, dem Karamell und dem Honig aber noch eine weitere Note hinzu – ein Finish? Virgin oak oder Wein? // Am Gaumen wieder voll, weich, rund, süß und ölig. Honig, Karamell, etwas Eiche. Diesmal ohne Karton. // Im eher langen Abgang kräftig und würzig zu Beginn, dann wieder Honig und Karamell.

Sample #3

Stärke und Produkt?

  • JS: Highland Park U.A. älter als 16 Jahre, 52%
  • LS: Longrow, 46 %
  • JH: 44% geschätzt. Alter, keine Ahnung.
  • AE: Single Malt Whisky, Stärke: 43%
  • MS: Benromach Sassicaia wood Finish (45% vol.)
  • AB: Single Malt, Stärke: 54%
  • WG: Alkoholgehalt: ca. 48%, Tipp: Highland Park Valfather
  • MaS: Auch hier tippe ich auf 46%
  • KD: Stärke: 48%, Produkt: Glenallachie 25 yo

Tasting Notes

  • PM // Nase: Malzig und fruchtig mit Torf. Zitrus mit rotem Pfeffer. Lederwachs. // Geschmack: Fruchtig mit Pfeffer. Kribbelt auf der Zungenspitze. Litschi. // Abgang: Trockenes Malz. Der Pfeffer kribbelt noch ein wenig. 
  • JS // mittlerer Rauch, Heidekraut, maritim // Orange, Alkohol schön eingebunden // Rotweinfass als Nachreifung? Deutlich mehr Einfluss von Eiche. Der „Rundeste“ bei allen Ecken…
  • LS // Riecht dezent süßlich, reife Waldfrüchte, Feige, beerig, Kirschlutscher, Himbeere/Brombeere, Waldfruchtmarmelade, sehr reife Erdbeere, Kakaopulver (Nesquik-Pulver), Rauch dezenter, Lagerfeuer in der Kleingartenkolonie, Holzfeuerrauch // Ordentlich stark rauchig, rauchiger als der Duft vermuten ließ, trocken, reife Noten von Preiselbeeren, Waldfrüchte, weich, Blaubeerquark, parfümig, ernst, aber hat eine warme Note, cremig, im Abgang holzig-rauchig, salzige Noten, vermutlich ist dieser Whisky älter als die anderen
  • JH // In der Nase hat man eine warme, musartige Frucht sowie Holzrauch. Es wirkt sehr ausbalanciert. // Im Mund wirkt der Whisky etwas wässrig, leicht. Etwas Würze und ein leichter Rauchanklang füllen dann den Mundraum. Dazu eine leichte Holznote und frischer Tabak. // Im Abgang dann satter, warmer Rauch und Feuer in Kombination mit Glühwein und warmem Obst.
  • AE // Hui, jetzt wird es eher exotisch-fruchtig. Mango und Ananas sind zu erkennen, dazu kommen reife, süße Äpfel. Karamell und Vanille tauchen auch hier wieder auf, Rauch kann ich in der Nase nun nicht mehr erkennen. Am Gaumen gibt es dann eingekochte Äpfel und Birnen mit Karamell und einem leichten maritimen Einschlag. Je länger der Whisky im Glas bleibt, desto stärker ist der Rauch spürbar.
  • AB // Nase: Frucht-/Weingummi, süß, Maracuja, weiße Schokolade // Gaumen: süßer Sherryeinfluss, leicht nussig, cremig,sehr fruchtig, Weingummi, Orange, Zimt // Abgang: mittellang, süß, bissl Holz // Fazit: Absolute Fruchtbombe – wenn man ihn zwei bis drei Minuten mit der Hand anwärmt, explodieren die süßen Frucharomen. Richtig gut und hat mich daher auch ein wenig an den aktuellen GlenAllchie 12 PX aus der Wood Finish Reihe erinnert.
  • WG // Die Nummer 3 erinnert mit seiner Fruchtigkeit an einen Birnen- oder Apfelkompott. Die Rauchigkeit verbindet sich schön mit einem Vanillearoma. // Im Mund entfaltet auch dieser Whisky sich relativ süß, zeigt aber auch etwas Holz und leichte Würzigkeit. // Im Abgang bleibt auch diese Würzigkeit erhalten.
  • MaS // Nase: Nach dem Verriechen von zwei Samples gewöhnt sich meine Nase langsam an den Rauch. Hier geht es etwas kräuteriger zur Sache. Ich habe etwas Lavendel und dann eine beerig-fruchtige Note. Die finde ich aber seltsam. Ist das Stachelbeere? Habe ich ewig nicht mehr gegessen. // Geschmack: Erneut fruchtiger im Antritt. Etwas spitz sogar. Da kommt eine guter Schwung Orange, dann gelbe Grütze. Vanille und Kräuter folgen. Der Rauch kommt auch erst später (wobei sich meine Wahrnehmung hier bestimmt auch anpasst), ist dann aber wieder kräftig vorhanden. // Abgang: Der Abgang erinnert mich an Bier. Etwa so, wie wenn man ein Guinness trinkt. Hopfig, malzig und dann durch die Fasslagerung auch etwas Eiche. Der Rauch bleibt präsent. // Kommentar: Gerade der Abgang macht diesen Whisky für mich spannend. Gefällt mir ganz gut! 
  • KD // Vom ersten Eindruck her deutlich jünger und alkoholstärker unterwegs. Die Nase erinnert mich an das Glas Heidehonig das ich gerade offen habe – dazu deutliche Vanille und gebrannte Mandeln. // Am Gaumen dezenter als der zweite aber auch kräftig und ölig, süß mit Heidehonig, Vanille, Karamell, dazu Früchte (getrocknete Marillen) und eine dezente Würzigkeit. Retronasal schwingt etwas virgin oak mit. // Im Abgang süß mit Heidehonig, getrockneten Marillen, Karamell, viel Vanille und etwas „frische“ Eiche.

Fazit

Ich mochte Talisker lange Zeit sehr gerne, bis man damit anfing vermehrt auf NAS Whiskys zu setzen. Ich hatte Talisker immer noch ein wenig kräftiger und kantiger in Erinnerung. Vermutlich liegt es an den 45.8% mit denen in der Regel abgefüllt wird. Ich bin auf jeden Fall wieder positiv überrascht. Der 10-jährige und vor allem der 18-jährige haben mir aber besser gefallen als der Skye.

Und das meinten die Teilnehmer:

  • JS: Ganz schwere Kost… Mit den Ecken und Kanten hast Du nicht zu viel versprochen. Während ich das schreibe, kommen mir schon wieder Zweifel, da ich als Referenz gerade einen alten HP12 genieße. Der ist so schön rund – ganz ohne Kanten. 
  • LS: Das ist wirklich wieder eine sehr gute Auswahl – und schön auch mal wieder getorfte Malts im Glas zu haben. In jedem Fall an dieser Stelle auch schon einmal unsere Glückwünsche zum Jubiläum – wir freuen uns sehr wieder mit dabei sein zu können!
  • JH: Es könnte in Fläschen 1 der Machir Bay sein, jung und stark rauchig. In Fläschen 2 und bzw. oder Fläschen 3 dann der Sanaig mit einem gesetzteren, gelagerteren Aroma und ein weiterer Whisky der Brennerei. Da kann ich nur sagen: alle waren gut und lecker, es hat mir viel Freude bereitet zu probieren, zu vergleichen und zu entdecken.
  • AE: So, ich bin gespannt, wie weit ich diesmal daneben liege…
  • MS: Benromach gefällt mir sehr gut – dieser „old style“ Speysider mit der dezenten Rauchnote geht immer.Probe #1 und #2 sind schon sehr nah bei einander, da überzeugt #1 mit dem besseren Preis- Leistungsverhältnis.Probe #3 hat ein gewisses Extra, was mir aber nicht unbedingt jeden Tag (so wie #1) schmecken würde.
  • AB: Mir gefallen alle drei Whiskys gut, auch wenn mir die ersten beiden ein wenig zu “rau” waren. Ich bin allerdings wegen einer leichten Erkältung auch gerad ein wenig empfindlich. Nummer drei hat mir aber wirklich richtig zugesagt, gerade was die Entwicklung der Nase angeht, wenn man ein wenig Wärme hinzugibt.
  • WG: Na, das wird man schon herausbekommen, einfache Aufgabe, diesmal knacken wir es! Einer mit Ecken und Kanten kann doch nur ein knackiger Highlander sein – oder aber einer von den Inseln. Aber schon nach dem ersten Sample stellt sich die Ernüchterung ein. Mist, das ganze ist doch wieder nicht so einfach! Ob es wirklich die 3 Wikinger-Legenden sind oder ob wir jetzt zur Blind-Tasting-Legende werden? Wir werden sehen!
  • MaS: Rauchige Whiskys sind, wie geschrieben, nicht gerade mein Jagdgebiet. Alle drei Samples fand ich völlig in Ordnung, aber vom Hocker gehauen hat mich leider auch keines so wirklich. Nachkaufen würde ich keinen der drei Whiskys, gespannt auf die Auflösung bin ich natürlich dennoch!
  • KD: Kann entweder richtig sein oder völlig falsch.

Danke allen fürs Mitmachen!
Vielen Dank an Thomas Plaue und Diageo für die Proben!

Die restlichen Challenges könnt Ihr hier nachlesen