24. Blind Tasting Challenge – Cotswolds – Wer hat an der Uhr gedreht?

Englischer Whisky wird von Schottland Liebhabern gerne ignoriert. Da nehme ich mich nicht aus. Aber neben St. George hat mich vor wenigen Monaten auch Cotswolds sehr positiv überrascht. Mein erster Gedanke war damals: die sind ziemlich komplex und reif für das junge Alter. Bin ich mit der Meinung alleine oder durch Freunde beeinflusst, die Cotswolds schon immer gut fanden? Zeit für eine Challenge….

Wie funktioniert mein Blind Tasting?

Du hast das sicher auch schon mal erlebt: Ein vermeintlicher „junger“ Whisky kommt Dir richtig komplex und erwachsen vor. Woran liegt das? Was haben die bei der Produktion oder Lagerung anders gemacht? Bei der englischen Cotswolds Destillerie ist es mir auf jeden Fall so gegangen. Wie ist es den Teilnehmern mit dem Alter ergangen? Erkennen sie die Unterschiede ? Drei sind normal erhältlich (Standard Range), einer ist ein Einzelfass. Das habe ich aber nicht verraten. Um genau zu sein, ich habe GAR NICHTS verraten. Geschickt habe ich jedem je vier 5cl Sample, die mit Sample #1 – #4 nummeriert waren. Als Ergebnis wollte ich …

  • Aufgabe 1: Was hast Du im Glas (Typ, Stärke, Produkt, Alter, Besonderheit)?
  • Aufgabe 2: Welcher gefällt Dir am Besten?
  • Aufgabe 3: Aus welcher (einen) Destillerie kommen die Whiskys?

Dieses Projekt findet NICHT unter Laborbedingungen statt. Ich habe keine Gläser vorgegeben und auch sonst keine Vorgaben gemacht, WIE der/die Einzelne seinen Whisky zu verkosten hat.

Wer hat mitgemacht?

Die folgenden Blogger haben mitgemacht (in der Reihenfolge des Eingangs der Tasting Notes):

Auflösung – Welche Whiskys waren es?

Alle vier Whiskys sind von der Cotswolds Distillery. Und diese vier waren es konkret:

  1. Sherry Cask, 57.4%, ca. 62.- EUR
  2. Founders Choice, 60.5%, ca. 54.- EUR
  3. Single Cask for Kirsch, 2015/2020, Oloroso Sherry Cask, 61.5%, ca. 65.- EUR
  4. Peated Cask, 60.2%, ca. 65.- EUR

Alle vier sind ncf (= no chill-filtration / keine Kältefiltration) und nca (= no color added / ohne Zusatz von Zuckerkulör). Die Alkoholstärke ist für die „Standard Range“ (1, 2, 4) deutlich höher als bei vielen Mitbewerbern. Abgefüllt wird in Batches und die jeweilige Anzahl Flaschen findet sich auf der Banderole. Eine Batchnummer habe ich nicht entdeckt, aber der Alkoholgehalt unterscheidet sich manchmal ein wenig.

Ich habe Daniel Szor, den Eigentümer von Cotswolds, im Vorfeld kontaktiert und er ist schon sehr gespannt auf die Eindrücke der Blind Tasting Challenge. Als Hintergrundinfos zu den Whiskys hat er mir verraten: „The work which Jim Swan did with us was all about how to create a fruity spirit with high Esters, through a variety of techniques (clear wort, specific variety of yeast, long fermentation, short head cut, high tail cut – 69%). This, and the use if very high quality very active casks, is behind our whisky. The cask we are best known for is the STR (shaved, toasted and recharred ex-red wine, American oak) which was actually invented by Jim. Our “Founder’s Choice” is 100% STR at cask strength. The age of all the whiskies you mention is between 3 and 5 years.

Und was meinten meine Kollegen, was sie im Glas hatten?

  • AE: Ehrlicherweise hatte ich von Beginn an eine Vermutung, die sich mit jedem Dram weiter verfestigt hat. Ich glaube, dass es sich hier um Tropfen aus der Schweiz handelt, die von Seven Seals stammen. Das würde auch bedeuten, dass vermutlich noch nicht alle Abfüllungen das Alter von drei Jahren erreicht haben, aber durch das Reifeverfahren bei Seven Seals etwas älter wirken.
  • KD: Ich habe das Gefühl, dass es sich hier um Bimber aus London handeln könnte. Zumindest die ersten drei Proben haben mich stark an Produkte von denen erinnert, die ich schon mal verkostet habe.
  • SU: Während des Verkostens war ich aus einem Grund, den ich selber nicht so richtig greifen kann, schnell in Richtung „Das ist kein schottischer Whisky“ unterwegs. Asien schied für mich auch aus, Skandinavien, Benelux und Italien waren ebenfalls schnell von der Liste. Irgendwie erinnerten mich drei der Samples (1, 2, 3) an Langatun und eins der Samples (4) stark an St Kilian….letztlich aber irgendwie dann doch nicht und so ist meine Vermutung eine Mischung aus den beiden, nämlich „Seven Seals“ Whisky aus der Schweiz.
  • KK: Erster Gedanke beim 4. Whisky Ardmore. Dann dachte ich, könnte auch Glencadam sein. Nächster Gedanke war Tullibardine. Irgendwie lande ich immer in den Highlands. Ist es einer von dort? Ich weiss es nicht. Wenn ich mich festlegen soll, sage ich Tomatin.
  • LK: Habe vor längerer Zeit was über das besondere (teilweise geheime) Verfahren von Seven Seals gelesen, somit tippe ich darauf!
  • MS: Bimber Distillery
  • WG: Alle Whiskys weisen den gleichen Grundcharakter der Destille auf. Welche es denn sein soll, ist schwer zu spezifizieren. Wir denken, dass es sich nicht um einen Schotten handelt. Sind wir noch in Großbritannien, Europa oder dem Rest der Welt? Die Gedanken gehen zu Penderyn.
  • RB: Edradour / Ballechin
  • FL: Welche Brennerei? Bin ich völlig blank, mir kommt das 4. Sample von der Aromatik bekannt vor aber mir fällt die Brennerei nicht ein. Ich sag: Tobermory
  • CS: Auch wenn ich tatsächlich noch nie einen probiert habe tippe ich mal auf Elsburn
Richtig ist: Cotswolds

Wertung – Welcher hat am Besten gefallen?

Die Details der Wertung findest Du bei den jeweiligen Proben. Hier nur noch die Zusammenfassung.

Favorit

  • AE: Mein Favorit ist die #2 knapp vor der #1. Beide haben eine tolle Mischung aus fruchtigen und süßen Aromen. Bei der #3 ist die Würze etwas zu stark ausgeprägt, #4 wird mir dann etwas zu speziell.
  • KD: Eindeutig die #4 – am Rundesten, „ältesten“ ohne überbordenden Fasseinfluss (ich mag Refill-Reifung…) und etwas Rauch schadet ebenfalls nicht! [damit kein falscher Eindruck entsteht: Klaus hat den auf 3 Jahre geschätzt]
  • SU: Ganz klar Sample Nr. 4. Das ist ein richtig leckerer, kräftiger, fruchtiger Aschenbecher.
  • KK: Eindeutig Sample 3. Ich mag diese herben Taninne und die Würzigkeit dieser Abfüllung sehr gerne, zudem haben mich Komplexität und Tiefe überzeugt.
  • LK: Der #3 mit Abstand!
  • MS: Nr. 2 gefällt mir am besten
  • WG: Bewertung: 4/3/2/1
  • RB:
  • FL: Nummer 3 hat mir – rein vom ersten Eindruck her – am Besten gefallen. 100-110 Euro wären da bestimmt drin. Die anderen drei haben gut geschmeckt.
  • CS: Alle haben mir außerordentlich gut gefallen, Whisky #2 gewinnt mit hauchdünnem Vorsprung
Der Cotswolds Founders Choice hatte die meisten Stimmen
Der Cotswolds Founders Choice hatte die meisten Stimmen

Wertung

Bewertet wurden die Proben nach folgendem einfachen Schema und rein auf Basis des persönlichen Geschmackes:

+gefällt mir, würde ich mir kaufen (für diesen Max-Betrag)
ook, muss ich aber nicht haben
trifft nicht meinen Geschmack
Welcher Cotswolds hat die beste Wertung? #2 und #4 gleich auf mit je 6x PLUS!

Sample #1

Stärke und Produkt?

  • AE: Ich denke, dass es ein Single Malt ist, glaube aber auch, dass wir hier außerhalb Schottlands unterwegs sind. Bei der Frage, ob ein Alter von drei Jahren schon erreicht ist, bin ich unsicher. Die Stärke würde ich auf 46% schätzen. Vermutlich kamen kleine, frische Sherryfässer zum Einsatz. Fazit: +
  • KD: Single Malt, Stärke: 46% Produkt: Bimber Virgin Oak, Alter: 3 Jahre, Besonderheit: Virgin Oak, Bewertung: o
  • SU: Sherry Finish, 46%, nicht allzu alt – Mag ich leider überhaupt nicht, daher ein „-„ in der Bewertung – Tipp: Seven Seals Sherry Wood Finish
  • KK: Fassart: Bourbon und Sherry Fässer, Stärke: 46%, Alter: NAS, Standard Range, Besonderheit: Das ist ein Chamäleon Whisky, bei jedem Verkosten präsentiert er sich anders. Das erste Mal war ich der Überzeugung, einen rein im Bourbonfass gereiften Whisky vor mir zu haben, bin ich beim dritten Probieren der Überzeugung, dass hier auch ein paar Sherry Fässer eine Rolle gespielt haben dürften. Bewertung: o
  • LK: Bourbonfass, Um die 10 Jahre alt, Stärke: 55% oder mehr. Wertung: –
  • MS: alles Single Malt, ca. 3-4 Jahre alt, alle so um 50% – 54%. Ex-Bourbon. Wertung: o
  • WG: Besonderheit: Calvados Finish in einem alten Fass. Produkt: Single Malt. Alkoholstärke: 48% Alter: 3 Jahre. Wertung: -. Konnte uns nicht in Gänze überzeugen. So ist es nur konsequent, wenn diese Flasche den Weg zu uns ins Regal verfehlt. Tipp: Penderyn Aur Cymru Madeira Cask
  • RB: Im Geruch vielversprechend, etwas kantig im Geschmack. Nach einiger Zeit sogar leicht metallische Eindrücke, sollte er doch noch so jung sein? Nein, irgendwie will er mir nicht so jung erscheinen wie er tut… Schätzungsweise 48% und mehr, zwischen 10 & 12 Jahre alt. (+)
  • FL: Single Malt Whisky | 59 % | 20yo | Fass ohne Wein oder Sherry Vorbelegung | Produkt? Wertung: o
  • CS: 9yo, 54%, Rotwein Vollreifung oder zumindest Finish, Wertung: + (85€)

Tasting Notes

  • PM // Nase: Frische Tannine und eine leichte Sherrynote. Eine angenehme Mischung mit einem Hauch von Latte Macchiato. Mit Wasser geht die Würzigkeit ein wenig zurück und es kommt eine Blumenwiese dazu. / Geschmack: Kräftiger Antritt, cremige Noten Frucht und Würze. Mit Wasser kommt eine Süße Kick. / Abgang: Leichte Eiche und fruchtiger Ausklang. / Wertung: o
  • AE // Nach dem Einschenken habe ich zunächst rote Trockenfrüchte, Rosinen und viel Süße, mit der Zeit kommen auch ein paar frische Beeren hinzu. Außerdem erkenne ich etwas Würze sowie leichte Nuss- und Schokoladenaromen. Am Gaumen wird es sogar noch etwas süßer, aber die Aromen bleiben grundsätzlich gleich. Die nussig-schokoladigen Noten werden jetzt etwas stärker.
  • KD // In der Nase sticht zuerst der Alkohol, danach kommen Zimt, Spekulatius, Karamell und etwas Eiche. Am Gaumen ebenfalls zuerst Alkohol im Antritt, dann kommen Vanille, Spekulatius und Karamell. Im Abgang ölig und mit dem Profil von Nase und Gaumen harmonierend.
  • SU // Aroma: Vanille, Klebstoff, Zitrus, Muskat, Rosine / Geschmack: Scharf, warm, dunkles Holz, Orangen, angebrannter Kaffee, Walnussschalen / Finish: Malzig, holzig, trocken, warm, Tannine, Orangen
  • KK // Nase: Zitrone, später süss-fruchtig, leicht muffig / Gaumen: cremig, leicht nussig / Abgang: kurz bis mittellang
  • LK // Nase: Sehr, sehr alkoholisch. Herb-fruchtig, Kräuter bis teils ins Herzhafte mit Noten von Brennnessel, Eiche, Bitterkräutern, Rosmarin aber auch von Aprikose und anderen Steinfrüchten. Fühle mich irgendwie erinnert an Ricola. Er ist würzig, bekommt aber eine totale Frische durch Noten von Minze und Eukalyptus, wodurch er allerdings auch einen Touch nach Duschgel riecht. Habe auch die Impression von Räucherwerk, aber kein Rauch. Nach dem Probieren wird er etwas süßer in der Nase, wird fruchtiger, bekommt schon fast tropische Anklänge, hat aber immer noch ordentlich Würze. / Zunge: Ebenfalls sehr alkoholisch, sticht ordentlich. Die bekannte Frische, mit Kräutern, grünem Apfel, ordentlich Schärfe und endet leicht bitter mit etwas weißem Zitronenabrieb. / Mittellanger Abgang mit Würze und adstringierenden Touch, reichlich Eiche.
  • MS // N: fruchtig, süß, Muskatnuß, Teig, Sandelholz / G: würzig, Ingwer, / A: lang, wärmend, würzig
  • WG // Nase: Im Vordergrund finden wir deutlich Apfel und Getreide. Erinnert so ein wenig an Calvados. / Geschmack: Deutlich Apfel, ein wenig Süße, weißer Pfeffer, Zimt, nach hinten heraus trocken werdend.
  • RB // Nase: Kommt mir definitiv bekannt vor! Diese volle Orangennote mit der leichten Muffigkeit im Hintergrund. Trotzdem auch etwas stechend – eventuell durch den Alkohol. Ich schätze ihn auf ca. 46% aber ich denke auch, dass er noch etwas jünger ist. Das Stechende verfliegt langsam und gibt die Nase frei auf etwas Keksteig…erinnert mich an diese Butterkekse mit dem Klecks Marmelade in der Mitte. Mit etwas Ingwer. Immer tiefer geht der Geruch und man stößt alsbald auf leichte Holznoten. Die Orangenfrische schwebt trotzdem über allem, legt sich wie ein saftiger Schleier obenauf. / Mund: Viel Würze und Frucht im Antritt. Die Orange zieht sich weiter durch wie ein roter Faden. Es prickelt leicht auf der Zunge wie beim Lutschen eines Nimm2-Orangenbonbons. / Vorne verfliegt er schnell, der Abgang ist mittellang und verbleibt mit einer holzigen Bitternote.
  • CS // Nase: intensive Beeren- und Rotwein-Noten / Mund: leicht scharf, dann würzig, prickelnd, später süßlicher / Abgang: mittellang, leicht süß und adstringierend

Sample #2

Stärke und Produkt?

  • AE: Wieder ein Single Malt, wieder bin ich unsicher, ob die drei Jahre schon erreicht sind, denn auch hier tippe ich auf kleine, frische Fässer, allerdings vermute ich jetzt eher Port. Beim Alkoholgehalt bleibe ich auch hier bei 46%. Fazit: +
  • KD: Single Malt Stärke: 46%, Produkt: Bimber 1st Fill Ex-Bourbon, Alter: 3 Jahre, Besonderheit: 1st Fill Ex Bourbon, Bewertung: + (40€)
  • SU: Portwein-Finish vermute ich hier, ebenfalls 46% – Der schmeckt mir gut und bekommt ein „+“ in der Bewertung, auch wenn ich für den nicht allzu viel Geld auf den Tisch legen würde (bis zu 50 €) – Tipp: Seven Seals Port Wood Finish
  • KK: Fassart: Weisswein Fässer , Stärke: 48% , Alter: NAS, Standard Range , Besonderheit: Auch hier hat sich der Whisky gegenüber dem ersten Verkosten ziemlich verändert. Werde die Assoziation mit dem Weisswein nicht los. Könnte aus einem Sauternes Fass kommen. Bewertung: o
  • LK: ähnlich wie #1, hat einen ähnlichen Alkoholgehalt (um die 55%), aber eine Mischung aus Sherry- und Bourbonlagerung. Alter ebenfalls um die 10 Jahre? Wertung: o
  • MS: alles Single Malt, ca. 3-4 Jahre alt, alle so um 50% – 54%. Re-charred Oak. Wertung: +
  • WG: Besonderheit: Sherry – und Bourbon Fässer. Produkt: Single Malt. Alkoholstärke: 48%. Alter: 6 Jahre. Wertung: o. Auch nicht so überzeugend, Flasche findet auch nicht den Weg zu uns. Tipp: Penderyn Rich Oak
  • RB: Im Geruch komplex und sahnig, im Mund auch voll aber Volldampf! Eine etwas wilde, junge Fassstärke aus dem Sherryfass? Schätzungsweise 58% und zwischen 7 & 9 Jahre alt. (+)
  • FL: Single Malt Whisky | 50 % | 11yo | Finish oder Komplettlagerung in vorbelegtem Fass | Produkt? Wertung: o
  • CS: 7yo, 57%, evtl. irgendein Likör-Finish? Wertung: + (95€)

Tasting Notes

  • PM // Nase: Würzig und ein wenig Weinnoten. Vanille kommt mit der Zeit. / Geschmack: Knackiger Anfang. / Abgang: Kandierter Apfel. Leichte Würzigkeit und ein wenig Eiche. / Wertung: o
  • AE // Auch hier geht es wieder recht süß zu, allerdings wirkt diese Abfüllung in der Nase etwas cremiger und bei den Früchten tendiere ich jetzt eher in Richtung Erdbeere. Dazu kommt ein Hauch Milchschokolade. So geht es am Gaumen dann grundsätzlich auch weiter, allerdings kommt hier noch etwas Würze hinzu, außerdem gibt es eine gute Portion Zitrusnoten.
  • KD // In der Nase schlägt auch hier zuerst der Alkohol zu, gefolgt von Zitrusnoten, Vanille, Orange und Fruchtkaugummi. Am Gaumen kräftiger Antritt und würzig, getoastete Eiche, Karamell, Vanille. Im Abgang kräftiger Antritt, würzig mit Vanille und Karamell, etwas trocken.
  • SU // Aroma: Vanille, Bourbon, leichte Frucht (Aprikose? Mirabelle?), Säure – Port? Süßwein? / G: Bittersüß, überreife Orangen, helles Holz, Tannine, Nougat / F: Mittellang, malzig-holzig, matschige Aprikosen, Leder
  • KK // Nase: anfangs leicht muffig, dann leichte Fluffigkeit, wie von einem Weisswein / Gaumen: sehr fruchtig, süss und würzig, ganz leicht schmutzig / Abgang: lange präsent, ebenfalls fruchtig, Gaumen und der Mundraum werden ziemlich trocken
  • LK // Nase: Ähnlich dem ersten, es kommt ordentlich Brennereicharakter, er gefällt mir aber etwas besser. Karamell, aber ebenfalls ordentlich Alkohol. Er hat die Minz-/Eukalyptus- Kühle nicht. Könnte auch durchaus etwas älter sein, bin mir hier aber unsicher. Ein etwas süßerer, fruchtigen Touch, der mich an Sherry erinner. Es mischt sich grüne Pflaume und Mirabelle dazu, aber auch ein herzhaftes Aroma wie von Bratensauce. Kein Rauch, ein wenig Holunderblüte, trotzdem Würze und etwas Kräuter, Vanille. / Zunge: Ordentlich Eiche, auch hier wieder recht adstringierend mit ordentlich Schärfe, Ingwer, Grünzeug, grüner Apfelschale. / Abgang: medium, hauptsächlich alkoholisches Brennen und herbe Schale sowie Eiche, ein wenig Vanille
  • MS // N: süß, fruchtig, Puderzucker / G: würzig, süß, tropische Früchte / A: mittellang, süß
  • WG // Nase: War es zuvor der Apfel, können wir bei Sample 2 deutlich eine schöne reife Orange erkennen. Süß, würzig, Karamell und wie zuvor Getreide, Malz und einen Hauch Zimt. / Geschmack: Eine deutliche Süße, Orange, Stachelbeere, weißer Pfeffer, Getreide, würzig und nach hinten trocken werdend.
  • RB // Nase: Zur Orange gesellen sich jetzt noch andere, dunklere Fruchtnoten hinzu. Mein Eindruck geht hin zur Blutorange, Papaya, sogar etwas Blau- und Johannisbeere. Jetzt ist es umgekehrt: nicht mehr die Frucht schwebt über allem, sondern die Muffigkeit macht sich breit und ist bei jedem Riechen präsent. Schonmal mit Möbelpolitur ein staubiges Regal abgewischt? Ungefähr so. Die dunklen Früchte stützen das Ätherische von unten. Auch hier kommen die Backwerk- und Vanillin- Eindrücke erst spät dazu. Schon im Geruch wirkt er sahniger und cremiger als sein Vorgänger. Die Verwandtschaft ist jedoch unschwer zu erkennen. / Mund: Ich und mein Holz, jaaaa…(hier entsprechendes Lied bitte auf YouTube nachschlagen ;)). Etwas scharf und brachial verteilt er sich im Mund mit ausgeprägten Holznoten. Ich tippe auf Sherryfass-Einfluss und Fassstärke? Mit etwas Wasser wird er leichter und frischer im Geruch, im Mund tritt die dampfende Schärfe in den Hintergrund und gibt der Zunge die Möglichkeit wieder die Orange in Verbindung mit dem Holz zu schmecken. / Abgang lang und trotz der holzigen Noten irgendwie angenehmer als der Vorgänger. Ganz am Ende wieder etwas feuchter Keller, na das liebe ich ja. Geht hier aber noch ;)
  • CS // Nase: fruchtig, beerig likörige Noten / Mund: kirschig und würzig mit viel Eiche / Abgang: lang und intensiv

Sample #3

Stärke und Produkt?

  • AE: Diese Abfüllung wirkt jünger als die ersten beiden Tropfen, trotzdem glaube ich auch hier an einen Single Malt. Beim Fass tippe ich auf kleine, stark ausgebrannte Fässer, der Alkoholwert dürfte leicht höher liegen als bei #1 und #2, vermutlich knapp unter 50%. Fazit: o
  • KD: Single Malt Stärke: 46% Produkt: Bimber STR cask Alter: 3 Jahre Besonderheit: STR cask maturation Bewertung: o
  • SU: Auch hier vermute ich ein Portwein-Finish, 46% – Schmeckt, aber ohne Rauch steht ihm besser, daher gibt es nur ein „o“ in der Bewertung. – Tipp: Seven Seals Port Wood Finish Peated
  • KK: Fassart: Port- oder Rotweinfass-Finish , Stärke: 48% , Alter: NAS, Standard Range , Besonderheit: Am Gaumen kommen die Tannine vom Rotwein stark zum Vorschein und im Abgang gibt er noch mal richtig Gummi. Mein Favorit. Aufgrund der Tannine wohl doch eher Rotwein Fässer. Bewertung: +
  • LK: Weniger Alkohol als die Vorgänger, aber immer noch sehr alkoholisch.. 50%! Tippe auf Süßwein-Reifung, erinnert mich sehr an Port, also setze ich auf Portwein. Wirkt auch schon etwas reifer, also denke ich hier an um die 15 Jahre. Wertung: + sehr interessant, sehr lecker. Maximalpreis: 70 Euro
  • MS: alles Single Malt, ca. 3-4 Jahre alt, alle so um 50% – 54%. Oloroso Cask. Wertung: o
  • WG: Besonderheit: Weinfassfinish. Produkt: Single Malt. Alkoholstärke: 48%. Alter: 3 Jahre. Wertung: o – Gefälliger und weicher als die Kandidaten zuvor. Kauf eher nein. Tipp: Penderyn Welsh Whisky Portwood
  • RB: Auch hier bin ich wieder bei einer Fassstärke, diesmal allerdings aus einem Süßweinfass oder zumindest mit Süßweinfassfinish wie Moscatel o.ä.. Alkoholvolumen evtl. so um die 54% und vielleicht zwischen 16 & 18 Jahren alt? Er wirkt auf jeden Fall etwas gesetzter als seine beiden Vorgänger und „erfahrener“. (+)
  • FL: Single Malt Whisky | 58 % | 12yo | Port Finish | Produkt? Wertung: +
  • CS: 11yo, 51%, Weißwein-Finish, Wertung: + (80€)

Tasting Notes

  • PM // Nase: Sherry und Früchte. Frischer Apfel. / Geschmack: Kräftig und eine sanfte Portion Sherry. Gut abgestimmt. Etwas frisches Malz und Apfel schimmern durch. Cremige Süße. / Abgang: Leichte Mentholnote. Dann ein wenig Eiche. / Wertung: o
  • AE // Hier ist die Süße etwas weniger ausgeprägt, dafür wirkt die Abfüllung etwas getreidiger und ich erkenne mehr Eichenaromen. Vanille, etwas Karamell und Malz sind gut erkennbar. Geschmacklich kehrt die Süße dann wieder etwas zurück, geht aber deutlich mehr in Richtung Karamell und Honig als in Richtung Frucht.
  • KD // In der Nase auch hier zuerst deutlich merkbarer Alkohol gefolgt von Rotwein, Tanninen, getoasteter europäischer Eichenwürzigkeit und … Weingummi. Am Gaumen sehr trocken mit mächtigem Einfluss europäischer Eiche – frisch neu ausgebrannt mit Tanninen, Würzigkeit und leichter Weingummi-Süße. Im Abgang lang und trocken, kräftig mit Tanninen und Eichenfracht sowie wieder dezenter Weingummisüße.
  • SU // Der lässt sich in Notes sehr schnell zusammenfassen: ganz genau wie Sample 2 nur überall mit ein wenig Rauch
  • KK // Nase: würzig, erinnert mich an Waldhonig, reife rote Beeren, komplex und tief, nach einer Weile leicht fleischig / Gaumen: richtig fruchtig in Richtung rote Beerenfrüchte, erdig und würzig, auch hier Tiefe, kann man sich lange mit beschäftigen / Abgang: herb, Tannine vom Rotwein, ebenfalls sehr lange präsent und trocken werdend
  • LK // Nase: Rosinen, Holz, hefig-malzig.. da ist ein schwefliger Sherry-Hint, trotzdem gehe ich weg von Sherry – das war meine erste Vermutung. Dann kamen aber die süßen Aromen und vieles was mich an Portwein erinnerte. Zumindest irgendein Süßwein ist es.. Banyuls vielleicht.. Auch hier ordentlich Steinfrüchte, Trockenfrüchte. Die Richtung ist warm und “cozy”. Der Brennereicharakter kommt hier auch deutlich durch, steht aber weniger im Vordergrund. Ich schmecke viel Frucht, Kirsche, sogar Amarena. Dieses Mal eine andere Art Gewürze, es geht hier eher in Richtung Zimt. Sogar etwas Rauch kann sein! 5-10 ppm? Nach dem ersten Schluck sofort süßer und fruchtiger in der Nase. Total nussig. / Zunge: Hat etwas interessantes, außergewöhnliches. Relativ süß und würzig. Früchte, wieder Kirschen, warm und komplex. Es sammelt sich ordentlich Speichel im Mund. Honig-Aromen und vielleicht sogar Lebkuchenaroma? Sehr interessante Nuss-Note, leichter Touch Rauch. / Mittlerer bis kurzer Abgang, zurück bleibt Würze, Eiche, Honigsüße und rote Trauben.
  • MS // N: würzig, Holz, Sherry, / G: Karamell, Trockenfrüchte / A: leichte Schärfe, wärmend, lang, Vanille, Karamell
  • WG // Nase: Deutlich Kirsche im Vordergrund. Wir starten mit der frischen Kirsche und finden ein breites Band an Kirscharomen vor. Von Schattenmorellen bis zur Amarenakirsche ist alles vorhanden. Auch hier wieder Getreide, Malz und leichte Würzigkeit. / Geschmack: Eine deutliche Süße, breites Band an Kirscharomen, reife Birne, weißer Pfeffer, Getreide, würzig und nach hinten auch wieder trocken werdend.
  • RB // Nase: Hier geben hellere Früchte den Ton an, das merkt man sofort! Eine angenehme Zitrusfrische strömt einem entgegen, gepaart mit getrockneten Mangostreifen (!). Die Muffigkeit wandelt sich eher zu Petrichor und /oder feuchtem Keller nach einem stürmischen Sommerplatzregen. Hinter all dem noch reife Pfirsiche, die schwer und saftig von den Ästen hängen. Nach einiger Zeit tragen Gewürznoten wie Curry und Nelken das ganze untergründig mit. / Mund: Frucht, es geht doch! Saftiger Antritt wie Multivitaminsaft mit etwas Kirschnektar gemischt. Auch hier ist das Spiel auf der Zunge wieder ein Feuerwerk, denn die Alkoholstärke macht sich bemerkbar. Nicht ganz so heftig wie bei Nr. 2 aber dennoch deutlich. Der Mundraum wird schön ausgefüllt und man lässt den Schluck erfreut und lange über die Zunge spielen. Mit keinem Schlenker wird er unangenehm oder scharf, sondern rollt sich, getragen von einer leichten Bitternote, den Rachen hinunter. / Im Hals weder scharf noch dampfend, und der Abgang verspricht nur ganz dezente Holzeindrücke die sich höflich im Hintergrund halten. Die Erinnerung an den Tropen- und Multivitaminfruchtmix beherrscht die Bühne.
  • CS // Nase: helle Zitrusfrüchte, Banane, Melone / Mund: süß und speichelflussanregend / Abgang: trocken fruchtig

Sample #4

Stärke und Produkt?

  • AE: Ich könnte mir vorstellen, dass hier mit einem Islay-Fass oder einem anderen Fass, das zuvor getorften Whisky enthielt, gearbeitet wurde. In der Nase ist der Rauch kaum ausgeprägt, am Gaumen blitzt er aber nach kurzem Versteckspiel auf. Der Alkoholgehalt liegt jetzt vermutlich knapp über 50%. Fazit: o
  • KD: Single Malt, Stärke: 46%, Produkt: Refill Bourbon, Alter: 3 Jahre, Besonderheit: Refill Bourbon Fass, peated, Bewertung: + (40€)
  • SU: Ein kräftiger, torfiger Whisky mit Bourbonfassreifung, 55-60%. Das ist ein richtig leckerer, junger Aschenbecher. Mag ich und würde bis zu 60 € investieren. Tipp: Seven Seals Double Wood Finish Peated
  • KK: Fassart: Bourbon , Stärke: um die 50% , Alter: NAS, Standard Range Besonderheit: Schöner im Bourbon Fass gereifter Whisky, ein Touch von Rauch, kann aber auch Einbildung sein. Erinnert mich von der herben Trockenheit an einen Ardmore. Bewertung: o
  • LK: Da roch ich am wenigsten Alkohol.. und dann auf einmal boom. 60,xx% Fassstärke traue ich ihm schon zu. Hier etwas metallische Jugend, 3-5 Jahre. Ich lehne mich mal ganz weit aus dem Fenster und sage Weißwein-Fass. Wertung: + lecker, aber kein Must-Have, um die 50 Euro.
  • MS: alles Single Malt, ca. 3-4 Jahre alt, alle so um 50% – 54%. Peated Cask. Wertung: +
  • WG: Besonderheit: Ex Islayfass? Produkt: Single Malt. Alkoholstärke: 48%. Alter: 8 Jahre. Wertung: o – Uns konnte die Nummer Vier am meisten überzeugen. Aber eine Flasche würden wir uns davon auch nicht ins Regal stellen wollen. Tipp: Penderyn Peated
  • RB: Durchaus anregend und durch die Vanille so schön süffig. Überraschend mit dem Torf, den man erst gar nicht so wahrnimmt. Jedoch eher ein Whisky zum Genießen denn zum tiefgehenden Analysieren. Ich tippe auf Bourbon-Refill-Fass und auf eine Alkoholstärke von etwa 56%. Alter ist schwer einzuschätzen, da sind Refill-Fässer wirklich gemein. Aber ich denke so um die 5 Jahre. (+)
  • FL: Single Malt Whisky | 46 % | 12yo | Sherry Finish, peated Malt | Produkt? Wertung: o
  • CS: 5yo, 61%, Weißwein-Finish, Wertung: + (85€)

Tasting Notes

  • PM // Nase: Das ist erwartungskonform kein Torfmonster. Leichte Torfnoten sind aber dezent auszumachen, aber nur weil ich sie erwarte. Man könnte das für einen alten Islay Whisky halten, bei dem der Torf über die Jahre verflogen ist. Leichte Karamellnoten und zarte Früchte wie grüner Apfel. Alles in allem sehr dicht ohne dass ein Aroma zu sehr in den Vordergrund treten würde. / Geschmack: Leichtes Prickeln auf der Zungenspitze, das immer kräftiger wird. Ein Anflug von Torf mit Karamell. Auch hier ein dichtes Gesamtaroma. / Abgang: Leichte Menthol- und Eichennoten, aber sehr dezent. / Wertung: +
  • AE // Beim finalen Sample gibt es jetzt viel Karamell, Süße, Malz und Eichenwürze. In eine ziemlich ähnliche Richtung geht es auch am Gaumen, wobei nach der ersten Süße eine eher ungewöhnliche Kräuter- und Rauchnote hinzukommt, die beim zweiten Schluck noch deutlich stärker ausgeprägt ist. Dieser Whisky erscheint mir etwas speziell, aber nicht schlecht.
  • KD // Oh, zum Schluss ein dezenter, zurückhaltender Malt… in der Nase leichte Noten von Vanille, eine Spur aromatischer Rauch, Zuckerhalskette und Honigmelone. Am Gaumen kommt mehr Rauch zur Geltung, rund und weich liegt er auf der Zunge mit dezenter Malz- und Honigsüße. Im Abgang gesellt sich spritzige Zitrone zu Rauch, Malzsüße und Melone. Sehr rund und gefällig!
  • SU // Aroma: kalter, aschiger Rauch, Vanille, helles Holz, Zimt, Pflaumen / Geschmack: leckerer Aschenbecher, Tabakkrümel, Fassstärke, Vanille, Honig, Pflaumen / Finish: lang, kalter Rauch, getrocknete Pflaumen
  • KK // Nase: cremige Vanille, helle Weintrauben, das Eichenholz des Fasses kommt zum Tragen / Gaumen: Früchtekompott, Vanille, ganz leichter süsser Rauch, der sich jedoch schnell verflüchtigt / Abgang: lang, vanillig und cremig
  • LK // Die Nase verzaubert sofort mit Röstaromen, ein leichter Rauch, Birne, helle Frucht, Holz und .. Biernoten? aber keinesfalls muffig, eher holzig-gemütlich. In der Nase Trauben-Noten, delikate Holunderblüten und .. irgendwie denke ich an Champagner im Sommer. Ein floraler Ton, Kamillen und Gänseblümchen, aber auch Sauerteigbrot. Litchi, Nashi-Birne, vielleicht etwas Ananas? Gleichzeitig kommt auch die Kräuter-schiene von vorhin. Zusätzlich Maritim-Salzig. / Zunge: Erst recht mild für die Menge an Alkohol, dann kommt der Antritt mit Krach. Süß, hier kommt dann tatsächlich viel mehr Rauch als vorhin in der Nase bemerkbar, wieder Litschi, Holz, Walnuss, Vanille, ein Hauch Minze. / Abgang: Lang, bleibt zurück mit Rauch und grüner Traube, Apfel-Gummibärchen und hellem Holz.
  • MS // N: dezente Rauchnote, süß / G: leicht torfig, salziges Karamell, Vanille / A: mittellang, salzig, Vanille
  • WG // Nase: Zu Anfang findet man ein deutliches Käse Aroma vor, welches sich aber mit der Zeit verflüchtigt. Danach frisch und fruchtig. / Geschmack: Fruchtig, weiße Asche und leicht speckig. Weiter zu finden sind Getreide, Malz und leichte Würze.
  • RB // Nase: Es wird hell am Ende des Tunnels. Helle, frische Trauben, grüner Apfel, eine dominante Vanillenote (ich vermisste sie ja doch etwas bei den Vorgängern)… ohja, sehr dominant…und hinter allem ein feiner Gewürznebel von Nelken, gemahlenem Ingwer, Zimt, Kurkuma und Muskat. Beim stetigen Hineinriechen klingelt ganz fein frisch gemähtes Gras bzw. Heu an die Nasenwurzel. Ein feines, süß-würziges, cremiges Potpurri – Ohja, I like! / Mund: Leicht und, im Gegensatz zum Geruch, fast ein bisschen eintönig ist der Antritt. Im hinteren Mundraum bäumt er sich jedoch auf mit allem was er hat – erst zögerlich, dann immer aufwallender verteilt er sich auf der Zunge! Hui auch hier wieder etwas mehr Alkohol. Und nach einiger Zeit auch mineralischer Torf??? Diesmal gesellt sich auch Chilipfeffer hinzu, der den frisch geschnittenen, mit Zitrone beträufelten grünen Apfelscheiben ordentlich Pepp verleiht. Das war ́s dann aber auch schon – leider bleibt er doch recht eindimensional. / Der Abgang ist hier wieder kurz bis mittellang mit leichten Würznoten – kein Holz und wenig Keller, immerhin etwas.
  • CS // Nase: leicht stechend mit etwas Melone / Mund: ein krasser Antritt, welcher in ölig, salzigen Zitrusnoten mündet / Abgang: lang, intensiv, adstringierend

Fazit der Blind Tasting Challenge

Wie kommt das nun mit der Extra Reife bei Cotswolds? Das habe ich Julia Bier von Kirsch Whisky, dem deutschen Importeur, gefragt. Julia meint dazu: „Themen, die bei Cotswolds eine Rolle spielen, sind v.a. die hohen Esteranteile durch Fermentation von +90 Stunden. Durch die Cut Points bleiben die auch sehr gut erhalten. Die Whiskys sind also von Grund auf komplex-fruchtig. Dazu kommt dann noch die Reife in Bourbon- sowie den STR-Rotweinfässern. Insgesamt wirken die Single Malts so viel älter, als sie eigentlich sind.

Ich fand die alle dicht und komplex für ihr junges Alter. Mit STR Fässern komme ich häufig nicht so gut zurecht, denn das ist mir gerne zu würzig. Das hat bei Cotswolds aber überraschend gut funktioniert. Und ich mag normalerweise erst recht keine Finishes in einem „Peated Cask“. Aber gerade der hat mir von den vieren am Besten gefallen.

Die Destillerie hat keiner erkannt, obwohl einige gedanklich in England waren. Klaus hatte Cotswolds in der engeren Auswahl, aber sich dann doch für Bimber entschieden. Bei den Alkoholstärken waren viele bei unter 50%, einige aber nahe an den tatsächlichen Stärken. Für mich ein Zeichen, dass die Reifung gut gelungen und der Alkohol harmonisch eingebunden ist, zumindest ging es mir persönlich so.

Und das meinten die Teilnehmer:

  • AE: In jedem Fall gefallen mir die Abfüllungen gut – unabhängig davon, wie alt sie wirklich sind.
  • KD: Eine sehr spannende Challenge! Bei den ersten drei Malts wurde mit aktiven, wuchtigen Fässern versucht, dem jungen Spirit Charakter zu geben, das ist heute so Usus, beim letzten harmonieren Rauch und Refillfass wunderbar zusammen und erzeugen den Eindruck, dass es sich hier um den ältesten Whisky im Bunde handelt. Der könnte durchaus auch als älter durchgehen!
  • SU: Nachdem sich in meinem Kopf das „Wir sind nicht in Schottland“ festgesetzt hatte, war es gar nicht so einfach, eine passende Brennerei für das zu finden, was du mir da geschickt hattest. Wenn es tatsächlich mein Tipp sein sollte, werde ich mir deren Abfüllungen nochmal genauer ansehen müssen, denn die sind grundsätzlich wirklich in Ordnung, nur Sample 1 geht absolut unter, was aber vermutlich auf meinen persönlichen Geschmack zurückzuführen ist. Das war mal wieder sehr schön und ich freue mich jetzt bereits auf die Auflösung nach der ich vermutlich wieder längere Zeit beschämt zu Boden gucken werde.
  • KK: Die Samples haben mir alle sehr gut gefallen. Besonders die Bandbreite der 4 Whiskies hat es mir angetan. Von Sherry über Weiss- und Rotwein bis hin zu reiner Bourbon Fass Reifung war alles dabei, mit dem entsprechenden Spektrum an Düften und Aromen.
  • LK: Wieder mal sehr spaßig sich durchprobieren zu können, und ich bin schon gespannt auf die Auflösung!
  • WG: Wie immer war es eine spannende und faszinierende Aufgabe. Wenn es so weitergeht, haben wir bald jede Menge graue Haare mehr auf dem Kopf
  • RB: Ich habe nun wirklich keine Ahnung welche Destille das sein soll. Ich kenne das Geruchsprofil irgendwoher, aber das kann natürlich alles heißen. Auch beim Alter bin ich mir überhaupt nicht sicher. Altersbestimmung ist tückisch, denn es gibt wenige Anhaltspunkte und „Regeln“ nach denen man sich richten kann um das Alter einigermaßen zuverlässig herauszuschmecken. Hinzu kommt, dass sich die Whiskys mit mehr Luft und Zeit so schön verändern, sodass man seine Altersschätzung bis zu 5 mal über den Haufen wirft und immer wieder probiert bis man gar nicht mehr weiß wo man anfangen soll xD Durchweg haben mir alle Whiskys super gefallen! Sehr abwechslungsreich und spannend!
  • CS: Nachdem die letzte Challenge meinen persönlichen Geschmack ja so gar nicht getroffen hat war es diesmal großartig!

Danke allen fürs Mitmachen!
Vielen Dank an Julia Bier von Kirsch Whisky für die Proben!

Die restlichen Challenges kannst Du hier nachlesen: