14. Blind Tasting Challenge Port Charlotte: Jetzt wird es rauchig/torfig!

Wie einfach oder schwierig ist es torfige Whiskys zu erkennen? Ist doch leicht, denkst Du? Nun, ich bin der Meinung, dass das schon ziemlich schwierig ist und auch, wenn die hier vorgestellte Destillerie zu meinen Lieblingen gehört, ich weiß nicht, ob ich sie blind erkannt hätte in der Blind Tasting Challenge Port Charlotte.

Wie funktioniert mein Blind Tasting?

Es geht um eine schottische Destillerie, die auch torfigen Whisky herstellt. Können die Teilnehmer erkennen wo der Torf herkommt? Kann man trotz Torf- und Raucharomen auch noch Unterschiede zwischen den Abfüllungen feststellen? Alle drei sind normal erhältlich. Mehr verrate ich aber nicht. Geschickt habe ich jedem je drei 5cl Sample, die mit Sample #1 – #3 nummeriert waren. Als Ergebnis wollte ich …

  • Aufgabe 1: Welche Destillerie ist es?
  • Aufgabe 2: Welcher gefällt Dir am Besten?
  • Aufgabe 3: Was hast Du im Glas (Typ, Stärke, Produkt)? Was unterscheidet die drei?

Dieses Projekt findet NICHT unter Laborbedingungen statt. Ich habe keine Gläser vorgegeben und auch sonst keine Vorgaben gemacht, WIE der/die Einzelne seinen Whisky zu verkosten hat.

Wer hat mitgemacht?

Die folgenden Blogger haben mitgemacht (in der Reihenfolge des Eingangs der Tasting Notes):

  • PM – Peter Moser (ich) – ohne Wertung, denn ich weiß ja was auf den Flaschen steht.

Auflösung – Welche Destillerie war es?

Wir sind auf Islay. Genauer bei Bruichladdich – Port Charlotte. Und diese drei waren es konkret:

  1. Port Charlotte, 10yo, 50%, ca. 49.- EUR
  2. Port Charlotte, Islay Barley, 2012, 6yo, 50%, ca. 59.- EUR
  3. Port Charlotte, MRC:01, 2010, 7yo, 59.2%, ca. 90.- EUR

Alle drei sind ncf = no chill-filtration (keine Kältefiltration) und nca = no color added (ohne Zusatz von Zuckerkulör). Port Charlotte ist natürlich keine Destillerie, sondern eine der drei Whisky Produktlinien bei Bruichladdich.

Und was meinten meine Kollegen, was sie im Glas hatten?

  • JS: Eins muss ich vorweg anmerken. Raucher sind nicht meine Stärke… Mein Beuteschema liegt derzeit eher bei Bourbonreifungen aus der Speyside. Ardbeg schreit mein Geschmacksgedächtnis. Torfrauch, Speck und ein Hauch Anis
  • JH: Ich habe lange überlegt und gegrübelt und am Ende eine Distillery gefunden, auf die der Geschmack passen kann, die rauchige Whiskys produziert und drei Whiskys im Portfolio hat, die in das Schema passen. Kilchoman.
  • KD: Ich tippe auf Bruichladdich mit dem Markennamen „Port Charlotte“ auf Islay. Meine Gründe dafür: Die Whiskies sind alle stark rauchig aber (für mich) ohne stark „medizinischen“ Rauch sodass ich die Südküste von Islay und alle „Festlandwhiskies“ ausschließe. Ein so umfangreiches Portfolio an stark rauchigen Whiskies mit hoher Alkoholstärke (macht nicht jede Brennerei) gibt es meines Wissens nach nur auf Islay. Beim dritten Whisky schwingt für mich was von sehr kräftigem,würzigem Weinfass mit – auch das gibt es nicht überall. Damit ist meine Wahl im Ausschlussverfahren fix. [Korrekt!]
  • TW: Das ist echt schwierig. Der Rauch ist recht intensiv und anders als der klassische Highland Torf. Dafür fehlen mir etwas die Kräuter. Andererseits erinnern mich die Samples 1 und 2 von Grundcharakter irgendwie auch an die Speyside. Andererseits ist bei Sample 1 auch eine gewisse maritime Frische zu erkennen. Insgesamt also sehr wandelbar. Ich schwanke zwischen Campbeltown und Speyside. Ich entscheide mich aufgrund des letzten Samples aber für die Speyside und lege mich auf die Brennerei Benriach fest. Ich hatte einmal einen ähnlichen Malt aus dieser Brennerei im Glas. Und die Vielzahl der Einzelfässer und Standardabfüllungen zeigt auch die Wandelbarkeit der Brennerei.
  • MS: Zunächst dachte ich an Glen Scotia, bin aber nun doch eher der Meinung, dass es sich um Loch Lomond handelt.
  • SU: Ich war lange bei Glenglassaugh oder Old Ballantruan, aber letztlich bin ich bei Tomatin gelandet. Das passt von Destilleriecharakter am ehesten.
  • LS: Wir tippen anhand des Profils der Whiskys auf Bruichladdich mit seinen Linien Port Charlotte / Octomore. Konkret legen wir uns auf Octomore und dort auf die 9er-Serie Dialogos fest.
  • WG: Bei torfigen Whiskys denkt man als erstes an Islay. Dort haben wir uns aber nicht so richtig zurecht gefunden. Eine Destille, die AUCH rauchigen Whisky macht. Die gibt es ja nun auch in der Speyside oder in den Highlands. Oder aber Campbeltown. Letztlich haben wir uns knapp für Benriach entschieden, weil die drei Proben doch einen sehr unterschiedlichen Geschmack neben dem Rauch haben. Benriach ist bekannt dafür viele verschieden Fässer zu benutzen und macht auch torfigen Whisky. 

Wertung – welcher hat am Besten gefallen?

Die Details der Wertung findest Du bei den jeweiligen Proben. Hier nur noch die Zusammenfassung.

Favorit

Wertung

Bewertet wurden die Proben nach folgendem einfachen Schema und rein auf Basis des persönlichen Geschmackes:

+gefällt mir, würde ich mir kaufen (für diesen Max-Betrag)
ook, muss ich aber nicht haben
trifft nicht meinen Geschmack

Sample #1

Stärke und Produkt?

  • JS: Ardbeg 10, 46%, + (40€)
  • JH: Machir Bay, 46%, Ex-Bourbon, Ein junger Raucher, der wild und kräftig daher kommt. Ein richtiger Charaktermalt für Männer mit Kilt. + (40€)
  • KD: Single Malt, 50%, Port Charlotte 10, Bewertung: + (50€) [Korrekt!]
  • TW: Single Malt Scotch Whisky, 48% Vol., exBourbon, 10-12 Jahre. Bewertung: + (50€)
  • MS: Croftengea, Bourbon Fass (o), 50%
  • SU: 43-46%, Bourbon Cask, Tomatin Earth wäre mein Tipp. Bewertung: o, junger, netter Durchschnittsdram
  • LS: Der Whisky wirkt insgesamt etwas jünger (vermutlich maximal 8 Jahre), Stärke vermutlich Cask Strength mit entsprechend 55-60 % Alkohol. Wertung: Gefällt uns, schön geradliniger Whisky, würden wir uns kaufen, bis 35 Euro wären angemessen.
  • WG: Benriach Curiositas 10 Jahre, 46%

Tasting Notes

  • PM // ich habe drei unterschiedliche PC10 gegeneinander verglichen: Port Charlotte PC 10 – alt gegen neu
  • JS // Quarziger Rauch, leichte Zitrusaromen und süß.
  • JH // Rauchig, frischer Rauch, kaltes Lagerfeuer. Dazu helle Früchte und eine leichte Anisnote. In der Nase jung, wild und rauchig / Angenehm mild am Gaumen. Startet mit hellen Früchten und Vanille, wird dann etwas würziger und eine leichte Nussigkeit kommt durch. Dann, ganz am Ende eine leichte Rauchentwickling. Der Rauch bildet sich erst sehr spät und breitet sich dann aus. Kalter Lagerfeuerrauch. / Der Rauch trägt sich in den Abgang, dazu etwas Holz und eine angenehme Süße
  • KD // In der Nase natürlich gleich Rauch, der angenehmen Sorte, dazu Vanille, Karamell, eine leichte Süße und Würzigkeit. / Am Gaumen intensiv mit Dampf, wiederum schöne Rauchigkeit, leichte Süße und Würze, voluminös aber nicht zu übertrieben. / Im Abgang wiederum mit starkem Antritt, rauchig, süß und würzig, jetzt kommen auch Schoko und Karamell ins Spiel. Schöner Allrounder, sehr gefällig.
  • TW // Nase: Maritime Frische, Vanille, Kräuter, etwas Zitrus und helle, noch grüne Frucht. / Geschmack: Deutlicher Rauch, Salz, Röstaromen, Grapefruitschale, Etwas Birne, Eichenwürze und leicht mineralisch. / Finish: Medium, Grapefruitschale, etwas Rauch und Süße. / F: Nicht übel, gefällt mir insgesamt echt gut. Schön frisch, lässt an Küste denken.
  • MS // N: Medizinisch, Asche, Floral, Heu / M: weich, langer Abgang, wärmend
  • SU // Nase: Asche, Zitrus, Fisch, Zigarette, milder Rauch, Pflaume / Geschmack: wässrig, leicht metallisch, aschig, junger Dram, Vanille, sehr weich, wenig Frucht / Abgang: Mittellang, leichte Schärfe, Kaffee, metallisch, Eiche
  • LS // Geruch: Ländlicher Duft, Dung, Viehweide, ordentliche Portion mineralischer Torf und Asche, Zitronensaft und Schale. Etwas Räucherspeck. Weniger rauchig als torfig. / Geschmack: Viel Torf, dazu mineralische Aromen (Felsen, Kieselsteine) und ein dezent süßlicher Einschlag. Aprikosen in Sirup aus der Dose. Eher wenige aber dafür intensive Aromen.
  • WG // Banane und Rauch / Blumig und süß

Sample #2

Stärke und Produkt?

  • JS: Ardbeg Uigeadail, 54%, + (55€)
  • JH: Sanaig, 46%, Ex Bourbon + Sherry, Ein Rauchiger Whisky mit Aroma, dies ist jedoch noch etwas ausbaufähig. + (40€)
  • KD: Single Malt, 50%, Port Charlotte Islay Barley, Bewertung: + (50€) [Korrekt!]
  • TW: Single Malt Scotch Whisky, 52% Vol., exBourbon, 18-21 Jahre. Bewertung: + (75€)
  • MS: Inchmoan, Bourbon Fass (o), 52%
  • SU: 43-46%, Tomatin Cu Bocan, Bewertung: -, furchtbar künstlich und aufgesetzt. Das mag ich überhaupt nicht. ist zwar auch Bourbon, aber eher ausgelutscht, dazu wirkt er aufgesetzt und kreiiert aus verschiedensten Fässern, anstatt gereift.
  • LS: Könnte ein Whisky mit einem Finish sein, zum Beispiel in einem Weinfass oder ähnlichem. Es wirkt so als ob da Aromen über dem Torf liegen. Hinten doch recht bitter vom Holz. Stärke vermutlich Cask Strength mit entsprechend 55-60 % Alkohol. Wertung: Ok, müssen wir aber nicht unbedingt haben. Wirkte irgendwie etwas unausgewogen.
  • WG: Benriach Peated Quarter Casks 46%

Tasting Notes

  • PM // Auch den Islay Barley habe ich schon probiert: Port Charlotte Islay Barley 2012
  • JS // rauchiger und öliger als #1 und mit Sherry-Einfluss
  • JH // Helle und Dunkle Früchte, die noch frisch und knackig sind. Dazu schwerer Rauch, wie der eines Kaminfeuers. / Warm, weich und ölig kommt der Whisky auf der Zunge an. Auch hier sind es knackige Früchte, die dominieren und sich im Verlauf zu einem mus-artigem Geschmack entwickeln. Dazu eine Vanillesüße. Auch hier der Rauch sehr spät und eher im Abgang. / Der bereits erwähnte Rauch entwickelt sich im Gaumen erst richtig, wenn der Whisky gegangen ist. Es ist warmer Lagerfeuerrauch, der sich hier breit macht.
  • KD // Gefühlt jünger als der erste Whisky – und da ist etwas Wein im Spiel – Bourbonfass und Weinfassanteil. / In der Nase Alkohol, leichter Rauch (so leicht ist er nicht, aber die Nase gewöhnt sich daran), leichte Früchte, wie Marillen und Birne. / Am Gaumen erst sanft, dann machen sich Alkohol und Rauch bemerkbar. Dezent süß, voll, saftige Birnen, leichte Fasswürzigkeit. / Im Abgang rund und süß, Vanillepudding und Birnensaft mit etwas Alkohol, Würzigkeit und, ja, Rauch. Simpler und süßer als der erste im Bunde.
  • TW // Nase: Sanfter als Sample 1, Malz, Birne, Vanille, tropische Früchte, reife Zitrone, Gelbe Gummitiere, Torfrauch, wirkt Reifer und älter. Sehr schön! / Geschmack: Ein Richtiger Fruchtkorb auch auf der Zunge, der von Zitrus bis Tropische viel Facetten aufweist, süß, kräftiger als sie Nase erwarten lässt, Honig, wieder Vanille, / Finish: Medium bis Lang, Pfirsich, Rauch und weißer Pfeffer. Nicht einmal der Hauch einer Bitternote. / F: Hier ein anderes Bild als beim ersten Sample, aber nicht minder interessant. Ganz im Gegenteil, die Fruchtigkeit und auch das (gefühlte) Alter machen den Malt sehr vielschichtig.
  • MS // N: Rauch, Maritim, Seetang / M: salzig, Wasabi, floraler Nachklang
  • SU // Nase: Zitrone, Pfirsich, leichter Rauch, Mandarine, Bittermandel, Küchenkräuter / Geschmack: Mild, seifig, dünn, Nelken, Süßholz / Abgang: kalter Rauch, sanft, kurz, klebrig
  • LS // Geruch: Gäriger Geruch, etwas feuchte Pappe, Viehweide, Birne, Aprikose, der Torf wirkt dezenter als beim ersten Whisky. Geschmack: Der Torf ist vorhanden, aber wirkt zurückhaltender, weil andere Aromen die Führung übernehmen. Zum Beispiel schmecken wir Himbeeren, Birne, Brombeeren, jeweils als feinen Hauch angelegt wie bei einem Geist. Mineralisch, kieselig, steinige Noten sind da.
  • WG // Etwas Kuhstall und Rauch / Vanille und ein vollmundiger Geschmack

Sample #3

Stärke und Produkt?

  • JS: Ardbeg Corryvreckan, 57%, o (ok, muss ich aber nicht unbedingt haben)
  • JH: Loch Gorm. 52%, Süßweinfass. Ein richtig toller Whisky, der Rauch erahnen lässt und erst im Abgang zeigt, dass er tatsächlich da ist. Dazu eine erschlagende Fruchtsüße und insgesamt warm und marmeladenartig. Klasse Kombi, trifft absolut meinen Geschmack! + 60€ 
  • KD: Single Malt, Stärke: 59,2%, Produkt: Port Charlotte MRC:01, Bewertung: + (60€) [Korrekt!]
  • TW: Single Malt Scotch Whisky, 56% Vol., Oloroso, 18 Jahre. Bewertung: + (90€)
  • MS: Inchmoan, Bourbon + Sherry Fass (o), 50%
  • SU: 46-50 %, Virgin Oak Cask, Tomatin Cu Bocan Virgin Oak. Bewertung: o, viel Süße in der Nase und danach nur noch Holz. Hmm…. geht so. Muss eigentlich Virgin Oak sein, ansonsten wäre ich mächtig überrascht.
  • LS: Stärke könnte Cask Strength sein. Wertung: Trifft nicht unseren Geschmack, würden wir kein Geld für ausgeben. Der Whisky wirkt stark überlagert.
  • WG: Sherry oder Port? Hat was von einem Portfass, da fällt uns aber kein Benriach ein. Daher: Benriach Sherry Cask, 12 Jahre, 46%

Tasting Notes

  • PM // Nase: Der Rauch ist dezent, Humami und leichte Weinnote. Im Hintergrund eine Prise Schwefel. Mit Wasser kommt der Rauch mehr zum Vorschein. / Geschmack: Wein, Trauben, dann kommt weißer Pfeffer auf der Zungenspitze. Sehr ausgewogen, wenn man weiß, dass der fast 60% hat. Litschi und viel Würze. Mit Wasser erst noch etwas sanfter, aber dann kommt mit Kraft Pfeffer und Schwefel. / Abgang: Nach der Weinnote schleicht sich ein wenig Schwefel wie bei einem abgebrannten Streichholz ein. Würzig und vollmundig. Nicht so trocken wie erwartet. Mit Wasser Mentholschärfe und mehr Würze.
  • JS // hier gesellt sich mächtig Pfeffer dazu, der dem Rauch noch mehr Spielraum gibt.
  • JH // Süße, Zuckersüße und dazu dunkle, schwere Früchte mit der dazugehörigen Fruchtsüße. Reife Früchte und brauner Zucker dominieren hier ganz stark. Dazu etwas Holz und Vanille. Diese Aromen kombinieren isch mit einem Holzrauch, den man vom räuchern kennt. Dieser liegt jedoch nur zaghaft in der Luft (im Vergleich zu den vorherigen Whiskys) / Auch hier sind es dunkle und süße, reife Früchte, die den Whisky tragen. Es wirkt wie eine dunkle Fruchtmarmelade, die einem hier im Mund liegt und sich im Verlauf mit einem Hauch weißem Pfeffer kombiniert. Auch hier nur eine minimale Rauchnote, dafür aber etwas mehr Alkohol, der die Aromen nach vorne drückt. / Es entfaltet sich ein leichter Rauch, der immer mehr und mehr wird, bis er irgendwann den ganzen Mundraum füllt. Erschlagend und ergreifend breitet sich der Rauch hier im Abgang aus. Dazu weiterhin eine dunkle Fruchtsüße.
  • KD // Holla, hier sind wir in der europäischen Fassfraktion angekommen. / Würzig wie sonst noch was in der Nase, erst dann kommt der Rauch. Schwelendes Eichenfeuer, Traubentrester, Erdigkeit und Tannine bestimmen dieselbige. / Am Gaumen voluminös und kräftig, sehr trocken, die Zähne und den Mundraum belegend, mit ordentlich Alkohol. Der Rauch tritt fast in den Hintergrund. Tannine, dunkle Schokolade, europäische Eichenwürzigkeit, Dörrpflaumen, Lakritz. / Im sehr langen Abgang volle Dröhnung all dieser Geschmackskomponenten, sehr trocken, mit der Zeit kommt dann auch der Rauch wieder.
  • TW // Nase: Schokolade (50% Kakao), Pflaumenmus, BBQ Sauce, Angebrannter Toast, natürlich auch Torfrauch, leichte Säure (Orangen), Maggi / Geschmack: ordentlicher Antritt, und hier wird die BBQ Sauce und das Maggi intensiver, gleichzeitig angenehm süß. Dunkle Aromen im gesamten Mundraum, auch das Pflaumenmus kommt wieder durch und der Rauch liegt über allem. Gefällt mir sehr gut! / Finish: eher Lang, Rauch, Pflaumen, Schokolade. / Flüssige BBQ-Party mit ordentlich Power. Sehr schön!
  • MS // N: Silage, Karamell / M: mild, relativ kurzer Abgang
  • SU // Nase: Seeeeehr süß, Karamell ohne Ende, Vanille, Kokos und irgendwie auch Rauch / Geschmack: kräftig, holzig, angenehmer Rauch, Vanille, Granny Smith / Abgang: Mittellang, verkohltes Brett, Vanille
  • LS // Geruch: Schwer, üppig, Feige, Datteln im Speckmantel, Leder, Reh mit Preiselbeeren, trocken / Geschmack: Sirupartige Konsistenz, überlagert von schweren Aromen (könnte Portwein sein), fast schon penetrant in seiner Wuchtigkeit, vom ursprünglichen Malt bleibt nicht mehr viel übrig. Asche, Kohle, sehr herb und holzig, sehr trocken.
  • WG // Dunkle Früchte, Rosinen, sehr trocken im Mundraum, tanniniger Abgang mit einiger Eiche.

Fazit der Blind Tasting Challenge Port Charlotte

Bei der Aufgabenstellung hatte ich damit gerechnet, dass ich es zu leicht gemacht habe. Aber wie man sieht, war es schwer genug. Interessant war für mich, dass vor allem an Islay Barley und dem Wein Finish sich die Geister scheiden. Von sehr überzeugt bis gar nicht mein Ding. Der 10yo gehört zu meinen „Allday-Dram“ Favoriten und kam auch bei den meisten gut an.

Hut ab, Klaus (KD)! Nicht nur die Destillerie, sondern auch alle drei Whiskys korrekt bestimmt! Spitzenmäßige Punktlandung! Lukas & Samuel (LS) waren auch bei der richtigen Destillerie (nur dem falschen Produkt). Spitze!

  • JS: #1 und #2 haben mir gut gefallen. Der Erste wegen seiner Geradlinigkeit und der Zweite wegen der Komplexität trotz mehr Rauch. Drei ist mir dann doch etwas zu heftig. Mein Rachen ist ein Aschenbecher… Mein Favorit ist die #2.
  • JH: Dieses Mal fand ich alle drei wirklich total klasse und bin absolut begeistert und sehr gespannt auf die Ergebnisse. Mein Favorit ist die #3.
  • KD: Welche gefällt mir am Besten: Puh. Noch nie hab‘ ich mir so schwer getan mit dieser Frage, da ich allen etwas abgewinnen kann. Die #2 ist der am schönsten trinkbare Whisky für den Feierabend, #1 mit etwas mehr Anspruch und für #3 muss man sich schon Zeit nehmen. Da ich mich entscheiden muss, sonst hat Peter nichts für die Statistik, entscheide ich mich hauuuuchdünn für die #1. Wobei, wenn das zählen würde, ein Blend aus allen drei Whiskies, die ich am Ende zusammengschüttet habe, der eigentliche Gewinner ist – aber das zählt ja nicht. Ein schwieriges Tasting. Torf „erschlägt“ die Whiskies gerne ziemlich und lässt Unterschiede zwischen den Destillerien zusammenschrumpfen. Entweder ein Volltreffer oder voll versenkt.
  • TW: Alle drei sind für mich sehr schmackhaft. Auch wenn ich aktuell eher auf exBourbon Abfüllungen stehe, entscheide ich mich hier für die dunklere Abfüllung aus Sample 3. Da passt alles zusammen und das gewisse Umami macht Spaß. Vielen Dank wie immer für die Tollen Samples und den Orga-Aufwand, lieber Peter. Das hat einmal mehr richtig Spaß gemacht!
  • MS: Das war schwierig – ich vermute hier die verschiedenen rauchigen Marken von Loch Lomond – aber welcher ist was? Alle haben mir ganz gut geschmeckt, am Besten jedoch die Nummer 2. So, mehr gibt es leider nicht – aber eine schöne Auswahl. Bin schon gespannt auf die Auflösung.
  • SU: Welcher mir am Besten geschmeckt hat? Die Frage ist ein bisschen fies für mich, weil mir Abfüllung 2 gar nicht geschmeckt hat und Abfüllung 3 auch nicht der Reißer war. Abfüllung 1 war …naja….Durchschnitt und damit mein Sieger. Diese Challenge hat meinen Geschmack überhaupt nicht getroffen, obwohl ich eigentlich eine absolute Torfnase bin.
  • LS: Wie immer sind wir gespannt wie ein Flitzebogen, was am Ende dabei herauskommt und was die anderen Teilnehmer so herausgefunden haben.
  • WG: Alle drei Whiskys treffen unsere Geschmäcker, aber Nummer 3 war doch eindeutig der Favorit.

Danke allen fürs Mitmachen!
Vielen Dank an Lisa Marie de Ridder

von EGGERS & FRANKE GmbH für die Proben!

Die restlichen Challenges könnt Ihr hier nachlesen