11. Blind Tasting Challenge: HYPER HYPER

Ihr kennt das sicher. Da kommt eine „limitierte“ Flasche auf den Markt und schwubs sind die Online-Shops der Destillerien nicht mehr erreichbar und die Flasche für viele interessierte nicht mehr verfügbar. Die Flaschen kosten meist mehr als „normale“ Abfüllungen. In dieser Challenge will ich herausfinden, ob die Teilnehmer die HYPER-Flasche identifizieren können und wie viel sie ihnen wert wäre.

Wie funktioniert mein Blind Tasting?

Was ist das da im Glas? Es geht um eine schottische Destillerie, die erst seit ein paar Jahren wieder mit eigenen Abfüllungen auf dem Markt ist. Zu zwei Standardabfüllungen packe ich eine Sonderabfüllung, die ich letztes Jahr gekauft habe. Dieselbe Destillerie? Ja! Mehr verrate ich aber nicht. Geschickt habe ich jedem je drei 5cl Sample, die mit Sample #1 – #3 nummeriert waren.

Aufgabenstellung

Findet diese HYPER-Abfüllung und ist sie so besonders?

  • Aufgabe 1: Welche Destillerie ist es?
  • Aufgabe 2: Welcher gefällt Dir am Besten?
  • Aufgabe 3: Was hast Du im Glas?
    • Stärke,
    • Produkt?

Dieses Projekt findet NICHT unter Laborbedingungen statt. Ich habe keine Gläser vorgegeben und auch sonst keine Vorgaben gemacht, WIE der/die Einzelne seinen Whisky zu verkosten hat.

NEU: Bewertungssystem

Nach ein paar Diskussionen, haben wir uns auf ein neues Bewertungssystem geeinigt. Das Bewertungssystem sollte einfach anzuwenden sein, ohne Punkte und für Blindtastings geeignet. Das Problem bei Blindtasting ist, dass man die Rahmenparameter nicht kennt.

Wer hat mitgemacht?

Die folgenden Blogger haben mitgemacht (in der Reihenfolge des Eingangs der Tasting Notes):

Auflösung – Welche Destillerie war es?

Das haben die Teilnehmer getippt:

  • ML: GlenAllachie
  • JS: Glen Scotia
  • NF: Bladnoch
  • BB: Glendronach
  • KD: Glendronach
    Sehr schwierig. Ich tippe auf Speyside – und darin eine der großen,
    bekannten Brennereien. Auf Grund der vielen Sherry-Whiskies und des Profils fallen mir auf Anhieb Balvenie, Macallan, Glenfarclas,
    Glendronach und Benriach ein.
    Tamdhu sowie Glengoyne (nicht Speyside) wären vom Profil her auch noch im Rennen. Ausschließen würde ich Macallan, deren Einsteigerwhiskies habe ich „luschiger“ in Erinnerung, da passt keiner dazu, auch Benriach würde ich vom Profil her ausschließen. Für Glengoyne sind sie mir zu wild, auch Balvenie passt mir nicht ins Konzept. Also Glenfarclas oder Glendronach. Gefühlsmäßig sind wir näher bei Glendronach… also Glendronach…
  • TW: Glendronach
  • MaS: Tomatin
    Das ist richtig schwer. Bei dieser Nussigkeit würde ich Tomatin sagen, die haben auch Sonderabfüllungen. Allerdings sind die nicht „erst seit ein paar Jahren“ wieder am Markt. Glen Scotia könnte sein, aber dafür fehlt mir der Rauch. Sehr schwer, wirklich. Beide Tipps werden falsch sein, einen besseren habe ich aber nicht!
  • WG: Glenallachie

Nun mit der Speyside lagen viele schon mal richtig. Und Sherry passt auch. Es ist aber TAMDHU!

Alle ohne Zuckerkulör (Farbstoff, nca):

  1. Tamdhu, 15yo, limited, 46%, ca. 73.- EUR
  2. Tamdhu, Batch Strength #4, 57.8%, ca. 62.- EUR
  3. Tamdhu, Dalbeallie Dram, Speyside Festival 2018, 1.000 Flaschen, 62.1%, ca. 120.- EUR

Wertung – welcher hat am besten gefallen?

  • ML: #1
  • JS: Die Nr. 3!
  • NF: #2
  • BB: #3
  • KD: #2
    Die dritte Probe wäre die klassische Wahl – kräftiger Sherry-Whisky, wie er im Buche steht. Unterm Strich ist für mich der zweite Whisky aber etwas spannender, da er nicht in diese fast schon ausgelutsche Bresche springt sondern „anders“ und eleganzer ist und den Destilleriecharakter nicht komplett mit Sherry erschlägt.
  • TW: #3
  • MaS: #2
  • WG: #1
Bei vielen ein Kopf an Kopf Rennen

Wertung

Bewertet wurden die Proben nach folgendem einfachen Schema und rein auf Basis des persönlichen Geschmackes:

+gefällt mir, würde ich mir kaufen (für diesen Max-Betrag)
ook, muss ich aber nicht haben
trifft nicht meinen Geschmack

So haben die Teilnehmer die drei Whiskys bewertet:

Kürzel#1#2#3
ML+++
JS+o+
NFo+o
BBoo+
KD+++
TW+++
MaS+++
WG+oo
  • ML: Alles drei sind ein klares „+“ und ich würde den handelsüblichen Preis von 40-60 € ohne weiteres dafür bezahlen.
  • JS: #1 + (35 EUR), #2 o, #3 + (60 EUR)
  • NF: 1: o; #2: + ich würde etwa 70€ für die Flasche ausgeben; #3: o
  • BB: 1. Probe o, 2. Probe o, 3. Probe + (max. 100€)
  • KD: #1 + (30€), #2 + (80€), #3 + (60€)
    Kaufen würde ich alle drei – für unterschiedliche Anlässe,
    Zwecke und Maximalpreise.
  • TW: Für die #1 bis 50€, die #2 bis 90€, die #3 bis 120€
  • MaS: #1 + (50-60€), #2 + (90€), #3 + (ca. 90-100€)
  • WG: 1: + (unkompliziert aber lecker, ca. 40 EUR würde ich dafür ausgeben), #2: o (schmeckt, muss ich aber nicht unbedingt haben, weil ich nicht so sehr der Cask Strength Fan bin), #3: o (gefällt mir, ist mir aber ohne Wasser aber auch etwas zu alkoholisch, für den aufgerufenen Preis – wenn es denn die Hype-Flasche ist – aber definitiv zu teuer)

Welches ist der HYPER-Whisky?

Nun, es war #3 – der Dalbeallie Dram (No. 1 aus 2018). Dieser wurde extra für das Spirit of Speyside Whisky Festival abgefüllt und auf 1.000 Flaschen limitiert. Ich habe nur einen Shop gefunden, bei dem dieser noch für 145.- GBP erhältlich ist. Wie viele lagen richtig?

Das haben die Teilnehmer getippt:

Sample #1

Stärke und Produkt?

  • ML: GlenAllachie, 12yo, mit PX & Olorosso in 46%
  • JS: Glen Scotia Double Cask, 46%
  • NF: Single Malt Whisky, 46% Vol.
  • BB: Tipp: Glendronach 12 ?
  • KD: 46%, Glendronach 8yo
  • TW: 46% Vol. – Highland Single Malt Scotch Whisky
  • MaS: Single Malt, 46%
  • WG: Bei der Nummer 1 tippe ich auf den Glenallachie 12 Jahre, 46 %. Falls ich hiermit falsch liegen sollte, ist es meiner Meinung nach aber ein eher günstiger, sherryfassgereifter Standardwhisky mit 10-12 Jahren Alter.

Tasting Notes

  • PM / Nase: Feigen und Sherry-Früchte. Erst kommt er mir sehr jung vor, aber dann entwickelt er sich und zeigt, dass er doch etwas älter ist. Der braucht etwas Zeit im Glas. Ein wenig Marzipan und das angenehm „muffige“ eines Dunnage Warehouses (für mich etwas positives!). // Geschmack: ein kräftiger Antritt. Das hätte ich den 46% nicht zugetraut. Kirsche, Feige und Sherry. // Abgang: relativ viel Eiche und Menthol, fast wie bei einem frischen Fass (Virgin Oak). Der Sherry- Einfluss hält noch ein wenig an.
  • ML / Aroma: bittere Schokolade, dunkle Früchte, etwas Ahornsirup, später etwas Birne // Geschmack: mild und sehr sanft, Karamell, Schokolade, etwas Kirsche // Nachklang: mittel-lang, geradlinig Sherry wie man es kennt ohne Überraschungen
  • JS / süß, Karamell, Pfirsich, Minze // Im Geschmack süß, viel Eiche, Fruchtkompott, trocken werdend // Milchkaffee, würzig
  • NF / Nase: Er ist sehr frisch und fruchtig, saure grüne Äpfel schweben mir entgegen und werden begleitet von einer tollen Vanille Note. Abgerundet wird das Ganze durch ein bisschen Ingwer. // Geschmack: Es bleibt fruchtig und prickelt ein wenig auf der Zungenspitze. Eine bunte Mischung aus Äpfeln und Ingwer macht sich am Gaumen breit. // Abgang: Der Abgang ist mittellang und man merkt eine leicht süße Eiche. // Kommentar: Ein sehr netter Whisky den man auch gut im Sommer trinken könnte da hier alles sehr leicht gehalten ist.
  • BB / süß und rund. Etwas Honig, Melasse und Vanille-Rum-Noten. // Malzig im Mund, mit stärker werdender sherry Note. // Abgang kurz bis mittel
  • KD / Ein leichter Sherry-Dram. Typisch Speyside. In der Nase Kokosraspeln und dezente Trockenfrüchte mit etwas Würzigkeit, eher dezent und für den Einstieg gedacht. // Am Gaumen etwas unerwarteter Alkohol im Antritt, danach schöne, süffige Sherrysüße, relativ trocken mit den typischen Trockenfrüchten und etwas Würzigkeit. // Im mittellangen Abgang ziemlich trocken und mittellang mit etwas Eicheneinfluss und wiederum Anflügen von Trockenfrüchten. Ein schöner, „einfacher“, relativ junger Sherry-Dram.
  • TW / Nase: Deutlicher Sherryeinfluss, jedoch nicht überbordend, leicht nussig, dunkle früchte, Apfelsaft // Geschmack: Sherry, recht viele Tannine, Kakao, Orangen, Rohrzucker. // Finish: Medium, Trocken, rotfruchtig, Honig, Orangenabrieb.
  • MaS / Aroma: Zurückhaltend, leicht erdig. Ein Hauch von Frucht kommt langsam hinzu // Geschmack: Der Geschmack ist sehr angenehm. Voll, sehr ölig, viel Walnuss. Creme Brulee. Dann etwas würziger werdend mit leichter Eiche. // Abgang: Kakao, etwas Kaffee // Bewertung: Ein sehr angenehmer, würzig-nussiger Whisky. Ich würde bis hierhin auf Tomatin tippen, aber die sind eigentlich nicht „seit ein paar Jahren“ wieder auf dem Markt.
  • WG / Nase: fruchtig, süß, ein Hauch Rosinen // Geschmack: fruchtig (Banane), cremig, zum Schluss etwas Kaffee // Abgang: mittellang, immer trockener werdend am Gaumen, angenehm holzig

Sample #2

Stärke und Produkt?

  • ML: GlenAllachie, 10 YO CS Batch No. 3 mit Sherry in 58,2%
  • JS: Glen Scotia Festival Abfüllung 2018, mehr als 52%
  • NF: Single Malt Whisky, 50% Vol.
  • BB: Tipp: Glendronach 15 (ab 2018)
  • KD: 55%, kein Tipp
  • TW: 55% Vol. – Highland Single Malt Scotch Whisky
  • MaS: Single Malt, 55%
  • WG: Bei Nummer 2 tippe ich auf den Glenallachie 10 Jahre Cask Strength. Je nach Batch wären das dann zwischen 54,8 und 58,2 %. Falls dies falsch ist, bleibe ich aber auf jeden Fall dabei, dass es sich um eine Fassstärke mit mindestens 50 % handelt. Alter auch ca. 10 bis 12 Jahre.

Tasting Notes

  • PM / Nase: Sherry ist auch da, aber erst Mal habe ich Gewürze und eine Wachholder-Note. Mit der Zeit entwickelt er sich, aber ich bekomme den Wachholder nicht aus der Nase (und ich mag keinen Wachholder!). Jetzt kommt auch hier ein wenig Kirsche. // Geschmack: Erst merke ich ihm seine Kraft gar nicht an. Aber die ist da und macht den Mundraum taub. Das ist kein Platz mehr für Aromen. Für mich erst mal nur Menthol. Der kann auf jeden Fall etwas Wasser vertragen. Dann kommen auch ein paar der Gewürze und Sherryaromen. // Abgang: Mentholschärfe und der Mundraum ist trocken.
  • ML / Aroma: frisch aber komplexer „Untertitel“, etwas schärferer grüner Apfel eventuell // Geschmack: zunächst extrem süß bevor dann die Wucht des Pfeffers und der Minze einsetzt // Nachklang: weiterhin frisch und fruchtig wie im Aroma begonnen, jedoch bleibt die alkoholscharfe Minze vordergründig
  • JS / Nase: Vanille, Karamell, leichter Torfrauch // Im Geschmack sehr würziger Antritt! Reife rote Früchte // Maritim salzig und würzig
  • NF / Nase: Süßer Ahornsirup strömt mir in die Nase, es dauert ein bisschen bis dahinter eine leichte Würzigkeit zum Vorschein kommt. Der Alkohol setzt einen leichten Akzent und meine eine deutliche Weinnote wahr zu nehmen. // Geschmack: Kräftig, der Alkohol zieht einem den Speichel aus den Wangen und hinterlässt viel Süße. Dunkle, trockene Früchte kommen zum Vorschein und verbinden sich mit einer sehr angehm bitter werdenden Eiche. // Abgang: Der Abgang ist lang, warm und anhaltend süß mit eine Note von geröstetem Kaffee. // Kommentar: Hier kommt sehr viel zusammen was mir wirklich sehr gut gefällt. Die starke Fruchtigkeit in Verbindung mit der Würze und Bitterkeit sind sehr harmonisch und machen dass zu einem sehr guten Whisky für die kälter werdenden Jahreszeiten.
  • BB / schön buttrig- fruchtigere Note. War Nr. 1 näher am Sherry mit robustem Hintergrund, taucht hier noch mehr Süße, rote Fruchtaromen (Erdbeere) und Honigmelone auf. // Im Mund mehr Richtung Milch-Schokolade und ein Hauch weißer Pfeffer. // Abgang mittellang.
  • KD / Auch wieder ein Sherry-Dram aber deutlich anders. In der Nase deutlich trockener mit weniger dunklen Früchten, dafür mehr tropische Früchte, etwas Honig und grüner Tee. Refill? // Am Gaumen ein kräftiger Antritt – Fassstärke? Warm, weich und ölig mit Honig, getrockneten Birnen, Marillen, eingelegten Tropenfrüchten und Zimt sowie Piment. // Im mittellangen Abgang kräftig und etwas trockener mit einer Mischung aus leichter Eiche, Honig, Würzigkeit und dezenten Früchten.
  • TW / Nase: Süßer als Sample 1, dadurch gefühlt runder, außerdem reifer und älter. Organgen, Gebäck, reife Kiwi, mit der Zeit etwas erdig. // Geschmack: Sehr voll und süß, dunkle Trockenfrüchte, etwas Zartbitterschokolade, Honig, brauner Zucker, Tabaknoten und kräftiger Alkohol, der aber gut passt. // Finish: Medium – Lang, Schokolade, Grapefruitabrieb, Tabak.
  • MaS / Aroma: Etwas kräftiger als Sample 1, ein wenig Alkohol, Süße und wieder Nuss. // Geschmack: Kräftig, sehr würzig. Wieder volle Nuss und viel Kraft. Die Nüsse haben hier eine Vollmilchummantelung. Die Eiche kommt zum Abgang hin wieder. // Abgang: Prickelnd, würzig mit viel Eiche und sehr dunklem Kakao. // Bewertung: Stärker als Sample 1, sehr intensiv mit richtig viel Nuss und Schokolade. Ich würde hier auf eine Fassstärke tippen.
  • WG / Nase: alkoholisch, frisches Menthol, Trockenfrüchte // Geschmack: kräftig, Alkohol ist präsent, trotzdem fruchtig, Bitterschokolade // Abgang: mittellang, ähnlich wie Sample 1, trockener werdend, Eichennoten

Sample #3

Stärke und Produkt?

  • ML: GlenAllachie, 10 YO LE mit Port Wood in 48%
  • JS: Glen Scotia älter als 15 Jahre, über 46%
  • NF: Single Malt Whisky, 50% Vol.
  • BB: GD px Single cask 12 Jahre…
  • KD: 46%, Glendronach 15?
  • TW: 48% Vol – Highland Single Malt Scotch Whisky
  • MaS: 50%
  • WG: Bei der Nummer 3 bin ich mir sicher, dass es sich auch um eine Fassstärke handelt. Da ja eine Sonderabfüllung dabei ist, wäre das dann diese. Vermutlich ist es eine Single Cask Abfüllung. Hier würde ich aufgrund des Geschmacksprofils auf den GlenAllachie 1990, Cask 2517, Sherry Butt, 54,6 % aus der 50th Anniversary Collection tippen. Ansonsten dürfte es sich um ein anderes älteres (20 Jahre+) Single Cask handeln.

Tasting Notes

  • PM / Nase: Eine kräftige Sherrynase schön rund und ausgewogen und dann blitzt aus dem Hintergrund ein wenig Schießpulver oder Schwefel, wie auf einem Zündholz. Ein wenig Schokolade und Karamell. // Geschmack: Sherrynoten von reifen und eingelegten Früchten. Nur ein leichtes Brennen. Deutlich milder als Sample #2. Aber trotzdem mit Kraft (also 50% würde ich dem auch ohne Hintergrundwissen zutrauen). Wird mit der Zeit cremig. // Abgang: sanfte Mentholschärfe, aber deutlich ausgewogener. Hier traut man ihm auch mehr als 50% zu.
  • ML / Aroma: Zurückhaltend, eher altes, staubiges Holz, altes Leder, ansatzweise Tabak // Geschmack: cremiger und schwer, Rotwein, dann würzig mit bitteren Anisnoten und herbem Kakao // Nachklang: lang, schwer, Kakao, Cayennepfeffer, ein Hauch Schwarzkirsche
  • JS / ebenfalls leicht rauchig, fruchtig und mit Vanille // Im Geschmack ebenfalls mit viel Eiche. Dazu Schokolade und eine leicht rauchige Kirschnote. Trocken // Wärmend und würzig im Nachklang
  • NF / Nase: Er ist sehr fruchtig, kräftiger Sherry betört die Nase und duftet nach frischer Erdbeermarmelade. Eine kräftige Toffeenote verfeinert das ganze. // Geschmack: Auch hier ist der Alkohol spürbar und belegt die Zunge ein bisschen. Er ist dabei jedoch nicht angenehm sondern er trägt die Aromen aus Trockenfrüchten, Sherry und ein wenig Süßholz. // Abgang: Der Abgang ist lang, Hasselnüsse und Früchte bilden eine tolle Kombination und geben einen harmonischen Ausklang. // Kommentar: Ich vermute fast dass das die Sonderabfüllung ist. Diese kleine Sherrybombe macht Spaß, trifft im Moment aber nicht ganz meinen persönlichen Geschmack. Nichts desto trotz ein wirklich toller Whisky.
  • BB / die Luftblasen im Glas werden größer. Rein optisch scheint’s hier mehr alk zu geben. Insgesamt auch ein bis zwei Stufen dunkleres Bernstein. // Nase: auch hier wieder cremig schokoladige Noten und rote Früchte. Insgesamt vielschichtiger und komplexere Aromen… // Mund: japp. mehr Alkohol (50+%)… kräftiger Antritt und starke Trockenheit …. sherry Rosinen Schokolade. // Abgang: Länger bis lang…
  • KD / Nach dem starken und kräftigen Sample 2 fast etwas schwierig zu bewerten! Also noch etwas Zeit vergehen lassen… Auch hier wieder ein Sherry-Whisky. Sehr dunkel in der Farbe, dennoch eher frisch in der Nase mit Zitrone, dahinter süße, dunkle Früchte (Rosinen, Datteln, Pflaumen) und etwas Lebkuchengewürz. // Am Gaumen voller Sherry-Antritt, kräftig, ölig, süß mit Trockenfrüchten, dunkler Schokolade, Lebkuchengewürz und was alles so dazu gehört. // Im langen Abgang das gleiche Profil: kräftig, würzig, süß, wiederum etwas trocken. Klassischer, kräftiger Sherry-Whisky.
  • TW / Nase: In der Nase zahmer als die 2. Gleichzeitig auch dunkler und voller. Eher auf der Honig, Sandelholz, nussigen Seite. Tortzdem auch etwas dunkle Frucht. Aber komischer Weise auch etwas Banane. // Geschmack: Auf der Zunge ist der Alkohol präsenter als in der Nase, die süße ist aber auch wieder voll da. Sehr reif, aber auch sehr süffig. Wie bei den anderen beiden Proben volles Ballett Sherry. Eher PX als Oloroso. // Finish: Medium – Lang, Honig, Sandelholz, Orangenschale.
  • MaS / Aroma: Würzig, eine feine Süße, etwas Alkohol. // Geschmack: Nuss? Habe ich da schon gesagt? Hier dazu dunkles Karamell, Schokolade, Röstaromen und Malz. Ein wenig Malzbier. Dann Würze und Eichenfass. Insgesamt sehr intensiv. // Abgang: Leicht alkoholisch, prickelnd. Ein ordentlicher Schwung Eiche. Sehr langanhaltend.
  • WG / Nase: auch alkoholisch, vergorene Banane // Geschmack: alkoholisch, etwas Zitrusfrucht, wieder die Banane, später etwas Kakao oder dunkle Schokolade // Abgang: lang, süß, nicht ganz so trocken wie 1 und 2, aber auf jeden Fall Sherryfass

Fazit

Tamdhu ist eine ungewöhnliche Destillerie, die man nur während des Spirit of Speyside Whisky Festivals besuchen kann. Abfüllungen gibt es nur wenige (den 10yo, neu den 15yo und ein Batch Strength Release). Wer jetzt ein paar Bilder sehen will – ich habe sie besucht: Tamdhu – „Afternoon tea and tours“. 2015 gab es nicht nur die ersten Touren während des Festivals, sondern auch noch einen Wechsel des Destillerie Managers.

Aber zurück zum Thema. Hype Abfüllung? Nun, das Rezept hinter solchen Abfüllungen ist es, seinen Kunden (meist Fans) etwas Besonderes zu bieten, es zu limitieren und dafür (zwischenzeitlich) mehr Geld zu nehmen. Für mich ist der Dalbeallie schon besonders. Lest Euch mal die Eindrücke der Teilnehmer durch. Keiner hat den stärker als den Batch #4 eingeschätzt. Und das obwohl er 62.1% hat (3% mehr!). Mir gefällt er, aber da ich den Preis kenne, finde ich ihn zu teuer. Der 15-jährige ist vermutlich ein wenig zu schlecht weggekommen. Aber gegen zwei Batch-starke Abfüllungen musste der an den Anfang.

Und das meinten die Teilnehmer:

  • ML: Am besten gefällt mir #1 gefolgt von #3 und #2 – wobei alle ganz dicht beieinander sind, mir die #2 im direkten Vergleich aber etwas zu spitze ist, daher bekommt er (heute) den dritten Platz auf meinem Treppchen.
  • JS: Unlängst hatte ich eine Festival-Abfüllung 2019 von Glen Scotia als Sample und auch einmal eine SC-Abfüllung bei einem Tasting. Mir sind vor allem die ausgeprägte Trockenheit, die Vanille und der maritime Charakter haften geblieben. Insofern meine Erinnerung und Wahl auf Glen Scotia. Den Brennerei-Charakter finde ich ganz angenehm. Wobei mir #3 rund, gereift und sehr angenehm war – insofern mein Favorit
  • BB: Insgesamt nicht wirklich klar einzuordnen aber das Set gefällt. V.a. das letzte Pröbchen würde ich wohl nachkaufen. Probe 1 & 2 würde ich unter “GlenWhatever“ abspeichern. Fein und stimmig, aber ohne große Prägnanz. Kann in vielen der Speyside Destillen passen…
  • KD: Die Entscheidung zwischen der zweiten und der dritten Abfüllung ist nicht einfach. Die dritte Probe wäre die klassische Wahl – kräftiger Sherry-Whisky, wie er im Buche steht. Unterm Strich ist für mich der zweite Whisky aber etwas spannender, da er nicht in diese fast schon ausgelutsche Bresche springt sondern „anders“ und eleganzer ist und den Destilleriecharakter nicht komplett mit Sherry erschlägt.
  • MaS: Alle Samples sind gut, ich würde zwei und drei vor Abfüllung 1 sehen. Geiler Stoff, aber ich bin mal wieder ratlos.
  • WG: Die Destillerie gefällt mir sehr gut. Ich finde, der Brennereicharakter kommt hier sehr gut zum Vorschein, da sich die Proben trotz der feinen Unterschiede doch ähneln. Die Bananennote ist bei allen drei sehr präsent. Da ich den 12er und 10er CS von GlenAllachie bereits probiert habe, meine ich, diese wiedererkannt zu haben. Falls ich falsch liege, bin ich sehr gespannt, welche Destillerie es dann ist, weil mir die Proben alle gut gefallen haben.

Danke an alle Teilnehmer fürs mitmachen!
Danke an Whiskymax für Sample #1 und #2.

Die HYPER-Flasche habe ich gekauft und auf die Teilnehmer umgelegt.

Die restlichen Challenges könnt Ihr hier nachlesen