Schottland Roadtrip 2018 – ganz ohne Festival

Meine beiden Lieblingsfestivals habe ich dieses Jahr nicht unterbringen können, aber nach Schottland musste ich trotzdem. Da kam mir das 35-jährige Jubiläum der SMWS gerade recht. Und der Rest sollte ganz entspannt werden. Wenige Destillerien, dafür viel Natur und wenig mit dem Auto fahren. Das hatte ich mir zumindest vorgenommen.

Eine Motivation für meine Schottlandreisen und für diesen Blog ist recht trivial: Ich besuche gerne Destillerien. Von innen, um sie zu fotografieren. Viele Destillerien erlauben das Fotografieren nicht (mehr). Darum frage ich alle Touren im Vorfeld an und hole mir eine entsprechende Erlaubnis, wo es notwendig ist. Und wenn ich die Erlaubnis nicht bekomme, besuche ich die Destillerie nicht. Dieses Jahr konnte ich zwei der Destillerien abhaken, die ich schon seit einiger Zeit auf meiner Wunschliste hatte, aber bisher keinen (Foto-)Zugang bekommen habe: Loch Lomond und Glengoyne. Aber immer der Reihe nach.

Stationen meiner Reise

Für einen ersten Überblick hier die Stationen meiner Reise:

  1. Flug HH->EDI, 3 Tage Edinburgh
    • 35-Jahre Jubiläumsdinner bei der SMWS in den Vaults
    • Touren durch Edinburgh
    • SMWS BBQ-Garden-Party in Queens Street Gardens
    • Queensferry: drei Brücken aus nächster Nähe
  2. EDI -> Pitlochry, eine Übernachtung
  3. Pitlochry -> Balloch (Loch Lomond), fünf Übernachtungen

Hinweis: für meine Destillerie-Besuche folgt noch ein detaillierter Bericht. Diese werde ich dann hier verlinken.

Wer jetzt noch mehr zu meiner Reise erfahren möchte, bekommt hier einen Überblick. Ich habe versucht, mich kurz zu fassen.

Edinburgh

Nun, der Auftakt war nicht ganz planmäßig. Mit zwei Freunden, Heiko und Karsten, habe ich mich für vier Tage in Edinburgh einquartiert und bereits am ersten Abend steht ein Dinner zum 35-jährigen Jubiläum der SMWS auf dem Plan. Die beiden sind bereits sehr früh angereist, wohingegen ich den Abendflieger von EasyJet nehmen wollte. Ich habe ihn auch genommen, aber EasyJet hat es geschafft, mit fast drei Stunden Verspätung in Edinburgh zu landen. Danke EasyJet für diesen Flug mit der selbst verschuldeten Verspätung.

35-Jahre Jubiläumsdinner bei der SMWS

Das Dinner hat bereits begonnen als ich endlich mit knapp drei Stunden Verspätung den Koffer vom Band nehme. Ab ins Taxi und schnell nach Leith. Dank eines Anrufs und meinen beiden Freunden vor Ort, hat man mir den Hauptgang und meine Drams aufbewahrt. Den Piper und die Vorspeise habe ich aber verpasst. Nach dem Dessert unterhält uns Robin Laing mit Liedern und Anekdoten. Ein sehr schöner Event mit gleich zwei Ardbegs für mich (33.136, Halcyon Tarfest) – wenigstens ein wenig Glück an diesem Abend und eine schöne Geste der SMWS Mitarbeiter. Ich bin in Schottland angekommen….

Gartenparty und BBQ bei der SMWS

Die Gartenparty ist einer der Auslöser für die Reise gewesen, zumindest für die Wahl des Zeitraums. Für 35.- GBP Whisky und BBQ in den Queens Street Gardens und einen Dram aus den Archiven der SMWS sollte es auch dazu geben. In diese Gärten, die man von der Straße nicht einsehen kann, kommen nur die Anwohner mit Schlüssel. Parkanlage würde das hier wohl besser beschreiben. Ausgestattet mit einem Glas, einer Flasche Wasser und einem Token für den Archiv-Dram machen wir uns auf den Weg hinunter in den Garten. Dort erwartet uns ein Zelt mit einigen Ausstellern, die ihre Produkte vorstellen (Makar Gin, Arran, Beam Suntory, Strathearn mit Tony Reeman-Clark, Glengoyne, Glen Moray, Lindores) und in der Mitte mit dem SMWS Stand. Vor dem Zelt das BBQ und ein Bierstand.

4 Drams aus den SMWS ArchivesNun, wir haben das aktuelle Outturn bereits durchprobiert und haben uns anschließend beim SMWS Archiv umgesehen. Nach dem ersten Token war aber nicht Schluss, denn man konnte für 5.- GBP einen solchen Dram auch kaufen. Ich habe probiert: Glen Moray (35.8, 1986, 9yo, 60.8%), Glen Albyn (69.6, 1977, 21yo, 62%!), Mannochmore (64.4, 1990, 9yo, 61%) und einen Talisker (14.13, 1989, 15yo, 59.9%). Jede leere Archiv-Flasche wurde übrigens durch eine neue ersetzt und so standen immer ca. sechs Flaschen zur Auswahl. Was da alles ausgeschenkt wurde – unbezahlbar!

SMWS Glen Moray MC
Masterclass mit Graham Coull, (c) Glen Moray

Auf der anderen Straßenseite wurden auch noch vier Masterclasses veranstaltet, und wir haben einen deutlichen Hinweis bekommen, dass wir uns für die Glen Moray MC einschreiben sollen. Das haben wir auch getan und es nicht bereut, denn Graham Coull hat uns vier Cask Samples mitgebracht. Ein sehr schöner Nachmittag mit vielen netten Gesprächen und unglaublichen Whiskys. Am Abend habe ich dann zusammen mit Karsten noch ein paar Bilder vom Calton Hill gemacht.

Edinburgh und South Queensferry

Edinburgh ist immer eine Reise wert und man kann auch immer wieder Neues entdecken. Wir waren viel zu Fuß unterwegs. Wir haben die ein oder andere Gasse erkundet, einige nette Bars besucht und auch die beiden SMWS “Venues” durften natürlich nicht fehlen. Mein erstes Rugby Spiel überhaupt habe ich in einer Bar (beim Frühstücken) gesehen – danke Heiko, ohne Dich hätte ich nix verstanden! Mit dem Bus und einer Tageskarte kann man bequem kreuz und quer durch Edinburgh fahren, aber am meisten sieht man doch zu Fuß.

Neu für mich war auch OINK. Das ist wohl die schottische Antwort auf den Döner. Im Schaufenster liegt ein Spanferkel. Man wählt die Brotgröße, das Brot, die Füllung (Salbei/Zwiebel oder Haggis) und eine Soße (z.B. Apfel!). Nichts für Vegetarier, aber mir hat es geschmeckt. Dieser Snack gehörte aber sicher nicht zu den kulinarischen Hochgenüssen, da hatten wir besseres.

Für den Sonntag haben sich Heiko und ich einen Besuch in dem kleinen Städtchen South Queensferry vorgenommen. Dieser Ort liegt nord-westlich von Edinburgh am Firth of Forth mit Blick auf die drei Brücken darüber. Hier kommt man bequem mit einem Bus hin und zurück und kann dann ein wenig durch den Ort wandern. Der Blick auf die Brücken ist auf jeden Fall empfehlenswert und wer ein Auto mitbringt kann hier auch parken.

Queensferry - 5 Minuten

Diese beiden Bilder sind etwa im Abstand von fünf Minuten entstanden. Nach dem oberen der beiden gab es einen kurzen aber kräftigen Schauer und dann war die Welt wieder in Ordnung. Typisch schottisch.

Eindrücke aus Edinburgh

Viele Bilder habe ich in Edinburgh nicht gemacht. Mehr Eindrücke aus Edinburgh findet Ihr aber bei meinem Bericht aus dem letzten Jahr: Schottland Roadtrip 2017 – 20 Destillerietouren in 14 Tagen.

SRT18 - Edinburgh und Queensferry

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