Schottland Roadtrip 2018 – ganz ohne Festival

Meine beiden Lieblingsfestivals habe ich dieses Jahr nicht unterbringen können, aber nach Schottland musste ich trotzdem. Da kam mir das 35-jährige Jubiläum der SMWS gerade recht. Und der Rest sollte ganz entspannt werden. Wenige Destillerien, dafür viel Natur und wenig mit dem Auto fahren. Das hatte ich mir zumindest vorgenommen.

Eine Motivation für meine Schottlandreisen und für diesen Blog ist recht trivial: Ich besuche gerne Destillerien. Von innen, um sie zu fotografieren. Viele Destillerien erlauben das Fotografieren nicht (mehr). Darum frage ich alle Touren im Vorfeld an und hole mir eine entsprechende Erlaubnis, wo es notwendig ist. Und wenn ich die Erlaubnis nicht bekomme, besuche ich die Destillerie nicht. Dieses Jahr konnte ich zwei der Destillerien abhaken, die ich schon seit einiger Zeit auf meiner Wunschliste hatte, aber bisher keinen (Foto-)Zugang bekommen habe: Loch Lomond und Glengoyne. Aber immer der Reihe nach.

Stationen meiner Reise

Für einen ersten Überblick hier die Stationen meiner Reise:

  1. Flug HH->EDI, 3 Tage Edinburgh
    • 35-Jahre Jubiläumsdinner bei der SMWS in den Vaults
    • Touren durch Edinburgh
    • SMWS BBQ-Garden-Party in Queens Street Gardens
    • Queensferry: drei Brücken aus nächster Nähe
  2. EDI -> Pitlochry, eine Übernachtung
  3. Pitlochry -> Balloch (Loch Lomond), fünf Übernachtungen
    • Die neue Distillery: Edradour 2
    • Acharn Falls
    • Aberfeldy Distillery – Fotografieren mit Sondergenehmigung
    • Besuch in Glasgow: Clydeside Distillery – ein Juwel am Clyde
    • Loch Lomond: VIP Führung mit vielen Einblicken
    • Ausflug: Glengoyne mit Fotoerlaubnis
    • Etappe auf dem West-Highland Way
    • Mein erster Munro: Ben Lomond
    • Devil’s Pulpit (Finnich Glen)
    • Und noch eine letzte Destillerie: Deanston

Hinweis: für meine Destillerie-Besuche folgt noch ein detaillierter Bericht. Diese werde ich dann hier verlinken.

Wer jetzt noch mehr zu meiner Reise erfahren möchte, bekommt hier einen Überblick. Ich habe versucht, mich kurz zu fassen.

Edinburgh

Nun, der Auftakt war nicht ganz planmäßig. Mit zwei Freunden, Heiko und Karsten, habe ich mich für vier Tage in Edinburgh einquartiert und bereits am ersten Abend steht ein Dinner zum 35-jährigen Jubiläum der SMWS auf dem Plan. Die beiden sind bereits sehr früh angereist, wohingegen ich den Abendflieger von EasyJet nehmen wollte. Ich habe ihn auch genommen, aber EasyJet hat es geschafft, mit fast drei Stunden Verspätung in Edinburgh zu landen. Danke EasyJet für diesen Flug mit der selbst verschuldeten Verspätung.

35-Jahre Jubiläumsdinner bei der SMWS

Das Dinner hat bereits begonnen als ich endlich mit knapp drei Stunden Verspätung den Koffer vom Band nehme. Ab ins Taxi und schnell nach Leith. Dank eines Anrufs und meinen beiden Freunden vor Ort, hat man mir den Hauptgang und meine Drams aufbewahrt. Den Piper und die Vorspeise habe ich aber verpasst. Nach dem Dessert unterhält uns Robin Laing mit Liedern und Anekdoten. Ein sehr schöner Event mit gleich zwei Ardbegs für mich (33.136, Halcyon Tarfest) – wenigstens ein wenig Glück an diesem Abend und eine schöne Geste der SMWS Mitarbeiter. Ich bin in Schottland angekommen….

Gartenparty und BBQ bei der SMWS

Die Gartenparty ist einer der Auslöser für die Reise gewesen, zumindest für die Wahl des Zeitraums. Für 35.- GBP Whisky und BBQ in den Queens Street Gardens und einen Dram aus den Archiven der SMWS sollte es auch dazu geben. In diese Gärten, die man von der Straße nicht einsehen kann, kommen nur die Anwohner mit Schlüssel. Parkanlage würde das hier wohl besser beschreiben. Ausgestattet mit einem Glas, einer Flasche Wasser und einem Token für den Archiv-Dram machen wir uns auf den Weg hinunter in den Garten. Dort erwartet uns ein Zelt mit einigen Ausstellern, die ihre Produkte vorstellen (Makar Gin, Arran, Beam Suntory, Strathearn mit Tony Reeman-Clark, Glengoyne, Glen Moray, Lindores) und in der Mitte mit dem SMWS Stand. Vor dem Zelt das BBQ und ein Bierstand.

4 Drams aus den SMWS ArchivesNun, wir haben das aktuelle Outturn bereits durchprobiert und haben uns anschließend beim SMWS Archiv umgesehen. Nach dem ersten Token war aber nicht Schluss, denn man konnte für 5.- GBP einen solchen Dram auch kaufen. Ich habe probiert: Glen Moray (35.8, 1986, 9yo, 60.8%), Glen Albyn (69.6, 1977, 21yo, 62%!), Mannochmore (64.4, 1990, 9yo, 61%) und einen Talisker (14.13, 1989, 15yo, 59.9%). Jede leere Archiv-Flasche wurde übrigens durch eine neue ersetzt und so standen immer ca. sechs Flaschen zur Auswahl. Was da alles ausgeschenkt wurde – unbezahlbar!

SMWS Glen Moray MC
Masterclass mit Graham Coull, (c) Glen Moray

Auf der anderen Straßenseite wurden auch noch vier Masterclasses veranstaltet, und wir haben einen deutlichen Hinweis bekommen, dass wir uns für die Glen Moray MC einschreiben sollen. Das haben wir auch getan und es nicht bereut, denn Graham Coull hat uns vier Cask Samples mitgebracht. Ein sehr schöner Nachmittag mit vielen netten Gesprächen und unglaublichen Whiskys. Am Abend habe ich dann zusammen mit Karsten noch ein paar Bilder vom Calton Hill gemacht.

Edinburgh und South Queensferry

Edinburgh ist immer eine Reise wert und man kann auch immer wieder Neues entdecken. Wir waren viel zu Fuß unterwegs. Wir haben die ein oder andere Gasse erkundet, einige nette Bars besucht und auch die beiden SMWS „Venues“ durften natürlich nicht fehlen. Mein erstes Rugby Spiel überhaupt habe ich in einer Bar (beim Frühstücken) gesehen – danke Heiko, ohne Dich hätte ich nix verstanden! Mit dem Bus und einer Tageskarte kann man bequem kreuz und quer durch Edinburgh fahren, aber am meisten sieht man doch zu Fuß.

Neu für mich war auch OINK. Das ist wohl die schottische Antwort auf den Döner. Im Schaufenster liegt ein Spanferkel. Man wählt die Brotgröße, das Brot, die Füllung (Salbei/Zwiebel oder Haggis) und eine Soße (z.B. Apfel!). Nichts für Vegetarier, aber mir hat es geschmeckt. Dieser Snack gehörte aber sicher nicht zu den kulinarischen Hochgenüssen, da hatten wir besseres.

Für den Sonntag haben sich Heiko und ich einen Besuch in dem kleinen Städtchen South Queensferry vorgenommen. Dieser Ort liegt nord-westlich von Edinburgh am Firth of Forth mit Blick auf die drei Brücken darüber. Hier kommt man bequem mit einem Bus hin und zurück und kann dann ein wenig durch den Ort wandern. Der Blick auf die Brücken ist auf jeden Fall empfehlenswert und wer ein Auto mitbringt kann hier auch parken.

Queensferry - 5 Minuten

Diese beiden Bilder sind etwa im Abstand von fünf Minuten entstanden. Nach dem oberen der beiden gab es einen kurzen aber kräftigen Schauer und dann war die Welt wieder in Ordnung. Typisch schottisch.

Eindrücke aus Edinburgh

Viele Bilder habe ich in Edinburgh nicht gemacht. Mehr Eindrücke aus Edinburgh findet Ihr aber bei meinem Bericht aus dem letzten Jahr: Schottland Roadtrip 2017 – 20 Destillerietouren in 14 Tagen.

SRT18 - Edinburgh und Queensferry

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Einige Destilleriebesuche

Am Montag Mittag fahre ich mit Heiko und Karsten zum Flughafen. Während die beiden ihre Heimreise antreten, hole ich mir einen Mietwagen und mein Schottland Roadtrip 2018 (#SRT18) startet. Erste Station: Lindores.

Lindores Abbey Distillery

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Diese Brennerei habe ich bei meinem SRT17 im Rohbau besuchen dürfen und hatte eine erste Ahnung, was mich erwartet. DAS habe ich allerdings nicht erwartet. Das ist kein „typisches“ Visitor Center, sondern erinnert mich eher an ein Kloster. Ein wenig vielleicht auch an ein Museum. Leider treffe ich Drew auch dieses Mal nicht, aber Gary Haggart und das Team von Lindores kümmern sich sehr gut um mich. Und fotografieren darf ich auch. Mehr dazu (HIER).

Blair Atholl Distillery

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Angekommen in Pitlochry habe ich noch ein wenig Zeit und besuche Blair Atholl. Da es sich um eine Diageo Brennerei handelt, in denen man in der Regel nicht fotografieren darf, habe ich im Vorfeld Kontakt aufgenommen. Trotz mehrmaliger Nachfrage habe ich als Antwort nur bekommen: „Komm vorbei und wir schauen, was wir machen können“. Nun, leider kann man NICHTS für mich tun, denn das Management ist bereits weg, am nächsten Tag abwesend, und eine Erlaubnis liegt nicht vor. Schade, denn die Destillerie sieht ganz nett (von außen) aus und die alte Mashtun macht sich gut als Bar.

Edradour 2 Distillery

Neuer Tag, neues Glück? Nun ich fordere es heraus und besuche unangekündigt Edradour. Letztes Jahr durfte ich mir hier den Rohbau anschauen, aber seit Anfang des Jahres produziert man in Edradour 2. Auf meine freundliche Nachfrage ernte ich leider (erwartungsgemäß) „Hast Du einen Termin vereinbart?“ und Des McCagherty ist den ganzen Tag in Terminen. Nun, als ich das VisitorCenter gerade verlasse, laufe ich Des in die Arme und nach einem kleinen Plausch darf ich mit einem seiner Mitarbeiter eine Runde durch Edradour 2 drehen. Noch sind die Außenanlage und die Lagerhäuser nicht komplett fertig und auch die Brücke ist noch gesperrt. Im Inneren ist alles fertig, aber die Produktion sieht winzig in dieser riesigen Halle aus. Mehr dazu (HIER).

Aberfeldy Distillery – Fotografieren mit Sondergenehmigung

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Ich habe wenige Tage vorher per E-Mail angefragt, aber bis heute noch keine Antwort erhalten. Also auf gut Glück, denn auch hier ist Fotografieren normalerweise im Produktionsbereich nicht erlaubt. Auf meine freundliche Nachfrage im VisitorCenter ernte ich leider auch hier nur ein „Das muss man mit Vorlauf anfragen und ist heute leider nicht möglich“. Nun schade, aber nicht zu ändern. Ich fahre weiter zu den Acharn Falls, wandere ein wenig und stärke ich mich in Kenmore. Dort erreicht mich eine Mail von Jonathan Wilson, Brand Home Visitor Operations Manager von Aberfeldy, dass ich sehr gerne fotografieren darf und ich doch bitte Bescheid sagen soll, wann es mir passt. Na mal sehen wie spontan sie reagieren. Mail, Anruf (auf Mailbox) und ab ins Auto. Und auch hier habe ich Glück und ich werde von Simon Robinson herumgeführt. Eine sehr schöne Tour in einer sehenswerten Destillerie. Mehr dazu (HIER).

Clydeside Distillery – ein Juwel am Clyde

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Von Balloch nach Glasgow gibt es eine Zugverbindung und die will ich heute nehmen, aber leider fällt ScotRail wegen „Person auf den Gleisen“ aus. Dann also doch mit dem Auto. Die Fahrt zur Clydeside Distillery ist ein wenig tricky und man muss aufpassen, dass man die richtigen Abzweigungen nimmt. Dank eines englischen Navis und einiger Hinweisschilder klappt es beim ersten Versuch. Von außen scheint es, dass mich die beiden Potstills anlachen, denn die Sonne strahlt durch die Fenster des Stillhauses. Nach einer VIP Tour mit Distillery Manager Alistair McDonald und Lauren Currie darf ich im Barraum mit Blick auf den Clyde den New Make und eine Fassprobe verkosten. Und RICHTIGEN Kaffee mit Whisky-Donut gibt es auch noch hinterher. Mehr dazu (HIER).

Loch Lomond Distillery: VIP Führung mit vielen Einblicken

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Bereits Ende April habe ich Donald MacLellan (Loch Lomond Group, International Sales Manager) kennengelernt und bei seinem Besuch in Hamburg (Im Profil: Loch Lomond Distillery) hat er mir versprochen, dass ich mir Loch Lomond anschauen und fotografieren darf. Ich habe ihn beim Wort genommen und heute ist es endlich soweit: Ich darf in das Innere dieser äußerlich nicht sehr hübschen Fabrikhalle, an der gerade mit großem Kran Arbeiten durchgeführt werden. Zusammen mit Distillery Manager Derrick Smith darf ich neben der Destillerie (Malt & Grain) mir auch das Labor anschauen, bekomme verschiedene New Makes vorgeführt und erklärt. Dann darf ich mit Donald zuschauen, wie ein Fass in der eigenen Cooperage getoastet wird, einen Blick ins Lagerhaus werfen und schließlich mit dem Master Blender ein paar Drams „nosen“ (nur riechen). Ein tolles Erlebnis, zu dem Ihr hier (FOLGT) mehr erfahren könnt.

Meine Unterkunft habe ich strategisch klug in der Nähe der Loch Lomond Distillery gewählt und ich hätte zu Fuß gehen können, aber die einzige passende Möglichkeit für Glengoyne war direkt im Anschluss. Also doch wieder mit dem Auto und ohne Verkostung.

Glengoyne Distillery mit Fotoerlaubnis

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Glengoyne wollte ich bereits letztes Jahr besuchen, habe das Unterfangen eine Fotoerlaubnis zu bekommen, nach einigen E-Mails aber aufgegeben. Dieses Mal nun mit noch mehr Vorlauf auf ein Neues. Zwei Tage vor meinem Besuch habe ich dann endlich die Bestätigung erhalten, dass ich alle Auflagen erfülle und auch an dem gewünschten Termin erscheinen darf. Ich war hier das bisher einzige Mal in 2008 mit meiner Familie und habe die Destillerie (von außen und optisch) sehr positiv in Erinnerung. Meine Mühe hat sich bezahlt gemacht, denn ich bekomme nicht nur einen eigenen Tourguide (Joane) zur Verfügung gestellt, sondern treffe auch den Distillery Manager Robbie Hughes, die zuständige Dame für Social Media Yvonne Granger und beim Verlassen des Geländes laufe ich noch in die Hände von Gordon Dundas. Mein positiver Eindruck hat sich verstärkt und der Aufwand hat sich rentiert. Mehr dazu (FOLGT).

Deanston Distillery

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An meinem Abreisetag habe ich noch ein wenig Zeit übrig, das Wetter ist kühl und teils feucht und so entscheide ich mich spontan, auf dem Weg zum Flughafen eine weitere Destillerie zu besichtigen. Deanston stand als Option bereit, Fotografieren ist hier problemlos möglich und ich buche meine Tour im Voraus. Die angebotenen Touren unterscheiden sich in der Menge und Auswahl der Abfüllungen, die man am Ende stehend im Visitor Center verkosten darf, und so entscheide ich mich (als Fahrer) für die günstigste Standard-Tour und nehme meinen Dram am Ende mit. Die Tourguides sind durch die Bank sehr jung und auch das Cafe und der Shop sind von der Handschrift her eher modern und auf ein junges Publikum ausgerichtet. Der größte Unterschied zu „normalen“ Destillerien, die nicht in eine alte Weberei gebaut wurden, ist aber vermutlich das Lagerhaus. Mehr dazu (FOLGT).

Natur und Bewegung

Das Wetter war teilweise sehr durchwachsen und vor allem auf meiner West-Highland Way Etappe habe ich mehr „Sprühregen“ abbekommen als mir lieb war. Trotzdem waren gerade die Ausflüge in die Natur eine sehr schöne und erholsame Bereicherung meiner sonst sehr Destillerie-lastigen Aktivitäten.

Acharn Falls

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Am Loch Tay in dem Örtchen Acharn findet man die dazugehörigen Fälle. Wer sich nun auf Google Maps verlässt, könnte der Meinung sein, dass man dorthin mit dem Auto kommt, aber das sehen lokale Schilder anders. Und wer nicht mit einem Quad anreist, hätte vermutlich auch keine Chance. So parke ich mein Auto in der Ortsmitte direkt vor dem Hinweisschild und begebe mich zu Fuß bergauf zu den Fällen. Auf dem Weg dahin findet man auch eine Einsiedlerhöhle. Der Weg zu den Fällen ist teilweise sehr steil und anstrengender als ich dachte, denn ich hatte einen mehr oder minder flachen Weg erwartet. Sowohl die Fälle als auch der Ausblick sind die Anstrengung aber wert. Als Rückweg nehme ich die andere Seite, denn das ganze ist als Rundweg ausgelegt. Empfehlenswerter Ausflug.

SRT18 - Acharn Falls

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Etappe auf dem West-Highland Way

Ich habe mir schon vor vielen Jahren den West-Highland Way vorgenommen. Mit Zelt im Rucksack und ganz alleine ist das aber nicht so mein Ding. Dann schon eher mit B&B und Gepäckservice. Ob sich das überhaupt rentiert will ich mit einer Tagesetappe herausfinden. Ich lasse mich von der Tourist Info beraten und wähle die Etappe zwischen Bridge of Orchy und dem Glencoe Mountain Ressort.

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Ich parke mein Auto in Bridge of Ochry und fahre dann vom Glencoe Mountain Ressort mit dem Bus zurück. So zumindest der Plan. Kurz vor Bridge of Orchy stehe ich längere Zeit an einer Baustellenampel, denn hier werden die Straßen neu geteert und nur eine Spur ist befahrbar. Dabei beobachte ich einige Wanderer, die den West-Highland Way auf der Etappe nach Bridge of Orchy begehen. Strahlenden Sonnenschein habe ich nicht erwartet, aber für den Nachmittag ist Regen vorhergesagt.

Mit (leichter) Regenkleidung, guten Wanderstiefeln und einem Tagesrucksack mache ich mich auf den Weg. Bereits nach 45 Minuten Fußweg wird die Luft feuchter und die Sicht schlechter. Ich bin bisher alleine unterwegs, sehe aber vor mir immer wieder andere Wanderer. Die ein oder andere Gruppe überhole ich, und manche haben es sich am Wegesrand gemütlich gemacht. Wenige kommen mir entgegen, denn die meisten scheinen die Etappe von Süd nach Nord zu machen. Gegen Ende der Etappe habe ich vielleicht 10-20 Leute getroffen.

Feucht bin ich auch geworden, denn eine vernünftige Regenjacke wäre geschickter als eine Softshelljacke gewesen. Der Weg war teilweise matschig, aber größtenteils wie eine Forststraße oder ein steiniger Bergweg. Mit einer kleinen Imbiss- und mehreren kleinen Foto-Pausen habe ich für die etwas mehr als 17 Kilometer insgesamt 3 Stunden und 40 Minuten benötigt. Mit weniger Feuchtigkeit wäre die Strecke sicher noch imposanter gewesen, aber mir hat es trotzdem sehr gut gefallen und es wird nicht mein letzter Abschnitt des West-Highland Ways gewesen sein.

Mehr zum WHW erfahrt Ihr hier: Westhighlandway.org – Inveroran to Kingshouse.

Ein paar Impressionen (größtenteils mit Handykamera):

SRT18 - West Highland Way

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Mein erster Munro: Ben Lomond

Ich spüre noch ein wenig meine Muskeln und Gelenke von der gestrigen Etappe des West-Highland Ways, aber durch spontane Planäderungen muss mein erster Munro auch mit leichtem Muskelkater funktionieren. Munro? Als Munro werden in Schottland alle Berge bezeichnet, die mindestens 3000 Fuß (914,4 Meter) hoch sind. Mehr Informationen findet Ihr bei dem Scottish Mountaineering Club (SMC). Und eine gute Routenbeschreibung findet Ihr hier: walkhighlands.co.uk – Ben Lomond.

Auch für heute ist der Regen erst gegen 15:00 Uhr vorhergesagt, aber die Spitze des Ben Lomond (974m) ist schon jetzt kaum noch zu sehen. Das verspricht keine gute Fernsicht. Aber auch hier gilt: Der Weg ist das Ziel, und so mache ich mich auf den Weg. Auf dem Parkplatz sind noch wenige Plätze frei, denn ich bin mit 11:30 Uhr eher SEHR spät dran. Der Parkscheinautomat ist etwas zickig und akzeptiert nur Münzen.

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Der Weg beginnt als Sandweg, wird aber mit der Zeit immer steiler und bereits sehr früh ist ein steiles Teilstück dabei, das mit senkrechten Steinen den Schwierigkeitsgrad für Familien oder Personen mit Handicap aufzeigt. Wenn man diese Stelle meistert, benötigt man nur noch Kondition und Ausdauer gepaart mit einem eisernen Willen. Bei mir ist es wohl mehr der Wille, der dafür sorgt, dass ich mit einigen lohnenswerten Ausblicken den Gipfel erklimme.

Der Gipfel selbst liegt in einer Wolke und es ist ziemlich frisch. Auf den Weg habe ich ganze Horden getroffen – von Familien bis zu ganzen Reisegruppen. Einige davon habe ich auf meinem Weg abwärts wieder getroffen und mich gefragt, ob es eine gute Entscheidung ist, mit Kindern in Gummistiefeln diesen Berg zu erklimmen. Oder mit leichtem Schuhwerk. Auch wenn er als „einfacher Familienberg“ gilt, ist es doch ein Munro und mit 4,5-5,5 Stunden Wegezeit und teilweise steilen und schwierigen Absätzen nicht ganz einfach.

Ich war sicher nicht der Schnellste und musste mich teilweise echt anstrengen, um die steilen Stücke mit großen Schritten zu meistern. Ich habe beim Abstieg den leichteren Weg (derselbe wie beim Aufstieg) gewählt, denn der Rundweg ist schwieriger, und ich wollte noch ein paar Bilder vom Loch Lomond machen. Zurück am Parkplatz war ich nach 4,5 Stunden und kaum saß ich im Auto, begann es auch schon zu regnen. Obwohl die Wanderung für mich sehr anstrengend war, und ich am Gipfel keine Sicht hatte, hat mir mein erster Munro gut gefallen. Zum Munro-Bagger werde ich sicher nicht, denn die 281 fehlenden Munros werde ich wohl nicht mehr alle schaffen. Aber den ein oder anderen werde ich sicher noch in meine zukünftigen Reisen einbauen.

Ein paar Impressionen (größtenteils mit Handykamera):

SRT18 - Ben Lomond

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Devil’s Pulpit (Finnich Glen)

Auf dem Weg von Balloch nach Glengoyne bin ich an dem Parkplatz schon ein Mal vorbeigefahren ohne ihn dem Devil’s Pulpit zuzuordnen, und so merke ich zu spät, dass ich hier parken sollte. Die nächste Wendemöglichkeit zieht sich etwas, aber irgendwann komme ich dann doch an und finde auch noch einen Parkplatz (Parkplatz auf Google-Maps).

Entlang der Straße über die Brücke suche ich nach einem Zugang und irgendwann tut sich ein Loch in der Mauer auf, durch das ich gehe. Ich höre Wasser und ich sehe einen Abgrund. Schilder sind hier Fehlanzeige, dafür umso mehr Stacheldraht. Ich gehe in der Nähe des Abgrunds entlang und entdecke eine enge Schlucht mit einigen Treppen. Zusammen mit ein paar weiteren Wagemutigen nehme ich den Weg nach unten und wir müssen aufpassen, dass wir auf den feuchten Stufen und Platten nicht abrutschen. Endlich unten angelangt, findet sich eine faszinierende Schlucht.

Einige der Besucher sind mit Gummistiefeln ausgerüstet und waten durch den braunen Strom durch die verschiedenen Kammern. Man könnte das auch barfuß machen, aber dafür ist es mir zu kalt und so beschränke ich mich auf die eine Kammer. Einen zweiten Abgang finde ich nur ganz am Ende des Weges. Es gibt vermutlich noch mehr Abgänge, aber seid vorsichtig, denn dies ist keine gut gesicherte Touristenattraktion, sondern gefährlich und schwieriges Terrain. Der viele Stacheldraht stellt wohl den Versuch dar, Touristen auf Abstand zu halten, aber Ihr glaubt nicht, was ich alles gesehen habe. Nur gut, dass nichts passiert ist. Trotz der vielen unvernünftigen Touristen kann ich einen Besuch nur empfehlen – aber seid vorsichtig!

Ein paar Impressionen:

SRT18 - Devils Pulpit

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Fazit

Das war mal eine etwas andere Schottlandreise. Vor allem Natur und Bewegung haben mir gut getan und mir auch die andere Seite Schottlands (nicht nur Whisky Destillerien) gezeigt. Mit Naturgewalten muss man vorsichtig sein und für längere Strecken ein wenig Kondition mitbringen. Bereitet Euch vor und hört auf die Ratschläge entsprechender Seiten (z.B. Walk Highlands).

Vier Tage Edinburgh und einige Besuche bei der SMWS mit Freunden war sehr schön und macht viel mehr Spaß als die ganze Zeit alleine zu verbringen. Danke an Heiko und Karsten für die gute Zeit!

Ein besonderes Erlebnis war es aber für mich wieder Destillerien zu fotografieren, in denen das normalerweise verboten oder nicht möglich ist. Ganz besonders bei Loch Lomond und Glengoyne bin ich dankbar, dass das geklappt hat. Und DIE Überraschung schlechthin waren Clydeside und Lindores für mich. Beides sehr schöne Destillerien und Besuchsmagnete, jede auf seine eigene Art.

Anmerkung: Sollte der Eindruck entstehen, dass ich Alkohol trinke, wenn ich fahre…. NEIN! Don’t drink and drive! Ich nehme mir Probeflaschen mit und fülle mir ab, was ich probieren darf. Das genieße ich dann zu einem anderen Zeitpunkt.