Reisebericht: Fèis Ìle 2014 – das Whisky-Festival auf Islay

Zurück von meiner Reise zum Feis Ile (richtig schreibt man das „Fèis Ìle“, aber das spare ich mir) möchte ich Euch gerne davon berichten. Vielleicht hat ja einer Lust und plant nächstes Jahr dabei zu sein, dann ist jetzt die richtige Zeit, sich um erste Vorbereitungen zu kümmern.

Islay ist DIE Whisky-Insel schlechthin mit derzeit acht aktiven Destillerien (hier findet Ihr eine Karte und ein paar Infos) und zwei in Planung (Gartbreck und Port Charlotte) sowie einer auf der Nachbarinsel JURA. Die kleine Insel (ca. 620 km²) der Inneren Hebriden hat weniger als  3.500 Einwohner, zum Festival aber ein vielfaches an Besuchern. Als wiederkehrender Besucher läuft man „alten Bekannten“ über den Weg, und wenn man sich austauschen möchte, findet man hier genügend interessierte Whisky-Enthusiasten.

Das Feis Ile findet immer in der letzten Woche im Mai statt (23.-31.05.2014) und feierte dieses Jahr 30-jähriges Jubiläum. Bei diesem Whisky-Festival organisiert jede Distillery einen „Open Day“ (mit einer Sonderabfüllung!) und es gibt viele weitere Events über die Woche. Das diesjährige Programm findet Ihr auf der Website vom Islay Festival oder in meiner Zusammenfassung (dort findet Ihr alle Events in einem Dokument).

Meine Unterkunft habe ich ein Jahr im Voraus gebucht, und das tun die meisten regelmäßigen Besucher (von denen es viele gibt!). Für 2015 wird es sicher nicht einfach noch Unterkünfte zu bekommen, da es zwei 200-Jahr Feiern geben wird: Laphroaig und Ardbeg. Mein B&B war bereits bei meiner Reservierung letztes Jahr für 2015 ausgebucht. Anreisen kann man mit Fähre oder mit dem Flieger (Flybe/Logan Air nur von Glasgow) – bei beiden Reisearten ist eine rechtzeitige Reservierung sinnvoll (die kann man aber erst einige Monate vorher vornehmen).

Viele Events habe ich bereits (weit) im voraus gebucht (sobald diese bei den jeweiligen Destillerien online buchbar waren), denn auch hier muss man schnell sein, wenn man unbedingt an dem einen oder anderen Event teilnehmen möchte. Man kann sich auch auf den Open Days „rumtreiben“, aber ich versuche immer ein wenig antizyklisch unterwegs zu sein, denn ich mag keine Massenansammlungen, sondern schätze eher ausreichend Zeit, um mich mit den Leuten aus den Destillerien (dafür ist das Feis Ile leider nicht die beste Zeit….), den Einheimischen und den anderen Besuchern zu unterhalten.

Die folgenden „Top-Events“ habe ich während meines 10-tägigen Aufenthalts besucht:

Zu meinen „Top-Events“ werde ich in den nächsten Tagen noch ausführlicher berichten, aber dafür muss ich meine ca. 2.000 Bilder sichten und eine geeignete Auswahl treffen. Alle von mir besuchten Events fand ich hervorragend, aber die beiden für mich besten (und vermutlich einmaligen) Events waren die Schicht bei Ardbeg und die „Ultimate Tour“ von Diageo. Spannend war es auch Jim McEwan und Richard Paterson kennenzulernen.

Außerhalb der gebuchten Events habe ich alle Destillerien besucht und fotografiert. Außerdem war ich in Gartbreck und hatte die Möglichkeit, mit Sean und Martine Donnay (die Eigentümer) zu sprechen. Zu Port Charlotte konnte ich nichts Neues herausfinden, außer, dass es noch ein paar Unstimmigkeiten zu beseitigen gilt, bevor hier etwas weiter geht.

Darüber hinaus habe ich mir natürlich auch die Insel (wieder) angeschaut. Es gibt dort sehr viele herrliche Plätze und neben den bereits in 2012 besuchten Highlights kamen einige neue hinzu. Mich zieht es vor allem an die Strände (Machir Bay, Saligo Bay, Loch Gruinart, entlang dem Loch Indaal, etc.) bzw. an die Küste (die Strecken nach Bunnahabhain, von Portnahaven über Kilchiaran nach Port Charlotte oder and die Südküste von Port Ellen nach Ardtalla). Neben diversen Vogelarten kann man hier vor allem Robben entdecken. Ich habe mir sagen lassen, dass man auch Delphine und Wale beobachten kann. Den höchsten „Berg“ (Bein Bheigeir, 491m) habe ich auch dieses Mal nicht mehr untergebracht, denn dafür hatte ich bereits zu viele Programmpunkte.

Da ich auch gerne die abgelegenen Orte erreichen möchte, und vor allem zu ungewöhnlichen Zeiten, nehme ich mir immer einen Mietwagen am Flughafen (ja auch den buche ich im Voraus). Ich möchte hier sehr deutlich darauf hinweisen: don’t drink & drive! Es gibt immer wieder schwere Unfälle – auch dieses Jahr gab es wieder einen. Vor allem wenn man etwas getrunken hat, kann die Umstellung auf den Linksverkehr zu Problemen führen. Ich nehme deshalb immer meine leeren Probefläschchen mit oder kümmere mich um einen Fahrservice (z.B. Taxi). Es gibt übrigens auch vier Polizisten auf Islay.

Mit dem Wetter hatten wir auch dieses Jahr wieder sehr viel Glück. In 2012 hatte ich durchgehend nur strahlend blauen Himmel, dieses Mal gab es auch ein paar kleine Regenschauer (hat mich aber nie erwischt) und teilweise dicht bewölkten Himmel. Das Wetter kann sehr wechselhaft sein, aber zum Festival ist es häufig gut.

Fazit: Auch mein zweites Festival war wieder toll, und wenn Ihr bei einer der Destillerien etwas außergewöhnliches erleben wollt, bietet sich ein Besuch während dieser besonderen Zeit an. Spätestens am Sonntag reisen die meisten Besucher ab und so konnte ich mal einen „ruhigen“ Sonntag auf der Insel erleben. Reservierungen in den Restaurants sind dann nicht mehr notwendig und das Gedränge in den Pubs ist dann Vergangenheit. Es gibt weitere Events wie z.B. Rugby am Strand oder das Jazz-Festival im Herbst. Und wer es lieber „ruhig“ mag, sollte außerhalb der großen Ereignisse die Insel besuchen.

Islay ist immer eine Reise wert!

Weitere nützliche Infos findet Ihr u.a. hier:

2 Gedanken zu „Reisebericht: Fèis Ìle 2014 – das Whisky-Festival auf Islay

  • 04/06/2014 um 0:11
    Permalink

    Hallo Peter,
    ein gelungener Artikel und wohl auch ein schönes Erlebnis. Mein Neid sei dir gewiss.
    Irgendwie frage ich mich schon wieviel cl du dir in den 10 Tagen zugeführt hast, oder hast du etwa die genutzen Probefläschen durch den Zoll gebracht? ;-)
    Dann bin ich mal gespannt auf deine Bilderauswahl. Ca. 200 Bilder den Tag ist ja schon ein guter Schnitt, die digitale Welt macht es möglich, SD (o.ä.) Karten sind doch wesentlich leichter zu handeln als die alten Filme (OK, liebe Puristen, nicht böse sein).
    Meinen Whisk(e)y-Konsum musste ich leider doch stark zurück fahren, daher bleiben mir derzeit nur noch die Berichte vom Wasser des Lebens…

    • 05/06/2014 um 19:54
      Permalink

      Hallo Karsten,

      freut mich, dass Dir der Artikel gefallen hat. Die nächsten sind schon in Arbeit.

      Ich habe vor Ort gar nicht so viel konsumiert, da ich häufig gefahren bin. Einen Teil der Probeflaschen habe ich dann am Abend verkostet und zwölf davon habe ich mitgebracht. Da stehen noch einige interessante Verkostungen an.

      Die Masse der Bilder liegt u.a. auch an der Serienbildfunktion, um den besten Moment zu erwischen. Das wird sich noch reduzieren… Muss jetzt die Bilder aussortieren und dann stelle ich die Online.

      Liebe Grüße
      Peter

Kommentare sind geschlossen.