Tamdhu – „Afternoon tea and tours“

Spirit of Speyside Whisky Festival: Tamdhu

Auch Tamdhu bietet keine regulären Führungen an, hat aber für das SoSWF wieder die Türen geöffnet. Los ging es nicht mit einer Tour, sondern mit Kuchen und Tee im alten Bahnhof von Tamdhu. Der Bahnhof liegt kurz hinter der Destillerie und dient als Veranstaltungsraum. Nach dieser Stärkung geht es in einer kleinen Gruppe los in Richtung der Lagerhäuser. Begleitet werden wir nicht nur von einem Stillman, sondern gleich von Dreien sowie einer Kollegin.

Tamdhu wurde 1896 gegründet, 2009 von Edrington eingemottet, 2011 an Ian Macleod Distillers verkauft und hat 2012 die Produktion wieder aufgenommen.

Distillery Tour

Eugene Shiels ist einer der Stillmen. Er erzählt uns unterwegs in mehreren Stationen alles notwendige zur Destillerie und dem Herstellungsprozess. Über den Vorplatz geht es erst Mal zur Porteus-Mühle. Diese ist zur Abwechslung grün und nicht, wie die meisten, rot. Weiter zur  Mashtun, die 12 Tonnen fasst. Der Mashing-Prozess ist noch nicht voll-automatisiert, wird es aber in der Wartungszeit Juli/August werden. Noch gibt es die „alte“ Anzeigetafel, die bereits durch Monitore ersetzt wurde, und auch noch einige Schalter sind auf dem Steuerpult aktiv. Weiter geht es zu den neun hölzernen Washbacks. Auch davon wird eines während der Wartungsphase überholt. Durch die Fenster fällt angenehmes Licht und leuchtet die Washbacks besonders intensiv aus. Die sechs Potstills werden seit kurzem bereits voll-automatisiert betrieben. Das alte Steuerpult steht mit einer dicken Staubschicht überzogen noch an der originalen Stelle. Aktuell werden hier ca. 4 Mio. LPA (Liter purer Alkohol) pro Jahr erzeugt.

Lagerhaus und Tasting

Im Lagerhaus erwarten uns der alte und der neue Destillery Manager: Sandy Coutts und Sandy McIntyre. Beide haben je eine Fassprobe gezogen und wollen von uns nun wissen, welcher uns besser schmeckt.

  • Sandy Coutts: „American Oak“, Faß 2220 aus 2001 mit 60.3%
  • Sandy McIntyre: „European Oak“, Faß 7766 aus 2002 mit 61.2%

Beide könnten zu eine der nächsten Abfüllungen werden und sind drei bzw. vier Jahre älter als die aktuelle 10-jährige Abfüllung. Mein Favorit ist der American Oak, aber beide sind sehr lecker. Ich freue mich schon, wenn es einer der beiden Whiskys in die Flasche schafft. Der 10-jährige ist bereits sehr lecker an der Nase, aber die paar Jahre mehr geben ihm zusätzliche Reife im Geschmack.

Fazit

Nicht nur die Besucher haben an diesem Tag glänzende Augen vor Begeisterung, sondern auch alle Mitarbeiter. Wir fühlen uns willkommen und alle Mitarbeiter sind hoch motiviert, ihr Wissen weiterzugeben. Ich hatte noch nie ein Tour auf der mir gleich drei Stillmen mit ihrem Wissen zur Seite standen. Tamdhu ist noch nicht auf Besucher eingestellt, aber die Destillerie ist sehenswert. Die Stillmen haben sehr gut herumgeführt und informiert und auch einen Shop gibt es bereits. Der Automatisierungsgrad nimmt leider ein wenig den Charme aus der „guten, alten Zeit“, dies ist aber wohl nicht zu verhindern.

Danke für diesen tollen Event! Ich freue mich schon auf meinen nächsten Besuch.

SoSWF 2015 - Tamdhu

Mein Besuch bei Tamdhu während des Spirit of Speyside Whisky Festivals 2015
Alter Bahnhof als Tearoom
Tamdhu Bahnhof
Eugene Shiels
Karl Harris und Kollegen
Tamdhu mit Lagerhäusern
Fässer bei Tamdhu
Blick von der Seite
Porteus Mühle
Trichter, Mühle und Schaltpult
Steuereinheit Mashtun
Mash tun
Steuereinheit Mashtun 2
Anzeigetafel
Mash tun 2
Washbacks
Washback Nummer 1
Mashhouse
Potstill Control
Potstills
Alte Kontrolleinheit
4 Stills
Alte Kontrolleinheit 2
Lagerhaus
Eines der beiden Cask Samples
Fass von 1961
Sandy & Sandy