Tasting: Wemyss Midsummer Single Cask

Vor einiger Zeit – genau zu Midsummer – hat Wemyss Malts eine neue Single Cask Range angekündigt. Vier Proben haben sich zu mir verirrt und ich kann es kaum erwarten zu probieren: Arbor in Bloom (1995, Glen Grant), Nuts about Pears (1991, Blair Athol), Spiced Rum Baba (1988, Glenrothes), Fields of Barley (1990, Bunnahabhain).

  • „Arbor in Bloom“, 1995, 20yo, SC, 46%, Glen Grant Distillery, Speyside, 258 Flaschen
  • „Nuts about Pears“, 1991, 24yo, SC, 46%, Blair Athol Distillery, Highlands, 312 Flaschen
  • „Spiced Rum Baba“, 1988, 27yo, SC, 46%, Glenrothes Distillery, Speyside, 388 Flaschen
  • „Fields of Barley“, 1990, 24yo, SC, 46%, Bunnahabhain Distillery, Islay, 278 Flaschen

Wie immer sind alle Wemyss Single Cask Single Malt Abfüllungen ohne Farbstoffzusatz und ohne Kältefiltration. Über das gesamte „Wemyss Malts Midsummer Single Cask Release of 2016“ könnt Ihr hier nachlesen: NdW 25|16: Wemyss, Port Askaig, Lagavulin.

Die Proben hat mir Wemyss Malts zur Verfügung gestellt und ich bin gespannt, was mich erwartet.

Tasting Notes – Arbor in Bloom

Offizielle Notes

  • Colour: Golden syrup
  • Nose: Daffodils decorate a table set with frangipane tart, freshly sliced star fruit, rhubarb sponge and candied ginger washed down with spicy papaya tea.
  • Palate: On a hot sunny terrace grow a tangle of orange and lemon trees yielding ripe fruit, with roasted butternut squash dusted with Moroccan spice and ginger bursting on the palate.
  • Finish: Rich, indulgent chocolate orange harmonises with exotic spice.

Meine Notes

  • Nase: Ein ganzer Strauß verschiedener Blumen erwartet mich, aber nicht mit leichten sommerlich floralen Noten sondern richtig kräftigen Aromen. Kein typischer „luftiger“ Glen Grant, wie ich ihn kenne sondern komplex und interessant. Die malzigen Grundnoten sind vorhanden, aber daneben Früchte und eine gewisse Schärfe / Alkoholnote. Jetzt kommen süße, zuckrige Fruchtnoten zum Vorschein. Lasst Euch Zeit. Sogar ein wenig Leder kommt an den Glasrand – Ihr wisst schon vom Ohrensessel.
  • Geschmack: Der kommt mit einer süßen Fruchtnote und mit ganz dezentem Kribbeln auf der Zunge. Rund und ausgewogen. Leicht und ein wenig würzig mit einer Schokoladennote, aber deutlich weniger komplex und aufregend wie an der Nase.
  • Abgang: Leichte Orangennote und Würze mit Hang zur Eiche.

Das ist eine sehr spezielle Abfüllung. Hier gibt es viel zu entdecken, aber man muss sich Zeit lassen. Für mich kein typischer Glen Grant, denn die werden in der Regel sehr jung und mit 40% für den italienischen Markt getrimmt. Sehr schade, wie diese Abfüllung zeigt, dass es nicht mehr von solchen Abfüllungen gibt.

Tasting Notes – Nuts about Pears

Offizielle Notes

  • Colour: Pale honey
  • Nose: All the fun of the fair with a bountiful bag bursting with fizzy apple sherbet, aniseed balls, candy floss, hard fruit boiled sweets and sugar coated nuts.
  • Palate: A homely baked crumble heavy with baked pears, apple and dark plum crusted with toasted oats and chunky walnut pieces served with a sweet white wine cup.
  • Finish: An earthy, oily richness gives way to lush, macerated fruits.

Meine Notes

  • Nase: Birne und Apfel. Mehr die sommerlich, fruchtigen Noten. Ein wenig „staubig“, nicht negativ sondern ein wenig neutral, nicht die Fruchtbombe. Das sind eher gekochte Früchte. Nüsse finde ich keine. Aber diese englischen Weingummis, die kommen da relativ nahe ran.
  • Geschmack: Streuselkuchen mit Birne. Kommt hin. Ein wenig Nüsse und auch vom Weißwein ist etwas vorhanden. Aber auch diese Weingummis finde ich wieder.
  • Abgang: Würzige Noten mit einem langen Abgang. Gegen Ende stellt sich ein trockenes Mundgefühl ein.

Mein erster Blair Athol. Interessant aber das wird keiner meiner Lieblingswhiskys. Mit der Zeit kommen weitere Aromen zum Vorschein, aber die gehen alle in eine ähnliche Richtung, die mir nicht so zusagt.

Tasting Notes – Spiced Rum Baba

Offizielle Notes

  • Colour: Red copper
  • Nose: A party of puddings with rum baba topped with redcurrants, and black cherry gateau layered with dark chocolate, presented with gently smoked black tea infused with liquorice and angelica.
  • Palate: Imagine dipping cranberry, cherry and chocolate chip cookies into a steaming mug of exotic spiced mocha laced with ginger and nutmeg with rumtopf of peaches and blackcurrants.
  • Finish: Rich fruitiness and toasted spices envelope the palate with a generous hug.

Meine Notes

  • Nase: Rum und Gewürze. Das ist tatsächlich mein erster Eindruck. Ein wenig kommen Bilder von eingelegten Rosinen in mir hoch. Backen mit Rumaroma. Dann eher Kirsche und auch der erkaltete Beutel mit schwarzem Tee.
  • Geschmack: Süße Kirschen und Rumtopf. Schokolade und Pfirsiche. Sehr angenehme süße Früchte mischen sich mit ein wenig Kaffeenote.
  • Abgang: Die Pfirsiche kommen und bleiben lange im Abgang. Dann Gewürze in Kombination mit dem Rumtopf mit eingelegten Früchten.

Vor allem der Pfirsich hat mich sehr überrascht. Davon lese ich häufig, habe ihn aber selten selber im Glas. Besonders ausgeprägt ist er beim Schlucken wahrnehmbar.

Tasting Notes – Fields of Barley

Offizielle Notes

  • Colour: Pale gold
  • Nose: Breezy sea air blows over a ripened field of barley overgrown with wild herbs, celery and chicory all tied together with buttercups and elderflower.
  • Palate: A rustic beer flavoured with hops and honey is poured from a jug and enjoyed with granary toast, almond studded cookies and gooseberry sorbet.
  • Finish: Roasted pecan nuts relax with water to give a grapefruit fresh finish.

Meine Notes

  • Nase: Nun bin ich am Meer angekommen. Meeresbrise mit Salz und leichter Rauchnote ist mein erster Gedanke. Speckiger Rauch.
  • Geschmack: Ein malziges Bier. Honig ja, Hopfen nicht so stark. Mandeln sind ebenfalls vorhanden. Und die Stachelbeeren sind auch da.
  • Abgang: Pfeffriger Abgang mit Pekannüssen.

Auch wenn ich in den originalen Notes nichts von Rauch lese, nehme ich solchen wahr. Bunnahabhain ist meist nicht rauchig, manchmal ein wenig und manchmal auch kräftig. Das hier ist aus der Kategorie ein wenig – für mich zumindest.

Fazit

Bei dem LineUp war ich mir sicher, dass mir der Bunnahabhain am besten gefallen wird. Weit gefehlt. Die originalen Notes geben einen sehr guten Eindruck, welche Aromen man finden kann, aber ich habe sie dieses Mal nicht alle gefunden. Teilweise konnte ich sie nachvollziehen, teilweise lag ich ganz woanders (wie beim Bunnahabhain). Die Namen der Abfüllungen zeigen aber wie immer in die richtige Richtung, denn man bekommt sofort eine Idee, welche Aromen einen erwarten. Das ist das Schöne bei Wemyss. Mein Favorit? Überraschenderweise der Glen Grant, denn er ist sehr komplex und mit 46% auch geschmacklich kräftiger als die Standardabfüllungen.

Weitere Abfüllungen

Wemyss bringt in regelmäßigen Abständen neue Single Cask Abfüllungen auf den Markt. Wenn Ihr Euch für eine Abfüllung interessiert, solltet Ihr schnell sein, denn jedes Release hat nur wenige hundert Flaschen und das weltweit. So ist das nun mal bei „Single Cask“.

Meine letzten Berichte (mit Tasting):

Vielen Dank an Wemyss Malts für die vier Proben!