Tasting: 5 der Wemyss Malts Single Cask Release 2016

Vor kurzem habe ich über die neuen Abfüllungen von Wemyss Malts berichtet. Von fünf der neuen Abfüllungen konnte ich mir auf der HanseSpirit eine Probe abfüllen. Aus diesen fünf Destillerien stammen die mitgebrachten Abfüllungen: Bunnahabhain, Bowmore, Clynelish,  Craigellachie und Glenrothes. Mal sehen, was in denen steckt…

Die folgenden Einzelfassabfüllungen sind es (in meiner Tasting Reihenfolge):

  • Craigellachie – „Barrista’s Dram“, 2002, Speyside, 43%, ca. 70.- EUR
  • Glenrothes – „Toasted Anise“, 1996, Speyside, 46%, 401 Flaschen, ca. 105.- EUR
  • Clynelish – „The Highland Mariner“, 1997, Highlands, 46%, 341 Flaschen, ca. 110.- EUR
  • Bowmore – „Coastal Confection“, 1996, Islay, 54.7%, 269 Flaschen, ca. 105.- EUR
  • Bunnahabhain – „Sizzling Charcoal“, 1997, Islay, 46%, 216 Flaschen, ca. 100.- EUR

Alle ohne Kältefiltration (no chill-filtration) und ohne Farbstoff. Alle abgefüllt in 2015. Die Einzelfässer ergeben nur eine limitierte Anzahl weltweit. Das bedeutet für die deutschen Liebhaber: schnell sein, wenn die richtige Abfüllung dabei ist, denn nur ein Teil davon wird in Deutschland ankommen. Da die Flaschen noch nicht beim deutschen Handel sind, stammen die Preise von einem Shop in UK.

Danke an Corinna Schwarz von Alba Import für die Proben.

Tasting Notes

Leider habe ich noch keine offiziellen Tasting Notes. Deshalb müsst Ihr Euch mit meinen begnügen.

Craigellachie – Barrista’s Dram

  • Nase: Malzig, Orangenschale und tatsächlich eine leichte Kaffeenote. Nach einiger Zeit erinnert mich der Geruch an die mit Schokolade überzogenen Kaffeebohnen. Mit Wasser kommt erst mal eine Alkoholnote durch. Zeit lassen. Dann kommt wieder die Schoko-Kaffeebohne. Er wird grasiger, erdiger.
  • Geschmack: Angefangen mit einer leichten frischen Brise geht der über in Schokolade dann weiter in Kaffee begleitet von Frucht und Schokolade. Mit Wasser kommen Gewürze und Ingwer zum Vorschein.
  • Abgang: Der Kaffee bleibt mit einer Kakaonote bestäubt noch lange zu erahnen. Mit Wasser kräftigere Alkoholnote und etwas Eiche. Trockener.

Ich gebe gerne ein paar Tropfen Wasser nach der ersten Runde hinzu. Der gefällt mir ohne Wasser aber besser.

Glenrothes – Toasted Anise

  • Nase: Was für ein Geruch. Neu in meiner Aromenpalette für Whisky. Anis kenne ich nur aus Tee. Sind das Birnen im Hintergrund? Würziger mit der Zeit.
  • Geschmack: Auch der hat einen kräftigen Antritt. Dann kommt der Anis. Ingwer. Dann kommt doch noch eine kleine Karamellnote durch.
  • Abgang: Würzige Noten. Da kommt ein ganzes Bündel aus der Küchenschublade. Ein wenig Kirsche.

Meine letzten Glenrothes habe ich hier besprochen: Tasting: Glenrothes Vintage 1995, 1998 und 1988. Und ein paar Bilder von Glenrothes findet Ihr hier: Glenrothes mit Ronnie Cox und Martine Nouet.

Clynelish – The Highland Mariner

  • Nase: Leichte salzige Meeresbrise mit ein wenig Karamell. Erdige Noten. Waldspaziergang. Im Hintergrund lauert immer wieder etwas süßes. Würzige Noten. Preiselbeeren.
  • Geschmack: Typischer Clynelish Destillerie-Charakter. Pfeffrig und trotzdem ein süßlicher Touch. Ein wenig Rauch. Honig. Gewürze.
  • Abgang: Lange hält die pfeffrige Seebrise. Und immer schwingen Rauch und Karamell mit.

Clynelish gehört zu meinen Lieblingsdestillerien. Auch der hier gefällt mir sehr gut. Schön komplex und alle verschiedenen Eindrücke passen gut zusammen.

Bowmore – Coastal Confection

  • Nase: Süße Bonbons in eine Rauchnote gehüllt. Fruchtnoten. Ananas. Dann kommt der Rauch stärker durch. Wird ein wenig speckiger. Brauner Zucker und Candisnoten. Ein wenig Kaffee. Mit Wasser kommt ein wenig mehr Rauch durch. Ingwer.
  • Geschmack: Rauch. Dann kommt ein wenig der fruchtigen Süße. Erbsen. Ingwer. Pfeffernote.
  • Abgang: Fruchtiger Rauch hält sich eine ganze Weile.

Ein kleiner rauchiger mit viel Bonbon Einfluss. Der ist ganz gefällig. Ich habe mit manchen Bowmores ein Problem. Mit dem hier nicht.

Bunnahabhain – Sizzling Charcoal

  • Nase: Kalte Grillkohle. Vanille. Würziger Rauch. Schmiere von einer Dampflock. Mit Wasser: Malzige Zitrusnoten.
  • Geschmack: Kräftiger Rauch, dann kommt Frucht. Mit Wasser: pfeffriger. Die Malznote kommt stärker durch. Ein wenig BBQ mit Zitrus.
  • Abgang: Pfeffrige Note. Hält sich mit der Grillkohle noch eine ganze Weile.

Auch das ist ein klasse Malt. Einer der wenigen rauchigen Bunna’s.

Mehr zu Wemyss

Der Familiensitz von Wemyss (wird ‚Weems‘ ausgesprochen) ist das Wemyss Castle in der Nähe von Edinburgh am Firth of Forth. 2014 hat Wemyss in der Nähe von St. Andrews die Kingsbarns Distillery eröffnet.

Mehr Artikel zu Wemyss findet Ihr im Schlagwort-Archiv.

Die Abfüllungen von Wemyss

Die Single Cask Abfüllungen sind mit farblichen Etiketten in die fünf Regionen unterteilt: Speyside, Highland, Islay, Lowland und Campbeltown. Ausgewählt werden diese von einem Nosing Panel dessen Vorsitz Charlie Maclean hat. Nicht nur die typischen Charakteristiken der jeweiligen Regionen spielen eine große Rolle bei der Auswahl der Fässer sondern auch nur die besten davon werden ausgewählt.

Jede dieser Abfüllungen bekommt dann einen zum Aromenprofil passenden Namen. Das klappt überraschend gut. Abgefüllt werden sie (meist) mit mindestens 46%. Das ist nicht nur meine bevorzugte Trinkstärke sondern macht auch eine Kältefiltration überflüssig. Und Farbe (Zuckerkulör) wird ebenfalls nicht hinzugefügt.

Neben den Single Cask Abfüllungen gibt es von Wemyss auch Blended Malts. Mehr dazu findet Ihr hier: Wemyss aktualisiert Blended Malts Range.