Tasting: Ardbeg Kelpie CR vs. Kelpie AD

Heute ist Ardbeg Day und es gibt den neuen Kelpie (AD = Ardbeg Day) mit 46%. Ich durfte ihn schon probieren und habe ihn wieder gegen den stärkeren CR (Committee Release) verglichen. Welcher gefällt mir besser?

  • Ardbeg Kelpie, Committee Release (CR), 51.7%, 84.- EUR
  • Ardbeg Kelpie, Ardbeg Day (AD), 46%, 92.- EUR

Ab heute dem 03.06. kann man den AD bei den Ardbeg Embassies kaufen. Ab dem 12.06. dann auch im Fachhandel.

Das CR habe ich bereits vor einiger Zeit probiert und auch darüber berichtet: Tasting: Ardbeg Kelpie – Committee Release. Hier findet Ihr auch weitere Infos zum Kelpie. Der AD hat 46% anstatt der 51.7% des CR, kostet dafür aber mehr. Das muss mal wieder eine sehr wertvolle Umverpackung sein.

Tasting Notes

CR – Committee Release

(Die Notes stammen von meiner ersten Verkostung, aber ich verkoste beide parallel).

  • Nase: Torfig und sehr würzig. Der gefällt mir an der Nase schon mal sehr gut. Vanille und Eiche sind ausgeprägt, aber es ist kein Virgin Oak, wie ich es kenne. Das müssen die Fässer aus dem Nordkaukasus sein. Lagerfeuer. Der ist relativ „klar“, d.h. nicht viele versteckte Aromen, die sich hinter dem Torf verstecken, aber diese würzige Süße ist schön.
  • Geschmack: Der hat Kraft. Der Pfeffer breitet sich über die Zungenspitze langsam aus und nimmt Stück für Stück meiner Zunge in Beschlag. Die angenehme Pfefferschärfe macht aber schnell einer süßlich-würzigen Note Platz. Auch der Torf ist präsent.
  • Abgang: Auch hier machen sich die frischen Fässer bemerkbar. Neben Vanille und dieser süßlichen Würze ist die Eiche nicht zu übersehen. Sie klopft an, und an, und an….. Ich habe den auch Minuten später auf der Zunge. Die Eiche ist weg, aber der Torf hält immer noch an. Und auch der Biss in das ausgekühlte angekokelte Holzstück ist da.

AD – Ardbeg Day

  • Nase: Viel Vanille und Toffee. Öliger Torf und Kräuternote drängt sich mir als nächstes auf. Mandelholz und Schokolade. Auch den geräucherten Fisch und den Seetang finde ich. Immer wieder kommen die Kräuternoten. Nur drei Tropfen Wasser verändern den Geruch deutlich. Pfirsichkerne und Rauch. Die Ardbeg-Note mit Kaffee. Nach etwas Zeit: Räucherspeck.
  • Geschmack: Eine leichte Pfeffernote breitet sich aus und wird immer stärker. Toffee und dunkle Schokolade. Fruchtige Noten mit Pfirsich bekomme ich auch. Und viel Torf ist immer noch da.
  • Abgang: Ein wenig Pfirsich und noch viel Pfeffer. Nach einer Weile eine leichte Eichennote. Mit Wasser ein wenig mehr Schokolade auch noch im Abgang.

AD – offizielle Notes

  • Nase: Wundervolle, intensiv-„tanzende“ Aromen an der Nase, vielschichtig und ineinander verflochten von kräftig, öligem Torf, dunkler Schokolade, geräuchertem Fisch, Seetang und einer intensiven, scharfen Kräuternote. Wellen von würzigem, schwarzen Pfeffer folgen. Ein Spritzer Wasser bringt einige klassische Ardbeg-Noten hervor, dazu cremiger Kaffee, geräucherter Buttertoffee und Kiefernharz. Ferner ein Anklang geräucherter Kokosnuss.
  • Geschmack: Ein pfeffriges Mundgefühl, gefolgt von einem Crescendo reichhaltiger Aromen: Melasse-Toffee, türkischer Kaffee, rauchiger Speck und viele dunkle Schokolade. Fruchtige, leicht überreife Noten von Pfirsich, Hickory-Holz, Nelkenöl und ein Hauch schwarzer Oliven im Nachgeschmack.
  • Abgang: Das Finish ist scheinbar unendlich mit tiefen Aromen von Gewürznelke, Teer und festem Toffee.

Fazit

Der CR ist am Anfang verschlossener an der Nase. Nicht so viel Kräuternote. Diese kommen erst deutlich später. Er braucht länger, um seine Aromen frei zu geben. Aber er hat mehr Kraft und das gefällt mir. Der AD ist gut ausbalanciert und kann überzeugen.Vor allem die kräftige Kräuternote kommt beim AD besser durch. Mir gefällt der CR aber dieses Mal einen Tick besser.