Diageo Special Releases 2016 - Tasting

Tasting: Diageo SR 2016 – Cambus & Linkwood (4/5)

Leider hatte ich keine Zeit an der deutschen Vorstellung der Diageo Special Releases 2016 in Berlin teilzunehmen, aber ich hatte Glück und habe von allen zehn Abfüllungen ein Sample abbekommen. Heute: Teil 4 – Cambus tritt gegen den Linkwood an.

  • Linkwood, 37yo, 1978, 50.3%, 6.114 Flaschen, 600.- GBP / 829.- EUR
  • Cambus, 40yo, 1975, Grain Whisky, 52.7%, 1.812 Flaschen, 750.- GBP / 1.039.- EUR

Die GBP-Preise stammen aus der englischen , die EUR-Preise aus der deutschen Pressemitteilung. Alle Hintergrundinformationen zu den Diageo Special Releases 2016 findet Ihr hier Diageo Special Releases 2016 – mit Tasting Notes. Meine anderen Notes findet Ihr hier:

Tasting Notes – Linkwood

Offizielle Notes

  • Farbe: Kräftiges Goldgelb, poliertes antikes Messing.
  • Nase: Weich, braucht etwas Zeit, sich zu öffnen; dann langsame Entfaltung delikater frischer Fruchtnoten, süßer reiner Fruchtsalat aus Honigmelone, Trauben, Mandarinenzesten, Apfel und Birne über einer Basis aus krümeligem Buttertoffee. Allmählich intensiver und kräftiger wie Fruchtsalat in Sirup; vielleicht cremiger mit Marzipan, Vanille und einer Spur Süßholz. Dann anmutig betörend und berauschend, mit Noten von weißer Rose über weicher Crème brûlée. Wasser schließt sein Aroma auf, ohne es zu verändern. Mehr Buttertoffee; dann duftend wie ein altmodischer Obstladen im Sommer.
  • Körper: Mittelschwer.
  • Gaumen: Verlockend, zunächst großzügige weiche Textur; fruchtig süß und insgesamt zuckrig, dann wärmend und herb mit Bratapfel in der Mitte des Gaumens. Schnelle Entfaltung einer appetitlichen Trockenheit mit schwarzem Tee und Kräuterhustenbonbons, ausbalanciert durch Rum & Raisin-Eiscreme, Limette und wachsige Vanille. Schließlich Noten von Ingwer, Nelken und einer Prise Salz. Mit Wasser wird der Apfel leicht karamellisiert und geht mit zuckersüßem Vanillebiskuit einher.
  • Abgang: Lang anhaltend und wärmend, mit pfeffriger Note. Eichenholzbetont und kräuterig mit trockenen umhüllenden Tanninen und einem sauberen, aromatischen Finish; im Nachgeschmack Gewürze in Kombination mit Milchschokolade und geschliffenem Hartholz. Mit Wasser trockener, aber dennoch wärmend; leichter, mit Nuancen von Zedernholz, wachsig und späten weicheren und längeren Tanninen.

Meine Notes

  • Nase: Begrüßt werde ich von Mandarine. Leichte und dezente Fruchtnoten eines schönen gereiften Speysiders. Ich finde neben den süßen Vanillearomen auch noch etwas liebliches, vielleicht ist das das Süßholz? Die süßen Aromen werden intensiver. Die Vanille nähert sich einer karamellisierten Crème brûlée an. Ein leichter Anklang von Rum und Rosinen. Mit fünf Tropfen Wasser wird die Ananas betont.
  • Geschmack: Leichtes Kribbeln in den Wangen, aber mild. Süßer Fruchtsalat aus Ananas, Erdbeere, Apfel und Melone. Auch den schwarzen Tee kann ich nachvollziehen. Vanille. Mit Wasser bleibt noch genügend Kraft übrig, aber er wird noch ein wenig süßer. Abgerundet mit den Kräutern.
  • Abgang: Sehr mild, lange und nussig. Mit Wasser mehr Kräuter. Gegen Ende stellt sich etwas Eiche ein und macht den Abgang etwas trockener.

Tasting Notes – Cambus

Cambus war eine Grain Whisky Destillerie, die 1993 von Diageo geschlossen wurde.

Offizielle Notes

  • Farbe: Tiefes Goldgelb mit bernsteinfarbenen Reflexen.
  • Nase: Erstaunlich lebhaft, schnell ins Süße übergehend. Reine fruchtige Kopfnoten reifer roter Äpfel, Ananas und Kapstachelbeeren erheben sich über einer breit gefächerten, süßlichen Mischung aus weichen Erdbeerkaubonbons, Mürbeteiggebäck und Milchschokolade mit weichem, saftigem Toffee. Nussig, mit einer Spur Kerzenwachs; mit etwas Wasser weicher; allmählich entwickelt sich eine leichte minzfrische Nuance von Kiefernholz mit zarten Anklängen wachsiger roter Beeren; dann zunehmende Tiefe mit dunklem Toffee, Frucht und Mandel vor der Schärfe frischer grüner Äpfel und Ingwer.
  • Körper: Leicht, sehr weich.
  • Gaumen: Kühl, leicht trocken, harzig (Kiefer); zunehmende Wärme und Süße, so als wäre Karamelleiscreme von pikantem Rauch durchdrungen; dann ziemlich dicht, mit einer Note von Rosinen und Anklängen von Birnendrops und Pflaume sowie einer Schärfe im Abgang. Wasser bringt seine besten Eigenschaften hervor, jetzt kühler, etwas süß, salzig und leicht wachsig, mit Ingwer und weißem Pfeffer; zunehmend zäh und umhüllend; kurzzeitig fruchtig, dann wärmend wie ein üppiger feuchter Ingwerkuchen.
  • Abgang: Kurz, aber warm, sanft und süß, mit Noten von Crème Brûlée und Ingwer, überlagert von leichtem, reinigendem Eukalyptus. Ein leichter Holzton entsteht, während die Süße von dezenten Tanninen unterstrichen wird. Mit Wasser leicht; appetitanregend wie ein Aperitif.

Meine Notes

  • Nase: Eine geniale Süße, kandierte rote Äpfel auf dem Jahrmarkt. Honig und Vanille. Ein wenig überzogene künstlich anmutende Süße eines süßen Bonbons, aber einem von dem man nicht genug bekommen kann. Das ist einer von diesen Cambus, den man stundenlang riechen könnte und immer wieder etwas neues entdeckt. Da ist auch ein Touch eines süßen Rums. Genießer von Rum werden diese Nase lieben. Mit fünf Tropfen Wasser nimmt die Süße ein wenig ab. Minze und Ingwer treten dafür an. Und auch die Stachelbeeren finde ich jetzt.
  • Geschmack: Süße Rosinen in Rum eingelegt. Die Süße von der Nase ist auch am Gaumen. Am Anfang wird die Süße noch von ein wenig schokoladenummanteltem Ingwer begleitet. Wird im Mund immer öliger bis ich fast davon abbeißen kann. Mit Wasser ein wenig sanfter aber auch weniger süß. Der Grundcharakter bleibt aber erhalten. Walnusseis mit zuckersüßem Sirup.
  • Abgang: Eukalyptus mit leichter Schärfe, geht über in einen süßen und minzigen Ton. Mit Wasser noch ein wenig frischer.

Fazit

Beides sehr schöne Whiskys, die nicht unbedingt Wasser benötigen. Ich fand bei beiden die Aromen ohne Wasser schöner abgestimmt und runder. Auch wenn das ein sehr schöner Linkwood ist, hat mir der Cambus noch besser gefallen. Seit meinem ersten Cambus, habe ich auch eine gewisse Vorliebe für diese runden, süßen Aromen des Cambus entwickelt. Sehr gelungen, aber beide deutlich über meinem Budget für eine Flasche Whisky.

Weitere Informationen

Die Special Releases aus den letzten Jahre findet Ihr hier:

Danke an Diageo und Thomas Plaue für die Samples!

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