Tasting: Whisky Cellar Glen Moray vs. Teaninich

Whisky Cellar ist ein schottischer Abfüller aus Edinburgh. Seit September 2020 gibt es die ersten Abfüllungen unter dem Label Private Cellars Selection. Die ersten beiden, die ich davon probiere, sind ein Whisky Cellar Glen Moray von 1996 und ein Teaninich von 2007. Ich bin gespannt, wie mir die beiden gefallen.

Im Überblick

Whisky Cellar, Private Cellars Selection, ncf, nca, SC, CS,

  • Glen Moray, 1996, 23yo, Cask 7849, 55.5%, 115 Flaschen, ca. 150.- GBP
  • Teaninich, 2007, 12yo, Cask 702596, 58.2%, 270 Flaschen, ca. 85.- GBP

ncf = no chill-filtration (keine Kältefiltration), nca = no color added (ohne Zusatz von Zuckerkulör), CS = Cask Strength (Fassstärke), SC = Single Cask (Einzelfass)

Mehr Informationen zur gesamten Serie findest Du hier: Private Cellars Selection – Series 1.

Wenn Du Dich bei Glen Moray umschauen möchtest: Glen Moray – MASTERY und kopflose Potstills. Bei Teaninich war ich noch nicht.

Tasting Notes

Notes Whisky Cellar Glen Moray 1996

  • Nase: Reifes Malz auf dem Därrboden, frisch geschnittene Birnenstücke und der Duft aus dem Inneren eines Dunnage Lagerhauses. Der Alkohol ist schön eingebunden, aber präsent. Mit Wasser kommen Kräuter zum Vorschein und machen ihn komplexer. Vanille und Pfeffer mit Schokolade. 
  • Geschmack: Relativ sanft. Da ist die Birne wieder. Etwas Alkohol blitzt auf. Wird mit der Zeit cremiger. Mit Wasser mehr von der Schokolade als Mantel um die Birne. 
  • Abgang: Weicher Abgang. Mit Wasser auch hier etwas Schokolade. 
  • Wertung: o

Notes Whisky Cellar Teaninich 2007

  • Nase: Geranien und Blumenerde. Honig und Chilli. Ein sehr komplexes und ungewöhnliches Aromenprofil. Frisch gemähtes Gras mit fruchtigem Topping. Mit Wasser etwas schärfer, dann Obstsalat. 
  • Geschmack: Sanft. Dann bildet sich langsam eine Schärfe auf der Zungenspitze. Mit Wasser erinnern mich die Aromen an Honigmelone. Kalter Kaffee. Litschi. 
  • Abgang: Leichte Haselnuss aber sehr dezent. Mit Wasser etwas ruppiger und schärfer. 
  • Wertung: o

Mein Bewertungsschema

Bewertet wurde(n) die Probe(n) nach folgendem einfachen Schema und rein auf Basis des persönlichen Geschmackes:

+gefällt mir, würde ich mir kaufen
ook/gefällt mir, muss ich aber nicht haben
trifft nicht meinen Geschmack

Was man bei einer Verkostung beachten sollte und wie ich dabei vorgehe findet Ihr übrigens hier: Whisky-Wissen für Einsteiger. Und: wenn ich einen Whisky zur Verkostung zur Verfügung gestellt bekomme, ändert dies nichts an meiner Bewertung. Ich versuche immer fair zu bewerten, sage aber auch, wenn der Whisky nicht meinen persönlichen Geschmack trifft.

Fazit

Der Teaninich ist ungewöhnlich und hat mich trotz seiner „Jugend“ fasziniert. Der Glen Moray ist dagegen ein „alter Haudegen“ und mit 23 Jahren fast doppelt so alt. Damit natürlich auch ein etwas unfairer Vergleich. Aber der Glen Moray ist ein sehr schöner runder Malt. Für mich persönlich etwas zu brav. Der Alkohol ist so gut eingebunden, dass ich die 55.5% nicht gemerkt habe – weder an der Nase, noch am Gaumen.

Danke an Keith Bonnington für die Proben!