UA Morrison & MacKay

UA im Profil: Morrison & MacKay

Welche Abfüllungen gibt es von Morrison & MacKay? Wie viele Fässer besitzt die Firma und wie kommt sie an diese? Mal sehen, was Morrison & MacKay verraten hat. Wer die Artikelserie bisher verfolgt hat, weiß zumindest schon, für wen man in Deutschland abfüllt.

Zusammenfassung

Bis 2014 war Morrison & MacKay Ltd als The Scottish Liqueur Centre bekannt. Mit Kenny MacKay als Geschäftsführer (Managing Director) arbeiten aktuell 13 Vollzeitkräfte in Bankfoot. Acht Personen arbeiten davon im Büro (Sales, Marketing, Administration, Supply) und fünf in der Produktion. Brian Morrison, der Ex-Besitzer von MBD (Morrison Bowmore) und Kenny MacKay, lange Jahre Sales & Marketing Manager bei MBD haben die Firma im Februar 2005 gegründet und sind seit 2007 als unabhängiger Abfüller auf dem Markt. Die erste Range von Single Cask Abfüllungen wurde vom zwischenzeitlich legendärem 1965 Macallan Distillery Cream Sherry Cask angeführt.

Im Februar 2017 wird das Unternehmen von Bankfoot nach Aberargie umziehen, denn dort entsteht nicht nur eine neue Abfüllanlage sondern auch eine neue Destillerie.

Adressen – real und virtuell

Marken und Ranges

Jeder UA hat eine oder mehrere Marken unter denen er seine Abfüllungen auf den Markt bringt. Morrison & MacKay teilt seine Abfüllungen zwischen den folgenden beiden Marken.

Carn Mor Range

  • Carn Mor Strictly Limited
    Non chill filtered und mit 46% abgefüllt
  • Carn Mor Celebration of the Cask
    Immer Single Cask und Cask Strength

Für den deutschen Markt arbeitet Morrison & MacKay exklusiv mit Andrea Caminneci zusammen und produzieren die C&S Dram Range. Weitere Informationen dazu findet Ihr hier: UA im Profil: Caminneci – Wine & Spirit Partner (WSP). Seit Kurzem gibt es auch ein neues Produkt am Markt, hinter dem M&M steht: The Big Strand (Islay Single Malt; ohne Nennung der Destillerie). Mehr dazu hier (seit November auf dem deutschen Markt): NdW 45|16: The Big Strand, Kilchoman, Glenmorangie, HP Fire, Hazelburn. Neben den beiden Single Malt Ranges gibt es auch noch einen Blended Malt Old Perth im Programm. Die Marke gibt es schon seit den frühen 1900ern, damals von der Thomson Familie aus Perth. In den späten 70ern verschwand die Marke dann und erst 2013 wurde sie wiedergeboren.

Preise und Rahmenbedingungen der Abfüllungen

Altersrange Von jungen 3 Jahren bis 40 Jahren
Preise Keine Angabe
Alkoholstärke 46% bei Strictly Limited, Fassstärke bei Celebration of the Cask
Anzahl Destillerien Alle Destillerien aus allen Regionen Schottlands sind im Sortiment
Regionen Campbeltown, Lowland, Islay, Speyside, Highlands & Islands
Abfüllungen / Jahr 25 C&S Dram releases, 25 Carn Mor Strictly Limited releases und 20 Celebration of the Cask für 2017
Abfüllungen seit Gründung Keine Angabe, aber so ca. 300-500 bei der aktuellen Abfüllmenge
Abfüllanlage und Wasser Aktuell noch Bankfoot, die neuen dann aus Aberargie

Fässer und Wood-Policy

Das Morrison & MacKay Lagerhaus in Bankfoot, Perthshire beinhaltet nur ca. 30 Fässer. Das neue Lagerhaus in Aberargie wird Platz für sehr viel mehr Fässer haben. Die Fässer stammen von Destillerien, Brokern und Privatleuten und es wird auch New Make abgefüllt. Die restlichen Fässer sind über ganz Schottland verteilt.

Finn (Thomson), welche Fässer sind das, die Ihr dieses Jahr für Eure Kunden abfüllen werdet?

Finn: „That is a secret! But I can assure you there are some wonderful and exciting things to come in 2017.

Auswahl und Tasting Panel

Viele UAs haben einen ausgewählten Personenkreis, der eine „ausgebildete Nase“ hat. In einem solchen Tasting Panel werden dann nach hauseigenen Spielregeln Whiskys ausgewählt und/oder beschrieben.

Bei Morrison & MacKay ist für die Auswahl in der Regel Kenny MacKay zuständig. Unterstützt wird er dabei von seinem Sohn Peter MacKay und Finn (beide aus dem Sales Team).

Finn, warum füllt Ihr viele junge Whiskys ab?

Finn:We have found that people are becoming more and more open to younger whiskies, as long as the quality is good! They represent very good value for money sometimes.

Ich habe auch noch Mal ausdrücklich nachgefragt, was mit einem Fass passiert, dass sich nicht so entwickelt, wie man es sich wünscht und der Whisky in dieser Form nicht abgefüllt werden kann. Hier ist die Antwort von Finn: We have a number of options.  1. We can finish them in a different type of cask. 2. We can wait and see how they develop over time. 3. It may be the case that a cask is not right for single malt bottlings but is a perfect component of one of our Old Perth blended malts.

Besonderheiten

Hier ist nun der Platz, an dem sich der UA selber ins beste Licht rücken darf. Finn, was macht Morrison & MacKay so besonders? 

Finn: „I believe that part of our uniqueness is our ability to select such young whiskies and bottle them in the confidence that they will still be fantastic drams. If you have tried our 5 year old Glentauchers Sherry Puncheon you will know what I am talking about. I also think that our philosophy of producing good value for money ‘drinking whiskies‘ instead of spending lots of money on packaging and marketing means that you can always guarantee that you wont be over paying for one of our drams.

Empfehlung von Morrison & MacKay

Auf die Frage, welche Flasche aus dem aktuellen Sortiment besonders zu empfehlen ist, antwortete mir Finn: „If you can find it you should try our 1991 Bowmore from our Celebration of the Cask Black Gold Range. It’s my favourite whisky of all time. If you’re looking for something a bit more affordable then try the Little Piggy (Glenfarclas) bottling we did for C&S Dram or our new Big Strand Islay Single Malt is the best value for money Islay whisky on the market right now I think.

Das meint die Maltkanzlei

Damit Ihr nicht nur meine Meinung zu den UAs bekommt, habe ich Dirk von der Maltkanzlei um seine Unterstützung gebeten. Dirk hat viele Abfüllungen von unabhängigen Abfüllern probieren können.

Dirk, was hältst Du von den Abfüllungen von Morrison & MacKay?

Dirk: „Morisson & MacKay tragen als Abfüller einen großen Namen. Schon alleine deshalb, weil Brian Morisson mit an Bord ist, der immerhin seit Anfang der 1970 Jahre die Geschicke der Bowmore Brennerei maßgeblich bestimmte, bis seine Gesellschaft und damit die Brennerei, Mitte der 1990er vollständig in den Suntory Konzern eingegliedert wurde. Brian ist in Schottland naturgemäß exzellent vernetzt und hat demnach mit Sicherheit Zugriff auf viele und auch außergewöhnliche Fässer. Aber ein großer Name allein ist natürlich nicht alles. Aus der trinkstarken Càrn Mòr Limited Reihe etwa hatte ich bislang leider noch keinen einzigen wirklich überzeugenden Malt, der mich uneingeschränkt hätte begeistern können. Zwar hat man sich bei Morisson & MacKay konzeptionell besonders auf die Fahne geschrieben, gerade die seltenen Perlen unter den jüngeren Fässern aufspüren zu wollen. So 100%ig gelingt das für meinen Geschmack allerdings bislang nicht. Deutlich besser, aber leider eben auch merklich teurer, sind die fasstarken Celebration of the Cask Einzelfass-Abfüllungen, von denen ich bislang allerdings nur fünf bzw. sieben probieren konnte. Allesamt, darunter ein 30-jähriger Caol Ila, ein 24-jähriger Highland Park und ein 46-jähriger Glen Grant aus den 1960er Jahren, absolut solide, sehr gelungene Malts, bei denen mich persönlich lediglich der geforderte Kaufpreis abgeschreckt hat.

Empfehlungen? Wenn ich den Kostenaspekt mal einen kurzen Augenblick außen vor lasse, empfehle ich unter rein geschmacklichen Gesichtspunkten und mit einem großem Herzen für klassische Sherrylagerungen, die Abfüllungen der ‚Black Gold‘ Edition, die formell auch zur Celebration of the Cask Serie gehören. Vorletztes Jahr erschien ein 20-jähriger, ungetorfter Bunnahabhain aus einem Sherry Hogshead, den ich geschmacklich schon ausgesprochen lecker fand. Im vergangenen Jahr setzte ein 25-jähriger Bowmore – wen wundert’s – aus einem herrlich aktiven Sherry Butt, sogar noch einen drauf. Beide Abfüllungen solte man als Sherryfan probiert haben. Ob man sie hingegen käuflich erwerben möchte, mag jeder, wie üblich, nach seiner ganz persönlichen Kassenlage entscheiden.

Slàinte aus der Maltkanzlei.

Vielen Dank Dirk für Deine Meinung!

Mein Fazit

Ich habe noch nicht so viele unterschiedliche Abfüllungen von Morrison & MacKay (Carn Mor) probieren dürfen. Über meine Erfahrungen mit C&S Dram habe ich hier berichtet: UA im Profil: Caminneci – Wine & Spirit Partner (WSP). Allerdings habe ich auch von Morrison & MacKay einen Lieblingswhisky. Den hat mir Peter MacKay im Whiskyshop Dufftown während des Spirit of Speyside Whisky Festivals gezeigt: ein 15-jähriger Dailuaine, 1998/2013, 46% für 41.50 GBP. Eine für mich bis dahin unbekannte Destillerie. Peter hat mir ein paar Fragen gestellt und ein paar „Fehlerversuche“ gehabt. Dann hat er eine besondere Empfehlung seines Vaters unterm Tisch hervorgezaubert und ich musste ihn mitnehmen. Zwischenzeitlich konnte ich meinen Vorrat noch ein wenig auffüllen.

Von mir bekommt Morrison & MacKay eine klare Empfehlung! Allerdings sollte man (wie immer) – wenn möglich – vorher probieren. Hier findet Ihr alle Artikel zu Morrison & MacKay.

Den Hintergrundartikel und die Links zu den anderen Artikeln findet Ihr hier: Whisky-Wissen: Unabhängige Abfüller – was steckt dahinter und welche gibt es?.

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