Tasting: Tobermory – Vintage 1995/2016 20yo (whic)

Im August habe ich bereits das Schwesterfass 1995/2015 probiert. Jetzt hat Whic eine zweite Abfüllung des 1995er Tobermory herausgebracht. Ich bin gespannt, ob sich dieses Fass ähnlich gut entwickelt hat.

  • Tobermory, whic, 10.95/08.16, 20yo, 55.8%, 90 Flaschen, ncf, nca, 99,90 EUR

ncf = no chill-filtration (keine Kältefiltration), nca = no color added (ohne Zusatz von Zuckerkulör)

Ein Volumen Prozent höher, obwohl fast ein Jahr älter, aber dafür nur noch 90 anstatt 132 Flaschen. Ca. fünf Euro teurer.

Tasting Notes

Offizielle Notes

  • Aroma: Leichte florale Note in Richtung Rosenöl werden von kräftigen Malztönen und einer erdigen Qualität getragen. Cremige Vanillenoten schwingen mit, halten sich aber dezent im Hintergrund. Mit der Zeit legt sich eine fruchtige Frische über das Glas.
  • Geschmack: Ein leichtes Prickeln und dann wird der ganze Mundraum ausgefüllt mit den voluminösen Getreidenoten und weicher Butter. Trockene Eichentöne werden von einem angenehmen Kaffearoma begleitet. Etwas weißer Pfeffer und leichte Noten von nasser Erde tun sich hinter einer milden Süßnote auf.
  • Nachklang: Mittellang und fruchtig-schokoladig mit trockener Eichenwürze und schnell verklingender leichter Rauchnote.

Arne Wesche, der Geschäftsführer von Whic.de hat diesen auch auf einem Video verkostet:

Meine Notes

  • Nase: Erdige Noten wie in einem Dunnage Warehouse. Dahinter verbergen sich fruchtige Noten. Reife Früchte. Malz und Vanille finde ich ebenfalls. Eine kräftige und voluminöse Erscheinung. Komplex. Macht Spaß immer wieder daran zu riechen. Ein wenig von dem gärigen Apfel und dem „Apfelstreuselkuchen mit Sahne“ wie beim Schwesterfass finde ich hier ebenfalls. Dieser hier ist noch ein wenig erwachsener und runder. Würzig. Der Alkohol war fast verflogen, aber schwenkt man das Glas ist er wieder da. Kräftig. Mit ein paar Tropfen Wasser wirkt er etwas aggressiver. Dann kommen die reifen Früchte wieder. Malz und Schokolade.
  • Geschmack: Der Pfeffer übernimmt den Mundraum. Erst ganz langsam und dann immer mehr. Der hat Kraft. Mit der Zeit wird er ölig und die Butter- und Toffeearomen übernehmen die Regie. Leichte Frucht hinter der Malzigkeit. Schokolade ist sehr dezent auch dabei. Mit Wasser verstecken sich die Aromen ein wenig.
  • Abgang: Würzige Kraftbombe. Der zieht und hält lange an. Dann übernimmt ein Hauch von Eiche und wird immer kräftiger. Bleibt aber sehr angenehm. Mit Wasser mehr Eiche.

Weitere Abfüllungen von whic

Alle Eigenabfüllungen von whic findet Ihr im Onlineshop. Vor einiger Zeit habe ich schon mal ein paar Abfüllungen probiert: Tasting: 2x Bruichladdich & Port Charlotte (WHIC) und Tasting: Whic Ben Nevis 1996/2015 18yo. Und das Schwesterfass habe ich hier vorgestellt: Tasting: Tobermory 1995/2015 20yo (whic).

Fazit

Für mich ist das wie das Schwesterfass eine Abfüllung der alten Schule mit allen wichtigen Eigenschaften einer solchen von einem unabhängigen Abfüller: ohne Farbstoff und ohne Kühlfiltration. In Fassstärke von einem einzelnen Fass (Single Cask und Cask Strength). Aber: für den Tropfen braucht man Zeit. Nehmt sie Euch. Handwärme, Glas schwenken, immer wieder riechen. Der macht Spaß und ist noch einen Tick reifer als das Schwesterfass. Schade, dass Arne die Fassnummer auf dem Label weggelassen hat. Bei der „alten“ Abfüllung war sie noch dabei. Das tut dem Geschmack aber keinen Abbruch. Sehr empfehlenswert.

Danke an Whic für die Probe!
Macht weiter so, die eigenen Abfüllungen gefallen mir (immer noch)!