C&S Dram Collection – Tasting Set 1

Die C&S Dram Collection kenne ich bereits seit ein paar Jahren. Andrea Caminneci füllt zusammen mit seinen schottischen Partnern sehr gute aber erschwingliche Einzelfassabfüllungen ab. Vor kurzem hat mich ein Probierpaket mit den aktuellen Samples erreicht. Heute nehme ich mir die ersten vier davon vor: Tomatin, Miltonduff, Auchroisk und Ledaig (von Tobermory).

Folgende C&S-Abfüllungen habe ich in mein Set 1 gepackt:

  • Tomatin, DC, 7yo, Hogshead #737, 23.01.08/10.08.15, 59.3%, 313 Flaschen, ca. 65.- EUR
  • Miltonduff, DC, 7yo, Hogshead #16, 05.03.08/10.08.15, 60.3%, 211 Flaschen, ca. 50.- EUR
  • Auchroisk, DC, 9yo, Refill Sherry Butt #80289, 22.12.05/28.09.15, 63.1%,
    515 Flaschen, ca. 55.- EUR
  • Ledaig, DC, 7yo, Refill Sherry Butt #70696, 13.05.08/28.09.15, 60.6%, 652 Flaschen, ca. 54.- EUR

DC = Dram Collection

Andrea Caminneci von Caminneci – Wine & Spirit Partner beschreibt die C&S-Abfüllungen mit eigenen Worten am Besten: „Alle C&S Dram Whiskys werden abgefüllt, so wie die Natur den Whisky hat reifen lassen: ohne Kälte Filtration und ohne Zuckerkulör! Für alle Serien verzichten wir auf alles, was den Whisky künstlich teuer macht. Jeder Whisky Fan soll sich diese Abfüllungen leisten können. Es gibt kein Marketing Budget, keine limitierten, imitierten Holzkisten oder Blechdosen drumherum – einfach nur guter Whisky in einer Flasche. Alle C&S Dram Whiskys sind ausschließlich im guten Fachhandel und der Gastronomie erhältlich!

Tasting Notes

Tomatin

  • Nase: Zuerst kommt die Fassstärke klar zum Vorschein. Spritig, wild und jung. Dann kommt eine leichte Fruchtnote durch, Kirsche und Pflaume. Röstaromen und Karamell nach etwas Zeit im Glas.
  • Geschmack: Kräftiger Antritt. Birne. Malz. Der Alkohol ist allgegenwärtig und lässt den leichten Aromen nicht viel Chance. Ein wenig Honig und Vanille.
  • Abgang: Beim Ausklingen kommt Walnuss ganz deutlich, dann noch ein wenig Eiche, aber das nussige bleibt recht lange. Ein wenig noch grüne Haselnuss.

Für so ein junges Früchtchen macht der einen guten Eindruck. Mir sind die reiferen Tomatin aber lieber.

Miltonduff

  • Nase: Wow. Rumrosinen und Vanille. Nein, ich komme nicht vom Weihnachtsbacken, aber der erinnert mich an das typische Rum-(Back-)Aroma. Dann ein wenig Leder. Die Aromen verändern sich sehr stark über die Zeit und bieten eine breite Palette. Butter-Toffee. Karamell. Mit Wasser etwas Ingwer und Lakritze. Birne und Obstbrand.
  • Geschmack: Kräftiger Antritt. Rum aber auch Wachholder. Birne. Kirschbrand. Mit reichlich Wasser (15 Tropfen): immer noch sehr kräftig und prickeln auf der Zunge. Toffee, Banane.
  • Abgang: Bleibt lange alkoholisch. Trocken. Keine Eiche und keine Nuss. Eher etwas Kirsche.

Da der kein Rumfass aus der Nähe gesehen hat, wundere ich mich, wo die ganzen Aromen herkommen. Da dies mein erster Miltonduff ist, fehlt mir aber die Vergleichsbasis. Der hätte noch ein paar Jahre im Fass vertragen können, um noch ein wenig runder im Geschmack zu werden. Die Nase ist aber schon sehr interessant.

Auchroisk

  • Nase: Milder Sherry. Reife Früchte. Gewürze. Süße, überreife Banane. Beeren. Mit Wasser kommt der Sherry mehr in den Vordergrund. Die Banane geht über zu Vanillenoten. Ein wenig gebrannte Mandeln.
  • Geschmack: Auch der hat einen kräftigen Antritt. Die milden Noten aus der Nase verstecken sich hinter dem Alkohol. Mit reichlich Wasser (15 Tropfen): süßes Malz, exotische Früchte, immer noch sehr kräftiger Alkohol. Ein wenig Lakritz.
  • Abgang: Leichte Eiche. Langer Ausklang mit Fruchtnote. Mit der Zeit trocken. Mit Wasser nussiger. Ein wenig Birne.

Auch von Auchroisk habe ich bisher nichts probiert und war sehr gespannt. Für einen 9-jährigen ist der schon schön komplex an der Nase. Macht Spaß, den lange im Glas zu haben und immer wieder zu riechen. Im Geschmack könnte auch der mit ein paar Jahren mehr im Fass sicher noch mehr überzeugen. Für so ein junges Kerlchen aber schon recht beeindruckend. Die meisten Destillerien füllen den New Make mit ca. 63% ins Fass. Der liegt mit 63.1% nach 9 Jahren noch darüber. Manchmal gibt es so ungewöhnliche Fässer und Lagerorte, aber ich vermute, der wurde mit mehr als 63% ins Fass gefüllt.

Ledaig

  • Nase: Angenehmer Rauch. Gummi. Torfiges Malz. Wie frisch aus dem Kiln. Mit feiner Röstnote. Vom Sherryfass kommt noch nichts durch. Jod und Salz. Und ein wenig Süße klingt jetzt an. Die Nase verändert sich auch mit Wasser nicht.
  • Geschmack: Der hat den kräftigsten Antritt von allen. Meine Zunge ist erst mal taub. Torfiges Malz mit viel Rauch. Röstaromen. Salz. Mit reichlich Wasser (20 Tropfen): nicht mehr so scharf. Die Aromen von der Nase kommen mehr zur Geltung. Ein wenig Ingwer aber sehr viel Torf.
  • Abgang: Nicht so trocken wie erwartet. Der Rauch bleibt noch einige Zeit dominant. Danach ein wenig Süße.

Das ist ein Ledaig, der mir gefällt. Der hat einen schönen ausgewogenen Torfgeruch und -geschmack. Das Sherryfass scheint zu wirken kommt aber bei mir nicht in den Vordergrund.

Drei von den vieren sind erst sieben der vierte neun Jahre alt. Das merkt man aber erst im Geschmack. Die sind alle noch kräftig im Antritt. Man merkt Ihre Jugend. An der Nase sind sie allesamt interessant und mit dem ein oder anderen kann man auch ein wenig mehr Zeit verbringen. Wem die jungen wilden in der Fassstärke zu kräftig sind, der sollte ein wenig (mehr) Wasser zufügen. Die liegen alle um die 60% – das ist schon ganz schön kräftig. Der Miltonduff hat mir am Besten gefallen.

Ich bin gespannt auf mein zweites Tasting Set, denn dann kommen die älteren Abfüllungen dran. Vielen Dank Andrea Caminneci und Ralph Gemmel für die Samples!