Tasting: Whisky Cellar Cameronbridge 1984 vs. Invergordon 1996

Die nächsten beiden aus der Private Cellars Selection von Whisky Cellar Cameronbridge 1984 vs. Invergordon 1996. Zwei Single Grain Whiskys treten gegeneinander an. Welcher gefällt mir besser und schmeckt Grain Whisky überhaupt?

Im Überblick

  • Whisky Cellar Invergordon, 1996, 24yo, 48.6%, Cask # 18278, SC, ncf, nca, ca. 100.- EUR
  • Whisky Cellar Cameronbridge, 1984, 36yo, 53.6%, Cask # 3028694, SC, ncf, nca, ca. 185.- EUR

ncf = no chill-filtration (keine Kältefiltration), nca = no color added (ohne Zusatz von Zuckerkulör), SC = Single Cask (Einzelfass)

Häufig ist Grain Whisky süßer als Single Malt und kann länger in Fässern lagern. Zum einen, weil Grain Whisky meist mit mehr als 63% in die Fässer gefüllt wird (ca. 70%) und zum anderen, weil selten aktive (frische) Fässer ausgewählt werden. Das macht Grains im Alter häufig geschmeidiger und runder.

Mehr Informationen zur gesamten Serie findest Du hier: Private Cellars Selection – Series 1.

Beide Grain Destillerien gleichen mehr einer Fabrikanlage als einer „romantischen Whiskydestillerie“. Invergordon gehört Whyte & Mackay (u.a. auch Jura und Dalmore) und liegt im Norden von Inverness im gleichnamigen Ort Invergordon. Cameronbridge gehört Diageo und steht in Leven.

Tasting Notes

Notes Whisky Cellar Invergordon 1996

  • Nase: Sehr gefällig. Süßer Grain, Frühstücksflocken mit Papayas und einer Vanillesoße. 
  • Geschmack: Auch am Gaumen sehr ausgewogen und rund. Süßer Grain mit viel Vanille. 
  • Abgang: Sanft und kurz. Leicht trockene Würzigkeit. 
  • Wertung: o

Gefällt mir. Ist aber wenig komplex. Aber schönes süßes Fruchtspiel. 

Notes Whisky Cellar Cameronbridge 1984

  • Nase: Würzig und rund. Auch hier habe ich Grain und Frühstücksflocken. Süße Frucht aber dezenter als beim Invergordon. Der Alkohol ist präsent. 
  • Geschmack: Der hat Kraft, aber ist trotzdem angenehm. Flüssiges Karamell in einem Bonbon. Orangenlimonade. 
  • Abgang: Karamell mit Gartenkräutern hält sich noch lange. 
  • Wertung: o

Mein Bewertungsschema

Bewertet wurde(n) die Probe(n) nach folgendem einfachen Schema und rein auf Basis des persönlichen Geschmackes:

+gefällt mir, würde ich mir kaufen
ook/gefällt mir, muss ich aber nicht haben
trifft nicht meinen Geschmack

Was Du bei einer Verkostung beachten solltest und wie ich dabei vorgehe findest Du übrigens hier: Whisky-Wissen für Einsteiger. Und: wenn ich einen Whisky zur Verkostung zur Verfügung gestellt bekomme, ändert dies nichts an meiner Bewertung. Ich versuche immer fair zu bewerten, sage aber auch, wenn der Whisky nicht meinen persönlichen Geschmack trifft.

Fazit

Beides sehr schöne Grain Whiskys, die sicher gut ankommen. Beide sind erwartungsgemäß nicht sehr komplex, sondern bleiben in der Nase und am Gaumen ihrem Aromenprofil über die Dauer der Verkostung treu. Der Invergordon ist dabei der Vertreter „easy drinking“, der Cameronbridge ist ganz schön kräftig und nur für Liebhaber von Fassstärken geeignet. Bei Grain Whisky hat man häufig die Chance noch alte Abfüllungen zu einem erschwinglichen Preis zu bekommen. Wer gerne Karamellbonbons mag, wird den Cameronbridge sicher mögen.

Danke an Keith Bonnington von Whisky Cellar für die Proben!

Bisher bereits aus der Serie verkostet: