Tasting: SMWS 59.14 & SSMC Strathmill 1975 – zwei längst vergessene Schätze

Auf der Finest Spirits habe ich Maggie Miller auf Ihrer Abschiedsmesse besucht. Den 59.14 hat sie mir empfohlen und eine Probe mitgegeben, denn den sollte ich in Ruhe genießen. Und noch einen Strathmill von 1975. Ich bin gespannt, was mich erwartet.

  • SMWS, 59.14, Teaninich, 04/1981, 05/1999, 18yo, 61.8%, SC, CS, ncf, nca
  • SSMC, Strathmill, 05/1975, 05/2011, 36yo, 47.35%, 210 Flaschen, SC, CS, ncf, nca

ncf = no chill-filtration (keine Kältefiltration), nca = no color added (ohne Zusatz von Zuckerkulör), CS = Cask Strength (Fassstärke), SC = Single Cask (Einzelfass)

Mehr über Maggie Miller

Über den Scotch Single Malt Circle habe ich hier schon ein Mal berichtet: UA im Profil: The Scotch Single Malt Circle. Seit 1985 steckt Maggie hinter dem SSMC und nun ist das ihre letzte Messe. Ich habe die Chance genutzt und mich mit Maggie unterhalten. Und sie hat es sich auch nicht nehmen lassen, mich zwei ganz aussergewöhnliche Malts probieren zu lassen.

Es hat mich sehr gefreut, dass ich Maggie nun auch endlich persönlich kennengelernt habe. Alles gute für die Zukunft!

Meine Tasting Notes

SMWS 59.14

  • Nase: Leichte Grasnoten mit dezentem speckigem Rauch. Das ist einer von diesen „alten“ Whiskys, wie es sie heutzutage nicht mehr gibt. Dezente Äpfel und leichte Früchte. Ein wenig mehr als 46% merke ich, aber knapp 62% hätte ich dem nicht zugetraut. Zu harmonisch ist die Alkoholnote eingebunden. Und nun plötzlich öffnet er sich. Ich bekomme süße, getrocknete Früchte, Rosinen und Feigen. Die Reise geht weiter: Kupfernoten.
  • Geschmack: Hier kommt die Kraft zum Vorschein. Kupfer und altes Leder. Ein öliges Mundgefühl und erdige Noten machen sich breit. Würzig und zugleich fruchtig.
  • Abgang: Ein herrlicher Abgang. Mein Mund ist noch leicht betäubt, aber neben würzigen Noten mischen sich getrocknete Früchte und ein wenig Eiche. Ein dieser alten Malts…..

Strathmill 1975

  • Nase: Der ist kräftiger an der Nase – fühlt sich nach mehr als die krummen 47.35% an. Auch hier eine leichte Grasnote. Zitrus und Malz. Süß. Der braucht viel Zeit. Ein wenig Aprikosen, Vanille und Milchschokolade.
  • Geschmack: Sehr leicht und angenehm. Ein wenig wie Orangenlimonade.
  • Abgang: Im Abgang ein wenig „prickelig“ – fast wie bei Champagner. Und Orangenmarmelade bleibt noch lange. Eiche macht sich bemerkbar.

Fazit

Ich habe Maggie versprochen, dass ich mir für diese beiden Kostbarkeiten sehr viel Zeit lassen werde. Das habe ich getan. Der 59.14 wurde bereits 1999 abgefüllt. Viele Flaschen gibt es davon sicher nicht mehr. Und auch der Strathmill ist eine sehr seltene Abfüllung. Ich fühle mich sehr geehrt, dass Maggie mich die beiden hat probieren lassen. Eine vorzügliche Auswahl auf Basis meiner Vorgaben: komplex und ich mag es, wenn sich ein Whisky über die Zeit verändert. Der Strathmill ist einer der ältesten Jahrgänge, die ich bisher probieren durfte, aber der Teaninich hat mir noch ein wenig besser gefallen. Zwei sehr schöne Malts, mit denen man sich viel Zeit lassen kann und sollte.

Vielen Dank Maggie für diese beiden fantastischen Single Malts!