SSMC im Profil

UA im Profil: The Scotch Single Malt Circle

Welche Abfüllungen gibt es von The Scotch Single Malt Circle? Wie viele Fässer besitzt die Firma und wie kommt sie an diese? Mal sehen, was mir Maggie Miller verraten hat…

Zusammenfassung

The Scotch Single Malt Circle (SSMC) das ist Maggie Miller. In der Zwischenzeit macht Maggie das ganz alleine, was 1985 zusammen mit ihrem Mann Bill begann. Da die Scotch Malt Whisky Society (SMWS, Profil siehe hier) nicht nach Deutschland liefern konnte oder wollte, haben Bill und Maggie einen eigenen Club gegründet. Abfüllungen gibt es nur für Mitglieder.

Hinweis: Da ich auch die SMWS vorgestellt habe, die zwischenzeitlich auch Nicht-Mitglieder versorgt, möchte ich auch die SSMC in dieser Reihe vorstellen, denn Maggie genießt einen sehr guten Ruf.

Adressen – real und virtuell

Marken und Ranges

Die SSMC hat keine unterschiedlichen Marken oder Ranges. Die Clubflaschen gibt es aber in unterschiedlichen Farben.

SSMC Range

Alle Abfüllungen sind immer non chillfiltered (ncf) und cask strength (Fassstärke). Aktuell sind das Allt-a-Bhainne, Ben Nevis, Craigellachie, Glenrothes, Royal Brackla, Tobermory und Invergordon.

Preise und Rahmenbedingungen der Abfüllungen

Altersrange Derzeit zwischen 16 + 23 Jahren
Preise Nur für Clubmitglieder
Alkoholstärke Immer in Fassstärke (CS)
Anzahl Destillerien Verschiedene Destillerien aus allen Regionen im Sortiment.
Regionen Campbeltown, Lowland, Islay, Speyside, Highlands & Islands
Abfüllungen / Jahr Ca. 3-5
Abfüllungen seit Gründung Ca. 230
Abfüllanlage und Wasser In Schottland – ohne Wasser (das fügt der Endverbraucher nach eigenem Ermessen hinzu)

Fässer und Wood-Policy

Maggie besitzt keine eigenen Lagerhäuser. Meist warten bei den verschiedenen Destillerien oder Brokern die Fässer darauf abgefüllt zu werden. Aktuell sind dies ca. 10 Fässer. New Make wird nicht abgefüllt, sondern es werden jeweils die Fässer im Mai ausgewählt, die Maggie gefallen.

Auswahl und Tasting Panel

Viele UAs haben einen ausgewählten Personenkreis, der eine „ausgebildete Nase“ hat. In einem solchen Tasting Panel werden dann nach hauseigenen Spielregeln Whiskys ausgewählt und/oder beschrieben.

Bei SSMC ist für die Auswahl Maggie zuständig.

Ich habe auch noch Mal ausdrücklich nachgefragt, was mit einem Fass passiert, dass sich nicht so entwickelt, wie man es sich wünscht und der Whisky in dieser Form nicht abgefüllt werden kann. Hier ist die Antwort von Maggie: „Ich kaufe nur, was mir schmeckt!„.

Besonderheiten

Hier ist nun der Platz, an dem sich der UA selber ins beste Licht rücken darf.

Maggie, was macht SSMC so besonders? 

Maggie: „Ich bin sehr glücklich, dass die Circle Mitglieder bislang mit meiner Auswahl oftmals mehr als zufrieden waren.

Empfehlung von SSMC

Auf die Frage, welche Flasche aus dem aktuellen Sortiment besonders zu empfehlen ist, antwortete mir Maggie: „Ich biete Qualität, aber ich kenne die geschmackliche Präferenz nicht, da brauche ich mehr Infos. Was steht z.B. im Schrank? Danach kann ich eine Empfehlung machen.

Das meint die Maltkanzlei

Damit Ihr nicht nur meine Meinung zu den UAs bekommt, habe ich Dirk von der Maltkanzlei um seine Unterstützung gebeten. Dirk hat viele Abfüllungen von unabhängigen Abfüllern probieren können.

Dirk, was hältst Du von den Abfüllungen von SSMC?

Dirk: „Der Scotch Single Malt Circle (SSMC) hatte für mich in der Tat immer etwas von der deutschen SMWS. Ein Whiskyclub aus der – aus Kölner Sicht – ‚Verbotenen Stadt‘, der schon etabliert war, als ich Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre mit Whisky begann, und der mit Bill Miller viele Jahre über einen der schillerndsten Köpfe in der deutschen Whiskyszene als Gallionsfigur verfügte. Wenn man über ein Whiskythema etwas erfahren und sich austauschen wollte, und Gegenwind vertrug, der gerne auch mal Organstärke erreichen konnte, war man bei Bill definitiv richtig. An Bills Seite über all die Jahre Maggie. Whiskyverstand, eine prima Nase für guten Stoff und vor allem eine tolle, einzigartige Persönlichkeit. In meinen Augen ein Mensch, den man einfach gerne haben muss. Punkt. Ich habe Maggie vor einigen Wochen nach längerer Zeit bei einem gemeinsamen Whiskyfreund zum Tasting wiedergetroffen und mich wahnsinng gefreut zu sehen, dass sie den SSMC weiter konsequent auf Kurs hält. Obwohl ich nie Mitglied geworden bin, habe ich, direkt oder auf Umwegen, über die Jahre über 50 verschiedene SSMC Abfüllungen besessen und genießen dürfen. Sehr viel Licht, ganz wenig Schatten, so mein persönliches Resümee in Kurzform. An Empfehlungen soll es da gewiss nicht mangeln. 2013 kam ein 11-jähriger Port Charlotte aus einem Refill Bourbonfass, Fass #855. Grandioser Stoff, der etwas Zeit auf der Zunge benötigte, um seine Torfigkeit preiszugeben. Sehr ungewöhnlich, sehr lecker! Oder fast noch stärker aus 2015 der 10-jährige Sherry Cask, Fass #1206, der für mich mit zum Besten gehört, was ich von Port Charlotte bislang überhaupt im Glas hatte. Rauch, Honig und tolle Früchte in Reinform. Wenn wir von schweren Sherrylagerungen sprechen, darf Springbank Fass #330 nicht unerwähnt bleiben. Hart an der Grenze selbst für eingefleischte Sherryfans, aber richtig, richtig gut, wenn man sich darauf einlässt. Von den aktuellen Abfüllungen hat es mir der 19-jährige Springbank aus dem Rumfass besonders angetan. Er braucht Zeit im Glas und muss atmen, andernfalls wirkt er wie zugeschnürt. Aber wenn er sich einmal entfaltet hat und man ihm vielleicht sogar noch ein paar Tropfen Wasser gönnt, dann geht die Sonne auf und Jim McEwan’s alter Spruch, dass Wasser für einen fassstarken Whisky sei, wie Regen für eine Rose im Garten zur Sommerzeit, bewahrheitet sich wieder einmal.

Slàinte aus der Maltkanzlei.

Vielen Dank Dirk für Deine Meinung!

Mein Fazit

Ich habe noch keine Abfüllungen von SSMC probieren dürfen. Aber auf der nächsten Messe, werde ich mal bei Maggie vorbeischauen.

Hier findet Ihr alle Artikel zu SSMC.

Den Hintergrundartikel und die Links zu den anderen Artikeln findet Ihr hier: Whisky-Wissen: Unabhängige Abfüller – was steckt dahinter und welche gibt es?.

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