Tasting: Glenfiddich Winter Storm – Experimental Series #3

Glenfiddich hat mit dem IPA und dem Project XX ein wenig frischen Wind in das teils etwas verstaubte Ansehen der Destillerie gebracht und es bei „jungen Leuten“ wieder neu ausgerichtet. Aber auch alte Nasen wie ich waren positiv überrascht. Bisher konnte ich den dritten im Bunde – Glenfiddich Winter Storm – noch nicht probieren. Aber auf der Hanse Spirit habe ich eine Probe ergattert, die ich mir jetzt vornehme.

  • Glenfiddich, 21yo, Winter Storm, Experimental Series #3, 43%, UVP 199.- GBP (ca. 225.- EUR)

Das dritte Experiment wurde in Eisweinfässern von Peller (Canada) für 12 Wochen nachgereift. Die ersten beiden Experimente sind immer noch bzw. wieder für ca. 50.- EUR zu bekommen. Mir hat vor allem der Project XX gut gefallen ( Tasting: IPA und Project XX – Frischer Wind bei Glenfiddich!). Das dritte Experiment ist deutlich limitierter (7.800 Flaschen weltweit) und auch nicht ganz günstig. Vergleichbare 21-jährige kosten aber auch in einem Rum-Finish um die 180.- EUR. Ich bin gespannt.

Die drei aus der Experimental Series

Empfehlung von Glenfiddich

Auf der englischen Webseite findet Ihr eine Trinkempfehlung. Ich bin da eher der Purist.

  • STEP 1 Use a clean, frozen glass.
  • STEP 2 Pour the preferred measure of Glenfiddich Winter Storm.
  • STEP 3 Add a frozen grape.
  • STEP 4 Enjoy as the perfect accompaniment to dessert.
  • EXPERIMENT
    Leave the frozen grape to thaw gently in the whisky. When you’ve finished, eat the grape to enjoy a satisfying sweet crunch of the crisp fruit, steeped in the flavours of Winter Storm.

Tasting Notes

Offizielle Notes

  • Nose: A boquet of tropical fruit and candied sweets are perfectly balanced with underlying wine notes
  • Taste: Soft sweet notes reminiscent of candied fruit and Turkish delight develop into flavours of mouth watering lychee. The fusion of sweet flavours is soon met with a rich drying sensation from the Icewine.
  • Finish: Short and crisp
  • Key notes: Lychee, sweet and tannin

Meine Notes

  • Nase: Süßer Bonbonladen. Vor allem süße Weintrauben aber auch dezente englische Bonbons (die mit dem weißen Puderzucker drumherum) nehme ich wahr. Der verändert sich etwas über die Zeit. Sowohl Süße wie auch der Wein kommen über die Zeit in eine angenehme Harmonie. Ein wenig Lychee.
  • Geschmack: Angenehme nicht übertriebene Süße. Honig und Früchte vor allem Trauben. Dann Lychee.
  • Abgang: Der Kick ist tatsächlich schnell vorbei, aber der süße leicht eichige Nachgeschmack hält lange an.

Ich habe auch die Empfehlung probiert. Auch bei dieser Abfüllung klappt das mit dem eiskalten Glas ganz gut. Neue Aromen kommen zum Vorschein und der Whisky wird deutlich würziger und auch ein wenig aggressiver. Lychee kommt ebenfalls kräftiger zum Vorschein.

Fazit

Ich bin nicht der große Freund von Finishing, denn meist geht der Whisky unter oder gewinnt erst durch das Finish überhaupt an Bedeutung. Hier bin ich mir nicht ganz sicher, ob der Glenfiddich sich wirklich behaupten kann, aber ich muss zugeben, dass mir die Kombination gefällt. Ein schönes Experiment. Allerdings wäre ich nicht bereit, den ursprünglichen Preis dafür zu bezahlen.

Danke an Hartwig Wenzel, einem der Glenfiddich Ambassadore, für die Probe!