Tasting: Diageo SR 2017 – Glen Elgin vs. Teaninich (2/5)

Die neun Proben der Diageo Special Releases werde ich in fünf Etappen verkosten. Heute zwei Single Malts die fast gleich alt sind: Glen Elgin 18yo gegen den jüngeren Teaninich 17yo. Welcher gefällt mir besser? Von Glen Elgin kenne ich nur die Standard Abfüllungen.

Das sind die beiden Abfüllungen aus dem Special Release 2017:

  • GLEN ELGIN, 18yo, 1998, 54.8%, Speyside, Ex-Bodega European Oak Butts, 5.352 Fl., 295.- GBP
  • TEANINICH, 17yo, 1999, 55.9%, Coastal Highlands, Ref. Amer. Oak – Hogsh. & Barrels, Ltd., 270.- GBP

Meine Notes – die beiden Abfüllungen im Vergleich

Glen Elgin

  • Nase:Ein typischer Speysider. Trotz der Alkoholstärke mild und ausgewogen an der Nase. Vanille und Toffee gemischt mit warmen Apfelkompott. Ich finde auch ein paar Parfümnoten, die ich nicht zuordnen kann. Ein wenig wie Mottenkugeln oder Möbelpolitur. Mit der Zeit finde ich auch fleischige Noten, die mich an gekochtes Eisbein erinnern. Mit ein paar Tropfen Wasser gefällt er mir besser. Zur Süße mischt sich scharfes Menthol mit Zitrone.
  • Geschmack: Erst ganz schön kräftiges Prickeln. Mit der Zeit ein wenig ölig. Gekochte Früchte. Mit Wasser wird sowohl die Süße wie auch die Schärfe betont. Dann kommt Honig und Gewürze.
  • Abgang: Ein kleiner Süße-Kick mit einem kurzen Finish. Mit Wasser mehr Würze im Abgang und er wird etwas länger.

Teaninich

  • Nase: Ein wenig erinnert der mich an den Milsean von Glenmorangie, denn auch hier ist mein erster Eindruck Bonbon-Laden. Nicht so kräftig, aber die englischen Bonbons mit Puderzucker sind da. Mandarinen und Zitrusfrüchte. Mit ein paar Tropfen Wasser verfliegen die süßen Noten und scharfe Mentholnoten werden betont.
  • Geschmack: Limetten und ein wenig staubig. Dann kommt ein wenig Süße. Auch hier ist ein Prickeln auf der Zunge, aber nicht so kräftig. Wird nur leicht ölig. Mit Wasser wird er würziger, ich finde Nelken.
  • Abgang: Leichte Mentholnote, die übergeht in süße Bonbons mit dezenter Eiche. Auch hier macht das Wasser nur schärfer und versteckt die süßen Noten. Ein wenig bittere Eiche bleibt nun zurück.

Fazit

Der Teaninich ist interessanter für mich. Der Glen Elgin blüht mit Wasser etwas auf, der Teaninich gefällt mir ohne Wasser besser. So richtig spannend finde ich aber beide nicht. Für knapp 300.- GBP findet man in Fassstärke auch spannendere 17/18-jährige Whiskys. Mal sehen, ob die nächste Etappe komplexere Überraschungen bereit hält.

Weitere Informationen

Die Special Releases 2017 habe ich in einem Leitartikel vorgestellt. Dort findet Ihr auch die offiziellen Verkostungsnotizen sowie die Links auf meine anderen Verkostungen: Tasting: Diageo Special Releases 2017 mit offiziellen Tasting Notes.

Vielen Dank an Thomas Plaue für die Proben!