Tasting: Cù Bòcan (Tomatin) – drei Limited Editions gegen den Standard

Da schlummern schon seit meinem Besuch bei Tomatin in 2015 zwei Proben der rauchigen Cù Bòcan Abfüllung in meinem Probenschrank. Zwischenzeitlich gibt es eine neue Standardabfüllung und auch neue Sonderabfüllungen. Zwei der aktuellen Abfüllungen habe ich neulich zugeschickt bekommen und somit habe ich jetzt vier Proben, die in meinem Cù Bòcan Tasting gegeneinander antreten können. Es wird Zeit und ich freue mich auf den Vergleich.

Die folgenden vier rauchigen Abfüllungen von Tomatin vergleiche ich:

  • Cù Bòcan, Standard Edition, 46%, ca. 33.- EUR (aktuell)
  • Cù Bòcan, Limited Edition, Sherry, 6.000 Flaschen, 15ppm, 46%, ca. 50.- EUR (2014)
  • Cù Bòcan, Limited Edition, Virgin Oak, 6.000 Flaschen, 15ppm, 46%, ca. 50.- EUR (2015)
  • Cù Bòcan, Limited Edition, 1990, 52.9%, 1.400 Flaschen, RRP 230.- GBP (2018)

Alle Abfüllungen sind ohne Kältefiltration (ncf) und ohne Zusatz von Zuckerkulör (nca). Die beiden neuen (u.a. den 1990) habe ich im NdW 38|2018 angekündigt.

Tasting Notes – Standard

Offizielle Notes

  • Nose: You are initially hit with coconuts and cream with some botanic notes, parsley and coriander. The smoke emerges after a minute, but only drifting past the nose. A mesmeric mix of lime, grapefruit and tangerines with rich almond and aniseed.
  • Mouth: Initially feather light, followed by a honeyed smoke; toasted almonds. The rich spice of cloves, cinnamon and star anise create an enigmatic elegance. Imagine a café latte with fresh chocolate shavings.
  • Finish: Light with a hint of sweet smoke.

Meine Notes

  • Nase: Zitrusfrüchte mit leichter Rauchnote. Die botanischen Noten finde ich in Form von Geranien. Auch von dem Koriander finde ich etwas in der leichten Würzigkeit. Weintrauben und ein wenig Vanille.
  • Geschmack: Ein leichte Pfeffer-Schärfe breitet sich im Mund aus. Malzig. Honig,
  • Abgang: Leicht und ein wenig hängt noch der Rauch nach. Eine leichte bittere Würzigkeit gesellt sich dazu.

Tasting Notes – Sherry

Offizielle Notes

  • Nose: Hints of smoke, sweet paprika, dried fruits and treacle toffee alongside dominant wood, custard and malty notes.
  • Mouth: Rich and fruity, butter toffee and almonds. Dark chocolate, coffee, biscuit, roasted chestnuts.
  • Finish: Slowly warming with an incredible sweetness and the light smoke becoming drier in time.

Meine Notes

  • Nase: Eine schöne aber leichte Sherryfülle überdeckt den Rauch. Karamell und Malz. Nach einiger Zeit entdecke ich würzige Noten, die sich durch die getrockneten Früchte in den Vordergrund drängen. Auch ein wenig Menthol gesellt sich dazu. Mit der Zeit entwickelt sich eine Kakao- und Schokonote. Rauch nehme ich keinen wahr.
  • Geschmack: Auch hier habe ich ein Pfeffer-Schärfe, aber deutlich von Süße begleitet. Schokolade und getrocknete Früchte. Mandeln.
  • Abgang: Leichter Rauch und der Mundraum wird immer trockener. Leichte, würzige Eichenoten.

Tasting Notes – Virgin Oak

Offizielle Notes

  • Nose: Lively citrus fruits – lime juice and lemon sorbet. Oak driven flavours of vanilla, coconut and candy floss soon emerge with rosewater, red berries, fresh pear and pineapple in the background.
  • Mouth: Warm pecan pie with vanilla ice cream. Baked apples with cinnamon and toffee and just a touch of smoke.
  • Finish: Clean and zingy with pleasant spice.

Meine Notes

  • Nase: Hier kommen wieder deutlich die Zitrusnoten in den Vordergrund. Menthol und viel Würze vom Fass. Vanille und Süßigkeiten und ein wenig Ananas. Mit der Zeit kommen noch tropische Früchte und Kokosnuss.
  • Geschmack: Die Kraft zeigt sich auf der Zungenspitze. Äpfel und Vanille. Und hier finde ich auch ein wenig Rauch. Bittere Würzigkeit.
  • Abgang: Würziger Abgang, der die Zunge trocken zurücklässt. Dann breitet sich Eiche auf der Zunge aus und hält sich dort relativ lange.

Tasting Notes – 1990

Offizielle Notes

  • Nose: Freshly cut pineapple, mango and coconut combined with delicate smoke and hints of buttery toffee and vanilla.
  • Mouth: Initially light and fresh with spring-like sweetness from honeydew melon and green apple, followed by an irresistible burst of smoke.
  • Finish: Rich tropical fruits and warm spices emerge and fuse with the intense Islay smoke.

Meine Notes

  • Nase: Ganz anders als die drei vorherigen. Ein wenig von rauchigen Malts aus alter Zeit (dieses positiv muffige). Dann kommen tropische Früchte, aber eher frisch/unreif. Vanille. Braucht ein wenig Zeit und wird dann immer runder. Auf jeden Fall sehr komplex und immer wieder mit neuen Nuancen. Toffee und Schokolade.
  • Geschmack: Ein Kribbeln auf der Zungenspitze. Erfrischend. Honigmelone. Mit der Zeit immer öliger.
  • Abgang: Würze und Honig. Gegen Ende ein wenig bitter.

Fazit

Der leicht rauchige Whisky (15ppm in der Regel) ist ein Produkt der Tomatin Distillery. Die beiden Proben habe ich mir bei meinem Besuch 2015 mitgenommen. Einige Bilder der Tour und Hintergrundinformationen findet Ihr hier: „Taste of Tomatin“ Tour. Hier findet Ihr übrigens auch eine begehbare Mash Tun.

Wie schnitten die vier in meinem Cù Bòcan Tasting nun ab? Obwohl ich kein Freund davon bin, dass man „peated casks“ (also Fässer, in denen vorher peated Whisky gelagert wurde) als zusätzliche Anreicherung nutzt, gefällt mir der 1990. Er ist rund und sehr komplex. Vermutlich tut ihm auch die Fassstärke gut. An zweiter Stelle folgt für mich der Virgin Oak dicht gefolgt vom Sherry.

Danke an Lorraine Waddell und Tomatin für die beiden neuen Proben!