Tasting: Ben Nevis und Glen Moray von whic

Vor einiger Zeit haben mich zwei Proben von whic.de erreicht. Zum einen ein 17-jähriger Ben Nevis, zum anderen ein 11-jähriger Glen Moray (zwischenzeitlich ausverkauft). Ich bin gespannt, was mich bei den beiden neuen Abfüllungen erwartet.

Im Überblick

  • Ben Nevis, 17yo, whic.de – Architecture Of Taste, ncf, nca, SC, CS, 55.3%, 90 Flaschen, 99.90 EUR
  • Glen Moray, 11yo, whic.de – Nymphs of Whisky Collection #2, ncf, nca, SC, CS, 61.9%, 227 Flaschen, ausverkauft

ncf = no chill-filtration (keine Kältefiltration), nca = no color added (ohne Zusatz von Zuckerkulör), CS = Cask Strength (Fassstärke), SC = Single Cask (Einzelfass)

Ben Nevis

Offizielle Tasting Notes

  • Aroma: Zunächst kommt einem der Geruch von angenehmen Zitrus entgegen. Auch Birne und Apfel finden sich zu Anfang. Mehr Körper entwickelt der Whisky durch opulente Aromen, die an alte, mit Spitzentüchern bedeckte Schränke erinneren. Bisquit und leckeres Vanilleeis setzen süße Akzente. Erdige Noten stehen in Konstrast zu fruchtigen.
  • Geschmack: Eine wahre Explosion am Gaumen. Die delikateren Fruchtnoten machen hier schwereren Tanninen Platz. Tabak, feine Röstaromen, sowie Pfeffer sorgen für einen kräftig-würzigen Auftakt. Die Süße nimmt stetig zu und erinnert zunehmend an einen süßen Apfelbisquitkuchen, der schon beim ‚aus dem Ofen holen‘ für Freude sorgt.
  • Nachklang: Langanhaltend. Der Apfel kommt zurück in Begleitung einer angenehm zitruslastigen Frische. Würzig-intensiver Pfeffer und eine Spur Tabak bleiben am Ende.

Meine Tasting Notes

  • Nase: Gebackener Apfelkuchen mit einem Spritzer Zitrone. Auch Vanille ist in dem Kuchen. Lässt man ihm ein wenig Zeit, kommen mehr Früchte. Dazwischen staubige Noten in Verbindung mit Litschi.
  • Geschmack: Ganz langsam breitet sich ein Kribbeln auf der Zungenspitze aus. Zusammen mit einer Spur von Ananas, die immer süßer wird.
  • Abgang: Ein prickelnder Abgang. Ein wenig Ananas bleibt, dann geht es über in Eiche. Trocken.

Glen Moray

Offizielle Tasting Notes

  • Aroma: Sahnige Vanille und süße Vollmilchschokolade, leichter Kakaoeinschlag und viele, viele frische Fruchtnoten mit frischer Birne, Apfelschale und süßer Aprikose. Frische Zitrusfrüchte wie milde Clementinen, aber auch Kiwi, Papaya und weißer Pfeffer mit etwas Ingwer. Ein überfüllter Obstkorb. Die Fruchtnoten wechseln so schnell, dass eine genaue Einordnung herausfordert.
  • Geschmack: Süße Vanille und Aprikose, feine Getreidenoten mit einer wuchtigeren Portion Kaffee, Pfeffer und einem schönen Röstaroma. Samtig und vielfältig wie Tiramisu.
  • Nachklang: Wärmend, süß und trotzdem leicht. Auch die Gewürznoten bleiben uns erhalten mit Süßholz, Kaffee und Koriander.

Meine Tasting Notes

  • Nase: Sanfte, süße Früchte mit Schokolade. Der ist richtig schön komplex an der Nase. Die Papaya sticht in dem Fruchtkorb besonders hervor und gefällt mir gut.
  • Geschmack: Auch hier ein Prickeln, aber etwas sanfter. Ein komplexes, kräftiges Fruchtaroma mit Aprikosen und Papaya im Vordergrund.
  • Abgang: Auch im Abgang kommt der Fruchtkorb ganz deutlich durch. Dann wird es etwas trocken und ein Hauch Ingwer ist zu erahnen.

Fazit

Der Ben Nevis ist kräftig im Antritt und hat schöne Ananas-Noten. Auch wenn Arne von whic Ben Nevis liebt, mir gefällt der Glen Moray besser. Diese Fruchtexplosion ist extrem komplex und gefällt mir sehr gut. Leider ist der bereits ausverkauft. Die Abfüllung ist aber mal wieder ein gutes Beispiel wie toll auch junge Glen Moray in Fassstärke gefallen können.

Danke an Arne Wesche von whic.de für die beiden Proben!