Tasting der drei Sujet von whic.de

Tasting: 3x Sujet von Whic.de

Von Whic.de habe ich bereits einige eigene Abfüllungen probieren dürfen. Jetzt habe ich drei neue aus der Sujet-Reihe erhalten. Ich bin gespannt, was mich erwartet.

  • whic.de, Sujet, ncf, nca, CS
    • Fettercairn, 10yo, 2006, Madeira Finish, 52.6%, 420 Flaschen, 59,90 EUR
    • Macduff, 10yo, 2006, Madeira Finish, 55%, 400 Flaschen, 59,90 EUR
    • Tobermory, 21yo, Sherry Octave Finish, 48.6%, 231 Flaschen, 119,90 EUR

ncf = no chill-filtration (keine Kältefiltration), nca = no color added (ohne Zusatz von Zuckerkulör), CS = Cask Strength (Fassstärke),

Hintergrundinfos

Warum sujet? “Whisky ist flüssige Kunst. Wir wollten unserer neuen Auswahl an Abfüllungen einen angemessenen Rahmen geben und verbinden mit unserer sujet-Reihe Whiskyhandwerkskunst mit bildender Kunst.” sagt Arne Wesche, Geschäftsführer, whic Ug (haftungsbeschränkt)

Die Labels der neuen sujet Reihe stammen aus einer Serie von Aktstudien, die das Werk der litauischen Künstlerin Ruta Grigaitė sind. Berichtet habe ich über die drei im NdW 26|17.

Tasting Notes – Fettercairn

Offizielle Notes

Diesen Whisky haben wir für über 8 Monate in einem Madeira Hogshead gefinished, was zu wunderbaren Nougat und Fruchtnoten geführt hat.

  • Aroma: Nussnougatcreme, Honig und süße Malznoten, Vanillepudding, karamellisierte Früchte, Kokos und Nüsse, dazu frisch ausgepresste Zitrone und etwas Chiligewürz.
  • Geschmack: Mild und süß zum Auftakt mit Traubensaft, hellen Rosinen und Pfirsich. Ein paar Kokosraspel, dahinter herbere Noten wie von Walnüssen. Vollmundiger Eindruck der einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt.
  • Nachklang: Süß und mittellang mit leichtem Pfeffer und schönen Kakaonoten. Sehr sanft für die intensive Fassstärke.

Meine Notes

  • Nase: Erst merke ich den Alkohol mit einer Zitrusfrische. Ich lasse den Alkohol ein wenig verfliegen und dann kommen auch bei mir die Nougataromen kräftig zur Geltung. Schön süß mit Vanille und Karamell geht es weiter. Dann mischt sich ein wenig Litschi unter die Aromen. Im Hintergrund finde ich noch ein paar Früchte. Birne und einen kandierten Apfel. Mit fünf Tropfen Wasser wird er ein weniger milder an der Nase. Nougat und Nuß verschwinden, dafür werden die Fruchtnoten intensiver.
  • Geschmack: Fängt mild an und geht in ein leichtes Kribbeln aus der Zungenmitte über. Süß und fruchtig, wieder etwas Nougat. Nüße und Pfirsich. Mit Wasser übernimmt erst Mal Chili und Pfeffer. Deutlicher schärfer. Dann kommt wieder der Pfirsich und ein wenig Litschi.
  • Abgang: Kakao mit Orangenschale. Pfeffer breitet sich aus. Sehr mild für die 52.6%. Mit Wasser habe ich eine leichte Tabaknote mit Kakao und noch immer Pfeffer. Und irgendwann wird er trocken und hinterlässt eine sehr dezente Eichennote.

Tasting Notes – Macduff

Offizielle Notes

Diesen Whisky haben wir für mehr als 8 Monate in einem einzelnen Madeira Hogshead nachreifen lassen, was die typischen Zitrusnoten von Macduff weiter verstärkte.

  • Aroma: Exotische Fruchtnoten mit Ananas, grünem Apfel und zarter Vanille. Dahinter getoastetes Brot, salziges Nougat und Haselnüsse. Die Fassstärke macht sich mit einer Ingwernote bemerkbar.
  • Geschmack: Leicht mit süßem Malz und hellen Fruchtnoten, weißer Pfeffer prickelt auf der Zunge, zum Ende hin kommen Espressonoten und Nougat hinzu.
  • Nachklang: Lang und süß, mit anhaltender Eichenwürze.

Meine Notes

  • Nase: Zitrone und Tabak. Ananas schimmert durch. Süße Früchte wie bei einem Sherryfass aber auch hier ist eine leichte Nougatnote vorhanden. Grüner Apfel und ein wenig salzig. Schokolade. Mit fünf Tropfen Wasser übernehmen hier die Fruchtnoten.
  • Geschmack: Hier entwickelt sich ein Kribbeln auf der Zungenspitze. Ingwer. Malzig und süß. Mit Wasser ein wenig milder. Aber auch die Süße nimmt ab.
  • Abgang: Fruchtnoten mit Crème brûlée, dann leichte Eiche. Mit Wasser wird der Abgang schärfer und Vanille / Karamell sind nicht mehr zu erahnen. Mehr Würze.

Tasting Notes – Tobermory

Offizielle Notes

Diesen Whisky haben wir für über 8 Monate in 3 besonders kleinen Sherry Octave Fässern (328a, 328b, 328c) nachgereift. Besonders schöne Schokoladennoten sind die Folge.

  • Aroma: Dunkles Eichenholz, Leder und getrocknete Tabakblätter. Es folgt leichte Aschennoten. Hinter dem trockenen Auftakt tauchen florale und fruchtige Noten von roten Äpfeln, Trauben, unreifen Birnen und Aprikosen auf. Dazu ein wenig weißer Pfeffer und ein Spritzer Zitronensaft. Mit Wasser eine deutlichere Zitrusnote sowie kandierte Früchte.
  • Geschmack: Zunächst süße Akzente von Honig und Aprikosenmarmelade, dahinter sehr intensive Eichennoten von dunkler Schokolade, Kaffee und Tabak. Nach hinten hinaus wird der Whisky wieder süß mit eingekochten Kirschen und Karamell. Ein zunächst cremiges Mundgefühl, das danach deutlich trocken und adstringierend wird. Mit Wasser wird der Malt cremiger und milder, das Karamell wird deutlicher, die Eichennoten gehen leicht zurück.
  • Nachklang: Lang, dunkle Schokolade mit Lakritze, frisch aufgebrühtem Espresso und leichte Anklänge von Kirschen.

Meine Notes

  • Nase: Ledersessel und Tabak. Erst sehr kräftige Aromen mit Würze, dann übernehmen viele Früchte. Süße getrocknete Aprikosen und Datteln. Florale Noten und ganz dezent Zitrone. Eine übermäßige Eichennote nehme ich nicht wahr. Mit drei Tropfen Wasser kommt die Zitrone sehr deutlich durch. Nach etwas Zeit gesellen sich auch ein paar weitere Früchte dazu.
  • Geschmack: Angenehmes Mundgefühl. Fruchtig. Akazienhonig. Schokolade, Kaffee und ein wenig Asche. Mit Wasser fruchtiger und mild. Orange mit Karamell.
  • Abgang: Langer Abgang. Die Schokolade begleitet mich eine Weile. Ein wenig Kirsche und dann tatsächlich noch ein wenig Espresso. Aber dann bekomme ich noch ein wenig Orangenlimonade. Mit Wasser bekomme ich sehr viel Würze und die Eiche wird dominant.

Fazit

Ich bin bei „Finish“ immer ein wenig skeptisch, denn ich habe schon viele schlechte Erfahrungen gemacht. Hat der Whisky selbst genug Charakter ausgebildet, um sich bei einem Finish durchzusetzen? Oder hätte man gleich das „Original“ trinken können, weil von dem Whisky nichts übrig geblieben ist? Die drei hier zeigen deutliche Spuren von ihren Nachreifungen. Gefallen haben sie mir trotzdem. Der Tobermory ist gut gelungen hat aber sehr viel Würze. Mein persönlicher Favorit ist der Fettercairn. Auf Wasser würde ich bei allen dreien verzichten.

Danke an whic.de für die drei Proben!

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