BoB – The Battle of the Blends – Broom vs. Ridley

Das Englisch sprachige Whisky Magazine lässt seit Dezember 2014 zwei ihrer Redakteure in einem Wettstreit gegeneinander antreten: Wer macht den besten Blend? Die Leser durften die jeweiligen Zutaten von Heft zu Heft in acht Runden verfolgen und jetzt ist die finale Mischung von 99 Juroren bewertet worden. Wie es der Zufall will, war ich einer der Juroren.

Wer mehr über das „Battle“ erfahren möchte, kann vieles im Blog von Master of Malt nachlesen. Master of Malt haben das Whisky Magazine unterstützt und unter anderem die Proben anonym verpackt und versendet.

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Angetreten gegeneinander sind Dave „The Rummager“ Broom und Neil „Copper Dog“ Ridley, um einen guten Blend zu kreieren. Beide haben im Verlauf des Kampfes festgestellt, dass die Herstellung eines Blends gar nicht so einfach ist. Es wird nicht einfacher, wenn man sich dabei auch noch an Regeln halten muss.

The Marquis of Ridley Rules

Hier die neun Regeln für den Kampf:

  1. The first fill will be a Highland malt, Clynelish, of equal measure (1 litre).
  2. All the regions of Scotland need to be incorporated: Islands (which includes Islay), Speyside, Highlands (already accounted for), Lowlands and Campbeltown. There is no order as to when these are used, but in each issue of Whisky Magazine the details of the whisky must be revealed.
  3. No bottle of whisky used must cost more than £50 RRP except for the wildcard detailed below and must be commercially available in UK.
  4. There must be at least one grain whisky but there are no rules as to its origin.
  5. A wildcard must be chosen – this can be anything, from anywhere. The only rule here, is that it cannot be over £150 RRP. Also it must be commercially available in UK.
  6. The final blend must be under 50% abv.
  7. A minimum of 15 litres of blend must be prepared.
  8. There are no rules as to how much of each individual whisky category that you can add.
  9. The blend must be complete by 1st September 2015, after which it will be sent out for judging.

Wer von den beiden das Rennen gemacht hat, wird im Whisky Magazine Ausgabe 132 am 04.12.2015 veröffentlicht. Parallel dazu auch im Blog von Master of Malt.

Die beiden Blends

Diese Whiskys kamen in den acht Runden in die beiden Blends:

Blends

Meine Tasting Notes

Die beiden Proben A und B habe ich verkostet und bin zu folgendem Ergebnis gekommen.

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Blend A, 42.1%

  • Aroma: Ein wenig Frucht hinter einer rauchigen Note. Ausbalanciertes Aroma. Könnte ein wenig Port sein. Komplex und verändert sich etwas über die Zeit. Der Rauch tritt zurück, dafür kommen mehr Früchte zum Vorschein. Ein wenig nussige Eiche. Nach einer Weile schieben sich die reifen Früchte in den Vordergrund.
  • Geschmack: Ein leichtes Kribbeln auf der Zunge, sehr viel Frucht, Süße, Schokolade, Sherry und Port.
  • Abgang: süß. fruchtig und lang.

Ich kenne Overeem nicht, aber das könnte die Port-Note sein, die ich meine zu entdecken.

Blend B, 43.5%

  • Aroma: Ein wenig Karamell. Sherry, und ein wenig Rauch. Insgesamt gefällt das meiner Nase nicht.
  • Geschmack: Kribbelt mehr auf der Zunge als Blend A. Einige frische Früchte, Karamell-Noten. Insgesamt aber ausbalanciert.
  • Abgang: Sehr trocken, nicht sehr lange, aber sanft.

Ich würde vermuten, dass das Dave’s Blend mit dem Kilkerran WIP ist.

Fazit

Wahrscheinlich liege ich mit meinen Vermutungen genau verkehrt. Ich war noch nie gut bei „Blind Tastings“. Mein Favorit war auf jeden Fall der Blend A. Wer auch immer den von Euch beiden gemischt hat: Well Done!

Wie schwierig das ist, durfte ich bei Cardhu selber ausprobieren: Roadtrip: Besuch bei Cardhu. Mit rauchigem Whisky muss man beim Blending sehr sparsam umgehen. Der ist sehr mächtig in der Gesamtmischung und andere Aromen tun sich schwer dagegen.

Falls Ihr an weiteren Meinungen interessiert seid: sucht in Twitter oder auf Facebook nach dem Tag #BattleOfTheBlends. Ihr werdet auch einige Blogger zu dem Thema finden wie z.B. Steve Prentice mit seinem Review auf dem Somerset Whisky Blog (SWB).

Vielen Dank an das Whisky Magazin und Master of Malt für die beiden Proben und die Möglichkeit mich als Juror zu versuchen.