Tasting: Thousand Mountains McRaven – deutscher Whisky in Fassstärke

Nun ich bin noch kein großer Fan von deutschem Whisky, denn meist ist mir das Destillat zu rein und das Fass zu würzig. Julian, Julius und Tommy von der Sauerländer Edelbrand GmbH haben aber nach Ostern einige Samples ihres Thousand Mountains McRaven in Fassstärke in Deutschland versendet und auch mich hat eines erreicht. Ich bin gespannt, ob der meine Meinung über deutschen Whisky verändert.

Im Überblick

  • McRaven, „CS“ 2020, ncf, nca, 59.8%, 1.000 Flaschen, ca. 69.90 EUR

ncf = no chill-filtration (keine Kältefiltration), nca = no color added (ohne Zusatz von Zuckerkulör), CS = Cask Strength (Fassstärke)

Aus der Produktinformation: „Die Lagerung unseres Mc Raven erfolgt zunächst in Rotweinfässern und abschließend in original Kentucky Bourbonfässern.“ Diese Reihenfolge ist auf jeden Fall ungewöhnlich. Da es 1.000 Flaschen sind, würd ich hier auch eher von „Batch-Strength“ sprechen, aber das sind nur Feinheiten. Jetzt kommt es erst Mal auf den Geschmack an.

Meine Tasting Notes

  • Nase: Klar und fein mit Rosinen. Leichte Würze (Muskat?) und leichte mentholische Schärfe, die einen kräftigen Whisky ankündigen. Bereits von der Färbung und dem Geruch her würde ich auf ein Weinfass tippen. Im Hintergrund lauert eine tropische Frucht, die mich am ehesten an Papaya erinnert. Mit ein paar Tropfen Wasser mehr Vanille, Früchte und Dunnage Lagerhaus. Rotwein und eine leichte Käsenote. 
  • Geschmack: Erst eine leichte Süße und sanft sammelt sich mit der Zeit auf der Zungenspitze Pfefferschärfe und betäubt ein wenig. Karamell und etwas Rotwein. Mit Wasser verschwindet der Pfeffer. 
  • Abgang: Leichte Würze und ein Hauch von Schokolade. 
  • Wertung: o

Mein Bewertungsschema

Bewertet wurde(n) die Probe(n) nach folgendem einfachen Schema und rein auf Basis des persönlichen Geschmackes:

+gefällt mir, würde ich mir kaufen
ook/gefällt mir, muss ich aber nicht haben
trifft nicht meinen Geschmack

Was man bei einer Verkostung beachten sollte und wie ich dabei vorgehe findet Ihr übrigens hier: Whisky-Wissen für Einsteiger. Und: wenn ich einen Whisky zur Verkostung zur Verfügung gestellt bekomme, ändert dies nichts an meiner Bewertung. Ich versuche immer fair zu bewerten, sage aber auch, wenn der Whisky nicht meinen persönlichen Geschmack trifft.

Fazit

Ich bin positiv überrascht, denn es ist keiner aus der Kategorie „Obstbrand“, obwohl er auch sehr klar und rein ist. Die drei haben ein schönes Produkt geschaffen. Da habe ich schon uninteressantere schottische Single Malts getrunken.

Danke an die Sauerländer Edelbrand GmbH für die Probe!