Tasting: Edradour – Private Edition #4 der Whiskybotschaft

Meine erste Private Edition der Whiskybotschaft. Bei den drei Vorgängern war ich zu langsam und dieses Mal habe ich eine Probe erhalten. Ein 10-jähriger Edradour in Fassstärke. Ich bin gespannt.

  • Signatory Vintage/Whiskybotschaft, Edradour, 10yo, Private Ed. No.4, 59.2%, ncf, nca, SC, CS, 357 Flaschen, 87.90 EUR

ncf = no chill-filtration (keine Kältefiltration), nca = no color added (ohne Zusatz von Zuckerkulör), CS = Cask Strength (Fassstärke), SC = Single Cask (Einzelfass)

Tasting Notes

Offizielle Notes

  • Nosing: dunkle Schokolade, Bourbonvanille, Rahmbutter, Karamell, Datteln, Feigen, Trockenfrüchte, komplex
  • Tasting: robust, mundfüllend, cremig, Bratapfel, Orangenzesten, Sherry, angenehme Ingwerschärfe, Christmascake, Zedernholz
  • Abgang: lang, voluminös, mundfüllend, bittersüß, Gaumenschmeichler

Meine Notes

  • Nase: Ein richtiges Sherry-Brett. Im ersten Moment habe ich die Sherryaromen satt. Datteln, Feigen und Rosinen. Ein wenig getrocknete Aprikosen. Nach ein paar Minuten (wie immer mit Deckel drauf) kommt dann Vanille und Karamell in den Vordergrund. Ein wenig Ledersessel und Möbelpolitur sind auch dabei. Die Alkoholschärfe macht sich bemerkbar, aber die ist sehr gut eingebunden und keinesfalls störend. Milchkaffee mit einem Stück Schokolade.
    Nun eine zweite Runde mit fünf Tropfen Wasser: immer noch kräftige Sherryaromen. Richtig satt und rund eingebunden mit der süßen Vanille. Ein wenig Orange kommt noch hinterher.
  • Geschmack: Mir treibt es die Tränen in die Augen und die Zunge wird taub. Der hat richtig Kraft, aber ist dabei nicht unangenehm. Wird cremig. Orangenschale und Bratapfel finde ich ebenfalls. Mit Wasser: Hat der immer noch genug Kraft. Der Rest bekommt noch zwei Tropfen Wasser ab. Nun ist die Schärfe weg. Trockenfrüchte und Karamell.
  • Abgang: Die Kraft hält lange an. Mit Ingwerschärfe zwischen den Trockenfrüchten, aber vor allem mit einen bitteren Note, die ich so nicht erwartet hätte. Diese geht über in Eiche. Mit Wasser nicht mehr ganz so bitter.

Fazit

Die Nase und der Geschmack sind richtig toll. Beim Abgang habe ich etwas viel Eiche. Ich bin zur Zeit gar nicht so sehr auf Sherry ausgerichtet, aber der gefällt mir. Bei den wenigen Flaschen und dem vernünftigen Preis ist der sowieso nicht mehr lange verfügbar und ich bin froh, dass ich den dieses Mal probieren durfte.

Danke an Tim Tünnermann von der Whiskybotschaft für die Probe!