Tasting: Ardbeg Fermutation

Da ist er: Ardbeg Fermutation. Jackie hatte ihn bereits während des AGM 2021 im Oktober angekündigt. Der Ardbeg mit der längsten Fermentation aller Zeiten. Denn im Gegensatz zu den bei Ardbeg üblichen 72 Stunden, hat dieser eine Fermentationszeit von 3 Wochen (ca. 500 Stunden). Ich bin gespannt, wie sich das bei einem 13-jährigen Single Malt noch bemerkbar macht.

Im Überblick – Ardbeg Fermutation

  • Ardbeg Fermutation, 13yo, 11/2007, 49.4%
  • Reifung in ex-Bourbon Fässern, 1st und refill
  • Verkauf ab 08.02.2022

Der Ardbeg Fermutation ist eine Ardbeg Committee Abfüllung. Weder über die Anzahl der Flaschen noch über den Preis habe ich aktuell eine Information. Aber ich kann Dir verraten, dass er ab dem 08.02.2022 in Deutschland verkauft wird. Weitere Details folgen im Ardbeg Committee Newsletter. Hier wird es vermutlich wieder einen speziellen Link geben, aber Du kannst ja auch im Shop vorbeischauen oder dem Ardbeg Committee beitreten.

Wenn Du Dich jetzt wunderst, was das AGM 2021 war, dann kannst Du hier die Details (und das Video) dazu finden: AGM 2021- Ardbeg Committee mit neuem Chairman. Und für die ungeduldigen: Eine der möglichen Antworten, was AGM bedeuten soll, war „Awesome Gathering of Members“. In dem Video erzählt Jackie die Geschichte hinter dem Ardbeg Fermutation.

Der neue Ardbeg Fermutation

Und hier der erklärende Auszug aus der Pressemitteilung: „Im November 2007 stand die Ardbeg Destillerie vor einer großen Herausforderung: Ein defekter Boiler drohte, den sechs Washbacks mit kostbarer Würze den Garaus zu machen. Das Team versuchte alles, den Heizkesseel wieder in Gang zu bringen – ohne Erfolg. Der stets zuversichtliche Dr. Bill Lumsden, Ardgebs Director of Distilling and Whisky Creation, erkannte im Dilemma die Chance zum Experimentieren. Also wies er das Brennerei-Team an, die Deckel der Gärbottiche zu öffnen und ihren Inhalt der besonderen Islay-Luft auszusetzen. So begann eine epische dreiwöchige Gärung – die längste in der Geschichte von Ardbeg – aus der ein wildes, spritziges und lebendiges Destillat schließlich hervorging.

Tasting Notes Ardbeg Fermutation

Offizielle Notes

  • Farbe: Strohgelb
  • An der Nase: Frisch, floral, kräuterartig und kräftig. Anklänge an gemischte Kräuter und Zedernholz. Sehr spritzig, lebendig, mit Noten geräucherter Orange und Grapefruit, viel Menthol und Pfefferminze. Mit etwas Wasser kräftige Wogen von Dieselöl, Teer, frisch gestrichener Farbe und Anis. Im Nachklang frisch gemähtes Heu mit einem winzigen Hauch von etwas Pikantem, wie Hefeextrakt oder Brotteig.
  • Am Gaumen: Eine lebendige, vibrierende, „spritzige“ Textur, die in sehr kräftige, ausgeprägte Aromen mündet – malzige Kekstöne, kräftiger Anis, Kardamom, antiseptische Lutschtabletten, süßes Minz-Toffee und Zigarrenasche.
  • Nachhall: Ein anhaltender, salziger, kräftiger Nachhall von Minze, Teer, Eichengerbstoff und Leder.

Meine Notes

  • Nase: Beim Einschenken kommt mir eine deutliche Frische entgegen, etwas ungestüm. Also lass ich ihm erst mal ein wenig Zeit im Glas. Nachdem er sich beruhigt hat, bekomme ich sehr fruchtige Noten mit Torf und dem typischen Anis in die Nase. Orange gepaart mit Gartenkräutern. Die Frische hat einem runden Aromenspektrum Platz gemacht.
  • Geschmack: Überraschend mild mit nur leichtem Pfeffer auf der Zungenspitze. Eine schöne Balance von Süße und leichten Bitternoten einer Orangenschale. Fruchtig und trotzdem mit einer gewissen Tiefe. Eine leichte Mentholnote gepaart mit Rauch.
  • Abgang: Kardamon und Anis mit Zigarrenasche. Auch die beschriebene Minze und den Teer finde ich. Ein wenig kaue ich jetzt auch auf einem von Whisky durchtränktem Eichenbrett herum (aber immer noch angenehm).
  • Wertung: +

Mein Bewertungsschema

Bewertet wurde(n) die Probe(n) nach folgendem einfachen Schema und rein auf Basis des persönlichen Geschmackes:

+gefällt mir, würde ich mir kaufen
ook/gefällt mir, muss ich aber nicht haben
trifft nicht meinen Geschmack

Was Du bei einer Verkostung beachten solltest und wie ich dabei vorgehe findest Du übrigens hier: Whisky-Wissen für Einsteiger. Und: wenn ich einen Whisky zur Verkostung zur Verfügung gestellt bekomme, ändert dies nichts an meiner Bewertung. Ich versuche immer fair zu bewerten, sage aber auch, wenn der Whisky nicht meinen persönlichen Geschmack trifft.

Fazit

Du willst jetzt sicher wissen, wie mir der Ardbeg Fermutation gefallen hat. Nun ich bin ein Ardbeg Fanboy und freue mich über jede „besondere“ Abfüllung. Die lange Fermentationszeit zeigt ihre Wirkung und ist selbst nach 13 Jahren Faßreifung noch ihre Wirkung. Ich habe mit übersäuertem Sauerteig Brot gerechnet. Überrascht war ich von der Frische, die Ardbeg selber als Menthol bezeichnet. Ich hätte bei der ersten Nase auf einen sehr jungen Whisky getippt, aber lässt man diese Minze-/Mentholnoten erst Mal vorbeiziehen, öffnet sich ein etwas anderes Aromenprofil, das mir sehr gefällt und sich über die Zeit weiter entwickelt.

Vielen Dank an Tobias Russ und Ardbeg für das Sample!