Bruichladdich Black Art 4 versus 5

Tasting: Black Art 4 vs. 5 – Bruichladdich Battle

Black Art. Das ist die „hohe Kunst der Zauberer“. Es gibt einige Videos im Internet, die Jim McEwan in seiner „Hexenküche“ zeigen. Aber Jim ging letztes Jahr in den Bruichladdich-Ruhestand. Der aktuelle Black Art 5 von Bruichladdich wurde von Adam Hanett entwickelt und kam Anfang des Jahres auf den Markt. Der Vorgänger (4) war der letzte Black Art von Jim McEwan. Jim hat Adam das Rezept für den 5er hinterlassen. Mal sehen, was daraus geworden ist und welcher mir besser gefällt.

Jim ist übrigens nicht mehr im Ruhestand, sondern unterstützt Hunter Laing beim Aufbau der Ardnahoe Distillery auf Islay. Und Adam hat das Rezept von Jim…. ignoriert.

Adam: „Just before Master Distiller Jim McEwan retired in 2015 he took me to one side and handed me his recipe for the next iteration, Black Art 5. It was an emotional moment, the handing over of responsibility of one of the greatest drams we’ve ever created. I have to say I took the recipe from Jim’s hand and dutifully ignored it. This had to be my Black Art.

Einige Black Arts durfte ich bereits probieren, denn in den Master Classes beim Bruichladdich Open Day während des Feis Ile stehen diese regelmäßig auf den Tischen. Und wer es nicht nach Islay schafft, bekommt auch hier bei der ein oder anderen Whisky Messe die Chance dazu. Ich war bisher immer sehr begeistert, hatte aber noch nie die Möglichkeit eines direkten Vergleichs.

Auf der Hanse Spirit habe ich den Brand Ambassador von Bruichladdich für Deutschland, Österreich und der Schweiz getroffen: Ewald Stromer. Ewald hat mir nicht nur die Hintergrundinfos besorgt, dass Adam das Rezept ignoriert hat, sondern hat mir auch noch zwei Proben mitgegeben. Ich bin gespannt, welcher mir besser gefällt.

  • Bruichladdich, Black Art 4, 1990/2013, 23yo, 49.2%, 263.- GBP – ab ca. 210.- EUR
  • Bruichladdich, Black Art 5, 1992/2016, 24yo, 48.4%, 263.- GBP – ab ca. 259.- EUR

Tasting Notes 4

Offizielle Notes

  • COLOUR: Albuquerque sunset.
  • NOSE: The aromas rise and mingle beautifully creating an olfactory symphony in your hand. Little notes of rich, plump, crystallised grapes flirt over heavier notes of honey. Go deeper and you will find the tang of lemon and lime – This is the DNA of our Bruichladdich spirit; the terroir of ancient peat lands and Islay’s exposed coastline, living, breathing proof that magic really does exist.
  • PALATE: Without water the first thought that enters my head is wow! This is strong and my cheeks flush, my eyes water but my heart is in heaven. Its so, so mellow and mature and yes, you can find all of the aromatics on the taste buds and more!!! I get chocolate and coconut, tangerine and papaya and a wonderful infusion of barley sugar with a pinch of cinnamon and aniseed. Completely mesmerising.
  • FINISH: Grilled peach and apricot sprinkled with demerera sugar, quite outstanding.
  • MOOD: Drink whenever you wish, with whomever you wish. The last to leave will be the angels who danced with the devil and won.

Hier findet Ihr ein schönes Video, das Jim, Adam und einige Mitarbeiter von Bruichladdich zeigt:

Meine Notes

  • Nase: Süße, reife Früchte. Hagelzucker. Eine kraftvolle Mischung von vielen süßen Aromen spielt um meine Nase. Immer wieder meine ich einen leichten Hauch Wacholder zu erahnen. Waldhonig mit Kiefernnadeln. Dann kommen auch noch die Zitronenaromen aber ich nehme sie eher als Limetten wahr, die auf Rohrzucker liegen. Ein wenig Ledersessel und die reifen Sherryfrüchte sind wieder da. Der ist unwahrscheinlich komplex. Nach einiger Zeit Karamell und Vanille. Mit ein paar Tropfen Wasser noch ein wenig sanfter. Mehr Aromen zum daran riechen.
  • Geschmack: Der hat richtig Kraft. Das fühlt sich nach mehr als 55% an, aber es sind nur knapp 50%. Aber dann ist er richtig rund. Vor allem die süßen Früchte finde ich auch auf dem Gaumen wieder. Ein wenig Schokolade. Mit Wasser ist er ein wenig milder.
  • Abgang: Deutlich milder als der erste Antritt. Sehr schön ausgewogen. Ein richtig schöner runder alter Laddie.

Tasting Notes 5

Offizielle Notes

  • COLOUR: Antique copper.
  • NOSE: It takes time to decipher the full array of sensory magic on offer. As the warmth of your hand heats the glass you will tease the threads apart to find lavish fruit notes of cherry, mango, apricot, damson and a warming orange citrus all swathed in an oak blanket of soft brown sugar, vanilla and figs dipped in syrup. Each time you go back to the glass there will be different notes coming to the fore as the constant evolution of flavour hints at the depth and secret complexity of this dram.
  • PALATE: There is a grace with which the whisky gently settles on your palate; a black velvet quality that comes from the age of the spirit, with the pedigree of casks coming together to give you a mouthfeel that is unlike anything else. The influence of great wood is decadently expressed through the never-ending release of fruit. On the nose, you find damson, mango, pineapple, melon strawberry, plum and apricot. One after the other they weave in and out of focus on your palate while the structure of the oak gives honey, tobacco, vanilla and hints of spicy cinnamon. as elegant and refined a dram as you will find.
  • FINISH: The true DNA of Bruichladdich spirit shines through on the finish. Light stone fruits and a cream texture are a delight with a perfect balance of oak, malt and fruit. As the flavours begin to fade a gentle floral mellowness settles to leave a lasting impression.
  • MOOD: While walking the dark warehouses drawing inspiration for my first edition of Black Art, i would recall the lessons learned at the hands of the legendary distiller. Finally arriving at this moment has been a spiritual journey in every sense for me.

Zum Black Art 5 gibt es erst ein Preview-Video, das gerade erst hochgeladen wurde. Eine lange Version wird sicher folgen:

Meine Notes

  • Nase: Nicht ganz so süß und auch hier habe ich diese leichte Wachholdernote. Die reifen Früchte sind dafür kräftiger. Der ist noch runder und noch komplexer. Papaya, Mango, Aprikosen und auch die reifen, saftigen Orangen finde ich.
  • Geschmack: Erst ganz sanft, entwickelt sich die Chilinote langsam auf der Zungenmitte und breitet sich aus. Die reifen Früchte sind ebenfalls noch da. Auch mit ein paar Tropfen Wasser hat der noch ungemein viel Kraft.
  • Abgang: Kraftvoll bleibt er. Leichte Mentholnote mit süßen Früchten gepaart. Sehr sanfte trockene Note, aber keine Eiche.

Fazit

Respekt, Adam! Das war eine mutige Entscheidung, sich nicht bei dem ersten eigenen Black Art helfen zu lassen. Der Mut der „Jugend“. Es war die richtige Entscheidung und es freut mich, dass das Produkt auch ohne Jim’s Hilfe gut geworden ist. Sehr gut sogar. Das sind beides sehr interessante Whiskys. Bei beiden ist wohl ein wenig schwarze Magie involviert. Und der neue von Adam hat mir sogar noch ein wenig besser gefallen. Ein wenig kräftiger und markanter. Der 4er war ein wenig runder. So werden vermutlich beide ihre Anhänger finden – zumindest bei denen, die ihn sich leisten können oder wollen.

Danke Ewald, für die beiden Proben!

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