Tasting: 2x Kavalan

Mit Kavalan hatte ich noch nicht viel Berührung. Kavalan ist eine Taiwanesische Destillerie. In Taiwan reift Whisky wegen der extremen klimatischen Verhältnissen deutlich schneller als in Schottland und auch der Angels Share ist um ein vielfaches höher. Aber wie schmecken die Whiskys? Ich habe zwei probiert: Kavalan Single Malt und Kavalan Concertmaster.

  • Kavalan, Single Malt, 40%, ca. 50.- EUR
  • Kavalan, Concertmaster, Port Cask Finish, 40%, ca. 50.- EUR

Hintergrundinfos

Aus der Presseinformation: „Mit der 2006 eröffneten Kavalan Destillerie, die zur King Car Group gehört, erfüllte sich Tian- Tsai Lee seinen persönlichen Lebenstraum: die erste private Whisky-Brennerei Taiwans. Eine wichtige Rolle in der jungen Geschichte der Destillerie spielt neben Tian-Tsai Lee, dem Gründer und Präsidenten des Lebensmittelkonzerns King Car Group, der taiwanesische Chemiker Ian Chang, der in Schottland seine Ausbildung zum Master Blender mit Bravour abgeschlossen hat. In enger Zusammenarbeit mit dem britischen Chemiker und Whisky- Experten Dr. Jim Swan hat King Car mit viel Hingabe und Expertise einen Single Malt geschaffen, der die Tradition der Whiskyherstellung mit der Exotik Taiwans vereint. Der erste Kavalan Single Malt Whisky wurde 2008 in Taiwan präsentiert. Als erster Premium-Whisky „Made in Taiwan“ stieß er auf große Begeisterung in der Bevölkerung und zählt seither zu den meistverkauften Single Malts im heimischen Markt. Heute wird die Kavalan Destillerie von Yu- Ting Lee, dem Sohn des Gründers Tian-Tsai Lee, geleitet.

Neben dem Quellwasser spielt auch das Klima eine wichtige Rolle für die Qualität der Kavalan Whiskys. So beschleunigt Taiwans subtropisches Klima den Reifeprozess der Whiskys. Ihre Einzigartigkeit erhalten sie durch das Zusammenspiel von Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit sowie die Verwendung erstklassiger Fässer. Die klimatischen Bedingungen bringen jedoch auch besondere Herausforderungen mit sich. So ist durch die schnellere Reifung eine permanente Kontrolle der Fässer nötig, um den richtigen Reifegrad abzupassen, da bereits wenige Wochen den Geschmack des Whiskys beeinflussen. Darüber hinaus liegt der Angels’ Share in Taiwan vier bis fünf Mal über dem schottischen Durchschnitt und macht somit lange Lagerzeiten beinahe unmöglich. Aus diesem Grund wird auch auf die Jahrgangsangabe verzichtet. Ein wichtiges Erfolgsrezept von Kavalan ist die hohe Qualität. Nicht nur die verwendeten Rohstoffe erfüllen höchste Ansprüche, auch beim Brennvorgang wird nur das reinste und beste Destillat für die weitere Reifung verwendet. Dadurch wird das Bukett intensiver und reichhaltiger, der Geschmack weicher und eleganter.

In Deutschland wird Kavalan von Schlumberger vertrieben. Von Kavalan gibt es sehr begehrte Einzelfassabfüllungen, die als Solist bezeichnet werden. Vor einiger Zeit habe ich einen Solist probiert und ein wenig die Destillerie und das Portfolio beleuchtet: Tasting: Kavalan Solist Peaty Cask.

Tasting Notes – Single Malt

Offizielle Notes

  • Farbe: lebhaft und warm wie Bernstein
  • Bukett: rein, elegant, blumig und fruchtig. Mit einem Hauch von Honig, Mango, Birne, Vanille, Kokosnuss und milder Schokolade
  • Geschmack: Mango gemischt mit reichhaltigen Aromen durch die Reifung im Eichenfass. Er ist warm, intensiv, weich wie Seide mit einem Hauch von Orange

Meine Notes

  • Nase: Das Bourbonfass macht sich bemerkbar. Viel Vanille. Auch Früchte sind vorhanden. Den Honig finde ich ebenfalls. Die Früchte werden stärker mit der Zeit. Die Mango ist jetzt deutlich.
  • Geschmack: Die Eiche ist zu merken. Würzig und Vanille. Und: die Mango ist sehr deutlich.
  • Abgang: Die Würzigkeit ist kräftig. Leichte Mentholnote. Zum Ausklang bleibt ein wenig Eiche.

Tasting Notes – Concertmaster

Offizielle Notes

  • Farbe: rotbraun
  • Bukett: tropische Früchte mit einem Hauch von Honig, Vanille, Kokosnuss und Marshmallow
  • Geschmack: vollmundig, lieblich, komplex und vielschichtig

Meine Notes

  • Nase: Sehr viele reife, tropische Früchte. Der braucht Zeit, damit sich die Früchte entfalten können.
  • Geschmack: Süße Früchte. Mild und komplex.
  • Abgang: Hält die tropischen Früchte noch lange bereit. Keine Eiche aber leichte Würze.

Fazit

Beides dürften sehr junge Whiskys sein, aber beide haben mir gefallen und sind mild und gut zu trinken. Die Nase gefällt. Der Concertmaster aus dem Port-Fass hat mehr Komplexität und ein schönes Frucht-Potpourrie. Ich werde wohl auch mal wieder den ein oder anderen Solist probieren müssen. Preislich sind die Solisten deutlich teurer und fangen in der Regel bei ca. 110.- EUR an.

Vielen Dank an Schlumberger für die beiden Proben!