Erstes Tasting 2014: „Dem irischen Whiskey auf der Spur“ (VHS)

Jeder hat einen eigenen Geschmack und jeder entwickelt so seine Vorlieben. Bei mir sind es schottische Single Malts – in der Regel die komplexen und gerne auch die rauchigen/torfigen. Mit irischen Whiskeys hingegen habe ich so meine Probleme. Aber man soll immer mal wieder über seinen Tellerrand hinaus schauen und deshalb habe ich bei der VHS in Henstedt-Ulzburg ein Tasting besucht – ganz unter dem irischen Motto. 

In der Regel gibt es dabei offiziell sechs Whisk(e)ys und einen siebten hinterher mit dem Motto „back to the roots“ (hier wird es torfig!). Dieses Mal waren es acht! Das ist eine ganze Menge und selbst wenn Herr Vollmer immer versucht uns genügend Zeit dafür zu lassen, grenzt das an Fließband-Nosing. UPDATE: ich wurde mit dem Fließband falsch verstanden – bei vielen Tastings hat man deutlich weniger Zeit (wir hatten ca. 3h!) für sechs Whiskys, aber ich lasse mir sehr gerne Zeit und kann auch mal 1-2h für EINEN Whisky brauchen…

Dieses Mal standen die folgenden Whiskeys an, um verkostet zu werden:

  1. Jameson „Select Reserve“, 40%, Small Batch / Blended Irish Whiskey // 31,90 EUR
  2. Tullamore Dew „Finest Old“, 12yo, 40% / Blended Irish Whiskey // 37,95 EUR
  3. Locke’s „Crock“, 8yo, 40% / Single Malt, Ireland // 45.- EUR
  4. Tullamore Dew, 12yo, 46%, Sherry Cask Finish, Limited Release n.c.f. / Single Malt, Ireland // 47,50 EUR
  5. Tyrconell, 10yo, 46%, Port Cask Finished / Single Malt, Ireland // 51,50 EUR
  6. Bushmills, 16yo, 40%, „Three Wood“ / Single Malt, Ireland // 38,95 EUR
  7. Connemara „Peated“, 40% / Single Malt, Ireland // 25.- EUR
  8. Connemara „Cask Strength“, 57,9% / Single Malt, Ireland // 36,85 EUR

Da es sich in diesem Tasting um „Standardabfüllungen“ gehandelt hat, kann man diese alle noch im Handel erwerben. Ich habe mal nach Onlinepreisen für die einzelnen Flaschen gesucht und diese dahinter angegeben. Dabei habe ich nicht lange recherchiert und nicht geprüft, ob diese zu dem angegebenen Preis auch verkauft werden, denn der Preis soll nur ein Anhaltspunkt für meine persönliche Wertung sein.

Ich werde hier keine Tastingnotes verfassen, denn ich bin der Meinung, dass jeder andere Aromen identifiziert oder erfährt, aber nur wenn man ihn auch lässt. Ferner kommt es meist auf die „Vergleichsbasis“ an, ob man diese Eindrücke auch beschreiben kann. Ich hatte z.B. bei einem an „Maschinenöl“ denken müssen – mein Sitznachbar meint: „nö, Maschinenöl schmeckt süß“…. (ich habe im Gegensatz zu ihm noch kein Maschinenöl probiert).

Mein Gesamteindruck: ich bleibe bei den schottischen Whiskys. Alle verkosteten Whiskeys haben einen „anderen“ Stil als die schottischen und sind vergleichbar teuer. Da bekommt man schon sehr schöne „richtige“ Whiskys für das Geld…

Zwei der hier Vorgestellten haben mir ganz gut gefallen:

  • Tyrconell (Nr. 5): braucht aber viel Zeit (kann man mit einem selbst mitgebrachten Nosingglas lösen) und
  • Connemara „Cask Strength“ (Nr. 8): vermutlich auf Grund des Torfs, aber deutlich interessanter als die Nummer 7

Falls jetzt jemand auf den Geschmack gekommen ist und diese Whiskeys ebenfalls kennenlernen möchte, hat eventuell noch die Chance am Wiederholungstermin (31.01.) teilzunehmen. Den Link dazu gibt es im Event-Kalender mit einer Beschreibung des Seminars. Mir hat es gefallen.

2 Gedanken zu „Erstes Tasting 2014: „Dem irischen Whiskey auf der Spur“ (VHS)

  • 14/03/2014 um 21:55
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    Als bekennender WhiskEytrinker, der die amerikanischen auslässt, fröhne ich also häufig eher den irischen Abfüllungen.
    Das mag daran liegen, dass ich weniger dem Torf und Rauch verfallen bin als Peter – was immer wieder zu interessanten Gesprächen führt. Also war ich natürlich überrascht ausgrechnet einen Blogeintrag zum Tasting von irischen Whiskeys gefunden zu haben. Wann immer ich auf Nummer sicher gehen möchte, greife ich zum irsichen, da werde ich selten enttäuscht. Auch muss es für mich nicht immer ein Single-Malt sein – zumindest beim irischen…
    Ein Blend oder eine Kombination aus Pot Still und Column Still Whiskeys hat auch seine Vorzüge.

    Ich muss Peter also das Ansinnen zugute halten, glaube aber, dass er beim Irischen nicht glücklich werden wird. Wer aber gerade keinen Rauch oder Torf mag, den kann ich nur dazu raten mal einen irischen Whiskey zu probieren.

    Powers (Gold Label und Johns Lane) kann ich als einfachen Zugang empfehlen.
    Beim Tullamore bin ich mittlerweile beim SIngle Malt angekommen, leider nur 10jährig, aber macht was her. Richtig gespannt bin ich auf den Phönix als limitierte Abfüllung, ich hoffe das wird nicht nur mythologisch interessant.

    Die nächsten Tastings werden sicherlich auch wieder interessant, wenn ich aber auch weiß, dass wir grundsätzlich verschiedene Geschmäcker haben. Aber das ist doch das schöne am WhiskEy, jeder findet etwas für sich…

  • 26/01/2014 um 16:06
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    Sehr schöner Blog, habe ich gerne gelesen. Ich werde mir dann am 31. mal selbst ein Urteil bilden.
    Mal sehen welcher nach Maschinenöl erinnert UND vor allem an Welches?
    Grüße

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