Ardbeg Night in Hamburg – der Dark Cove ist angekommen

Cap San Diego und strahlendes Wetter! Klingt gut! Kann dieser Event den Feierlichkeiten auf Islay das Wasser reichen? Hamburg ist dieses Jahr der einzige deutsche Ort an dem der Ardbeg Day (Night) veranstaltet wird. 500 Tickets für die Committee Mitglieder. Ich war mittendrin.

Die letzten Jahre war ich auf Islay mit dabei. Ich vermute das kann nicht getoppt werden, deshalb gehe ich ganz ohne Erwartungshaltung an diesen Event heran. Angekündigt habe ich die Veranstaltung mit allen Informationen hier: Ardbeg Day (Night) 2016 in Hamburg!.

Hamburg ist schön. Besonders, wenn die Sonne scheint und man am Hafen flaniert. Vorbei an der neuen Elbphilharmonie, die fast fertig ist, runter zur Cap San Diego (CSD). Der ehemalige Stückgutfrachter (erbaut 1961/62) ist das größte, fahrtüchtige Museums-Frachtschiff der Welt und macht mit bis zu 500 Fahrgästen auch immer wieder Ausflüge. Aber auch als Eventfläche wird die CSD genutzt – so wie heute.

 

Um 18:00 Uhr ist offizieller Einlass, aber die große Masse bewegt sich nur schubweise und sehr langsam. Ich bin im Mittelfeld und erst um 18:45 an Bord. Bei so schönem Wetter gibt es aber in der Warteschlange genug zu erzählen. Nur ein Dram wäre zur Erleichterung der Wartezeit nicht schlecht gewesen. Das ist gute Tradition auf Islay, denn dort ist man diese langen Schlangen zum Feis Ile gewohnt und hat sich darauf mit „free drams“ eingestellt. Zur Begrüßung gibt es dann aber einen Dram und eine „Teamkarte“.

 

Die Teamkarte ist die einzige spielerische Herausforderung des Abends. Finde dein Team und löse das Buchstabenrätsel. Am Ende werden es 18 Teams sein. Ob wir das Rätsel gelöst haben? Für die ganz Eiligen unter Euch gibt es hier die Video-Zusammenfassung.

 

Im Laderaum der CSD, der sich über drei Etagen erstreckt, gibt es eine kleine Ansprache und dann wird erst ein Mal das Buffet eröffnet. Am Eingang hat jeder zehn Peat Coins und ein T-Shirt bekommen. Jedes Getränk kostet einen Peat Coin, bis auf Wasser, denn das ist frei. Und der Dark Cove wird zwei Peat Coins kosten – aber erst ab 21:00 Uhr. Und erst, wenn wir das Rätsel gelöst haben.

 

Also ab zum Buffet und stärken. Warten hat hungrig gemacht. So sehen das viele Besucher und obwohl wir recht früh am Buffet gestartet sind, sind alle Biertische bereits belegt von Leuten ohne Essen. Typisch deutsch – nur ohne Handtücher. Wir finden eine Alternative und gehen danach an die frische Luft an Deck.

 

Die Teams finden sich (mit etwas Nachhilfe) und lösen die Rätsel. Mit Hilfe des Moderators sagen wir unseren Satz auf („The Excisemen have left the ship. The time has come for Ardbeg Dark Cove to come on board“). Wenn wir alles richtig machen, wird der Kapitän das Zeichen geben, um den Dark Cove an Bord schmuggeln zu lassen. Und? Klar haben wir das gelöst. Die Zöllner sind von Bord und die Fairplay – ein Schlepper aus dem Hamburger Hafen – nähert sich der CSD. An Bord: Dark Cove. Die Kisten werden von Bord der Fairplay in eine Transportbox geladen und dann mit der Winch an Bord geholt. Über der Ladeluke verharrt der Kapitän und wartet bis wir alle unter Deck sind, um dem weiteren Verlauf folgen zu können. Kaum am untersten Boden angekommen, beginnt die Crew die Kisten zu entladen und den Dark Cove in Gläser zu füllen. Innerhalb kürzester Zeit haben wir alle ein Glas Dark Cove in der Hand. Top!

 

Dann betreten um 21:00 Uhr Gillian MacDonald (Head of Whisky Analytics and Whisky Creation) und Thomas Zilm (Brand Ambassador) die Bühne. Gillian verrät uns ein paar „Geheimnisse“ über den Dark Cove und Thomas übersetzt das. Er schmückt auch aus und sorgt für Unterhaltung. An Beide ein Kompliment – habt Ihr gut gemacht. Die Meute wartet und wir stoßen mit Gillian an. Falls jemand an den Details zu den beiden Abfüllungen oder meinen Tasting Notes interessiert ist, könnt Ihr hier alles darüber erfahren:

Ab jetzt setzt das musikalische Programm ein, das von Cannibal Koffer bestritten wird. Die waren vor zwei Jahren auch in Bonn dabei und kamen dort gut an. Die Musik kann man sich gut anhören und während die Beiden auf dem untersten Deck auf der Bühne Musik machen, werden Bilder von Islay in den beiden darüber liegenden Etagen an die Wand geworfen. Ein Hütchenspieler hilft denen Ihre Peat Coins aufzustocken, die bereits „knapp bei Kasse“ sind. Der ist aber so flink und geschickt, dass vermutlich niemand eine Chance hätte, wenn er es nicht zulassen würde.

 

Wir bevorzugen aber das laue „Sommerlüftchen“ an Deck und dürfen mit ein paar Freunden und Bekannten etwas ganz besonders probieren: ein Pairing des Dark Cove mit Zigarre und Schokolade. Die Zigarrenempfehlung kommt von Dr Bill Lumsden höchstpersönlich und so probiere auch ich als Nichtraucher diese Kombination. Die Schokolade kommt von Oschätzchen und die Zigarre ist eine Partagás Serie D No. 5 (Flor de Tabacos de Partagas, Havanna). Meine Mitraucher sind begeistert von der Zigarre und der Kombination. Ich bleibe auch nach diesem Versuch Nichtraucher, fand die Kombination aber interessant. Trinkt man einen Schluck Dark Cove nach einem Zug an der Zigarre, dann gesellen sich Zitrusaromen und Vanille zu den restlichen Eindrücken.

 

So klingt der Abend gemütlich aus und dank der richtigen Begleitung verirrt sich auch noch eine Flasche Dark Cove an unseren Tisch. Auch der große Bruder – eine 3,5 Liter Flasche – gesellt sich noch dazu und so ist unser Abend gerettet. Während der blauen Stunde führen wir angeregte Gespräche an Deck und so kann ich Euch nicht viel von dem erzählen, was sich an Bord so abgespielt hat. Ich habe davon gehört, dass es auch beim Abholen der Flaschen (mit dem Ticket war eine Flasche Dark Cove inklusive) wieder lange Warteschlangen gab und die Bars schon vor 23:00 Uhr geschlossen wurden. Mich hat das beides nicht gestört, denn ich war versorgt und konnte meine Flasche auch ohne Warteschlange (ein wenig später) in Empfang nehmen.

 

Mir hat der Abend sehr gut gefallen! Das lag aber nicht an irgendwelchen Spielen oder Masterklassen, denn die gab es nicht. Das Wetter war sehr schön, die Gesellschaft auch, es gab ausreichend Dark Cove zu probieren (mit den 10 Peat Coins hätte man sich theoretisch auch 10 Corryvreckan oder 5 Dark Cove holen können) und die Cap San Diego ein schöner Veranstaltungsort. Was will man mehr? An Islay kommt der Event nicht heran, aber das geht auch nicht. Mickey Heads ist mal wieder verkleidet herumgelaufen (genau wie alle seine Mitarbeiter) und auch einige alte Flaschen sowie ein 1815 wurde geöffnet. Nächstes Jahr? Islay!

Ardbeg Day 2016

Die Ardbeg Night (Day) habe ich dieses Jahr in Deutschland erlebt. In Hamburg gab es die einzige deutsche Veranstaltung.