Tasting: Glen Ord 12yo, 15yo, 18yo – The Singleton

Von meinem Destilleriebesuch habe ich mir drei Proben mitgebracht. Dem Operations Manager Alastair Orr bin ich noch eine Antwort schuldig, welcher mir am Besten schmeckt. Normalerweise ist der „The Singleton of Glen Ord“ nur für Asien und den Duty Free Markt bestimmt. Aber auch in deutschen Läden taucht er immer mehr auf. Ich habe bisher noch keinen Glen Ord probiert. Jetzt wird es Zeit.

  • Glen Ord, 12yo, 40%, ca. 42.- EUR
  • Glen Ord, 15yo, 40%, keinen in deutschen Shops gefunden
  • Glen Ord, 18yo, 40%, ca. 90.- EUR
Glen Ord 12yo, 15yo, 18yo

The Singleton of Glen Ord 12yo, 15yo, 18yo

Tasting Notes 12yo

Offizielle Notes

Sherry Casks

  • Nose: Unhesitating and substantial. Initially winy topnotes rapidly evolve into fresher, sweeter plummy fruits offset by zesty, oily orange peel. Then, there are aromas of rich caramel toffees and chocolate accompanied by malty biscuits.
  • Palate: Immediate, smooth and cooling. Subtly coating, with a clever balance of gentle fruit tartness (preserved plums) and gingery, rich, sweet malt. Becoming gradually lighter and cleaner on the palate with faint, appetising late notes of toasted coconut.
  • Finish: Medium in length and very, very rounded. A beautiful balance of lightly cleansing fruit notes and gingery toasted maltiness; a smooth texture, like caramel toffees or good chocolate slowly melting on the tongue. Late notes of cocoa and cool mint.

Meine Notes

  • Nase: Reife Weintrauben und süße Malzigkeit. Leichte Sherrynoten wie Rosinen und Pflaumen. Auch von den Zitrusfrüchten machen sich Spuren bemerkbar. Ich habe auch eine alkoholische Topnote, die ich bei 40% nicht vermutet habe. Zartbitterschokolade. Die Süße verfliegt und es kommen mehr Bitterstoffe durch.
  • Geschmack: Sehr leicht und ein wenig malzig süß. Einige nussige Aromen.
  • Abgang: Leicht mit einer Fruchtnuance. Sehr dezent und sehr weich.

Tasting Notes 15yo

Offizielle Notes

European and American Oak Casks

  • Nose: A cautious start with soft hints of melon and summer citrus fruit, opening up to reveal firm waxy notes and rich floral aromas; a whole garden of geraniums and roses. Later, warming spices develop into appetising cinnamon and ginger-spiced biscuits.
  • Palate: Gently coating. At first, layers of ripe melon fruit and zesty orange-oil freshness fuse with sultanas and spiced biscuits; then it all becomes much richer with crystallized ginger and ginger biscuits coated in an exquisite chocolate creaminess with hints of vanilla.
  • Finish: Of medium length and beautifully rounded. Rich choux pastry with cooling thick cream; late toasted notes and dry cocoa powder sprinkled on a bitter chocolate tart. Finally, all that richness builds to a gloriously warming conclusion.

Meine Notes

  • Nase: Ich fange zuerst würzige Aromen auf. Zitrusfrüchte und auch die wachsigen Noten kann ich ebenfalls finden. Erdige Noten, die ein wenig an Geranien erinnern. Sauerteigbrot. Weniger Trauben, aber auch die sind leicht vorhanden ebenso wie eine Ingwernote.
  • Geschmack: Leichte aber deutlich komplexere Aromen. Reife Früchte, aber nicht wie bei einer Sherrybombe sondern ganz dezent. Malzige Kekse.
  • Abgang: Sehr rund und warm. Sahnekaramellbonbon.

Tasting Notes 18yo

Offizielle Notes

Oak Casks

  • Nose: Complex and well balanced. Smooth and unctuous at first, yet hinting at an intriguing dryness to come on the palate. Aromas of walnuts and polished antique oak lead into a whole bowl of dried fruits (apricots, blackcurrants, apples), followed by ginger biscuits. Later, a smoothly honeyed sweetness is cut by the cleansing freshness of crisp, newly peeled pears.
  • Palate: Very full and cooling. A splendid mouth-coating richness with elegant orange oil and rich fruit (perhaps sliced mangos and rich cream). Becoming drying and appetising, with notes of chocolate truffle.
  • Finish: Full, long and finely detailed, with clear cedar notes against a smooth backdrop of fine, silky chocolate. Becomes leaner, with a memory of gingery malt; that dryness is now offset by a lingering sweetness in a polished conclusion.

Meine Notes

  • Nase: Marzipan. Noch würziger und komplexer als der 15yo. Ich hätte hier auf ein Sherryfass getippt, denn es kommt tatsächlich ein wenig Ledersessel und Politur zum Vorschein. Nicht stark ausgeprägt, aber doch vorhanden. Der entwickelt sich sehr schön und gibt immer wieder neue Aromen frei. Der ist sehr rund und weich, keine kräftigen Noten sondern alles sehr dezent. Süße getrocknete Früchte. Aprikosen und Äpfel kann ich finden. Nach einiger Zeit kommen die Aromen des 12yo durch, aber kräftiger. Hauptcharakter ist jetzt die malzige Weintraube. Nun gesellt sich noch Schokolade und Ingwer dazu. Ein Hauch Honigsüße.
  • Geschmack: Sehr fein und rund. Auch hier kommt ein wenig Sahnebonbon in den Sinn. Orangenschale. Auch die Mango ist da, aber nicht so süß.
  • Abgang: Ähnlich wie der 15yo. Ein wenig Pfeffer- und Chili. Das Sahnebonbon hält an wirkt aber kräftiger und würziger. Bleibt lange erhalten. Geht über in Zartbitterschokolade.

Fazit

Alle drei sind sehr rund und ausgewogen. Das nimmt mit steigendem Alter ebenso wie die Komplexität zu. Bei allen dreien ist eine malzige Traubennote präsent und auch die Zartbitterschokolade und das Sahnekaramellbonbon scheint, wenn auch unterschiedlich stark ausgeprägt, zum Destilleriecharakter zu gehören. Mein Favorit ist der 18yo, denn er ist vor allem an der Nase noch ein wenig komplexer. Ich würde den gerne mit etwas mehr Alkoholstärke so mit 43-46% probieren wollen. Ich denke, das würde gut passen.

Mehr über Glen Ord

Über meinen Besuch bei Glen Ord könnt Ihr hier lesen: Reisebericht: Blick hinter die Kulissen bei Glen Ord.

Weitere Abfüllungen

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Vielen Dank an Alastair für die drei Proben und die sehr spezielle Führung. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich bin gespannt, ob wir den Singleton nun öfters in Europa antreffen werden.

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