Tasting: Bladnoch 10yo

Mit der „neuen“ Bladnoch Distillery wollte ich mich letztes Jahr bei einem Besuch bereits auseinandersetzen, aber da war die Destillerie gerade im Umbau und ein Besuch war nicht möglich. Die ersten Abfüllungen des neuen Besitzers habe ich auf Grund des Preises erst Mal boykottiert. Das hat nichts mit dem „alten“ Bladnoch gemeinsam und ich war erst mal muksch. Aber jetzt ist ein neuer 10-jähriger auf den Markt gekommen und ich bin wieder neugierig geworden und habe den Importeur um eine Probe gebeten….

  • Bladnoch, 10yo, ncf, nca, 46.7%, ca. 60-65.- EUR

ncf = no chill-filtration (keine Kältefiltration), nca = no color added (ohne Zusatz von Zuckerkulör)

Tasting Notes

Offizielle Notes

  • Farbe: Heller Bernstein
  • Nase: Süße grasige Noten mit delikaten floralen Aromen. Würzig mit Vanille und Anklängen von Zitrus und Orange.
  • Geschmack: Würzige und süße Holznoten, Zitrus und grüne Aromen werden untermalt von einem Hauch Kokosnuss, Ingwer, Vanille und Stachelbeere.
  • Nachklang: Cremig und süß, spritzige Zitrusnoten. Malzig und erfrischend.

Meine Notes

  • Nase: Zitrone, Apfel und Honig sind am Anfang sehr präsent. Mit der Zeit (und einem Deckel auf dem Glas) werden die Aromen süßer und sowohl florale als auch grasige Noten kann ich ausmachen. Die Vanille ist schön eingebunden. Ein wenig erinnert mich diese Komposition an Marshmallows. Orange und Kokosnuss habe ich, wenn ich mich noch ein wenig länger gedulde. Aber nun muss ich probieren.
  • Geschmack: Würzig und süß, Ingwer, dann ein leichtes Prickeln auf der Zungenspitze. Je länger ich den Sip im Mund lasse, desto mehr entstehen grasige Eindrücke. Der zweite Schluck gefällt mir noch ein wenig besser. Sehr dezent finde ich jetzt eine Ananas.
  • Abgang: Holz, Zitrus, Ingwer. Der Mundraum wird trocken. Und der grasige Ton zeigt sich ein wenig. Beim zweiten Versuch setzen sich eher Zitrusnoten durch. Trocken ist er immer noch, aber besser als der erste Versuch.

Fazit

Ob sich der Hausstil mit der komplett renovierten Destillerie ändern wird, werden wir erst in einigen Jahren sehen. Die Fässer für diesen neuen 10-jährigen hat der neue Destillerie Manager Ian MacMillan ausgewählt. Von der Nase hat mich der Whisky sehr positiv überrascht. Sehr komplex und sehr angenehm. Doch die in der Nase geschürte Erwartungshaltung war dann im Mund ganz anders wahrzunehmen. Trotzdem gefällt er mir. Mit dem Abgang werde ich noch nicht ganz so warm, aber über die Zeit hat sich der Whisky (oder meine Wahrnehmung) verändert. Alleine schon für die Nase: probieren!

Ein kleiner Hinweis noch: meine Probe ist deutlich heller als das Pressebild – hier hat man das Zuckerkulör wohl über dem Bild vergossen. Das soll dem Whisky aber nicht schaden.

Danke an Alba Import für die Probe!