Tasting: Ardgeb Grooves CR – jetzt wirds groovig

Es ist wieder soweit. Ich freue mich immer wieder darauf, wenn es von einer meiner Lieblings-Destillerien etwas Neues gibt und wie jedes Jahr gibt es ein Committee Release (CR). Jedes Jahr gibt es dafür ein neues Motto. Dieses Mal: Flower Power. Ich durfte bereits vorab probieren. Kann mich die neue Abfüllung auch ohne 60er-Jahre Marketing-Tam-Tam überzeugen?

  • Ardbeg, Grooves, Committee Release, 51.6 %

Ab Mittwoch, 14.03.2018 wird er erhältlich sein. Ab wann, wie lange und was er kosten wird, wird sich zeigen. Lohnt es sich, sich „auf die Lauer zu legen“? Ich konnte schon einen ersten Eindruck bekommen.

Tasting Notes

Offizielle Notes

  • Farbe: Wie Berbere, eine orange-rötliche, afrikanische Gewürzmischung
  • Nase: Intensive Aromen von geräuchertem Zimt und Paprika, antikes Leder und Sattelseife, mit den klassischen Ardbeg-Aromen von Kiefernharz, Teer und salziger Meeresgischt im Hintergrund. In der Ferne ein duftendes Lagerfeuer an der Pier der Destillerie mit einer ungewöhnlich pikanten Note von Chili-gewürztem Fleisch. Ein kleiner Spritzer Wasser gibt einige schöne, unerwartete Aromen frei: Lavendelseife, gemahlener weißer Pfeffer mit floralen Noten. Frischer Blumenduft mischt sich mit Korianderblättern und Minze.
  • Zunge: Ein kraftvoll-salziges Mundgefühl driftet in süße Schwingungen von Melassesirup, Vanille-Popcorn, gesalzenen Früchten wie Pfirsiche mit Ruß und Teer. Unverwechselbare pikante Noten von rauchigem BBQ, Paprika und Senf – gewürzt mit einem Schleier aus Äpfeln und geräucherten Birnen, fast wie Birnen Cider.
  • Nachhall: Geräucherte Paprika und Aromen eines Lagerfeuers mit einer sanften Süße.

Meine Notes

  • Nase: Mir kommt erst mal die typische Ardbeg Nase entgegen. Sehr kräftig mit einer dezenten Vanille und Zuckernote, die schön aus dem Hintergrund auftaucht. Der speckige Rauch ist nicht ganz so kräftig, dafür Leder und Zigarrenrauch. Florale Seife. Türkischer Honig kommt zum Vorschein. Meertang und salzige Meeresluft. Der Alkohol macht sich mit pfeffrigem Menthol bemerkbar.
  • Geschmack: Der Alkohol macht sich gleich mit mentholischer Chili-Schärfe ans Werk. Dann kommt Süße. Mandarinen und Rauch. Würzig. Dann kommt Karamell aus dem Verborgenem. Und wieder die Teernote.
  • Abgang: Lagerfeuer Rauch und Vanille. Viel Menthol. Der Rauch hält lange an, andere Aromen verblassen sehr schnell. Ein wenig Eiche gesellt sich dazu.

Weitere Informationen

Aus der Pressemitteilung: „Inspiriert durch den alternativen Lebensstil und unorthodoxen Geist der bunten Flower-Power-Zeit, veröffentlicht Ardbeg die diesjährige Limited Edition: Den Ardbeg Grooves. Diese Abfüllung wurde in ehemaligen Weinfässern gereift. Das Besondere: Die Fässer wurden intensiv verkohlt, um tiefe Rillen (engl. Grooves) in die Fassinnenseite zu bekommen. Das Ergebnis ist ein aromatischer Single Malt Whisky mit Noten von geräucherten Gewürzen, Lagerfeuer in der Ferne und einem ungewöhnlich pikanten Duft von Chili-gewürztem Fleisch. Destillerie-Manager Mickey Heads sagt: ‚Die Ardbeg Kommune der 1960er Jahre war noch ein ganz anderer Ort – eine groovige, kleine Gemeinde mit eigenem Postamt, Billardhalle und zwei Chören. Heutzutage ist die Ardbeg-Community weltweit verteilt und Ardbeg Day der beste Weg für uns alle zusammen zu kommen.‘

Fazit

Er hat eine kräftige Farbe, die vermutlich durch die „groovy“ Fässer gebildet wurde. Der gefällt mir. Er hat einen kräftigen Antritt an der Nase und auch im Mund entfaltet er schnell seine Kräfte. Ob er nun groovig ist oder nicht: Er macht auf jeden Fall Spaß. Besonders alt ist er vermutlich nicht, aber trotzdem ein schöner Ardbeg.

Andere Meinungen

Einige Blogger hatten bereits schon vor mir eine Probe erhalten. Es ist nicht immer vorteilhaft am anderen Ende Deutschlands und dann auch noch auf dem Land zu leben. Hier ein paar schöne Beispiele, wie unterschiedlich wir doch alle sind.

Whisky Ledger aus Australien durfte den schon vor einiger Zeit mit Dr. Bill probieren und hat auch eine gute Erklärung für den Namen und ein Bild eines solchen „grooved cask“, wie sie auch für den Jack Daniels Sinatra Select verwendet wurden: Ardbeg Grooves Committee Release.

Auch MargareteMarie hat uns schon an ihren Eindrücken teilhaben lassen: Tasting Notes: Ardbeg Grooves Committee Edition.

Danke an Ardbeg für die Probe!