UA im Profil: Duncan Taylor

Welche Abfüllungen gibt es von Duncan Taylor? Wie viele Fässer besitzt die Firma und wie kommt sie an diese? Mal sehen, was Kirsty McLeod verraten hat…

Zusammenfassung

Den Ursprung hat Duncan Taylor Scotch Whisky Ltd. (DTSW) seit 1938 in Glasgow als Händler und Broker von Whiskyfässern. Seither hat man sich auf die besten Fässer aus Schottlands führenden Destillerien fokussiert. Im Jahr 2001 wurde nicht nur das Hauptquartier nach Huntly, sondern auch das Hauptgeschäft auf die Produktion und das Marketing der eigenen Marken verlagert. Das Geschäft als Broker wurde eingestellt.

Aktuell arbeiten 25 Mitarbeiter in den verschiedenen Bereichen: sales, finance, logistics, bottling plant, warehouse, cooperage , design & marketing. Ein paar Bilder und Namen der Mitarbeiter findet Ihr Online: The Team.

CEO von Duncan Taylor oder kurz DTSW ist Moji Z. Shand. Chairman ist Euan C. Shand. Meine Fragen hat mir Kirsty McLeod, European Sales Manager, beantwortet.

Adressen – real und virtuell

Marken und Ranges

Jeder UA hat eine oder mehrere Marken unter denen er seine Abfüllungen auf den Markt bringt. Duncan Taylor hat eine Vielzahl dieser und deshalb versuche ich die Unterschiede ein wenig herauszuarbeiten.

  • The Rarest
    Meist schon zerstörte Destillerien, SC, CS, ncf, nca. Aufwändige und hochwertige Verpackung. (Holzschatulle links oben im Bild)
  • The Tantalus
    Single Malt und Single Grain, 40yo und älter, CS, ncf. Hochwertig (zweiter von oben links)
  • The Duncan Taylor Single Range
    Single Malt und Single Grain, 30yo und älter, SC, CS, präsentiert in einer Leder- und Hartholzbox.
  • The Duncan Taylor Dimensions Range
    Premium Collection mit 10-39-jährigen Single Malts und Single Grains. SC, CS.
  • The Octave Collection
    Wurden in Octave Fässern gelagert.
  • Black Bull Range
    Blended Whisky, der in verschiedenen Altersstufen abgefüllt wird. Bereits als New Make in einem Fass „verheiratet“.
  • The Big Smoke
    Islay Blend mit 46% bzw. 60%
  • Auld Reekie
    Islay Whisky (Caol Ila), 10yo, 46%
  • Smokin’
    Blend rauchiger Mainland-Whsikys. Abgefüllt mit 40%.
  • Scottish Glory / Whisky Galore / Loch Ness / Battlehill / Lonach
    Weitere Blends

Preise und Rahmenbedingungen der Abfüllungen

Altersrange Sehr unterschiedlich, bis 40 Jahre +
Preise Sehr unterschiedlich.
Alkoholstärke Verschiedene Alkoholstärken – cask strength, natural colour, non chill filtered, 46%
Anzahl Destillerien Verschiedene Destillerien aus allen Regionen im Sortiment
Regionen Campbeltown, Lowland, Islay, Speyside, Highlands & Islands
Abfüllungen / Jahr Unterschiedlich pro Marke
Abfüllungen seit Gründung Unterschiedlich pro Marke
Abfüllanlage und Wasser Eigene Abfüllanlage vor Ort. Destilliertes Wasser.

Fässer und Wood-Policy

DTSW besitzt ein Lagerhaus in Huntly.

Kirsty, wie viele Fässer hat DTSW?

Kirsty: „Duncan Taylor Scotch Whisky Ltd has ownership of one of the largest privately-held collections of rare scotch whisky casks. The company has been “laying down” casks from premium Scottish distilleries from all regions for decades and has, in recent years, made its branded products available to whisky connoisseurs throughout the World.

Die verschiedenen Fasstypen, die dort lagern, sind: Bourbon Barrels, Hogsheads, Sherry Butts, Sherry Hogsheads, Sherry Octaves, Quarter Casks und Port Casks.

Kirsty, habt Ihr die Fässer alle in Huntly gelagert? Wie wichtig ist Wood Management für Euch?

Kirsty: „The majority of our casks are warehoused at various distilleries throughout Scotland. Wood is extremely important at DTSW. We have our cooperage on site to make sure our casks are in top condition. We pioneered Octave maturation – For many years, DTWS has experimented in the use of differing cask sizes for the maturation of Single Malt and Single Grain Scotch whiskies. The research stemmed from a simple premise that there is more interaction between the wood and the spirit over a shorter period of time in a small cask than in a large cask, therefore allowing a more rapid “melding” of wood, air and alcohol.

Bei DTSW wird auch New Make abgefüllt und gelagert.

Auswahl und Tasting Panel

Viele UAs haben einen ausgewählten Personenkreis, der eine „ausgebildete Nase“ hat. In einem solchen Tasting Panel werden dann nach hauseigenen Spielregeln Whiskys ausgewählt und/oder beschrieben.

Bei DTSW besteht das Tasting Panel aus vier Personen, die bei Bedarf unterstützt werden. Für das nächste Bottling gibt es einen Produktionsplan.

Ich habe auch noch Mal ausdrücklich nachgefragt, was mit einem Fass passiert, dass sich nicht so entwickelt, wie man es sich wünscht und der Whisky in dieser Form nicht abgefüllt werden kann. Hier ist die Antwort von Kirsty: „We only bottle casks that have been passed with our tasting panel.

Besonderheiten

Hier ist nun der Platz, an dem sich der UA selber ins beste Licht rücken darf.

Kirsty, was macht Duncan Taylor so besonders?

Kirsty: „DTSW differs greatly from other independent whisky companies in that it controls its whiskies through advanced cask management from the day the new spirit is bought from the distillery all the way through to bottling.

Our cask management process is second to none. We have our own cooperage, we make and repair our own casks, our racking and re-racking of spirit to gain its best character is legendary. We go the extra mile on quality from best wood management. We have pioneered Octave™ maturation, we are the creators of the “Single Grain category”, one of the fastest growing sectors that our competitors seem to be all getting involved in now, some years after we started.

Empfehlung von Duncan Taylor

Auf die Frage, warum und welche Flasche aus dem aktuellen Sortiment besonders zu empfehlen ist, antwortete mir Kirsty: „Consistently high quality no matter the age or range. Too many to choose from!

Das meint die Maltkanzlei

Damit Ihr nicht nur meine Meinung zu den UAs bekommt, habe ich Dirk von der Maltkanzlei um seine Unterstützung gebeten. Dirk hat viele Abfüllungen von unabhängigen Abfüllern probieren können.

Dirk, was hältst Du von den Abfüllungen von Duncan Taylor?

Dirk: „Die Abe Rosenberg Story, also die Geschichte des erfolgreichen amerikanischen Geschäftsmannes, der bereits vor mehr als 50 Jahren fassweise Whisky in Schottland erwirbt und gleichsam als Rentenversicherung geduldig reifen lässt, hat mich irgendwie schon immer fasziniert, obwohl ich Whisky als reines Investmentgut an sich ziemlich langweilig finde. Die so
entstandene Sammlung mit mehreren Tausend Fässern bildet später dann jedenfalls das qualitative Rückgrat der Firma Duncan Taylor, wie wir sie heute kennen. Eine einzigartige Geschichte. Eben im wahrsten Sinne des Wortes „Peerless“ wie die Reihe der alten Single Cask Abfüllungen dann zunächst auch heißt. Die Peerless – Rare Aulds hatten vor etwa 15 Jahren ein aus heutiger Sicht natürlich unglaubliches Preis-Leistungs-Verhältnis. Seinerzeit hingegen erschienen sie mir im Markt oft recht ambitioniert gepreist, wie ich mich entsinne. Ist aber natürlich auch schon ein paar Jahre her. Später dann ab 2014, als der Hype Fahrt aufnahm, wandelte sich der Eindruck. Die Rare Aulds, wie sie inzwischen hießen, boten wirklich langgereifte Malts mit 30+ Jahren in Fasstärke zu klasse Preisen. Das einzige Problem war, wie bei Single Casks üblich, kaum hat man etwas Tolles entdeckt, ist es auch schon wieder vom Markt. Mir ging das etwa mit dem 37yo Glenlivet, Vintage 1970 so. Herrlicher Malt zum Toppreis. Betrachte ich die letzten Jahre, gefällt mir das was DTSW tut, vielfach nicht mehr ganz so gut wie früher. Okay, in der ‚Dimensions‘ Reihe sind zum Teil hervorragende jüngere Malts zu guten Preisen zu finden. Der Glentauchers 5yo, Fass #900535 ist so ein Fall gewesen. Wer kräftige Sherrymalts ohne bittere Eiche mag, der kommt hier voll auf seine Kosten. Aber die vielgerühmten Octave Nachreifungen? Ich weiß nicht recht. Vielleicht hatte ich bislang einfach nur Pech aber gerade unter den älteren Malts dieser Reihe ist mir bislang noch kein wirklich überzeugender begegnet. Zuletzt habe ich den Bunnahabhain 33yo aus 1979 in einem Tasting eingesetzt. Die ältest Abfüllung des Abends, sollte eigendlich auch das Highlight werden. An sich von den Rahmendaten her zumindest ein Malt, der ein gerüttelt Maß an Erwartungen rechtfertig. Der allgemeine Eindruck war aber eher, dass das ursprügliche Fass recht schwach und inaktiv war und die 3 Monate in dem Sherry Octave ihn tendenziell eher reanimieren als nur vollends optimieren sollten. Einen ähnlichen Effekt hatte ich bei anderen der älteren DT Octave Finishes auch. Man könnte fast meinen, was gut genug für die Peerless/Rare Aulds war ist mittlerweile weitgehend durch, die zuvor ausselektierten Fässer wandern nun gezielt in die Octaves. Qualitativ gut sind nach meiner Erfahrung die Abfüllungen in den großen roten ‚Lederboxen‘. So hab ich derzeit etwa den Ardbeg 20yo aus 1994, Fass #347613 offen. Ein wirklich rundum gelungener Sherryardbeg, der richtig Spaß macht, wenn nur der völlig überzogene Verkaufspreis von gut 600,- EUR nicht wäre. Den Preis ist er im Vergleich einfach nicht wert, tolle Box hin oder her.

Slàinte aus der Maltkanzlei.

Vielen Dank Dirk für Deine Meinung!

Mein Fazit

Obwohl es sehr viele Marken von Duncan Taylor gibt, kenne ich keine der Abfüllungen. Aber dafür habe ich ja auch Dirk dabei, der auch viel zu DTSW erzählen kann. Hier findet Ihr alle Artikel zu Duncan Taylor.

Den Hintergrundartikel und die Links zu den anderen Artikeln findet Ihr hier: Whisky-Wissen: Unabhängige Abfüller – was steckt dahinter und welche gibt es?.