Port Charlotte mit Adam Hannett auf Deutschlandtour 2020

Bruichladdich tourt durch Deutschland und veranstaltet bei den Laddie Crews Port Charlotte Tastings. Letzte Woche war Adam Hannett mit Ewald Stromer in Frankfurt, Nürnberg, München, Hamburg und Itzehoe. Ich habe an der Veranstaltung in Itzehoe teilgenommen und war sehr zufrieden.

Im Überblick

Auf dem Tisch vor uns fanden sich acht eingeschenkte Glencairn Gläser. Keiner der Port Charlotte Drams war unter 50%, alle ncf und nca.

  1. New Make, 2019, 68.5%
  2. 10yo, Scottish Barley, 50%
  3. Islay Barley, 2011, 50%
  4. Islay Barley, 2012, 50%
  5. MC:01, 2010, CS, 56.3%
  6. MRC:01, 2010, CS, 59.2%
  7. OLC:01, 2010, 9yo, CS, 55%
    first fill Bourbon, first fill red wine, ACE Oloroso cask (Fernando de Castilla) 250l
  8. 16yo, 2003, Bourbon, Cask Sample, SC, 58%

ncf = no chill-filtration (keine Kältefiltration), nca = no color added (ohne Zusatz von Zuckerkulör), CS = Cask Strength (Fassstärke), SC = Single Cask (Einzelfass), ACE = Additional Cask Enhancement

Der Ablauf

Ausgerichtet wurde das Tasting von Flickenschild Whisky & Cigars, Itzehoe und fand im Bacchus in Itzehoe statt. Aus Schottland extra für eine knappe Woche angereist ist Adam Hannett, der als Nachfolger von Jim McEwan bei fast allen dieser Produkte mit Hand angelegt und die meisten sogar selber kreiert hat. Ewald Stromer, Brand Ambassador von Bruichladdich, der in der Regel die Tastings durchführt, hat sich dieses Mal zurück gehalten und Adam die Bühne überlassen. Mit dabei waren natürlich auch die beiden Chefs von Flickenschild Manfred und Jannik Krüger mit Familie. Insgesamt waren es knapp 70 Leute im Bacchus.

Adam und Ewald

Adam hat nicht nur die Wiederauferstehung von Bruichladdich Revue passieren lassen, sondern zu jedem der Whiskys viel Hintergrundinformationen geliefert. Nach dem New Make und den ersten drei Whiskys gab es erst ein Mal eine Stärkung. Danach ging es weiter mit den Sonderabfüllungen MC:01 (zwischenzeitlich wohl ausverkauft) und MRC:01 (auch hier dürften die Vorräte zur Neige gehen). Bis auf den New Make kannte ich die alle schon. Dann gab es aber noch zwei Überraschungen: den OLC:01. Und zum Abschluss den derzeit ältesten Port Charlotte, den es noch in nennenswerten Mengen gibt. Die ersten Fässer wurden 2001 eingelagert, aber zum Relaunch der Marke 2018 (hier mehr) komplett abgefüllt. Aus 2002 gibt es laut Adam gerade mal noch sechs Fässer. Somit sind die Fässer aus 2003 die derzeit ältesten.

Zwischendurch auch immer wieder interessante Fakten zu Laddie. In den Lagerhäusern lagern derzeit ca. 80.000 Fässer und es lagern alle auf Islay, nichts auf dem Festland. Weitere Lagerhäuser werden gebaut. Ebenso wie die eigenen Maltings, denn das Malz wird noch auf dem Festland produziert. Von den 1 Millionen Litern produziertem Alkohol pro Jahr (LPA) werden bereits 50% aus Islay Barley von 20 Farmern hergestellt.

Von den 110 Mitarbeitern sind nur 20 in Glasgow angesiedelt, der Rest auf Islay. Und die 20…. die kümmern sich um die Finanzen, und die sollen gar nicht so genau hinschauen, was wir hier machen“, meint Adam mit einem Schmunzeln.

Die LaddieCrew

Die Händler im Überblick:

  1. Whiskyhort | Oberhausen
  2. Gradl’s Whiskyfässla | Nürnberg
  3. Die Whiskybotschaft | Kerken
  4. Schlüter’s Genießertreff | Wülfrath
  5. Flickenschild Whisky & Cigars | Itzehoe
  6. Whiskyshop Tara | München
  7. Whisky for Life | Frankfurt
  8. Whisky Riegger | Villingen-Schwenningen

Bei den anderen vier Händlern findet ein ähnliches Tasting mit Allan Logan und Ewald statt. Falls noch Karten zu haben sind, ist das noch mal eine gute Chance, die Whiskys zu probieren.

Fazit

Ich bin bekennender Port Charlotte Fan und kenne bereits einige der Produkte. Der OLC:01 wird wohl der Nachfolger von MC:01 und MRC:01 und nicht mehr lange auf sich warten lassen. Und kommt auch der 16-jährige in den Shop? Nun Adam bekommt Ärger, wenn die Info den Tasting-Raum verlässt, also behalte ich diese für mich. Adam hat seine eigene Art und tanzt nicht auf den Tischen, wie Jim das gemacht hat. Aber Adam versteht sein Handwerk und hat uns alle in seinen Bann gezogen.

Das war ein sehr unterhaltsamer Abend mit Adam, einigen Freunden und Bekannten. Schön, dass es Adam endlich mal nach Deutschland geschafft hat.

(Meine Eintrittskarte habe ich übrigens selbst bezahlt)