Billiger Distilleriebesuch mit viel Whisky

Neulich habe ich einen Blogeintrag entdeckt, für den sich jemand viel Arbeit gemacht hat. Er enthält eine Infografik mit vielen Destillerien, dem Preis für die Standardtour und die Menge an Whisky am Ende der Tour.

Vielleicht bin ich der Einzige dem das nicht gefällt, aber mich stört an der Betrachtungsweise, dass dieses Erlebnis auf Preis und Whiskymenge reduziert wird. Wie geht es Euch dabei? Habt Ihr schon mal eine Destillerie besucht? Warum? Um billig Whisky zu trinken?

Ich habe schon einige Destillerien besucht und einige großartige Erfahrungen gemacht. Diese hatten in der Regel nichts mit dem Preis der Tour zu tun (zumindest nicht je günstiger desto besser). Meine Empfehlungen sind ganz andere.

Infografik von Alkoblog
Günstiger Whisky, (c) Alkoblog

Kostenlose Touren

Destillerien, die sehr günstige oder gar kostenlose Touren anbieten, werden häufig sehr gut besucht. Das ganze Jahr über. Vor allem von Bustouren und Reisegruppen. Mir gefällt das nicht so gut.

Zeit

Es gibt Zeiten an denen viel Betrieb herrscht und auch Zeiten mit wenig Betrieb. In der Hochsaison sind viele saisonale Hilfskräfte unterwegs. Manche davon haben nicht viel Ahnung und können Fragen nicht beantworten. Mit dem richtigen Guide ist jede Tour spannend und man lernt immer noch etwas dazu. Vor allem die „Renter“, die jahrzehntelang für die Destillerie gearbeitet haben, sind als Guides einfach Klasse.

Mitglied

Manche Destillerien oder Konzerne bieten kostenlose Mitgliedschaften an. Außer Name und E-Mail Adresse kostet das nur ein paar Minuten Zeit. Im Gegenzug kann man oft die Destillerie umsonst besuchen, bekommt einen kostenlosen Dram (ein Glas Whisky) und manche interessante Informationen zugesendet. Bei einer bekommt man sogar symbolisch einen Quadratmeter Land!

Interesse

Informiert Euch über die jeweilige Destillerie vor dem Besuch und fragt vor Ort die Leute. Wenn vor Ort Zeit ist (siehe oben), werdet ihr evtl. die Chance haben, Dinge zu sehen oder zu probieren, die nicht zu einer normalen Tour gehören. Viele Schotten sind im Gegensatz zu ihrem Ruf sehr großzügig und nett. Das sollte man aber nicht ausnutzen und dafür evtl. ein Souvenir aus dem Shop mitnehmen.

Besondere Touren

Viele Destillerien bieten auf ihren Webseiten Informationen zu den buchbaren Touren an. Diese muss man meist im Voraus buchen und sollte dies auch tun, wenn man diese Tour machen möchte. Diese reichen von der Manager Tour bis zu Wanderungen zur Wasserquelle.

Festivals

Einige Destillerien oder Regionen veranstalten ein mal im Jahr einen oder mehrere Tage der „offenen“ Tür. Das ist eine gute Gelegenheit Destillerien zu entdecken, die normalerweise keine Besucher empfangen und auch für besondere Touren, Abfüllungen oder Erlebnisse.

Die richtigen Destillerien

Welche Destillerien interessieren Euch? Ich besuche gerne „traditionelle“ Destillerien. Hier sollte der Mensch im Mittelpunkt stehen und nicht die Maschine. Aber auch die großen „one-man-shows“ können interessant sein. Man sollte sich nur vorher informieren, um nicht enttäuscht zu werden.

Fazit

Ihr seht, es gibt meiner Meinung nach wichtigere Kriterien, als den Preis und die Whiskymenge. Diese „weichen“ Faktoren lassen sich aber nicht in Grafiken packen und sind auch nicht allgemeingültig. Ich muss aber erwähnen, dass ich auch negative Erfahrungen gesammelt habe und man mir den Eindruck vermittelt hat, dass ich als Whiskyenthusiast störe. Am schönsten ist es für mich übrigens, wenn man eine Destillerie mehr als ein Mal besucht und man vor Ort erkannt oder sogar mit Namen angesprochen wird. Wie ist Eure Meinung zu dem Thema? Postet gerne Eure Kommentare!

Den Artikel auf den ich mich beziehe findet Ihr bei Alcoblog. Danke Lukas für die viele Arbeit, die Ihr Euch gemacht habt!