Ardmore: Besuch während des SSWF 2013

In Schottland kann ich zwei meiner Hobbys ideal miteinander verbinden: Fotografieren und neue Distillerien (inklusive ihrer „Seele“) entdecken. Leider konnte ich 2013 nicht zum Feis Isle auf Islay, doch dann ergab sich kurzfristig eine tolle Alternative: eine Reise zum Spirit of Speyside Whisky Festival (SSWF). Bald ist es wieder soweit und auch Ardmore bietet den Event „Whisky Shots“ (01./02.05.2014) wieder an.

Besuch während des SSWF 2013 – Whisky Shots
– A Blend of Photography & Drams –

In diesem Artikel möchte ich nur auf ein ganz besonderes Highlight meiner Reise eingehen – Ardmore. Gebucht habe ich als Hobby-Fotograf folgendes: „Whisky Shots – A Blend of Photography & Drams“. (Die gesamte Reise habe ich in einem Artikel für den Whisky-Botschafter beschrieben, die Ihr in dem PDF Speyside WF 2013 nachlesen könnt.)

Whisky Shots“ hat mich am Freitag sehr früh, aber nach ausgezeichnetem Frühstück (mit frischem Obstsalat und selbstgemachtem Joghurt) nach Huntley zu Ardmore geführt. Über diese Distillerie wusste ich nur, was man auf der Webseite und diversen Veröffentlichungen lesen kann. Ardmore beliefert hauptsächlich die Blends (Teachers) des Mutterkonzerns (Beam Global) und hat nur eine regelmäßige Single Malt Abfüllung (den Ardmore Traditional) sowie einen 25- und 30-Jährigen im Verkauf. Alle Abfüllungen sind seit jeher leicht getorft. Damit der Tausch von Fässern für die anderen Brennereien interessanter ist, wird von Zeit zu Zeit auch ein ungetorfter Whisky hergestellt, der sich dann Ardlair nennt. Da die Brennerei normalerweise nicht zu besichtigen ist, war ich sehr gespannt, was mich erwartet. Empfangen wurden die sechs Teilnehmer vom Distillery Manager Alistair Longwell und dem Profi-Fotografen Ian Macilwain. Letzterer erklärte uns einige Techniken, die wir beim Fotografieren in der Brennerei ausprobieren könnten, und zeigte uns Beispiele seiner diesbezüglichen Arbeiten. Danach erzählte uns Alistair ein wenig über die Brennerei und zeigte uns die Points of Interest.

Ardmore Distillery - Mash Tun
Ardmore Distillery – Mash Tun

Nach einem gemeinsamen Lunch wurde für jeden ein Begleiter ausgelost, mit dem man gehen konnte, wohin man wollte, um alles (ohne Blitz, aber mit Stativ) zu fotografieren. Ich hatte das Losglück (als Vorletzter) auf meiner Seite und habe meine Tour mit Alistair drehen dürfen. Das Schöne: Jeder konnte fotografieren, was man sonst nicht vor die Linse bekommt. Ich nahm daher erst mal die Mash Tun (25 foot, cast iron) von oben ins Visier. Nach etlichen Stufen und Verrenkungen hat mich Alistair an die optimale Stelle geführt und ich musste nur noch abdrücken. Nach diesen ersten „Höhenerfahrungen“ zeigte mir Alistair noch weitere Plätze, die er mir besonders empfehlen konnte. Er hat Schlösser und Luken geöffnet und geschlossen, Lichter an- oder ausgemacht, Steigleitern mit mir erklommen usw. Auch ein Blick über die Dächer war dabei. So etwas hatte ich noch nicht erlebt! Einfach perfekt!

Alistair Longwell öffnet ein PX Fass für uns
Alistair Longwell öffnet ein PX Fass für uns

Dann das zweite Highlight des Tages: eine Verkostung von vier Fassproben im Lager. Dafür hatte ich mit kleinen Fläschchen (5cl) vorgesorgt. Ihr wisst schon: ein wenig Nosing und dann die Drams abgefüllt. Aber es kam anders … Nachdem ich Alistair gesagt hatte, ich müsse noch fahren und hätte deshalb Fläschchen dabei (nicht dass ein falscher Eindruck entsteht), füllte er diese direkt ab – bis zum Anschlag. Das erste Fass war ähnlich dem „Ardmore Traditional“, aber in Fassstärke und zwölf Jahre alt. Die anderen drei wurden unterschiedlichen Fässern zum Finishing zugeführt, um eine neue Abfüllung zu kreieren: 2-mal 13 yo Triple Wood und 1-mal 12 yo Double Wood. Unser Favorit war Fass drei, was wohl die Meinung der Experten vor uns bestätigt hat. Ende des Jahres 2014 werden wir es vermutlich wissen.

Flasche von 1920 mit 40 jährigem Ardmore (d.h. der Whisky ist von 1880)
Flasche von 1920 mit 40 jährigem Ardmore (d.h. der Whisky ist von 1880)

Zum krönenden Abschluss zeigte uns Alistair in seinem Büro noch die wahrscheinlich älteste gefüllte Whiskyflasche, die ich jemals in Händen halten durfte: einen 40-jährigen Ardmore, der in den frühen 20er-Jahren abgefüllt wurde (also Whisky aus den frühen 1880ern!).

Was mir an Ardmore besonders gefallen hat: trotz der Größe arbeitet man hier noch sehr traditionell. Die Washbacks z.B. verfügen über keinerlei Hilfsmittel, um das Überschäumen zu verhindern sondern werden einfach nur mit weniger Inhalt gefüllt, denn alles andere würde den Charakter verändern. Und die Leute vor Ort sind stolz auf Ihre Arbeit und identifizieren sich damit.

SoSWF 2013 - Ardmore

Ardmore-Besuch beim Spirit of Speyside Whisky Festival

 

Wer beim diesjährigen SSWF dabei ist und noch einen Abstecher in die Nähe von Huntley machen möchte: ich kann es Euch nur dringend empfehlen, wenn Ihr mal Bilder machen wollt, die Ihr sonst definitiv nicht machen könnt! Danke an Alistair, Ian und das gesamte Team von Ardmore – das war einfach Spitze!

Ardmore ist nicht ganz einfach zu finden

Die Adresse findet Ihr mit weiteren technischen Informationen im Menüpunkt „Destillerien“.

Die Lage könnt Ihr Euch in der Schottland-Karte anschauen.

Hier noch ein paar hilfreiche Links für Euch: