Tasting: Signatory Mortlach 17yo und Glenlivet 16yo

Zwei Signatory Proben warten schon seit einiger Zeit auf eine Verkostung. Heute ist es soweit. Warum die beiden gegeneinander? Weil sie beide von Signatory sind, beide in etwa gleich alt und beide zu meinen Lieblingsmalts gehören.

  • Mortlach, Signatory, 1997/2015, 17yo, Cask# 7174 + 7175, 46%, ncf, nca, ca. 55.- EUR
  • Glenlivet, Signatory, 1998/2015, 16yo, Cask# 128818, 46%, ncf, nca, ca. 70.- EUR

ncf = no chill-filtration (keine Kältefiltration), nca = no color added (ohne Zusatz von Zuckerkulör)

Tasting Notes

Mortlach

Das sind zwei Ex-Bourbon Hogsheads. Destilliert: 02.06.1997, Abgefüllt: 23.03.2015.

  • Nase: Leichte Alkoholnote und englischer Weingummi. Zitrone und Ingwer mit einer etwas fleischigen Mortlach-Note. Nach etwas Zeit entwickeln sich süße Vanillenoten, die sich mit der fleischigen Note schön verbinden. Und dann noch etwas Heidehonig.
  • Geschmack: Sehr angenehmes Mundgefühl. Neben der Zitrone und Gewürzen ein wenig Mango. Ingwer und Minze.
  • Abgang: Ingwer und die Zitrone gehen über in eine leichte Eichennote.

Glenlivet

Frisches First Fill Sherryfass. Destilliert: 28.08.1998, Abgefüllt: 17.07.2015

  • Nase: Hagelzucker, süßer Teig, das frische Sherryfaß macht sich bemerkbar mit viel Frucht. Aber das sind nicht die ledrigen oder eingelegten Fruchtnoten. Mich erinnert das mehr an frischen Teig, der mit Rumrosinen versetzt wurde. Doch nach etwas Zeit kommen auch weitere eingelegte Früchte. Vanille. Sehr dezenter Anklang von Crème brûlée. Der ist komplexer als ich anfangs dachte. Lasst Euch Zeit damit. Cremige Vanille.
  • Geschmack: Ein ähnliches Aromenspektrum auch im Mund. Es sind eher leichte Früchte wie Pfirsich aber auch ein Hauch Rosinen. Dann kommen Pflaumen und Datteln. Eingelegte Rosinen.
  • Abgang: Eine leichte Pfeffernote umspielt den Pfirsich.

Fazit

Wer gerne Sherry mag, dem gefällt der Glenlivet sicher. Diese Sherry-Fülle ist bei Glenlivet eher ungewöhnlich und es ist auch kein 08/15 Sherryfass gewesen. Der Mortlach hingegen hat keinen Sherry(-anteil). Überrascht aber trotzdem mit einer komplexen Aromenvielfalt. Mir haben beide gefallen, auch wenn es keine ganz typischen Vertreter wie bei den Standardabfüllungen sind. Aber gerade das macht den Reiz der unabhängigen Abfüller aus und zeigt einem, welche Produkte in den Destillerien stecken. Beide empfehlenswert. Mir hat der Glenlivet noch einen Tick besser gefallen.

Danke an Kirsch Whisky für die beiden Proben!