Tasting: Ardbeg Ardcore – Limited oder CR? Welcher ist besser?

Ich hatte bereits die Chance, beide Ardbeg Ardcore Abfüllungen im direkten Vergleich zu probieren. Die nächste Hype Abfüllung der Ardbeg Marketingabteilung denkt der ein oder andere jetzt sicher. Nun, mag sein, aber als überzeugter Ardbeg und Schokoladen Malz Fan bin ich auf den sehr gespannt. Bei dem direkten Vergleich habe ich so eine Idee, welcher mir besser gefallen wird, aber wollen wir mal sehen, welcher mir besser gefällt….

Im Überblick – Ardbeg Ardcore * 2

  • Ardbeg Ardcore Limited Edition, 46%, erhältlich ab 17. Mai 2022
  • Ardbeg Ardcore Committee Exclusive, 50.1%, erscheint am 26. April 2022

Mehr zu den beiden Abfüllungen findest Du in der Pressemitteilung: Pünktlich zum Ardbeg Day 2022 – Ardbeg Ardcore! Ich freue mich jetzt auf den direkten Vergleich der beiden.

Tasting Notes

Offizielle Notes

  • Farbe: Blasses, durchscheinendes Gold
  • An der Nase: Würzig und spicy, feiert Ardcore mit Nuancen von Marmite (Würzpaste), angekohltem Toast und schwarzem Zichorienkaffee einen wahren Moshpit im Glas. Wie eine Sicherheitsnadel in der Nase sind die typischen Ardbeg-Kräuternoten präsent, während rauchige Noten von loderndem Lagerfeuer und Melasse im Hintergrund schwirren.
  • Am Gaumen: Ein umwerfend würziger und feuriger Geschmack zündet mit weiteren üppigen und rauchigen Aromen. Kakaopulver, Zartbitterschokolade, Erdnuss-Toffee, geräucherte Limette und ein Hauch von Ruß und Lagerfeuerglut im Gleichklang. Anis und Malz- Kekse drängen in den Vordergrund und nieten sich durch alle Geschmacksknospen.
  • Nachhall: Alles in allem ein süßes Finish. Langanhaltende Noten von Toffee, Ruß und Rauch sorgen für einen anarchischen, exquisiten Nachgeschmack.

Meine Notes

Laut den offiziellen Notes schmecken beide gleich (es gibt nur eine Verkostungsnotiz, denn die ist sowieso auf verdünnter Basis entstanden). Das schaue ich mir genauer an.

Ardbeg Ardcore im direkten Vergleich

Ardbeg Ardcore Limited Release / Ardbeg Day

  • Nase: Erst mal ein typischer Ardbeg mit einer Torf und Kräuter Kombination. Im Hintergrund ein Hauch von Schokolade (vielleicht auch Auto-Suggestion). Über allem schwebt eine leicht würzige Aromenmelange.
  • Geschmack: Schön ausgeglichen und doch kräftig und würzig. Die manchmal etwas „kantigen“ Ardbeg Aromen sind hier etwas runder. Ich denke hier eher an 90%ige Schokolade und nicht an Zartbitter. Anis und Torf sind natürlich ebenfalls präsent.
  • Abgang: Mit einem Anis Gewürzkick hält der noch eine Weile an.
  • Wertung: +

Ardbeg Ardcore CR / Committee Release

  • Nase: Ein ähnliches Bild aber irgendwie mit mehr Tiefgang. Erscheint mir etwas komplexer. Etwas mehr Mentholfrische, die natürlich vom Alkohol herrührt, aber er wirkt überhaupt nicht alkoholisch. Er kommt etwas trockener daher. Und weniger süß.
  • Geschmack: Fängt ganz mild auf der Zunge an aber dann explodiert eine Pfefferschärfe auf der Zungenspitze. Immer noch rund in den Aromen, aber irgendwie bekomme ich die einzelnen Aromen nicht mehr so leicht zu fassen, denn es ist jetzt eher ein homogener Gesamteindruck. Der Torf scheint mir hier stärker zur Geltung zu kommen. Wild und etwas anders.
  • Abgang: Anis und Menthol dominieren den Abgang.
  • Wertung: +

Mein Bewertungsschema

Bewertet wurde(n) die Probe(n) nach folgendem einfachen Schema und rein auf Basis des persönlichen Geschmackes:

+gefällt mir, würde ich mir kaufen
ook/gefällt mir, muss ich aber nicht haben
trifft nicht meinen Geschmack

Was Du bei einer Verkostung beachten solltest und wie ich dabei vorgehe findest Du übrigens hier: Whisky-Wissen für Einsteiger. Und: wenn ich einen Whisky zur Verkostung zur Verfügung gestellt bekomme, ändert dies nichts an meiner Bewertung. Ich versuche immer fair zu bewerten, sage aber auch, wenn der Whisky nicht meinen persönlichen Geschmack trifft.

Fazit

Ich bin überrascht, denn dieses Mal hat die Limited Edition / Ardbeg Day die Nase leicht vorne. Die Schokoladennote, auf die ich mich so gefreut habe, geht bei der kräftigeren CR Edition ein wenig unter. Der AD ist ein wenig süßer an der Nase und zeigt etwas mehr Aromenspektrum. Gefallen tun sie mir beide und bei dem CR hat man natürlich noch ein wenig „Spielraum“ mit Wasser. Die können beide etwas Zeit im Glas vertragen. Vor allem der AD entwickelt sich sehr schön.

Danke an Tobias Russ und Ardbeg für die beiden Proben!

Zu den beiden o.g. Terminen werde die Editionen online bei Ardbeg.com und allen Ardbeg Embassies erhältlich sein.