Tasting: dramfool Lochindaal 2009 vs. Octomore 2011

Es wird mal wieder Zeit für eine kleine Islay Reise. Im Geiste zumindest. Da bieten sich die beiden doch an: dramfool Lochindaal 2009 gegen den dramfool Octomore 2011. Abgefüllt wurden die von Bruce Farquhar unter dem Label dramfool schon vor einiger Zeit, aber ich habe ein paar Samples erhalten und werde die jetzt gegeneinander antreten lassen.

Im Überblick

Beide von dramfool, SC, CS, ncf, nca:

  • Lochindaal 2009, too, 10yo, 63%, 234 Flaschen, 95.- GBP
  • Octomore 2011, Feis Ile 2018 Exclusive , 6yo, 62%, 253 Flaschen, 160.- GBP

SC = Single Cask (Einzelfass), CS = Cask Strength (Fassstärke), ncf = no chill-filtration (keine Kältefiltration), nca = no color added (ohne Zusatz von Zuckerkulör), yo = years old (Altersangabe)

Tasting Notes

Notes dramfool Lochindaal 2009

Matured in a bourbon barrel.

  • Nase: Kräftiger Torf, speckiger Rauch und ein Hauch Weingummi erwarten mich beim ersten mal riechen. Salziges Malz. Vorsichtig beim Riechen, der ist scharf an der Nase. Langsam entwickelt sich eine Süße, die mit etwas Muskatnuss garniert wird. Sägespäne mit Zitrone. 
  • Geschmack: Kräftiger Torf mit Lagerfeuerrauch, leichtes Taubheitsgefühl im Mundraum, dann malzige Süße. Mandarinen. Würze. 
  • Abgang: Neben dem anhaltenden Taubheitsgefühl bleibt eine würzige Eichennote und kalter Rauch, der lange anhält. 
  • Wertung: +

Notes dramfool Octomore 2011

Distilled on 1st December 2011 and Bottled on 26th March 2018.

  • Nase: Süßer Torf der würzige Aromen dicht umschlingt und zu einer dichten Komposition ohne weitere Solisten macht. Malzige Schokonote. 
  • Geschmack: Kräftiger Antritt mit Pfeffer auf der Zungenspitze. Wird mit der Zeit süßer und malziger. Ein wenig Orangenschale. 
  • Abgang: Trockener und rauchiger Abgang. Hält mit einer leichten Betäubung lange an. 
  • Wertung: o

Mein Bewertungsschema

Bewertet wurde(n) die Probe(n) nach folgendem einfachen Schema und rein auf Basis des persönlichen Geschmackes:

+gefällt mir, würde ich mir kaufen
ook/gefällt mir, muss ich aber nicht haben
trifft nicht meinen Geschmack

Was Du bei einer Verkostung beachten solltest und wie ich dabei vorgehe findest Du übrigens hier: Whisky-Wissen für Einsteiger. Und: wenn ich einen Whisky zur Verkostung zur Verfügung gestellt bekomme, ändert dies nichts an meiner Bewertung. Ich versuche immer fair zu bewerten, sage aber auch, wenn der Whisky nicht meinen persönlichen Geschmack trifft.

Fazit

Der Lochindaal ist sehr limitiert, da es nur ca. 250 Fässer davon bei Bruichladdich gab. Im Gegensatz zum Port Charlotte ist der mit 50ppm Torf im Malz hergestellt worden. Gerade mit 10 Jahren haben mir die bisher alle gefallen. Der Octomore ist zwar schön, aber beim Lochindaal würde ich zuschlagen. Nur gut, dass beide schon lange ausverkauft sind, so werde ich nicht in Versuchung geführt.

Danke an Bruce Farquhar von Dramfool für die beiden Proben!

Falls Du jetzt mehr über dramfool erfahren möchtest: