Tasting: Ardbeg Supernova 2014

Der Ardbeg Supernova wird ab dem 12.09.2014 zu kaufen sein – zumindest für Committee-Mitglieder. Die Abfüllung wird 55 % Vol. haben, nicht kühlfiltriert sein und 120.- EUR kosten. Mit der Pressemitteilung zur Neuerscheinung habe ich auch ein kleines Probefläschchen vom Ardbeg Supernova erhalten. Bei dem aktuellen Schmuddelwetter ist das eine gute Gelegenheit, diesen nun zu probieren.

Auf der kleinen Flasche befinden sich nur wenige Angaben. Er hat 55% und ist laut Presseinformation nicht kühlfiltriert. Prima. Die Vorgänger hatten einen höheren Alkoholgehalt (2008/2009: 58.9%, 2010: 60.1% ).

Ardbeg Supernova
Ardbeg Supernova, (c) Ardbeg

Hier die offiziellen Tastingnotes:

Schon beim ersten Nosing fällt der Single Malt mit seiner unvergleichlich intensiven, von geräucherten Zitronen und Birnen getragenen Würze auf. Kraftvolle minzige und medizinische Noten kreisen beim Verkosten um einen mächtigen, rauchig getorften Kern. Der Abgang von astronomischer Länge verschwindet schlichtweg in der Unendlichkeit des Universums.

Farbe: Helles, kräftiges Goldbraun
Nase: Schon der erste Eindruck einer tiefgründigen, harzigen und wächsernen Trägernote mit der intensiven Würze von geräucherten Zitronen und Birnen, Zitronengras und Kiefernnadeln lässt Sie buchstäblich abheben. Der anfängliche scharfe Einfluss verklingt und macht einer Brise von salzigen Noten Platz. Anschließend erscheinen auch mineralische Töne von Feuerstein und Granit, rußiger Rauch und ein frischer Minz-Menthol-Hauch. Ein paar Tropfen Wasser hinzugesetzt bringen einen Rauchvulkan zur Eruption – mit dichten Lagen von torfiger Erde und pflanzlicher Schärfe von Heidekrautwurzeln.
Geschmack: Mit dem ersten Schluck entsteht eine sanfte Wärme und schwillt an zu einem deutlich pfeffrigen, würzigen und elektrisierenden Brausen. Mit Warp-Geschwindigkeit jagen Geschmackskometen heran, die kraftvolle Pfefferminznoten sowie weitere vertraute medizinische Töne mit sich führen und um den riesigen torfigen Kern des Supernova kreisen. Noten von sehr dunklem Birkenpech, ein schwarzes teerartiges Destillat, gewonnen aus der Rinde der Birke, vermengen sich mit würzig-süßer, von Chili abgetönter Schokolade. Mund und Gaumen werden währenddessen von einer üppigen Leinsamenöl-Nuance erobert.
Abgang: Die Geschwindigkeit steigert sich ins Astronomische – intensive Anklänge an Teer, Teeröl, Bruyèreholz, würzigen Tabak und Lakritz treten hervor. Schließlich verklingt der Nachhall, unendlich lang, im Nichts…

Wenn ich jetzt mal die PR-Anspielungen auf die unendlichen Weiten des Universums weglasse, dann gibt es immer noch viel zu entdecken. An der Nase habe ich erst mal viel Rauch. Nach einiger Zeit tritt der (im abgedeckten) Glas ein wenig zurück und es kommen auch ein paar weiche, leichte Aromen durch. Birne finde ich nicht, aber in die Richtung geht das. Mit drei Tropfen Wasser und noch ein wenig Zeit finden noch mehr Aromen durch den mächtigen Rauch. Im Mund entdecke ich die Zitrone, ein wenig Minze und ganz viel Pfeffer. Ein Prickeln stellt sich ein. Schärfe, Rauch und Salz. Das ist wirklich ein langer Abgang, bei dem auch die pfeffrige Note lange anhält. Man sollte ihm ausreichend Zeit geben, dann kommt deutlich mehr zum Vorschein als nur Rauch und die kräftigen Aromen.

Nicht von dieser Welt?

Ein schöner Ardbeg, aber mir fehlt es ein wenig an Komplexität. Von den Spezialabfüllungen ist bisher nach wie vor der Ardbog und von den Standardabfüllungen der Corryvreckan mein Liebling. Daran wird auch der Supernova nichts ändern.