Tasting: Ardbeg 25yo – ist er sein Geld wert?

Ist der Ardbeg 25yo sein Geld wert? Das muss jeder für sich selbst entscheiden, um die Antwort vorweg zu nehmen! Mit 750.- EUR ist er nicht günstig. Ich kann Dir nur sagen, ob er mir gefällt und ob ich bereit bin das Geld auszugeben. Aber der Reihe nach….

Im Überblick

  • Ardbeg 25yo, 46%, ncf, UVP 750.- EUR

ncf = no chill-filtration (keine Kältefiltration), yo = years old (Altersangabe), UVP/RRP = unverbindliche Preisempfehlung

Erhältlich ist er ab Februar bei den Ardbeg Embassies und im Fachhandel. Mehr Details und die offiziellen Tasting Notes finest Du in der Pressemitteilung: Ardbeg 25yo ab Februar auch in Deutschland.

Wenn Du meine Artikel verfolgst, ist Dir sicher schon aufgefallen, dass ich Ardbeg Fan bin. Bei der Destillerie scheiden sich (wie bei vielen anderen auch) die Geister. Spätestens seitdem ich die Destillerie besucht habe, ist mir Ardbeg und vor allem die Leute, die dafür arbeiten sehr ans Herz gewachsen: Schicht als Stillman und Mashman bei Ardbeg.

Ardbeg gehört zum Konzern LVMH Group (u.a. Moët Hennessy, denen gehört u.a. The Glenmorangie Company und denen die beiden Destillerien Glenmorangie und Ardbeg). Nun gibt es in so einem Luxuskonzern viel Werbung und teure Produkte, aber das beeinträchtigt meine Meinung nicht. Ich habe die Flasche nicht in den Händen gehalten und war auch auf keinem Schicki-Micki-Vorstellungs-Event. Aber ich habe auch von dieser neuen Ardbeg Abfüllung ein Sample bekommen und das habe ich probiert. Einen 25-jährigen Ardbeg bekommen nämlich auch ich nicht so oft ins Glas.

Meine Tasting Notes – Ardbeg 25yo

  • Nase: Oh man was ist das schön. Das erinnert mich ein wenig an den Ardbeg aus 1974, den ich mal als Fassprobe probieren durfte. Der Torf ist noch da, aber deutlich dezenter und die Süße eines typischen Ardbeg ist ebenfalls vorhanden. Dann kommen exotische Früchte. Aber was schreibe ich – der Rauch kommt mit der Zeit doch noch kräftig zum Vorschein. Dann wieder ganz viele Früchte. Das ist ein echtes Chamäleon. Sehr komplex.
  • Geschmack: Der hat mehr Kraft als ich erwartet hätte. Leichte Pfeffernote, Karamell und viele Gewürze. Etwas Zitronenkuchen.
  • Abgang: Da ist etwas Holz aber nur sehr dezent. Dann kommt der Anis-Torf, Früchte und dann wieder etwas Holz.
  • Wertung: +

Mein Bewertungsschema

Bewertet wurde(n) die Probe(n) nach folgendem einfachen Schema und rein auf Basis des persönlichen Geschmackes:

+gefällt mir, würde ich mir kaufen
ook/gefällt mir, muss ich aber nicht haben
trifft nicht meinen Geschmack

Was Du bei einer Verkostung beachten solltest und wie ich dabei vorgehe findest Du übrigens hier: Whisky-Wissen für Einsteiger. Und: wenn ich einen Whisky zur Verkostung zur Verfügung gestellt bekomme, ändert dies nichts an meiner Bewertung. Ich versuche immer fair zu bewerten, sage aber auch, wenn der Whisky nicht meinen persönlichen Geschmack trifft.

Fazit

Der hat mich echt überrascht. Zwischendurch wenig Rauch und dann ist sie doch wieder da die Torfbombe. Sehr schön. Den Alkoholgehalt hätte ich höher geschätzt, denn der ist kräftig und hat Tiefe. Auch wenn ich dem ein Plus gegeben habe – der Preis ist mir zu hoch und ich werde mir keine Flasche holen. Aber gefallen tut er mir sehr gut. Auf der anderen Seite geistert gerade ein 40-jähriger Ardbeg eines unabhängigen Abfüllers durch die Shops – für knapp 12.000.- EUR. Da ist der Ardbeg 25yo dann doch wieder fast ein Schnäppchen, das auch noch länger verfügbar sein wird. Sollte sich Dir die Möglichkeit bieten, den Ardbeg 25yo probieren zu können – das sollte sich kein Ardbeg Fan entgehen lassen!

Danke an Ardbeg und Tobias Russ für die Probe!