Tasting: Bruichladdich Black Art 8.1

Es ist wieder soweit und bei Bruichladdich wird es „magisch“. Der Bruichladdich Black Art 8.1 ist angekündigt und mich hat eine Probe erreicht. Aus dem Haus Bruichladdich gefallen mir Port Charlotte und Octomore sehr gut, aber die „normalen“ Bruichladdichs tun sich schwer. Bis auf die älteren und den Black Art. Ich bin gespannt, ob der wieder magisch ist oder nicht…

Im Überblick

  • Bruichladdich Black Art 8.1, 26yo, Vintage 1994, 45.1%, 12.000 Bottles, ncf, nca, UVP 325.- EUR
    • Ungetorfter Islay Single Malt Scotch Whisky
    • Jahrgang 1994 – 26 Years old
    • Fasstypen: k.A. (Adam Hannetts Geheimnis)
    • Auf Islay destilliert, gereift und abgefüllt
    • Extrem langsame Destillation
    • Mehr Details bei Bruichladdich

ncf = no chill-filtration (keine Kältefiltration), nca = no color added (ohne Zusatz von Zuckerkulör)

Tasting Notes

Offizielle Notes

  • FARBE: Haselnussbraun mit kupferfarbenen Reflexen
  • DUFT: Ein komplexes Aromenpuzzle, dessen Teile man gerne mit viel Ruhe und Genuss zusammensetzt. Den Anfang machen Zitrusnoten, Limettenschalen und frische Orangen, kombiniert mit süßem Karamell, getrockneten Aprikosen, Pfeifentabak und Ahornsirup. Wenig später duftet der Black Art 08.1 schon weitaus komplexer – nach gerösteten Haselnüssen, Vanillesirup und animalischem Leder. Darauf folgen in Honig gekochte Birnen, Aprikosenmarmelade und ein wunderbar floraler Unterton von edlen Rosen und Geranien. Zum Schluss erahnt man den Duft von wildem Thymian und ist sich schon vor dem ersten Schluck gewiss, dass sich auch dieser Black Art für immer ins Geschmacks­ gedächtnis einbrennen wird.
  • GESCHMACK: Die Zitrus­ und Limettenaromen harmonieren ganz wunderbar mit der holzigen Süße des Whiskys. Die fließen­ de Textur erinnert an warmen Honig und passt hervor­ ragend zu den Geschmacksnuancen, die an Ahornsirup, Walnüsse, getoastete Eiche und holzige Gewürze erinnern. Diese würzige Süße wird noch von Vanille, getrockneten Aprikosen, Karamell und einem opulenten Aroma, das an Millionaire’s Shortbread erinnert, unterstrichen. Die leichte und cremige Textur ist ein schöner Kontrast zur aromati­schen Tiefe dieses Black Art, der wie alle Bruichladdich Whiskys die typische DNA von softem Steinobst aufweist.
  • CHARAKTER: Die 08.1er Edition sticht aus der Reihe ihrer Vorgänger regelrecht heraus! Hier steht der Whisky im Vordergrund und die Fässer dienten ausschließlich zur Verfeinerung des Charakters. Der neue Black Art erzählt in seiner von Leichtigkeit umspielten Komplexität eine ganz eigene, einzigartige Genussgeschichte.
  • NACHKLANG: Der Nachklang ist samtig weich und angenehm süß mit Noten von getrockneten Früchten, Zitronenkuchen, Hasel­nüssen und cremiger Milchschokolade.

Meine Notes

  • Nase: Mein erster Eindruck: ich bin mitten in einem Dunnage Warehouse. Die Magie entwickelt sich im Glas. Aromen von alten Whiskys, wie sie heute nicht mehr gemacht werden, wabern um meine Nase. Ein wenig Weinfässer und Sherryeinflüsse bringen dezent fruchtige Noten. 
  • Geschmack: Schön mild und ausgewogen mit einem leichten Hauch von Pfeffer auf der Zungenspitze. Auch hier geht es magisch weiter. Eine sehr schöne, leicht fruchtige Melange mit mehr alkoholischer Note als ich erwartet hätte.
  • Abgang: Ein Hauch von Menthol blitzt durch die fruchtigen Noten. 
  • Wertung: o (für mich zu teuer)

Mein Bewertungsschema

Bewertet wurde(n) die Probe(n) nach folgendem einfachen Schema und rein auf Basis des persönlichen Geschmackes:

+gefällt mir, würde ich mir kaufen
ook/gefällt mir, muss ich aber nicht haben
trifft nicht meinen Geschmack

Was man bei einer Verkostung beachten sollte und wie ich dabei vorgehe findet Ihr übrigens hier: Whisky-Wissen für Einsteiger. Und: wenn ich einen Whisky zur Verkostung zur Verfügung gestellt bekomme, ändert dies nichts an meiner Bewertung. Ich versuche immer fair zu bewerten, sage aber auch, wenn der Whisky nicht meinen persönlichen Geschmack trifft.

Fazit

Die Tasting Notes habe ich schon vor einigen Tagen verfasst, aber bin erst jetzt dazu gekommen, den Artikel zu schreiben. Zwischenzeitlich haben den auch schon ein paar Leute probiert und ihre Meinung kundgetan. Von zurückhaltend bis bloß nicht kaufen habe ich so einiges gelesen. Kaufen werde ich ihn mir auch nicht, weil er mir schlichtweg zu teuer ist. Ist er besser als einige der berühmten Vorgänger? Vermutlich nicht. Gefallen tut er mir aber trotzdem und „magisch“ ist er für mich immer noch.

Vielen Dank an Lisa und Eggers & Franke für die Samples!

Wenn jetzt jemand den Vergleich anstellen will – hier meine Artikel zu anderen Black Arts. Probiert habe ich schon den 6.1 und die 4.1 mit der 5.1 direkt verglichen.