Bain’s und Deanston Masterclass bei HanseMalt in Hamburg

Hoher Besuch aus Südafrika bei HanseMalt in Hamburg zur Bain’s und Deanston Masterclass: Andy Watts, Head of Whisky Excellence bei Distell. Andy führt mit uns ein „Deconstructing“ Tasting durch. Mit dabei ist auch Scott Martin, Brand Ambassador bei Distell, der mit uns eine unterhaltsame Deanston Masterclass abhält. Nicht nur eine, sondern gleich zwei Masterclasses. Wie es war, erfahrt Ihr hier.

Es ist ein schöner und einer der letzten angenehm warmen Oktoberabende in Hamburg. Die Queen Mary II hat eben Hamburg verlassen, die Wolken werden von den letzten Sonnenstrahlen rot eingefärbt und ich bin auf dem Weg zu HanseMalt am Fischmarkt. Stimmungsvoller kann man einen solchen Abend nicht einläuten.

Zur südafrikanischen Distell Group gehören neben der James Sedgwick Distillery aus Südafrika auch Bunnahabhain und Deanston. Ein Produkt der James Sedgwick Distillery „zerlegen“ wir heute mit Andy: den Bain’s Single Grain Whisky.

James Sedgwick Distillery / Bain’s – Masterclass mit Andy Watts

Andy Watts ist seit ca. 35 Jahren in der Whiskybranche aktiv und hat aus der ehemaligen Brandy eine Whisky Destillerie gemacht. Seine eindrucksvolle Geschichte erfahren wir und nebenbei verkosten wir die „Einzelteile“ des Bain’s Single Grain Whiskys:

Deconstructing Bain's

  1. New Make
  2. 3yo Grain, 3rd & 4th fill Fässer
  3. 3yo Grain, 1st & 2nd fill Fässer
  4. Bain’s Cape Mountain Whisky, Single Grain, Südafrika, NAS, 40%, 25.- EUR

Hergestellt wird der Single Grain aus 100% Mais und folgt ansonsten hauptsächlich den Regularien der schottischen Whiskyherstellung, denn in Südafrika sind die Regeln sehr ähnlich.

Die drei Proben 1-3 wurden auf Trinkstärke (43%) reduziert. 1-3 sind keine erhältlichen Produkte, sondern sollten uns erklären, wie der Bain’s zustande kommt. Der New Make ist sehr weich und leicht. So soll Grain Whisky in der Regel auch sein, denn er wird mit Single Malts gemischt, um daraus Blended Whisky herzustellen. Die #2 ist genau ein solcher Grain. Nicht komplex, noch ein wenig weicher als der New Make. Die #3 war der erste Versuch, aus dem Grain den Bain’s zu machen, aber Andy war damit nicht zufrieden. Er hat festgestellt, dass die ersten beiden Jahre im 1st fill Fass dem Whisky die meisten Aromen spendieren. Daraufhin hat er entschieden, dass nach der 3-jährigen Reifung noch eine weitere mit 2 Jahren in frischen 1st fill Fässern erfolgen muss. Und daraus wird dann Bain’s. Das Endprodukt erinnert mich an süßen Bourbon und ist gut trinkbar.

Die James Sedgwick Distillery besitzt übrigens nicht nur eine „Column Still“ mit der Grain produziert wird, sondern auch eine Potstill, mit der Single Malt für die Marke Three Ships und die Blended Whisky Produkte hergestellt wird.

Deanston – Masterclass mit Scott Martin

Sechs Deanston Abfüllung in der Masterclass mit Scott Martin

Scott übernimmt nach einer kurzen Pause den Raum und wir nehmen uns gleich sechs Deanstons vor:

  • Virgin Oak, Single Malt, NAS, 46.3%, 24.- EUR
  • 12yo, Single Malt, 12yo, 46.3%, 35.- EUR
  • 15yo, Organic, Single Malt, 15yo, 46.3%, 75.- EUR (nur schwer erhältlich)
  • 18yo, Single Malt, 18yo, 46.3%, 80.- EUR
  • 20yo, Single Malt, 20yo, 55.3%, 147.- EUR
  • 14yo, Spanish Oak, Single Malt, 57.9%, 107.- EUR (Online bei Deanston)

Scott nimmt uns bei der Verkostung nicht nur virtuell mit zur Deanston Distillery, sondern bindet uns alle ein, indem er uns nach unseren Eindrücken und Namen fragt. Das bekommt er recht gut hin, nur Malte heißt ab sofort „William“. Deanston wird gerne als „Frühstücks-Whisky“ deklariert und das passt ganz gut. Sehr leicht und wenig komplex. Bei den Standardabfüllungen ist die Deanston-Besonderheit, dass alle mit 46.3% abgefüllt werden. Das wusste William und hat (wie alle anderen) noch einen Nachschlag bekommen.

Der 20-jährige ist ebenso wie der Spanish Oak ein wenig anders. Komplexer und dank Fassstärke deutlich kräftiger.

Fazit

Das war ein sehr schöner Abend. Nach dem Organic haben uns Chris und Stephan von HanseMalt mit Zwiebelkuchen und Salat gestärkt und auch zwischendurch gab es Brot, Käse und Schinken. Andy und Scott haben uns gut unterhalten und die beiden Masterclasses waren sehr unterschiedlich aber beide sehr gut. Zwei Masterclasses direkt hintereinander hatte ich noch nie. Wenn ich alle Whiskys getrunken hätte, wäre das vermutlich zu viel gewesen, aber da ich nur probiert habe, hat das gut funktioniert. Und zwei Masterclasses mit Essen für 30.- EUR ist ein sehr guter Preis.

Andy und Scott sind auf Deutschlandtour. Solltet Ihr die Chance haben, die beiden zu treffen, kann ich das nur empfehlen!

Wenn Ihr mehr zu Distell und den Distillerien erfahren wollt: Distell Brands.

Weitere Stimmen

Mit mir zusammen war noch eine ganze Horde von Bloggern bei diesem Tasting. Hier findet Ihr weitere Stimmen und Eindrücke und viel mehr Details als bei mir: