Tasting: Kilchoman Loch Gorm 2nd Edition

Das Feis Ile rückt immer näher (Ende Mai). Die Sonne scheint schon wieder und vor ein paar Tagen ist ein Tasting-Sample vom Loch Gorm 2nd Edition eingetroffen. Grund genug für das zweite Garten-Tasting: Loch Gorm 2nd Edition von Kilchoman mit 46%.

Die Probe hat mir wieder Corinna Schwarz von Alba Import (der deutsche Importeur) zur Verfügung gestellt. Vielen Dank! Ich habe vor einigen Tagen die Pressemitteilung zur Neuerscheinung veröffentlicht, nur probiert habe ich ihn noch nicht.

Loch Gorm, (c) Kilchoman
Die neue limitierte Abfüllung von Kilchoman: Loch Gorm

Name: Loch Gorm 2nd Edition
Destillerie: Kilchoman
Abfüller: Kilchoman
Alter: 5 Jahre, 2009/2014
Farbe: gold, ncf, nca
Alkoholgehalt: 46%
Faßtyp: Sherry
Preis: ca. 70.- EUR

ncf = nicht kältefiltriert, nca = ohne Zusatz von Farbstoffen

Offizielle Tasting Notes:
Nose: mixed preserved fruit, particularly lemon and rich peat smoke
Palate: dry cereal flavour develops into honey and biscuit with lingering peat
Finish: rich, sweet and smoky

Was findet sich denn in meinem Glas davon wieder?

Nase:
Ich lasse meinen Schluck ein wenig unabgedeckt an der frischen Luft. Zuerst ist da der typische Torfrauch, der verfliegt aber recht schnell. Dann kommt das Malz zum Vorschein und die ersten Früchte. Malz überwiegt, Zitrone habe ich keine.

Geschmack:
Mein erster Schluck ist überraschend anders, als ich den Kilchoman abgespeichert habe. Er ist fruchtiger (nein noch nicht wie ein „Sherry“-lastiger Whisky) mit Rauch und Biss. Es sind dezente Fruchtnoten nicht die „schweren“ wie Rosinen, o.ä. Und er hat Kraft. Der junge Single Malt

Abgang:
Der Abgang ist trocken, süß und auch der Rauch ist noch präsent. Dann kommt die Eiche durch. Langer Abgang.

Nun bekommt mein Dram zwei Tropfen Wasser und einen Deckel verpasst. Handwärme, Glas schwenken (und rollen), damit die Glaswandung ausgenutzt wird und immer wieder die Nase hinein. Man merkt, dass dieser Kilchoman im Sherryfass gelagert wurde (nur!). Die fünf Jahre und der Rauch sorgen aber dafür, dass es kein reiner „Sherry“-Whisky wird. Je mehr der Rauch abnimmt, desto mehr treten die fruchtigen, malzigen Aromen in den Vordergrund. Das verbindet sich sehr harmonisch.

Das Wasser und die Zeit sowie Handwärme und Luftzufuhr nehmen noch ein wenig vom Rauch. Die fruchtige Note bleibt und die Süße kommt mehr in den Vordergrund. Ein wenig Bitterschokolade und salzige Meeresbrise kombiniert. Nach einiger Zeit wird er würziger. Insgesamt sehr komplex für einen jungen Single Malt.

Das ist nicht der „typische“ Kilchoman. Er ist zwar jung und kraftvoll und auch Rauch ist genügend dabei, aber da ist eben auch die süße, fruchtige Komponente. Das macht ihn gefälliger. Für die Liebhaber der „nur“ rauchigen Kilchoman: einfach mal probieren, wer die erste Abfüllung mochte, wird diese sicher auch mögen. Mir gefällt er.

Manhole der Wash Still bei Kilchoman
Manhole der Wash Still bei Kilchoman