Tasting: C&S Dram Lowlander, Fettercairn & Islay

Vor einiger Zeit haben mich drei junge Proben aus der C&S Dram Collection erreicht. Konkret sind heute „Lowlander by the sea“, ein Fettercairn und ein Islay North an der Reihe.

  • C&S DC, Lowlander by the sea, 5yo, 06.10/01.16, 68.8%, 317 Flaschen, ca. 45.- EUR
  • C&S DC, Fettercairn, 6yo, 03.09/01.16, 58.8%, 159 Flaschen, ca. 45.- EUR
  • C&S DR, Islay North, 5yo, Blended Malt, Limited Ed. #3, 46%, 0.5 Liter, ca. 40.- EUR

Alle drei sind wie immer bei C&S ohne Zusatz von Farbstoffen (nca) und ohne Kältefiltration (ncf). DC = Dram Collection, DR = Dram Regional.

Tasting Notes

Lowlander

Sherry Hogshead, Cask# 900145

  • Nase: Überraschend wenig Alkohol an der Nase. Leichte Parfümnote mit reichlich salziger Meerluft. Ein wenig süße Kirsche, Vanille. Der macht Spaß. Schön komplex. Von der süßeren Fraktion aber angereichert mit dieser Meeresbrise. Mit etwas Wasser noch mehr süße Frucht und Kakaonote. Dann ein wenig Birne (Williams Christ). Mehlige Maronen.
  • Geschmack: Viel Alkohol mit viel Kraft. Mir zu viel Kraft und ich werde ihn im zweiten Durchgang mit Wasser gefügiger machen. So ist nur alles taub. Mit Wasser wird er leicht, also sparsam mit Wasser herantasten. Birne, ein wenig Vanille und ein wenig malzig.
  • Abgang: Trocken mit ein wenig Birne (die bekomme ich auch immer wieder).

Das ist wieder einer von den jungen, die an der Nase sehr spannend sind, aber dann im Geschmack das leider nicht wiederholen. Trotzdem ein schöner Dram mit ziemlich viel Kraft.

Fettercairn

Bourbon Hogshead, Cask# 1104

  • Nase: Erst ein wenig alkoholisch, aber lässt man den Alkohol ein wenig verziehen, dann kommen süße Vanillenoten aus dem Bourbon Cask. Marzipan und herbe Kräuter. Leichte Kaffeenote. Mit ein paar Tropfen Wasser entfaltet der sich. Zeit lassen und mit Wassertropfen „spielen“.
  • Geschmack: Auch der hat Kraft. Nicht ganz so viel wie der Lowlander aber auch reichlich. Ohne Wasser Minze und Ingwer. Ein wenig von den Kräutern. Mit ein paar Tropfen Wasser harmonischer. Mehr Vanille und mehr Kräuter.
  • Abgang: Ingwer mit Marzipan. Mit Wasser bleibt nur trocken und ein wenig Eiche.

Irgendwie bekomme ich hier immer wieder Kräuteraromen in die Nase, die mir persönlich nicht so gut gefallen. Auch der hat an der Nase deutlich mehr zu bieten als am Gaumen.

Islay

Drei Fässer unterschiedlicher Destillerien wurden hier zu einem Blended Malt vermählt. Welche wird nicht verraten. Gedacht ist die Serie für Einsteiger. Mal sehen.

  • Nase: Hmm. Ein wenig speckiger Rauch. Erst habe ich metallische Noten, die mich ein wenig stören. Könnte ein Bowmore-Anteil sein. Verfliegt aber. Dann übernimmt für mich Caol Ila. Und auch an Kilchoman erinnert er mich ein wenig. Insgesamt sehr harmonisch an der Nase. Gefällt mir. Ein wenig erinnert mich das an Blutwurst mit Majoran.
  • Geschmack: Auch der hat einen kräftigen Antritt. Hätte ich bei den 46% nicht erwartet. Ein wenig ungestüm zeigt er seine raue Schale. Ingwer. Rauch mit Honigmelone. Zitrone. Ein wenig Vanillepudding.
  • Abgang: Rauch hält lange an und dann kommt die Ingwernote doch noch durch.

Ein schöne Alltagsdram und sicher nicht nur für Einsteiger. Bis auf die metallische Note hat der mir sehr gut gefallen.

Fazit

Alle drei sind dafür gemacht getrunken zu werden. Nicht viel Schnickschnack. Nicht zum Sammeln. Andrea Caminneci bringt in der C&S Serie schöne „Alltagswhiskys“ auf den Markt, die zum genießen gedacht sind. Gerade bei den jungen Abfüllungen haut mich die Nase des öfteren um. Ohne zu probieren, würde ich viele von denen für deutlich älter schätzen. Alle drei kann ich empfehlen. An der Nase war für mich der Lowlander am spannendsten, den Islay kann man als All-Day-Dram wirklich genießen. Wenn man Islay mag.

Danke an Andrea für die Proben!