Tasting: Ardbeg An Oa

Ardbeg hat seine Standard-Range erweitert. Dieses Mal ist es keine Hype-Flasche, sondern die dritte Abfüllung in der Standard-Range ohne Altersangabe. Vor einigen Tagen habe ich eine Probe erhalten und jetzt kann ich mich nicht mehr zurückhalten und muss probieren.

  • Ardbeg An Oa, 46.6%, ncf, UVP 49,90 EUR

Zwischenzeitlich ist der An Oa u.a. schon in der Schweiz erhältlich und es scheint auch noch ein paar andere Quellen zu geben, aber wartet einfach noch ein paar Tage, dann gibt es ihn auch „ganz normal“ und dauerhaft verfügbar in Deutschland. Weitere Informationen findet Ihr hier: NdW 35|17: Ardbeg An Oa, Irische Whiskeys, SMWS, BenRiach, Kilchoman, Tullibardine und JURA.

Ich bin bekennender Ardbeg-Fan, aber ein wenig skeptisch bin ich doch. Neben den beiden >50% Boliden einen „leichten“ NAS mit 46.6% zu platzieren und das für fast das gleiche Geld? Viel verraten hat uns Ardbeg nicht. Neu ist, dass der in einem „Gathering Room“ geblendet wurde. Den habe ich bisher bei meinen Besuchen zumindest vor Ort nicht zu Gesicht bekommen. In der Pressemitteilung steht dazu: „In einem großen stehenden Fass aus französischer Eiche wird der Ardbeg An Oa zum Leben erweckt. Partien wertvoller Pedro Ximénez Fässer vermischen sich mit der Würze aus neuen Eichenfässern sowie der typischen Ardbeg-Intensität ehemaliger Bourbon-Fässer. Ein Single Malt der weitaus komplexer ist, als die Summe seiner Einzelteile.

Original Tasting Notes

  • An der Nase: Rund, mit subtilem Apfelholzrauch, weichem Toffee, Anis, Melasse und Datteln. Noten von saftigen Früchten wie Pfirsich, dazu Banane. Mit einigen Tropfen Wasser die klassischen Ardbeg-Noten mit Limone, Pinienharz, Fenchel, Leder mit Seife und Teer. Ein leichter Wachsgeruch, wie von flüssigem Kerzenwachs, mit einem Hauch geräucherter Kräuter, insbesondere Oregano und Basilikum.
  • Am Gaumen: Sanfte, cremige Textur, die zu einer großen Sirupsüße führt, mit Noten von Milchschokolade, Melassetoffee, Anis, Orange und Lapsang Souchong Rauchtee. Sanfte, süße Gewürze wie Muskat und Zimt, etwas Zigarrenrauch und sehr außergewöhnliche Aromen gegrillter Artischocken. Langanhaltend und süß, mit floralen Untertönen, Minztoffee und den leicht malzigen Noten eines Keks.
  • Im Nachhall: Anhaltend verführerisch, dezent dennoch intensiv, mit Aromen von Anis, Hickory-Rauch und dem Geruch eines Holzfeuers in der Ferne.

Meine Notes

Ich bin Geruchs- und Geschmacks-technisch nicht „auf der Höhe“, aber ich versuche mich trotzdem an vernünftigen Notes. In der Zwischenzeit gibt es schon reichlich Notes, die Euch ggfs. auch weiterhelfen, wenn Euch meine nicht gefallen.

  • Nase: Die süße Ardbeg-Note, Toffee und Rauch. Lasst ihm ein wenig Zeit und er holt aus. Ich bekomme ein wenig Meer in die Nase gemischt mit Anis. Glasierter Apfelkuchen. Und immer blitzt er auf: abgeriebener Gummi gepaart mit Schinkenrauch. Die Aromen spielen miteinander und sind dabei schön ausgewogen. Nicht scharf an der Nase. Neue Mitspieler betreten etwas später das Spielfeld der Aromen: er wird ein wenig medizinischer und der Anis wird kräftiger. Teer und Rauch sind omnipräsent, aber nicht so heftig.
  • Geschmack: Leicht und fruchtig und dann kommt ganz langsam ein wenig Prickeln vom hinteren Ende der Zunge zur Zungenspitze hin auf. Schön rund und ausgewogen. Der Schinkenrauch und Teer sind da, aber auch die fruchtigen Noten nach Aprikosen sind dabei.
  • Abgang: Erstaunlich trocken. Ich würde mal auf Virgin Oak tippen, das in der Gemengelage dabei ist. Teer und Rauch halten noch lange an.

Fazit

Wie der Uigeadail und der Corryvreckan ist auch der An Oa ohne Altersangabe (NAS). Die beiden sind jeweils über 50% – der An Oa mit seinen 46.6% hingegen eher ein „Fliegengewicht“. Für mich sind 46% eine angenehme Trinkstärke und bekommen ihm ganz gut. Für mich ist das eine Bereicherung in der Standard-Range. Ein gelungener Whisky, der die bestehende Range ergänzt. Mir gefällt er gut.

Falls Ihr es nicht abwarten könnt und den An Oa vor dem 01.10.2017 probieren wollt, habt Ihr in der Hamburger Ardbeg Embassy am 23.09, eine Möglichkeit (zusammen mit einem BBQ): Die Ardbeg An Oa Grillrunde in Hamburg.