Hibiki Japanese Harmony – Neuvorstellung in Hamburg

Am 30.06.2015 war es soweit: BeamSuntory stellt mit viel Prominenz den neuen Hibiki Harmony in Hamburg vor. Im Strauchs Falco haben sich geladene Gäste den neuesten Sprössling der Hibiki Abfüllungen vorstellen lassen. Eine sehr gelungene Präsentation an der ich ebenfalls teilnehmen durfte.

Begrüßt wurden die Gäste von Nicole Ehlen, Marketing Director Germany & Austria von BeamSuntory. Neben den bei Single Malt Liebhabern bekannten Marken wie Laphroaig, Glen Garrioch, Ardmore und Bowmore gehören seit dem Zusammenschluss von Beam und Suntory auch die japanischen Single Malt Destillerien Yamazaki (die erste japanische Malt Whisky Destillerie, gegründet 1923) und Hakushu zu dem Spirituosen-Giganten. Yamazaki wurde auch von einem Whisky-Experten sogar als der beste Whisky der Welt gekürt.

Hibiki

Die Marke Hibiki ist kein Single Malt sondern ein (hochwertiger) Blended Whisky, d.h. Single Malt gemischt mit Grain Whisky. Hibiki ist bisher mit dem 12yo, 17yo, 21yo und 30yo (yo = year old) vertreten. Neu dazugekommen ist seit diesem Abend eine NAS Abfüllung (no age specification, d.h. ohne Altersangabe): der Hibiki Japanese Harmony.

Keita Minari, Brand Ambassador Japanese Whisky und EMEA Brand Manager, richtet als nächster das Wort an uns und wärmt die Besucher ein wenig an, um dann in der richtigen  Stimmung an Global Brand Ambassador Hiroyoshi (Mike) Miyamoto zu übergeben. Mike ist bereits seit 1978 bei Suntory und war unter anderem auch schon Director von Bowmore. Mike erzählt uns einige interessante Fakten zur Geschichte von Suntory und der Entstehung der Blended Malts in Japan. Der Versuch einen Single Malt (Shirofuda) in Japan zu verkaufen war 1929 nicht sehr erfolgreich, denn er war für diese Zeit „typisch schottisch“, d.h. sehr „peaty“. Das kam bei Japanern nicht so gut an und es wurde an einem Blend gearbeitet, der 1937 mit dem Kakubin den Geschmack der Japaner traf und zum Erfolg wurde.

Hibiki Japanese Harmony, Pressebild
Hibiki Japanese Harmony, Pressebild
Aus dieser Zeit stammt das Wissen um den Geschmack der Japaner (und Liebhaber aus aller Welt), wie ein japanischer Blended Whisky schmecken muss. Dieses Wissen wurde bereits in die vierte Generation der Chief Blender übergeben – aktuell Shinji Fukuyo – und führte zu den Abfüllungen der Hibiki-Reihe. Shinji Fukuyo erklärt die hohe Kunst des Blendings in der Pressemitteilung folgendermaßen: „Unser Ziel war die Schaffung eines einzigartigen Blends, dessen Aromen in vollkommener Harmonie zueinander stehen. Gleichzeitig zollen wir durch die einzelnen Bestandteile dem ursprünglichen Hibiki Blend Tribut und schaffen so eine abgerundete, aber gleichzeitig komplexe Harmonie voller Aromen und Geschmacksnuancen.

Seit 2004 haben diese mehrfach internationale Preise gewonnen. Hibiki steht übrigens für englisch „residence“ (Heim, zu Hause).

Blended Whiskys müssen in der Regel immer wieder gleich schmecken. Jede Flasche, jedes Jahr. Um dies immer wieder entsprechend mischen (blenden) zu können, werden viele verschiedene Arten und Typen Whiskys benötigt. In Schottland tauschen die diversen Besitzer oder Konzerne ihre Fässer untereinander und haben so eine Auswahl aus ca. 100 verschiedenen Destillerien und noch einigen Variationen, um daraus ihre Blends zu erzeugen. Suntory hat in Japan „nur“ zwei Malt Destillerien (Yamazaki und Hakushu) sowie eine Grain Destillerie (Chita Grain). Mit einer Variation bei den Washbacks (hölzerne versus stainless steel), den Stills (insgesamt 16 pot stills mit sieben verschiedenen Typen) und den Fässern kommt man auch bei Suntory auf eine Variation von 100 verschiedenen Whiskys.

Das Tasting

Dann war es endlich soweit und wir durften uns zusammen mit Mike durch die sechs vor uns aufgestellten Proben probieren: die fünf Bestandteile und schließlich dem Produkt daraus.

  1. Chita Grain (Mild and Grain-like Aroma. Pure and Clean)
  2. American Bourbon, gebrauchte und neue Fässer (Malty, Sweet and Fresh Fruitiness. Floral. Yamazaki)
  3. Oloroso Sherry (Sweet and Fruity. Rich and Complex. Yamazaki)
  4. Mizunara (Sweet and Distinctive Woodsy Aroma. Spicy and Floral Aroma. Yamazaki)
  5. Smoky (Strong and Dry Smokiness. Yamazaki oder Hakushu)
  6. Hibiki Harmony

Jede der fünf Bestandteile war interessant, aber am meisten überrascht hat mich der Chita Grain. Den würde ich gerne mal in einem Blind Tasting erleben. Ich bin mir sicher, da würde es einige überraschte Gesichter geben. Und am faszinierendsten fand ich den Mizunara. Diese japanische Eiche muss mindestens 200 Jahre alt sein, bevor daraus ein Fass werden kann und entsprechend selten und teuer sind diese Fässer. Mizunara benötigt auch lange Reifezeiten, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Das Motto der Hibiki-Reihe hat uns Mike ebenfalls verraten: „Subtle, Refined, yet Complex“ (raffiniert, kultiviert aber komplex).

Offizielle Tasting Notes

  • Farbe: Bernstein
  • Aroma: Anklänge von Rosenaroma sowie weiche, fruchtige Litschis, auf die ein Hauch von Rosmarin, kräftige Holznoten und Sandelholz folgen.
  • Geschmack: Eine leicht süßliche Honignuance auf der Zunge, welcher Noten von kandierten Orangenschalen und weißer Schokolade folgen.
  • Nachklang: Dezenter, weicher Abgang, mit einem Hauch von Zimt durch Mizunara (japanische Wassereiche).

Auszug aus der Pressemitteilung: „Der fein abgestimmte, weiche Whisky wird stilvoll präsentiert in einer edlen Flasche mit 24 Facetten – je eine für die 24 japanischen Jahreszeiten. Das Etikett besteht aus kostbarem Echizen-Papier, das nach einer alten japanischen Tradition handgefertigt und vierfach bedruckt wird.

Mein Eindruck

Alles in allem sehr hochwertig verpackt und präsentiert und im Geschmack schön rund und weich. Ich habe viele blumige Nuancen entdeckt, Vanille, Süße und der Mizunara-Anteil fällt auf, wenn man die Chance des direkten Vergleichs hat. Auch der Grain ist mit seinen vanilligen Noten wahrnehmbar. Sehr schöner Blend. Zum Preis gab es noch keine Auskunft. Der 12-jährige ist aktuell für etwa 75.- EUR zu bekommen. Vergleicht man das mit einem 12-jährigen Single Malt, sieht man in welchem Premium-Segment man sich hier bewegt.

Der Ausklang

Im zweiten Teil gab es einige sehr leckeren „Kleinigkeiten“ und Hibiki (sowie das gesamte Portfolio) in Form von Cocktails: „On The Rocks“, „Half Rock“, „Highball“, „Mist“, „Twice Up“ oder auch als „Hot Whisky“ (hat aber keiner probiert). Viele der Gäste haben sich für die Variante mit „Iceballs“ entschieden, die vom japanischen Barman per Hand vor unseren Augen in Windeseile hergestellt wurden. Und auch andere Varianten als die hier genannten wurden gesichtet.

Vielen Dank für die Einladung. Das war ein sehr schöner Event an einem richtig warmen Sommerabend. Mit dem passenden Getränk ein Traum.

PR Hibiki Harmony Launch Hamburg

Der Hibiki Harmony wurde im Strauchs Falco in Hamburg vorgestellt